Der Zweite Weltkrieg gilt als einer der Klassiker der alternativen Geschichte. Vor allem in den USA und Großbritannien sind entsprechende „Was wäre wenn“-Erzählungen populär. Besonders solche, in denen Adolf Hitler, das Dritte Reich und seine Verbündeten den Konflikt gewonnen haben. Dass es darüber hinaus noch weitere Alternativen zum realen Ausgang gab, zeigt dieser Artikel.

Ankerpunkte

  1. 1939: Der Hitler-Stalin-Pakt und die Eroberung Polens
  2. 1939: Die verlorene Saar-Offensive
  3. 1940: Das knappe Unternehmen Weserübung
  4. 1940: Die erfolgreiche Operation Dynamo
  5. 1940: Die schmähliche Kapitulation Frankreichs
  6. 1940: Die Wahl der Operation Catapult
  7. 1940: Der Überraschungsangriff von Tarent
  8. 1941: Das überraschende Unternehmen Barbarossa
  9. 1941: Der schockierende Angriff auf Pearl Harbor
  10. 1941/1942: Der gescheiterte Angriff auf Moskau
  11. 1942: Die katastrophale Kapitulation von Singapur
  12. 1942: Die Operation Torch und der Untergang Vichy-Frankreichs
  13. 1942/1943: Die Entscheidungsschlacht von Stalingrad
  14. 1943: Die Vernichtung des Afrikakorps
  15. 1943: Die Landung auf Sizilien und der Sturz von Mussolini
  16. 1943: Der halbe Waffenstillstand von Cassibile
  17. 1944: Die entscheidende Landung der Operation Overlord
  18. 1944: Der Durchbruch in der Operation Bagration
  19. 1944: Das gescheiterte Attentat des 20. Julis
  20. 1944: Das Desaster von Market Garden
  21. 1944/1945: Die durchgeführte Ardennenoffensive
  22. 1945: Der gescheiterte Putsch gegen den japanischen Kaiser

    Quellen und Literatur

1. 1939: Der Hitler-Stalin-Pakt und die Eroberung Polens

Als die Wehrmacht 1939 mit dem „Fall Weiß“ den Angriff auf das Nachbarland Polen plante, rechneten die Generäle wie im Ersten Weltkrieg mit einem monatelangen Feldzug.

Zwar war die polnische Armee der deutschen an Panzern, Flugzeugen und Ausrüstung unterlegen, aber auch die deutschen Truppen waren noch nicht auf einen größeren Krieg vorbereitet. Ein Großteil der Truppen war unerfahren und die neuen Taktiken, die später als „Blitzkrieg“ in die Propaganda eingingen, waren noch unerprobt.

Zuletzt war unklar, wie die anderen Großmächte Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion im Falle eines Überfalls reagieren würden.

Karte von Europa 1939 während des Überfalls auf Polen
Diese Karte Europas zu Beginn des Zweiten Weltkriegs zeigte deutlich, wie das Deutsche Reich und die Sowjetunion beim Angriff auf Polen kooperierten. Italien war zwar offiziell mit dem Deutschen Reich verbündet, trat aber erst ein Jahr später in den Krieg ein.
(Wikimedia Autor: San Jose)

Da ergab sich für die deutsche Außenpolitik eine einmalige Chance: Der sowjetische Diktator Stalin bot Mitte August einen Nichtangriffspakt an, der am 23. August geschlossen wurde und als „Hitler-Stalin-Pakt“ die Interessensphären beider Regime in Osteuropa absteckte.

Dies erleichterte den Angriff der Wehrmacht auf Polen ab dem 1. September entscheidend, da sich die Angreifer darauf verlassen konnten, im Osten nur gegen die polnische Armee antreten zu müssen.

Als die Rote Armee schließlich am 17. September vertragsgemäß in Ostpolen einmarschierte, war das Schicksal Polens endgültig besiegelt und das Land musste am 6. Oktober nach knapp fünf Wochen kapitulieren. Der Zweite Weltkrieg begann jedoch gerade erst.

Wie wäre der Krieg gegen Polen verlaufen, wenn der Hitler-Stalin-Pakt nicht abgeschlossen worden wäre?

2. Die verlorene Saar-Offensive

Der Kriegseintritt der Sowjetunion gegen Polen hatte auch massiven Einfluss auf Großbritannien und Frankreich, die ihrem Verbündeten eigentlich zu Hilfe eilen sollten. Zwar erklärten beide Länder vertragsgemäß dem Deutschen Reich den Krieg, scheuten aber eine ähnliche Reaktion gegenüber der Sowjetunion.

Unschlüssig ob der neuen Lage befahl der französische Generalstab zuerst nur eine begrenzte Offensive im Grenzgebiet, um die Stärke der deutschen Verteidigung zu testen: die „Saar-Offensive“.

Da die wenigen deutschen Truppen keinen Widerstand leisteten, besetzten die Angreifer schnell ein kleines Territorium südlich von Saarbrücken. Aber bereits am 21. September zog sich die französische Armee angesichts des Zusammenbruchs Polens wieder zurück.

Die Wehrmacht hatte nun genügend Zeit, mit ihren aus dem Osten zurückgekehrten Truppen die Verteidigung zu verstärken. Bis Mai 1940 kam es an der Westfront nur zu wenigen militärischen Aktivitäten, dem sogenannten „Sitzkrieg“.

Wie hätte sich eine verstärkte oder dauerhafte Saar-Offensive gegen die nicht vorhandene deutsche Verteidigung ausgewirkt?

