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	<title>Was wäre wenn: Szenarien</title>
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	<description>Was wäre wenn... jemand einen Blog über Alternative History schreiben würde?</description>
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	<title>Was wäre wenn: Szenarien</title>
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		<title>1991: Die OTH Amberg-Weiden wird nicht oder anders gegründet</title>
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					<comments>https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oth-amberg-weiden/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Mar 2024 14:06:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bayerische Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulative Szenarien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Als die Ostbayerische Technische Hochschule, kurz OTH Amberg-Weiden, vor 30 Jahren gegründet wurde, war vieles unklar. Ob die Fachhochschule in die Oberpfalz kommen würde. Oder ob sie mit Amberg oder Weiden nur einen Standort bekommen würde. Mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der damaligen Entwicklung für ein Alternative History Szenario – und dem Einfluss von Hochschulen im [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oth-amberg-weiden/">1991: Die OTH Amberg-Weiden wird nicht oder anders gegründet</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Als die Ostbayerische Technische Hochschule, kurz OTH Amberg-Weiden, vor 30 Jahren gegründet wurde, war vieles unklar. Ob die Fachhochschule in die Oberpfalz kommen würde. Oder ob sie mit Amberg oder Weiden nur einen Standort bekommen würde. Mit den unterschiedlichen Möglichkeiten der damaligen Entwicklung für ein Alternative History Szenario – und dem Einfluss von Hochschulen im (ländlichen) Raum – beschäftigte sich 2024 eine Gruppe aus Amberg und Weiden.</p>



<span id="more-6517"></span>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#ankerpunkt">Ankerpunkt</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#fachhochschule">Fachhochschulen in Bayern</a></li>



<li><a href="#amberg-weiden">Die Gründung der Fachhochschule in Amberg und Weiden</a></li>



<li><a href="#oth-aw">Die OTH Amberg-Weiden im Jahr 2024</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#szenario">Szenario</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#amberg">Gruppe Amberg: Was wäre gewesen, wenn 1991 keine Hochschule in der Oberpfalz neben Regensburg gegründet worden wäre?</a></li>



<li><a href="#weiden">Gruppe Weiden: Was wäre gewesen, wenn weder Amberg noch Weiden einen Fachhochschulstandort erhalten hätten?</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#quellenliteratur">Quellen und Literatur</a></li>
</ul>



<p><em>Transparenzerklärung: Der Blogautor ist seit 2018 Mitarbeiter der OTH Amberg-Weiden.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ankerpunkt">Ankerpunkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="fachhochschule">Fachhochschulen in Bayern</h3>



<p>Fachhochschulen wie die heutige <em>&#8222;Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden&#8220;</em> (kurz OTH Amberg-Weiden, siehe Bild unten) waren im Vergleich zu den Universitäten ein junger Hochschultyp. Sie entstanden erst im Laufe der 1970er Jahre, um die steigenden Studierendenzahlen an den Universitäten aufzufangen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized is-style-default"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="227" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=600%2C227&#038;ssl=1" alt="Campus der OTH Amberg-Weiden in Amberg" class="wp-image-925" style="width:597px;height:auto" title="" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/OTH-Amberg-Weiden.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=300%2C114&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Christian Mielke/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>Erst 1969 hatte das Hochschulrahmengesetz in der Bundesrepublik Deutschland die dafür nötigen rechtlichen Voraussetzungen geschaffen. In Bayern war die Grundlage ein 1970 verabschiedetes Fachhochschulgesetz.</p>



<p>Hauptsächliches Merkmal von Fachhochschulen im Vergleich zu den Universitäten waren seitdem eine stark anwendungsbezogene Lehre und Forschung sowie entsprechende Transferprojekte. Daher richteten sich die Studiengänge vor allem auf die konkreten Anforderungen der beruflichen Praxis aus und weniger auf die Grundlagenforschung beziehungsweise -lehre wie an den Universitäten.</p>



<p>Zur Abgrenzung von den Universitäten erhielten die Abschlüsse von Ingenieuren und Betriebswirten an den Fachhochschulen bis zu den Bologna-Reformen 1999 den Zusatz &#8222;FH&#8220; oder &#8222;grad&#8220;. Seitdem waren die Abschlüsse gleichgestellt. Seit 2010 hatten auch die Professuren im Hinblick auf zum Beispiel Freiheit von Lehre und Forschung den gleichen Status wie an den Universitäten. Zuletzt bekamen die inzwischen teilweise zu &#8222;Technischen Hochschulen&#8220; aufgewerteten Fachhochschulen in einigen Feldern auch das Promotionsrecht zugesprochen.</p>



<p>Historisch entstanden viele Fachhochschulen aus Ingenieurschulen, Fachschulen oder -akademien. Damit erhöhten diese Institutionen Status und Abschlüsse ihrer Absolventen. Ebenso trugen sie den Anforderungen der Wirtschaft nach einer Höherqualifizierung ihrer Beschäftigten Rechnung.</p>



<p>In Bayern diente die Gründung von Fachhochschulen neben der Entlastung der Universitäten auch der Regionalisierung der Hochschullandschaft. So entstanden viele Fachhochschulgründungen in mittelgroßen Städten.</p>



<p>Konkret lassen sich bei den staatlichen, bayerischen Hochschulen zwei große Gründungswellen feststellen. Zuerst in den 1970er Jahren:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>1971: Hochschule für angewandte Wissenschaften Augsburg</li>



<li>1971: Hochschule für angewandte Wissenschaften Coburg</li>



<li>1971: Hochschule für angewandte Wissenschaften München</li>



<li>1971: Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm</li>



<li>1971: Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg)</li>



<li>1971: Technische Hochschule Rosenheim</li>



<li>1971: Hochschule für angewandte Wissenschaften Weihenstephan-Triesdorf</li>



<li>1971: Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt</li>



<li>1974/75: Hochschule für den öffentlichen Dienst in Bayern (HföD)</li>



<li>1977: Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten</li>



<li>1978: Hochschule für angewandte Wissenschaften Landshut</li>
</ul>



<p>Eine zweite Welle an Hochschulgründungen erfolgte ab Mitte der 1990er Jahre:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>1994: Ostbayerisch-Technische-Hochschule Amberg-Weiden</li>



<li>1994: <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-niederbayerns/">Technische Hochschule Deggendorf</a></li>



<li>1994: Hochschule für angewandte Wissenschaften Hof</li>



<li>1994: Technische Hochschule Ingolstadt</li>



<li>1994: Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm</li>



<li>1995: Technische Hochschule Aschaffenburg</li>



<li>1996: Hochschule für angewandte Wissenschaften Ansbach</li>
</ul>



<h3 class="wp-block-heading" id="amberg-weiden">Die Gründung der Fachhochschule in Amberg und Weiden</h3>



<p>Die Geschichte um die Vergabe der Fachhochschule in die Oberpfalz Anfang der 1990er Jahre ist bis heute von zahlreichen Anekdoten und Legenden umwuchert. </p>



<p>Denn der Standort in der strukturschwachen  Oberpfalz war zuerst hart umkämpft zwischen den etwa gleich großen und gegeneinander rivalisierenden Städten Amberg und Weiden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="600" height="470" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Gruendung-OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=600%2C470&#038;ssl=1" alt="Foto des Blogautors Dr. Bastian Vergnon mit der ersten PowerPoint-Folie zu den Umständen der Gründung der OTH Amberg-Weiden." class="wp-image-6546" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Gruendung-OTH-Amberg-Weiden.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Gruendung-OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=300%2C235&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p>Weiden begann bereits kurz nach der Entscheidung der bayerischen Staatsregierung zur Neugründung von drei Hochschulen 1990 die Initiative zu ergreifen: Der damalige Oberbürgermeister Hans Schröpf bestellte bei der <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberfranken-bayreuth/">Universität Bayreuth</a> ein Gutachten für die <em>&#8222;Neugründung einer FH in Weiden&#8220;</em>. Gleichzeitig gründete sich der <em>&#8222;Verein zur Förderung der Fachhochschule Weiden e.V&#8220;</em>.</p>



<p>Amberg zog unter dem neu gewählten Oberbürgermeister und ehemaligen Landtagsabgeordneten Wolfgang Dandorfer schnell nach. Bereits im Juni 1990 reichte <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberpfalz-regensburg/">die ehemalige Hauptstadt der Oberpfalz</a> nach einem einstimmigen Stadtratsbeschluss ihre Bewerbung im Juni 1990 ein.</p>