3. 1940: Das knappe Unternehmen Weserübung

Während die Westfront vorerst ruhig blieb, entwickelten sich die Dinge in Nordeuropa anders: Bereits seit Kriegsbeginn schauten sowohl das Dritte Reich als auch die Westalliierten auf Skandinavien, das für die deutsche Versorgung mit dem kriegswichtigen Eisenerz entscheidend war.

Doch erst das Entern des deutschen Versorgungsschiffes Altmark durch britische Schiffe in norwegischen Gewässern beschleunigte die Planungen auf beiden Seiten. Am 7. April 1940 liefen quasi zeitgleich sowohl die Schiffe der Royal Navy als auch der Kriegsmarine aus. Nur um wenige Stunden war die deutsche Marine ihren Gegnern voraus.

Dennoch gelang es den deutschen Angreifern erst unter hohen Verlusten große Teile von Norwegen zu besetzen, das sich im Gegensatz zu Dänemark einer Kapitulation verweigerte. Mehr als zwei Monate tobte die Schlacht um den strategisch wichtigen Erz-Hafen Narvik in Nord-Norwegen zwischen britischen, französischen und norwegischen Truppen auf der einen und deutschen Gebirgstruppen auf der anderen Seite.

Erst der beginnende Westfeldzug im Mai 1940 führte zum Rückzug der Alliierten aus Norwegen und beendete die Offensive mit einem deutschen Sieg.

Wie wäre "Weserübung" verlaufen, wenn die Westalliierten der Kriegsmarine voraus gewesen wären?

4. 1940: Die erfolgreiche Operation Dynamo

Der Krieg im Westen begann ab dem 10. Mai und erschien nach zwei Wochen endgültig entschieden: Durch das Antäuschen einer Offensive über die Niederlande, Belgien und Luxemburg gelang es der Wehrmacht, große Teile der alliierten Streitkräfte in den Norden zu locken. Danach wurden diese Truppen durch einen konzentrierten Angriff über die Ardennen von ihren Nachschubbasen abgeschnitten.

Hunderttausende alliierte Soldaten waren danach in einem Kessel in Nordfrankreich und Westbelgien gefangen. Zwar lief seit dem 26. Mai bereits eine erste Evakuierung über die noch unbesetzten Häfen an. Angesichts einer nur rudimentären Organisation sowie der schnell vordringenden deutschen Angreifer rechnete das britische Oberkommando aber nur mit wenigen zehntausenden Soldaten, die gerettet werden könnten.

Dann erfolgte aber eines der größten Rätsel des Zweiten Weltkriegs: Auf direkten Befehl Adolf Hitlers stoppten die deutschen Angriffsbewegungen für wenige Stunden und Tage. Die Gründe dafür sind bis heute umstritten.

Fakt war jedoch: Die Atempause nutzten die Briten, um die Evakuierung komplett durchzuorganisieren und dadurch die Effizienz von „Operation Dynamo“ deutlich zu erhöhen.

Das Ergebnis war, dass bis zum 4. Juni der größte Teil des britischen Expeditionskorps mitsamt zehntausenden Verbündeten gerettet wurde und somit als Kern einer Verteidigungsarmee für die britischen Inseln erhalten blieb.

Was wäre, wenn Operation Dynamo gescheitert wäre und ein Großteil des britischen Heeres gefangen genommen wäre?

5. 1940: Die schmähliche Kapitulation Frankreichs

Als die Wehrmacht zum Angriff im Westen ansetzte, galt die Französische Republik noch als stärkste Militärmacht des Kontinents. Doch bereits am 22. Juni kapitulierte Frankreich im „Waffenstillstand von Compiègne“, nachdem Ministerpräsident Paul Reynaud im Kabinett keine Mehrheit mehr für eine Fortsetzung des Kampfes gefunden hatte.

Frankreich nach der Kapitulation 1940. Während Deutsche und Italiener eigene Zonen im Norden und Osten besetzten, bildete sich in der unbesetzten Zone der Vichy-Staat. Letzterer beanspruchte für sich die Souveränität über ganz Frankreich und dessen Kolonialreich.
(Wikimedia Autor: Eric Gaba)

Besonders die Art der Kapitulation diskreditierte die bisherige republikanische Ordnung: Die Armee ließ sich scheinbar widerstandslos überrollen, die politische Spitze floh sofort aus der Hauptstadt. Die Dritte Republik kollabierte scheinbar von alleine, bevor die Kapitulation unterschrieben war.

Dies zerstörte nicht nur auf Dauer das militärische Prestige Frankreichs, sondern kurzfristig auch das Vertrauen in die Demokratie.

Entsprechend einfach konnte der Nachfolger Reynauds, der Weltkriegsheld Philippe Pétain, in seinem Regierungssitz Vichy ein Kollaborationsregime mit dem Dritten Reich etablieren. Dieses hatte vorerst einen Großteil der Bevölkerung und des Kolonialreiches hinter sich.

Wie würde der Zweite Weltkrieg weiter verlaufen, wenn Frankreich 1940 nicht kapituliert hätte?

6. 1940: Die Wahl der Operation Catapult

Nach der Kapitulation Frankreichs stand allein Großbritannien noch als Gegner der Achsenmächte im Feld. Besonders besorgt zeigte sich der neue Premierminister Winston Churchill über das noch vorhandene militärische Potenzial seines ehemaligen Verbündeten.

Zwar forderte ein noch unbekannter General namens Charles de Gaulle seine Landsleute zum weiteren Widerstand auf, doch seine „freifranzösische“ Gruppe war bisher zu klein, um Einfluss auf den Krieg zu nehmen.

Dagegen galt vor allem die französische Flotte, die sich größtenteils in den algerischen Hafen Mers-el-Kébir gerettet hatte, als mächtiger Faktor in der noch unklaren Lage nach der verlorenen Schlacht um Frankreich.

Daher ließ der überlegene britische Flottenverband, der die französischen Einheiten dort eingeschlossen hatte, diesen am 3. Juli 1940 mehrere Wahlmöglichkeiten: Sie könnten vom neuen Vichy-Regime zu den Briten überlaufen und den Krieg fortsetzen, sich in einem anderen Hafen demilitarisieren und internieren lassen oder sofort selbst versenken.

Doch die Verhandlungen verliefen unglücklich, da beide Seiten, die vor wenigen Wochen noch verbündet waren, überfordert waren.

Zudem sprach der britische Admiral kein Französisch und schickte nur einen Untergebenen zu seinem französischen Gegenpart, der sich prompt weiter düpiert fühlte.

Als die Franzosen auf die britischen Vorschläge nicht eingingen und sich gefechtsbereit machten, eröffneten die Briten das Feuer und versenkten einen Großteil der im Hafen liegenden Einheiten.

Damit war die französische Flotte vorerst ausgeschaltet, aber kurzfristig vergiftete die Operation das Klima zwischen beiden Ländern.

Was wäre passiert, wenn sich die französische Flotte in Mers-el-Kébir für einen der britischen Vorschläge entschieden hätte?

7. 1940: Der Überraschungsangriff von Tarent

Trotz der Vernichtung eines Großteils der französischen Flotte stand die Royal Navy vor allem im Mittelmeer vor einer prekären Lage. Sie musste die Nachschubwege zwischen Gibraltar, Malta und Ägypten mit dem Suezkanal schützen. Im Gegensatz dazu war der deutsche Verbündete Italien geografisch in einer idealen Lage, um mit seiner Flotte genau diese Wege abzuschnüren und so seine Offensive gegen Ägypten und Griechenland zu decken.

Zusätzlich verhielt sich die italienische Marine auf See eher defensiv, was es der britischen Flotte erschwerte, sie zur Schlacht zu stellen und zu vernichten.

Besonders der Hafen von Tarent als einer der Hauptstützpunkte der italienischen Flotte rückte daher in den Fokus der britischen Planungen. Dort hat sich die Hälfte der italienischen Schlachtschiffe versammelt, da der Stützpunkt geografisch gut gegen Angriffe von See sowie aus der Luft geschützt war und das Hafenbecken wegen seines relativ niedrigen Wasserstandes nach damals gängigen Theorien keinen Angriff mit Torpedos aus Flugzeugen erlaubte.

Doch die Briten machten aus der Not eine Tugend: Sie modifizierten ihre Torpedos und griffen in der Nacht des 11. Novembers mit relativ veralteten Doppeldeckern den Hafen an.

Die komplett überraschte italienische Flotte verlor bei dem Angriff alle drei im Hafen liegenden Schlachtschiffe und war als Gefahr im Mittelmeer ausgeschaltet.

Doch dies blieb nicht die einzige Reaktion: Besonders japanische Marineoffiziere zeigten sich sehr interessiert und nahmen die Erkenntnisse in ihre eigenen Pläne auf.

8. 1941: Das überraschende Unternehmen Barbarossa

Mit der größten Angriffsoperation der Weltgeschichte ab dem 22. Juni 1941 entwickelte sich der Konflikt endgültig zum Weltkrieg: Knapp drei Millionen Soldaten der Wehrmacht und ihrer Verbündeten überschritten mit 3.600 Panzern und 2.700 Flugzeugen die Grenze zur bis dahin verbündeten Sowjetunion.

Zwar standen ihnen alleine in den Grenzregionen fast drei Millionen Mitglieder der Roten Armee mit 10.000 Panzern und 8.000 Flugzeugen gegenüber. Doch bereits in wenigen Stunden und Tagen wurden die meisten Verteidigungsstellungen von den Angreifern überrannt.

Deutsche Infanterie vor einem brennenden Dorf während der Operation Barbarossa
Deutsche Infanterieeinheiten beim Vormarsch auf ein brennendes Dorf im Sommer 1941.
(Everett Collection/Shutterstock)

Dies hatte mehrere Gründe: Die Rotarmisten waren schlecht ausgerüstet und ihr Offizierskorps war nach mehreren Säuberungswellen in den 1930er Jahren unerfahren.

Der Hauptgrund lag jedoch an Stalin, der Gerüchte und Meldungen über die Angriffsvorbereitungen nicht glaubte und seiner Armee Verteidigungsmaßnahmen untersagte.

Entsprechend wurden die Verteidiger von den ersten Attacken überrascht. Bereits wenige Wochen nach Beginn von „Unternehmen Barbarossa“ standen die Angreifer tief in Russland.

Ihnen folgten, entsprechend der nationalsozialistischen Doktrin des „Weltanschauungskrieges“ Einsatzgruppen, die gegen alle vorgehen sollten, die als Feinde des Dritten Reiches eingestuft wurden. Bereits in den ersten Tagen kam es daher zu den ersten Kriegsverbrechen an Juden.