<p>Nachdem beide Städte sich beworben hatten, entwickelte sich die Entscheidung für den Standort in der Region zu einem <em>&#8222;Krimi&#8220;</em>, wie es in der lokalen Presse teilweise genannt wurde.</p>



<p>Einmal galt der  Standort Amberg als gesetzt, bis der bayerische Wirtschaftsminister August &#8222;Gustl&#8220; Lang angeblich mit Rücktritt drohte oder sogar einen Herzinfarkt vortäuschte, um für seine Heimatstadt Weiden einen Standort zu sichern. </p>



<p>Diese Legende hielt sich lange: So wurde noch 2023 im Artikel über den plötzlichen Tod des ehemaligen Amberger Oberbürgermeisters Wolfgang Dandorfer ein Zitat von ihm über den angeblichen Herzinfarkt veröffentlicht.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p>„Es stimmte ja auch wirklich, dass er [Gustl Lang] eine Herzattacke hatte und medizinisch behandelt wurde.“</p>
<cite>Wolfgang Dandorfer</cite></blockquote>



<p>Ein anderes Mal stand im Raum, aufgrund der Rivalität beider Städte keine weitere Hochschule in der Region aufzubauen. Stattdessen sollte die  Fachhochschule Regensburg ausgebaut werden. </p>



<p>Am Ende einigte sich das bayerische Kabinett – der Vorschlag wurde Kultusminister Hans Zehetmair zugeschrieben – aber auf die  Kompromisslösung eines Doppelstandortes. </p>



<p>Nachdem diese Lösung am 26.11.1991 beschlossen war, wurde 1993 ein entsprechendes Ausbaukonzept vorgelegt. Am 01.05.1994 kam es zur endgültigen Gründung der Fachhochschule (FH) Amberg-Weiden.</p>



<p>Deren konkrete Standorte waren zunächst unklar.</p>



<p>In Amberg war zunächst ein ehemaliges innenstadtnahes Industriegebiet – das sogenannte <em>&#8222;Baumanngelände&#8220;</em> – in der Diskussion, bevor sich die große Fläche der nach dem Ende des Kalten Krieges geschlossenen Kaiser-Wilhelm-Kaserne – direkt an der Altstadt – als ideal herausstellte.</p>



<p>In Weiden plante die Stadt zuerst mit einer ehemaligen Schule oder einem großen Parkplatz, die beide relativ innenstadtnah waren. Beide Standorte boten aber dadurch keinen Platz für mögliche Erweiterungen. Am Ende entschied sich der zuständige Strukturbeirat für einen kompletten Neubau am damaligen Stadtrand.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="oth-aw">Die OTH Amberg-Weiden im Jahr 2024</h3>



<p>Insgesamt kamen sowohl die mittlere als auch die nördliche Oberpfalz in den Vorteil der strukturellen Impulse durch die Hochschulgründung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="600" height="450" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Gegenwart-OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=600%2C450&#038;ssl=1" alt="Foto des Blogautors Dr. Bastian Vergnon mit der ersten PowerPoint-Folie zu den aktuellen Zahlen der OTH Amberg-Weiden." class="wp-image-6545" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Gegenwart-OTH-Amberg-Weiden.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Gegenwart-OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p>Die Hochschule erfuhr zwischen 1994 und 2024 eine große Aufwertung – wie viele andere Fachhochschulen –, die sich in zwei Namensänderungen zeigte: 2008 die Umbenennung in <em>Hochschule für angewandte Wissenschaften</em> (HAW) und 2013 in Kooperation mit der HAW Regensburg zur <em>Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg-Weiden.</em></p>



<p>Seit der Aufnahme des Lehrbetriebs zum Wintersemester 1995/1996 stiegen die Studierendenzahlen der heutigen OTH Amberg-Weiden an beiden Standorten von knapp 1.000 bis 1.500 auf inzwischen über 4.000 in 54 Studiengängen.</p>