Wie wäre "Unternehmen Barbarossa" verlaufen, wenn Stalin die Warnungen nicht ignoriert und seine Truppen in Verteidigungsbereitschaft versetzt hätte?

9. 1941: Der schockierende Angriff auf Pearl Harbor

Der 7. Dezember 1941 gilt als die größte Blamage der amerikanischen Militärgeschichte. Vollkommen unbemerkt gelang es einem japanischen Flottenverband mit sechs Flugzeugträgern, sich nördlich des Hauptstützpunktes der US-Pazifikflotte zu platzieren.

Anschließend versenkten die Japaner mit zwei Angriffswellen elf amerikanische Schiffe, darunter fünf Schlachtschiffe. Zusätzlich zerstörten sie 188 Flugzeuge und töteten 2.349 Soldaten.

Blick aus einem japanischen Flugzeug beim Angriff auf den Hafen von Pearl Harbor
Blick aus einem japanischen Flugzeug auf den Hafen von Pearl Harbor zu Beginn des Angriffs. Im Vordergrund die Battleship Row mit den vor Anker liegenden Schlachtschiffen.
(Everett Collection/Shutterstock)

Der Angriff wurde durch so viele Pannen aufseiten der Amerikaner begleitet, dass sich bis heute Verschwörungstheorien dazu halten: Geknackte japanische Meldungen wurden zu spät oder gar nicht weitergegeben, erste Meldungen über gesichtete japanische U-Boote und Flugzeuge ignoriert.

Die amerikanischen Oberbefehlshaber rechneten zwar mit einem baldigen Angriff, waren aber nicht darauf vorbereitet. Da der 7. Dezember auf einen Sonntag fiel, waren viele Offiziere nicht auf ihrem Posten und die Munition für die Flugabwehrgeschütze war teilweise weggesperrt. Die Flugzeuge auf den Basen wurden noch dazu kurz zuvor zwecks Angst vor Sabotage auf den Flugfeldern in Reih und Glied aufgestellt.

Die so verursachte Niederlage sorgte dafür, dass die Japaner im ersten Jahr des Pazifikkrieges bei ihren Offensiven in Südostasien relativ freie Hand hatte.

Wie wäre der Angriff auf Pearl Harbor verlaufen, wenn die US-Amerikaner die Warnungen früher ernst genommen und Verteidigungsmaßnahmen gegen den japanischen Angriff unternommen hätten?

10. 1941/1942: Der gescheiterte Angriff auf Moskau

Im Dezember 1941 sah es kurz danach aus, als könnte die Wehrmacht den Feldzug gegen die Sowjetunion mit der Eroberung Moskaus abschließen.

Zwar waren ihre Divisionen nach den monatelangen Kämpfen gegen die hartnäckige Verteidigung der Roten Armee erschöpft, standen aber nur noch wenige Kilometer vor den Vororten Moskaus.

Doch die ausgelaugten und mit Materialmängeln kämpfenden Soldaten kamen kaum gegen den einsetzenden Winter an. Waren die Wege vorher durch Regen aufgeweicht, sorgten nun Temperaturen von um die minus 20 Grad Celsius für zahlreiche Ausfälle und Tote.

Als die Rote Armee im Dezember und Januar schließlich zu Gegenoffensiven ansetzte, war der „Blitzkrieg“ gegen die Sowjetunion endgültig gescheitert.

Was wäre, wenn der Angriff auf Moskau erfolgreich gewesen wäre?

11. 1942: Die katastrophale Kapitulation von Singapur

Als die japanische Armee in einer eigenen Variante des „Blitzkrieges“ zur Eroberung von Südostasien ansetzte, stand ihnen vor allem ein Hindernis im Weg: die Festung Singapur. Gelegen auf einer Insel vor Malaysia war der Flottenstützpunkt der Kronkolonie mit seinen Verteidigungsanlagen der Eckpfeiler des britischen Empire gegen die Expansionsbesprechungen der Japaner.

Noch in den 1930er Jahren hatten die Briten Millionen in den Ausbau der Befestigung investiert und die Garnison noch kurz vor dem Angriff mit Eliteverbänden verstärkt. Nach Plan waren die Verteidiger so stark mit Proviant versorgt, dass sie monatelang durchhalten konnten.

Karte des pazifischen Kriegsschauplatzes 1942
Die Karte zeigt den Pazifikkrieg 1942 bis Anfang 1943. Singapur befindet sich links unten auf der Karte am Rande der malaiischen Halbinsel.
(Wikimedia Autor: San Jose)

Doch als die Japaner Anfang Februar die doppelt so starken Briten dort angriffen, kapitulierte Singapur bereits nach einer Woche am 15. Februar.

Der Festungskommandant, General Arthur Ernest Percival, hatte vorher die Verteidigungsmaßnahmen vernachlässigt und zeigte sich überfordert mit den überfallartigen, konzentrierten Attacken der japanischen Armee.

Zuletzt entging ihm, dass die Japaner selbst unter Munitionsmangel litten. Er hatte aber auch das Pech, dass die überlegene Luftwaffe der Angreifer erst kurz nach der Kapitulation der Festung für andere Aufgaben abgezogen werden musste.

So blieb Singapur durch die Gefangennahme von 100.000 Soldaten durch eine halb so große japanische Streitmacht die größte militärische Niederlage der Briten im Zweiten Weltkrieg.

Wie wäre der Pazifikkrieg verlaufen, wenn Singapur nicht so schnell kapituliert hätte?

12. 1942: Die Operation Torch und der Untergang Vichy-Frankreichs

Die erste Invasion der verbündeten US-Amerikaner und Briten unter dem Namen „Operation Torch“ richtete sich nur indirekt gegen das Deutsche Reich und dessen Verbündeten Italien.

Am 7. und 8. November landeten 100.000 alliierte Soldaten im zu Vichy-Frankreich gehörigen Nordafrika. Mit diesem Angriff wollten sie das deutsche Afrikakorps im Rücken fassen und die Achsenmächte aus Afrika vertreiben.

Entscheidend für die Invasion war das Verhalten der französischen Verteidiger. Vorherige Erkundigungen der Alliierten bei den lokalen französischen Militärs blieben ohne Ergebnis.

Daher war für die Angreifer unklar, ob die in Marokko und Algerien stationierten Truppen sich wehren würden. Vorsichtshalber startete der Angriff teilweise nicht mit einem Bombardement, sondern mit Propagandabotschaften an die französischen Soldaten.

Bis auf wenigen, heftigen Widerstand von Einheiten der Marine blieb schließlich das Gegenfeuer aus. In Algier setzten sogar Angehörige des lokalen, französischen Widerstandes den unschlüssigen Oberbefehlshaber von Französisch-Nordafrika gefangen. Nach drei Tagen war die Invasion ohne große Verluste geglückt.

Als Reaktion darauf erließ Hitler den Befehl an die Wehrmacht, auch den bisher unbesetzten Süden Frankreichs zu erobern und das bisher neutrale, aber mit dem Deutschen Reich kollaborierende Vichy-Regime de facto aufzulösen. Dieses befahl seinen wenigen Truppen keinen Widerstand. Nur die französische Flotte versenkte sich als Reaktion im Hafen von Toulon selbst.

Wie wären "Operation Torch" und der Zweite Weltkrieg weiter verlaufen, wenn die Vichy-Franzosen sich mehr gewehrt hätten?

13. 1942/1943: Die Entscheidungsschlacht von Stalingrad

Nachdem das deutsche Ostheer im Winter 1941/1942 der Niederlage entgangen war, plante der Generalstab im darauffolgenden Frühjahr eine neue Offensive. Anders als von der sowjetischen Militärführung erwartet, wollten die Generäle im Süden angreifen, die Ölfelder des Kaukasus einnehmen und die Versorgungslinien zwischen den Alliierten über den Fluss Wolga unterbrechen.

Ziel war vor allem die Industriestadt Stalingrad, die als Rüstungszentrum galt und zudem den Namen des sowjetischen Diktators trug. Entsprechend stilisierten beide Seiten den Kampf um die 600.000-Einwohnerstadt zur Entscheidungsschlacht des Krieges.

Zwar gelang es der angreifenden 6. Armee der Wehrmacht bis September mehrere Verteidigungslinien zu durchbrechen und in die Stadt einzudringen. Doch in den zerstörten Vierteln verwickelte die Rote Armee die Angreifer in einen zähen Häuserkampf.

Der sowjetische Geheimdienst drohte jedem vermeintlichen und tatsächlichen Deserteur mit der Todesstrafe. Daher verteidigten die Rotarmisten ihre Stellungen trotz großer Nachschubmängel hartnäckig.

Am 18. November 1942 kam es zur Wende mit der „Operation Uranus“: Heimlich brachte der sowjetische Marschall Schukow Truppen nördlich und südlich von Stalingrad in Stellung, die nun die Linien der mit den deutschen Verbündeten Rumänen durchbrachen und die 6. Armee einkesselten.

Als Hitler einen Ausbruch verbot, war das Schicksal der Eingeschlossenen besiegelt. Der Nachschub über die Luft reichte nie aus, um die Verluste auszugleichen, Entsatzversuche scheiterten bereits im Anfangsstadium. Hinzu kam der einsetzende Winter, während die Rote Armee ihre Truppen immer weiter verstärkte.

Doch erst am 2. Februar 1943 ergaben sich die letzten Reste der erschöpften Truppen. Damit war der Nimbus der unbesiegbaren Wehrmacht endgültig zerstört.

Wie wäre der deutsch-sowjetische Krieg weiter verlaufen, wenn die 6. Armee noch aus dem Kessel ausgebrochen und der Vernichtung entgangen wäre?

14. 1943: Die Vernichtung des Afrikakorps

Ein Drama mit ähnlichem Ergebnis spielte sich fast zeitgleich in Afrika ab.

Das deutsche Afrikakorps unter Generalfeldmarschall Erwin Rommel gehörte bis 1943 zu den größten Propagandaerfolgen des Dritten Reiches. Seit 1941 hatte es den Briten in Libyen und Ägypten mehrere Niederlagen beigebracht und insbesondere die Offensivtaktiken Rommels machten ihn zu einem von den Alliierten gefürchteten Feind.

Foto von General Erwin Rommel in Afrika
General Rommel galt vor allem durch seine Führung direkt an der Front als flexibler und schneller Befehlshaber, was ihm in Afrika und in der Propaganda den Spitznamen „Wüstenfuchs“ einbrachte.
(Everett Collection/Shutterstock)

Davon war 1943 nicht mehr viel übrig. Ende 1942 scheiterte das Afrikakorps vor der ägyptischen Verteidigungsstellung El Alamein mit einer letzten Offensive. Zeitgleich landeten die Alliierten in Nordafrika im Rücken von Rommels Truppen.