<p>Diese verteilen sich auf vier Fakultäten, die bereits von den Standorten im Ausbaukonzept festgelegt waren: Während Betriebswirtschaft (heute Weiden Business School) und Wirtschaftsingenieurwesen (heute Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheit) in Weiden angesiedelt sind, befinden sich Elektrotechnik, Medien und Informatik sowie Maschinenbau/Umwelttechnik in Amberg.</p>



<p>Die Impulse der OTH Amberg-Weiden beschränken sich aber nicht auf die Studierenden. Mit über 450 Beschäftigten, davon über 100 Professuren, wirkt die Hochschule auch durch anwendungsbezogene Forschung und einen Transfer des Knowhows über Partnerschaften mit (regionalen) Unternehmen.</p>



<p>34 Firmen hat die OTH Amberg-Weiden seit 2003 in einem <em>&#8222;Partner Circle&#8220;</em> zusammengefasst. Dieser Zusammenschluss reicht von großen Konzernen wie Siemens bis hin zu kleinen Startups. Seit 2014 kooperiert die Hochschule in <em>&#8222;Innovativen Lernorten&#8220;</em> mit verschiedenen Unternehmen und Institutionen jeweils vor Ort in der Hochschulregion.</p>



<p>Dadurch reicht die Bandbreite an Einflüssen der Hochschule über die Wirtschaft hinaus in breite Teile der Gesellschaft der Oberpfalz.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="szenario">Szenario</h2>



<p>In einem Workshop gemeinsam mit dem <a href="https://www.oth-aw.de/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">OTH Amberg-Weiden</a> bearbeiteten zwei Gruppen daher nicht nur ein Alternative History Szenario. Sie spekulierten <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/historiker/">auch wissenschaftlich fundiert</a> über den möglichen Einfluss einer Hochschule in einer (ländlichen) Region. </p>



<p>Der Workshop fand am 01.März 2024 zur Frage <em>„Was wäre gewesen, wenn die OTH Amberg-Weiden so nicht gegründet worden wäre?“</em> statt. <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/autofreundliche-altstadt-regensburg/">Zum zweiten Mal</a> wurde dabei die Methode des <em><a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/ankerpunkte-alternative-history-canvas/">Ankerpunkte Alternative History Canvas</a></em> verwendet.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="amberg">Gruppe Amberg: Was wäre gewesen, wenn 1991 keine Hochschule in der Oberpfalz neben Regensburg gegründet worden wäre?</h3>



<p>Die erste Gruppe setzte sich vor allem aus Amberger Teilnehmenden zusammen. Sie beleuchtete ihre Was-wäre-wenn-Frage vor dem historischen Hintergrund, dass Amberg eine jahrhundertealte Tradition als Hochschulstandort hatte. 1991 stand zudem ein Strukturwandel an, da sich <a href="https://ankerpunkte-blog.de/dritter-weltkrieg/im-sturm-tom-clancy/">die militärischen Strukturen nach Ende des Kalten Krieges</a> aus der Stadt zurückzogen. Dies leitete eine verstärkte Entwicklung zum Wirtschafts- sowie Industriestandort ein.</p>



<p>Als unrealistisch bewertete die Gruppe unter anderem, dass bei einer Entscheidung gegen die Hochschule in Amberg-Weiden eine Kompensation, zum Beispiel durch Teile der Bezirksregierung Oberpfalz, erfolgt wäre. Die Orientierung der Region <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-mittelfranken-nuernberg/">in Richtung Nürnberg</a> hätte zudem unabhängig von der Hochschule in jedem Fall stattgefunden.</p>



<p>In ihrem <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">Alternative History Szenario</a> gingen die Teilnehmenden (siehe Bild von der Vorstellung durch den Amberger Oberbürgermeister Michael Cerny unten) vor allem auf die Auswirkungen eines fehlenden Hochschulstandorts für Amberg ein. Neben der negativen demografischen Entwicklung, vor allem einem Bevölkerungsrückgang wäre es auch zu einem Fachkräftemangel und Brain Drain – einer Abwanderung von Talenten – gekommen. Die dadurch verursachte geringere Wirtschaftskraft und höhere Arbeitslosigkeit hätten ein noch stärkeres Gefälle in der Oberpfalz zwischen der Großstadt Regensburg und dem restlichen Bezirk ausgelöst.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="429" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Amberg.jpg?resize=600%2C429&#038;ssl=1" alt="Vorstellung der Workshopergebnisse aus Sicht der Gruppe aus Amberg." class="wp-image-6543" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Amberg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Amberg.jpg?resize=300%2C215&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p>Die reale Entwicklung war dagegen durch eine stabile Bevölkerungsentwicklung gekennzeichnet, da durch die OTH Amberg-Weiden vor allem junge Menschen und Absolvierende der Hochschule in der Region blieben. Die so gestärkte Wirtschaftskraft der mittleren und nördlichen Oberpfalz führte nach Meinung der Gruppe zu einer hohen Anzahl von Marktführern (Hidden Champions) vor Ort und zu neuen Unternehmensgründungen. Dadurch kam es zu einem höheren Gleichgewicht innerhalb des Bezirks Oberpfalz.</p>