Seitdem befanden sich die deutschen und italienischen Truppen nur noch in der Defensive und auf dem Rückzug. Zudem unterbrachen die alliierten See- und Luftstreitkräfte immer effektiver deren Versorgung mit Benzin und Munition aus Europa.

Dennoch kam es zu einer paradoxen Situation: Einerseits wurden die Truppen der Achsenmächte immer weiter verstärkt, bis sie als „Heeresgruppe Afrika“ den Angreifern teilweise zahlenmäßig überlegen waren. Andererseits blieben die Alliierten angesichts ihrer Luft- und Seeherrschaft dauerhaft in der Offensive.

Das Ergebnis ging als „Tunisgrad“ in die Geschichte ein: Im Mai ergaben sich aufgrund von Nachschubmangel an die 275.000 italienische und deutsche Soldaten, darunter mehrere Eliteverbände, in ihren letzten Stellungen.

Wie wäre der Zweite Weltkrieg verlaufen, wenn das Afrikakorps nicht verstärkt worden wäre und diese Truppen nicht in Afrika kapituliert hätten?

15. 1943: Die Landung auf Sizilien und der Sturz von Mussolini

Am 10. Juli 1943 folgte mit „Operation Husky“ die nächste Invasion der Westalliierten. Zum ersten Mal griffen 80.000 amerikanische und britische Soldaten mit der italienischen Insel Sizilien europäischen Boden an.

Da die Truppen für eine Invasion in Frankreich noch nicht genügten, sollte durch diesen Angriff vor allem das mit dem Deutschen Reich verbündete Italien weiter geschwächt werden.

Da das Angriffsziel von vorneherein offensichtlich ist, planten die Alliierten erfolgreich Ablenkungsmanöver, um vor allem deutsche Truppen von Verstärkungen abzuhalten.

Die Landung war daher nicht nur militärisch sehr erfolgreich: Vor allem die unterversorgten italienischen Truppen leisteten nicht lange Widerstand und bis zum 17. August war die Insel vollständig in alliierter Hand.

Diese Niederlage besiegelte den Sturz des italienischen Diktators. Am 25. Juli entließ König Vittorio Emanuele III. Mussolini als Ministerpräsidenten und stellte ihn unter Arrest. Bereits am Vortag hatte der „Großrat der Faschistischen Partei“ seinem Vorsitzenden mit Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen.

Was wäre, wenn die Landungsoperation auf Sizilien gescheitert und Mussolini nicht gestürzt worden wäre?

16. 1943: Der halbe Waffenstillstand von Cassibile

Die neue Regierung unter Marschall Pietro Badoglio hielt zwar nach außen am Bündnis der Achsenmächte fest, verhandelte aber zeitgleich mit den Alliierten um einen Waffenstillstand.

Doch die misstrauischen Deutschen rechneten mit diesem Schritt und bereiteten parallel die Besetzung des Noch-Verbündeten vor.

Zu Hilfe kam der Wehrmacht das Misstrauen zwischen den bisherigen Feinden. Obwohl Italiener, Briten und Amerikaner über Landungen in Mittelitalien und eine Besetzung Roms diskutierten, vertrauten sich beide Seiten nicht. Entsprechend hoch schätzten die Westalliierten das Risiko dieser Pläne ein.

Stattdessen landeten Briten und Amerikaner zuerst am 3. September von Sizilien aus im gegenüberliegenden Kalabrien und am 9. September bei Neapel ohne auf großen Widerstand zu treffen.

Als am selben Tag der „Waffenstillstand von Cassibile“ verkündet wurde, besetzten die Deutschen relativ problemlos Nord- und Mittelitalien, entwaffneten große Teile des italienischen Militärs und zwangen die Regierung Badoglio mitsamt dem König zur Flucht aus Rom.

Zeitgleich begann ein erbitterter Bürgerkrieg zwischen verschiedenen italienischen Widerstandsgruppen der „Resistenza“ und den Faschisten um den von den Deutschen befreiten Mussolini. Zusätzlich folgten dutzende Kriegsverbrechen der deutschen Soldaten an den aus ihrer Sicht „verräterischen“ Italienern.

Gleichzeitig baute die Wehrmacht mehrere Verteidigungsstellungen auf der italienischen Halbinsel auf. Vor allem in der „Schlacht um Monte Cassino“ kam es daher Anfang 1944 zu blutigen Gefechten, bis die Alliierten schließlich Rom einnehmen konnten.

Erst kurz vor Kriegsende gelang es ihnen, die letzte deutsche Verteidigungsstellung zu durchbrechen und Norditalien einzunehmen.

Wie wäre die Offensive in Italien verlaufen, wenn die Westalliierten auf das italienische Angebot eingegangen wären, statt nur in Süd- in Mittelitalien zu landen?

17. 1944: Die entscheidende Landung der „Operation Overlord“

Am 6. Juni 1944 startete die bis dahin größte Invasion der Menschheitsgeschichte: Nach monatelanger Vorbereitung landeten 175.000 US-amerikanische, britische und kanadische Soldaten ausgehend von Großbritannien an den fünf Strandabschnitten „Utah“, „Omaha“, „Gold“, „Juno“ und „Sword“ in der Normandie.

Sie wollten einen Brückenkopf erobern, der als Sprungbrett zur Rückeroberung von Frankreich dienen sollte.

Ihnen gegenüber stand weniger der propagandistisch überhöhte „Atlantikwall“, der kaum fertiggestellt war, oder die zahlenmäßig unterlegenen Verteidiger.

Es war eher die Natur, die Probleme bereitete: Erst in letzter Minute erlaubte das schlechte Wetter die Invasion und vor allem das unübersichtliche Gelände an den Küsten sowie im Hinterland bevorzugte die Verteidiger.

Daher hatte der Oberbefehlshaber der angreifenden Alliierten, der US-General Dwight D. Eisenhower, auch eine Rücktrittsbotschaft für den Fall eines Scheiterns der Invasion vorbereitet.

Blick aus einem Landungsboot der Operation Overlord auf den Omaha Abschnitt der Normandie
Blick aus einem Landungsboot auf den Strandabschnitt „Omaha“. Das Bild zeigt deutlich die schlechte Sicht auf das Ziel.
(Everett Collection/Shutterstock)

Zwar kam es vor allem im Abschnitt „Omaha“ zu heftigen und verlustreichen Kämpfen zwischen US-amerikanischen Angreifern und deutschen Verteidigern.

Doch am Ende des Tages können die Alliierten die Strände besetzen und die Befreiung Westeuropas einleiten. Vor allem die schlussendlich erfolgreichen Kämpfe um „Omaha“ werden in den USA zum Mythos.

Was wäre, wenn diese alliierte Invasion in der Normandie gescheitert wäre?

18. 1944: Der Durchbruch in der „Operation Bagration“

Wenige Wochen nach der Landung der Alliierten in der Normandie startete die Sowjetunion am 20. und 21. Juni 1944 ihre bis dato größte Offensive, die „Operation Bagration“. Mit mehrfacher Übermacht griff die Rote Armee den letzten Frontvorsprung der Wehrmacht in Weißrussland an.

Schockiert von der Wucht und Zielstrebigkeit der lange vorbereiteten Offensive brach die deutsche Verteidigung rasch zusammen.

Hinzu kam der Befehl Hitlers, „feste Plätze“ bis zum letzten Mann zu halten. Dies erleichterte es den Rotarmisten, die unterlegenen Wehrmachtseinheiten einzukesseln und aufzureiben.

Nach sechs Wochen war nicht nur die deutsche Heeresgruppe Mitte vernichtet, was mit 350.000 getöteten und gefallenen Soldaten die größte Niederlage der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg darstellte. Nun stand die Rote Armee auch direkt an der Grenze zu Warschau und zum Deutschen Reich.

Wie wäre das letzte Jahr des Zweiten Weltkriegs verlaufen, wenn sich die Heeresgruppe Mitte mit ihren hunderttausenden Soldaten rechtzeitig zurückgezogen hätte?

19. 1944: Das gescheiterte Attentat des 20. Julis

Monatelang hatte eine Verschwörergruppe um den Oberst Claus von Stauffenberg sowohl ein Attentat auf Adolf Hitler als auch einen Staatsstreich gegen die Organe des Dritten Reiches vorbereitet. Am 20. Juli platzierte Stauffenberg schließlich persönlich bei einer Besprechung mit Hitler in dessen Hauptquartier „Wolfsschanze“ eine Bombe.

Sobald der Diktator tot war, wollten die Verschwörer die Macht im Deutschen Reich übernehmen und über eine neue Regierung einen Waffenstillstand mit den westlichen Alliierten verhandeln.

Frontverlauf des Zweiten Weltkrieges in den Jahren 1944 und 1945
Diese Karte der Jahre 1944 und 1945 markiert in etwa den Stand auch im Juli 1944. Die beiden am hellsten erscheinenden Rotschattierungen zeigten, dass zum Zeitpunkt des Attentats noch ein Großteil Europas durch das Dritte Reich besetzt war.
(Wikimedia Autor: San Jose)

Doch der Staatsstreich scheiterte bereits in den ersten Ansätzen. Hitler überlebte den Sprengstoffanschlag fast unverletzt und die Umsturzpläne der Verschwörergruppe traten teilweise langsamer in Kraft als die Gegenreaktionen der nationalsozialistischen Sicherheitsorgane.

Entsprechend schnell gelang es, die Verschwörung zu zerschlagen. Die meisten Mitglieder um Stauffenberg wurden noch am selben Tag hingerichtet und der Krieg wurde weiter erbarmungslos fortgesetzt.

Wie wäre der Zweite Weltkrieg verlaufen, wenn das Attentat auf Adolf Hitler gelungen und der Staatsstreich erfolgreich durchgeführt worden wäre?

20. 1944: Das Desaster von Market Garden

Nach der Invasion und dem Ausbruch aus der Normandie gelang es Amerikanern, Briten und Franzosen relativ schnell, die Wehrmacht aus Frankreich zu vertreiben.

Von diesen Erfolgen beeinflusst planten die Briten unter Feldmarschall Bernard Montgomery eine risikoreiche Operation, die den Krieg noch im selben Jahr beenden sollte: Während Panzerverbände in schnellen Vorstößen an den Niederrhein und danach ins Ruhrgebiet marschierten („Operation Garden“), sollten mehrere Fallschirmlandungen strategisch wichtige Brücken in den Niederlanden besetzen, um den Angriff über die Flüsse möglich zu machen („Operation Market“).