<p>Als wissenschaftliche Erkenntnis sah die Gruppe vor allem die Schlussfolgerung <em>&#8222;Bildungspolitik ist Strukturpolitik&#8220;</em>, da die Gründung der OTH Amberg-Weiden sehr große strukturelle Folgen für die mittlere und nördliche Oberpfalz hatte. Auch wäre durch eine Hochschulgründung mehr Bildungsgleichheit im ländlichen Raum möglich.</p>



<p>Bei den weiteren Forschungsfragen gingen die Amberger Teilnehmenden auf drei Bereiche ein: Erstens die genauere Überprüfung der im Workshop gestellten Überlegungen, zum Beispiel durch eine Analyse der Herkunft der Studierenden an der OTH Amberg-Weiden. Oder durch einen Vergleich der Strukturen des Arbeitsmarktes vor und nach der Hochschulgründung. Zweitens stellten sie die Frage, welchen Einfluss die Auswahl der Fakultäten und Studienangebote auf die zwei Standorte – betriebswirtschaftlicher Schwerpunkt in Weiden, technischer Schwerpunkt in Amberg – hatte. Drittens schlugen sie einen Vergleich der Hochschulgründungen im ländlichen Raum zwischen Bayern/Deutschland und eher zentralistischen Ländern wie zum Beispiel Frankreich vor.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="weiden">Gruppe Weiden: Was wäre gewesen, wenn weder Amberg noch Weiden einen Fachhochschulstandort erhalten hätten?</h3>



<p>Die zweite Gruppe bestand vor allem aus Teilnehmenden mit Weidener Hintergrund. Sie stellte wie die andere Gruppe eine Was-wäre-wenn-Frage, die auf keinen Fachhochschulstandort in Amberg und Weiden hinauslief.</p>



<p>Als historischen Hintergrund sahen sie die Entscheidung für den Doppelstandort angesichts der damaligen bayerischen Bildungs-, Regional- und Strukturpolitik. So sollten bisher <em>&#8222;unversorgte Regionen&#8220;</em> des Landes Fachhochschulen erhalten, während die Standorte sich an <em>&#8222;zentralen Orten&#8220;</em> orientieren sollten.</p>



<p>Die Gruppe bewertete es daher als unrealistisch, dass nur eine Stadt die Hochschulgründung erhalten hätte. Eine solche Entscheidung wäre aus Sicht der Teilnehmenden politisch nicht akzeptabel für die Oberpfalz gewesen, ebenso wenig wie eine mögliche Ersatzlösung durch Nebenstellen bereits existierender Fachhochschulen oder Universitäten. Eine weitere unrealistische Entwicklung wäre eine Vergabe einer Hochschule an die bis dahin wenig bekannte Bewerbung der Kleinstadt Grafenwöhr gewesen.</p>