Foto des Absprungs von Fallschirmjärgern während der Operation Market Garden
Absprung von Fallschirmjägern während der Operation Market Garden.
(Everett Historical/Shutterstock)

Doch die ambitionierte Offensive ab dem 17. September scheiterte an mehreren Fehlkalkulationen. Vor allem das schlechte Wetter, das für mehrere Tage den Nachschub unterband, und die Kampfkraft der deutschen Verteidiger um das II. SS-Panzerkorps an der wichtigsten Brücke in Arnheim führten zu einem Desaster der angreifenden leichten Fallschirmjäger.

Zwar konnten die Alliierten die Großstädte Eindhoven und Njimwegen einnehmen, aber vor Arnheim stockte der Vormarsch unter schweren Verlusten. Dort wurde bis zum 26. September mit den Soldaten um die 1. britische Fallschirmjägerdivision ein Eliteverband von den Verteidigern aufgerieben.

Dies bedeutete ein Ende des bis dahin dynamischen Vormarsches der Alliierten und beendete die Vorstellung, den Krieg im Westen bereits 1944 zu beenden.

Wie wäre der Zweite Weltkrieg 1944 verlaufen, wenn "Operation Market Garden" ein Erfolg geworden wäre? 

21. 1944/1945: Die durchgeführte Ardennenoffensive

Noch ambitionierter als der Plan der Briten war der letzte Versuch der Wehrmacht, mit einer Gegenoffensive unter dem Decknamen „Wacht am Rhein“ die Alliierten durch einen Vorstoß von den Ardennen aus an die Maas und bis nach Antwerpen nochmals vernichtend zu schlagen.

Entsprechend schlecht standen die Chancen: Nur der Überraschungseffekt gegen die teilweise unerfahrenen alliierten Soldaten und das schlechte Wetter der ersten Tage arbeiteten an Weihnachten 1944 für die deutschen Angreifer.

Doch als sich der Widerstand der US-Amerikaner verstärkte und das Wetter wieder die drückende Überlegenheit der alliierten Luftwaffen zum Tragen brachte, brach die Ardennenoffensive unter hohen Verlusten zusammen.

Dennoch beendete die Wehrmacht den Angriff nicht sofort und vernichtete bis Januar 1945 ihre letzten Reserven. Damit beschleunigte sich der Zusammenbruch des Dritten Reichs durch die folgenden Offensiven der Alliierten weiter.

Wie wäre der Zweite Weltkrieg 1945 verlaufen, wenn die Ardennenoffensive früher abgebrochen worden wäre oder nie stattgefunden hätte?

22. 1945: Der gescheiterte Putsch gegen den japanischen Kaiser

Im August 1945 war die Lage von Japan in der Endphase des Zweiten Weltkrieges unhaltbar: Seine Verbündeten hatten wie das Deutsche Reich kapituliert oder wie Italien die Seiten gewechselt.

Seine Flotte war bereits seit 1944 nicht mehr in der Lage, eine sichere Verbindung zwischen den Teilen des Inselreichs aufrechtzuerhalten. Und seit der erfolgreichen Eroberung der Inseln Iwo Jima und Okinawa hatten die US-Amerikaner Basen in direkter Nähe der japanischen Hauptinseln.

In den letzten Wochen des Sommers hatte sich die Lage weiter verschlechtert. Durch die Kriegserklärung der Sowjetunion am 8. August und der darauffolgenden Invasion in China und Korea war nicht nur dieser Kriegsschauplatz für das Kaiserreich verloren, sondern auch der Weg für eine Verhandlungslösung über die bisher neutrale UdSSR.

Zudem hatten die US-Amerikaner durch den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima (6. August) und Nagasaki (9. August) bewiesen, dass sie auf keine großangelegte und möglicherweise verlustreiche Invasion angewiesen waren, um die Inseln zu erobern.

Foto der Explosion der Atombombe über Nagasaki
Foto des zweiten Atombombenabwurfs der US-Amerikaner auf Nagasaki.
(Everett Collection/Shutterstock)

Dennoch war die Kapitulation im Obersten Kriegsrat der Japaner eine nach wie vor umstrittene, teilweise sogar undenkbare Option. Erst als Kaiser Hirohito sein jahrelanges Schweigen brach, stimmten die Kriegsbefürworter aus Loyalität zum Tenno einer Kapitulation zu.

Doch auch dies bedeutete nicht das Ende der Kämpfe. In der Nacht vom 14. auf den 15. August versuchten einige jüngere Offiziere gegen die friedenswillige Fraktion zu putschen und die Nachricht des Kaisers, in der er die Kapitulation verkündete, zu vernichten. Sie wollten stattdessen weiter gegen die Alliierten kämpfen.

Doch der Putsch scheiterte bereits nach wenigen Stunden, da der Großteil des Militärs dem Kaiser weiter gehorchte und die Nachricht nicht zerstört werden konnte. Daher kapitulierte Japan am 2. September 1945 und beendete so den Zweiten Weltkrieg.

Wie wäre der Zweite Weltkrieg geendet, wenn der Putsch erfolgreich gewesen wäre und die Japaner im September 1945 weitergekämpft hätten?

Quellen und Literatur

  • Kategorie „Der Zweite Weltkrieg“ auf welt.de
  • Kategorie „Der Zweite Weltkrieg“ auf spiegel.de
  • GEO Epoche: Der Zweite Weltkrieg. Teil 1 1939-1942. Von Polen bis zum Pazifik: Wie die Katastrophe begann. Juni 2010.
  • GEO Epoche: Der Zweite Weltkrieg. Teil 2 1943-1945. Von der Ostfront bis Nagasaki: Wie die Katastrophe endete. August 2010.

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