<p>Für das Alternative History Szenario sahen die Weidener Teilnehmenden (siehe Bild von der Vorstellung durch den Landtagsabgeordneten Dr. Stephan Oetzinger unten) negative wirtschaftliche und strukturelle Entwicklungen für Amberg und Weiden. Mit der OTH Amberg-Weiden hätte ein zentraler <em>&#8222;Innovationsmotor&#8220;</em> gefehlt, der zum Beispiel durch die <em>&#8222;Innovativen Lernorte&#8220;</em> in die gesamte Oberpfalz wirkte. Auch hätte es keine Stadtentwicklung durch eine Konversion der Kaiser-Wilhelm-Kaserne in Amberg oder den Neubau der Hochschulgebäude in Weiden gegeben. Zuletzt wäre die Internationalisierung der Region durch die fehlenden Hochschulangebote weitaus geringer ausfallen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="629" height="434" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?resize=629%2C434&#038;ssl=1" alt="Vorstellung der Workshopergebnisse aus Sicht der Gruppe aus Weiden." class="wp-image-6544" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?resize=1024%2C706&amp;ssl=1 1024w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?resize=300%2C207&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?resize=768%2C530&amp;ssl=1 768w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?resize=1536%2C1059&amp;ssl=1 1536w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?resize=900%2C621&amp;ssl=1 900w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?resize=1280%2C883&amp;ssl=1 1280w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/03/Ergebnisse-Workshop-Weiden.jpg?w=1766&amp;ssl=1 1766w" sizes="auto, (max-width: 629px) 100vw, 629px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p>Dem gegenüber brachte die Gruppe für die reale Entwicklung die OTH Amberg-Weiden neben den demografischen und strukturellen Gewinnen auch den Vorteil für das Image der Region ein. Auch führte die Hochschule zu einem Knowhow-Transfer in die mittlere und nördliche Oberpfalz, zum Beispiel durch Technologietransferzentren. Zuletzt kam es durch die Hochschulgründung und die darauf folgenden Entwicklungen zu großen Investitionen an den beiden Standorten, die sich mittlerweile auf mehrere Millionen Euro pro Jahr summieren.</p>



<p>Bei den wissenschaftlichen Erkenntnissen sahen die Teilnehmenden vor allem die strukturellen Effekte einer Hochschulgründung im ländlichen Raum als belegt an. Zum Beispiel durch eine höhere Akademisierung der regionalen Wirtschaft und eine Stärkung der Kaufkraft der Bevölkerung.</p>



<p>Als weitere Forschungsfragen sah die Weidener Gruppe einen Vergleich mit Städten im ländlichen Raum, die keine Hochschule vor Ort hatten, eine Wirkungsanalyse von anderen Doppelstandorten und eine empirische Studie zu den Effekten der OTH Amberg-Weiden bei den Unternehmen der Region. Für die Zukunft sollte auch das neu etablierte Promotionsrecht als weiterer Effekt beleuchtet werden. </p>



<pre class="wp-block-verse">Dieses Szenario und seine Unterfragen sind in ständiger Entwicklung und werden in Zukunft weiter ausgebaut.</pre>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellenliteratur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Workshop gemeinsam mit OTH Amberg-Weiden am 01. März 2024 unter Verwendung des Ankerpunkte Alternative History Canvas.</li>



<li><a href="https://www.oth-aw.de/hochschule/ueber-uns/profil/chronik/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Chronik</a> sowie <a href="https://www.oth-aw.de/hochschule/ueber-uns/profil/daten-und-fakten/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Daten und Fakten</a> auf der Homepage der OTH-Amberg-Weiden.</li>



<li>Jürgen Herda: <a href="https://www.oberpfalzecho.de/beitrag/ploetzlicher-herztod-wolfgang-dandorfer-bescherte-amberg-das-acc-die-oth-und-die-landesgartenschau" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Plötzlicher Herztod: Wolfgang Dandorfer bescherte Amberg das ACC, die OTH und die Landesgartenschau</a>, auf: oberpfalzecho.de (31.07.2023).</li>



<li>Unveröffentlichtes Material für eine Chronik zum 25. Jubiläum der OTH Amberg-Weiden.</li>



<li>Werner Wiater: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Fachhochschulen" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Fachhochschulen</a>, auf: historisches-lexikon-bayerns.de (03.09.2019).</li>



<li>Reinhold Willfurth: Der Krimi um den Hochschul-Zuschlag, aus mittelbayerische.de (10.11.2013).</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oth-amberg-weiden/">1991: Die OTH Amberg-Weiden wird nicht oder anders gegründet</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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		<title>1978: Die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220; in Regensburg wird weiter umgesetzt</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Jun 2023 12:17:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bayerische Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulative Szenarien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Für die historische Altstadt von Regensburg gab es bis in die 1970er Jahre umfangreiche Pläne. Unter dem Begriff der &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220; sollten die historischen Viertel bis zur Aufgabe der Planungen im Jahr 1978 umfangreich verändert werden. Doch was wäre gewesen, wenn diese Pläne weiter verwirklicht worden wären? Ankerpunkt Regensburg nach dem Zweiten Weltkrieg Regensburg war [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Für die historische Altstadt von Regensburg gab es bis in die 1970er Jahre umfangreiche Pläne. Unter dem Begriff der &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220; sollten die historischen Viertel bis zur Aufgabe der Planungen im Jahr 1978 umfangreich verändert werden. Doch was wäre gewesen, wenn diese Pläne weiter verwirklicht worden wären?</p>



<span id="more-5975"></span>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#ankerpunkt">Ankerpunkt</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#regensburg">Regensburg nach dem Zweiten Weltkrieg</a></li>



<li><a href="#altstadt">Die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220;</a></li>



<li><a href="#plaene">Widerstand und Ende der Pläne</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#szenario">Szenario</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#buergerfest">Was wäre gewesen, wenn das erste Bürgerfest gescheitert wäre?</a></li>



<li><a href="#universitaet">Was wäre gewesen, wenn die Universität Regensburg später gegründet worden wäre?</a><br><br><a href="#quellenliteratur">Quellen und Literatur</a></li>
</ul>
</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading" id="ankerpunkt">Ankerpunkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="regensburg">Regensburg nach dem Zweiten Weltkrieg</h3>



<p>Regensburg war im <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/zweite-weltkrieg/">Zweiten Weltkrieg</a> durch Zufälle nicht so stark bombardiert worden. Daher hatte die mittelalterliche Altstadt (siehe Bild unten) die Kämpfe ohne große Schäden überstanden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="338" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Panorama-Altstadt-Regensburg.jpg?resize=600%2C338&#038;ssl=1" alt="Luftaufnahme eines Panoramas der Regensburger Altstadt mit Steinerner Brücke und Dom" class="wp-image-2725" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Panorama-Altstadt-Regensburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Panorama-Altstadt-Regensburg.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(AnBu89/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>Doch in der Nachkriegszeit galt sie als dringend sanierungsbedürftiger Schandfleck. So fehlte es in vielen baufälligen Wohnungen an grundsätzlicher Infrastruktur, beispielsweise für die tägliche Hygiene. </p>



<p>Zudem waren die engen mittelalterlichen Gassen bereits seit dem 19.&nbsp;Jahrhundert für den stetig wachsenden Verkehr zum Problem geworden.</p>



<p>Daher gab es seit dem Zeitalter der Industrialisierung verschiedene Lösungsvorschläge von Stadtplanern, die den Abbruch von alten Gebäuden vorsahen. Da dies aber auf den hartnäckigen Widerstand von Denkmalschützern traf, wurden die großen Pläne bis zum Zweiten Weltkrieg nicht verwirklicht und nur wenige Gebäude abgerissen.</p>



<p>Andere Vorhaben, zum Beispiel das Schaffen einer <em>&#8222;Domfreiheit&#8220;</em> aus freien Plätzen rund um den Regensburger Dom oder der Abbruch der Steinernen Brücke zugunsten einer moderneren Version, scheiterten aus anderen Gründen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="altstadt">Die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220;</h3>



<p>Anders lag der Fall bei den Sanierungsplänen nach dem Zweiten Weltkrieg.</p>



<p>Diese sollten &#8222;endlich&#8220; massiv in das Stadtbild von Regensburg eingreifen.</p>



<p>Im Vordergrund stand die Prämisse der &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220;. Auf Basis der <em>Charta von Athen</em> 1933 war der Hauptgedanke, dass der Zugang von motorisiertem Individualverkehr für die wirtschaftliche Entwicklung einer Stadt <em>&#8222;lebenswichtig&#8220;</em> sei.</p>



<p>Dabei sollte ein gut ausgebautes Straßennetz mit vielen Parkplätzen die Altstadt als Einkaufs- und Verwaltungsmittelpunkt schnell erreichbar machen. Damit sollte sich Regensburg als <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberpfalz-regensburg/">Oberzentrum für Ostbayern</a> weiter etablieren.</p>



<p>Daher kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zur Vorbereitung der verschiedenen Pläne zu ersten Bau- und Abbruchmaßnahmen im heutigen Welterbe, zum Beispiel an der Donau beim heutigen <em>Museum der bayerischen Geschichte</em>.</p>



<p>Deshalb sah 1948 der Regierungsbaumeister Rudolf Eichhorn in einem <em>Generalverkehrsplan</em> erste <em>&#8222;Aufschließungsstraßen&#8220;</em> durch die Altstadt vor.</p>



<p>1961 forderte der Verkehrsplaner Karl Leibbrand, den Altstadtkern als Geschäftszentrum zu erhalten und dazu mittels breiter Straßen von Norden nach Süden (heute Doktor-Martin-Luther-Straße) sowie von Osten nach Westen (südlich der heutigen Gesandtenstraße oder am Donauufer) zu <em>&#8222;durchstoßen&#8220;. </em>Für diese Achsen und einen großen Parkplatz beim alten Rathaus sollten mehrere Gebäude abgerissen werden.</p>



<p>Ein Straßenverkehrsplan fasste 1963 die vorhandenen Ideen und Pläne zusammen. Er sah für die historischen Viertel neben einem inneren und äußeren Straßenring auch eine Nord-Süd- sowie eine Ost-West-Achse vor, um eine Anbindung an die Autobahnen zu erreichen. Mehrere Donaubrücken zur Altstadt sowie ein System aus Tiefgaragen und Parkhäusern sollten die schnelle motorisierte Erreichbarkeit der Altstadt gewährleisten.</p>



<p>Krönung und Symbol der Pläne wäre die vier- bis sechsspurige Bayerwaldbrücke von Stadtamhof zur Altstadt (siehe Bild unten) gewesen. Zusätzlich wäre die Doktor-Martin-Luther-Straße untertunnelt worden, da sonst die Infrastruktur dem Verkehr nicht mehr gewachsen gewesen wäre.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="827" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Sonderveroeffentlichung-Bayerwaldbruecke-1972.jpg?resize=600%2C827&#038;ssl=1" alt="Sonderveröffentlichung der Mittelbayerischen Zeitung, die auf dem Titel &quot;Brückenschlag aus der Geschichte in die Zukunft&quot; die Bayerwaldbrücke von Stadtamhof in die Altstadt Regensburg zeigt." class="wp-image-5988" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Sonderveroeffentlichung-Bayerwaldbruecke-1972.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Sonderveroeffentlichung-Bayerwaldbruecke-1972.jpg?resize=218%2C300&amp;ssl=1 218w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Bernd Edtmaier/Mittelbayerische Zeitung)</figcaption></figure>



<p>Von Süden wiederum hätte nach den ursprünglichen Plänen die heutige Autobahn A93 direkt vom Universitätsgelände in die Stadt hineingeführt.</p>



<p>Auch die Steinerne Brücke, heute mit dem Dom als Panorama das Wahrzeichen der Altstadt, sollte zeitweise autogerecht verbreitet werden. Bis 1997 fuhren auf ihr noch Autos, bis 2008 Busse und Taxis.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="plaene">Widerstand und Ende der Pläne</h3>



<p>Erst Anfang der 1970er Jahre flossen nicht nur mehr Mittel für eine denkmalgeschützte Sanierung von Gebäuden. </p>



<p>Auch und vor allem erster Widerstand von verschiedenen Bürgerinitiativen, zum Beispiel der 1966 gegründeten <em>Vereinigung Freunde der Altstadt Regensburg e.V. (Altstadtfreunde)</em>, sorgte für ein Umdenken. Zum Beispiel führte das erste Bürgerfest 1973 zum Gesinnungswandel vieler Bürgerinnen und Bürger über den Stellenwert ihrer Altstadt. </p>



<p>Parallel dazu richtete die Stadtverwaltung erste Fußgängerzonen ein, die zu einer Neudefinition der Altstadt und deren Funktionen für die Regensburger Bevölkerung führten.</p>



<p>So kam es bereits 1974 zu einer Abschwächung des Straßenausbaus durch einen neuen Straßenverkehrsplan. Aber erst 1978 wurden die Pläne für die Bayerwaldbrücke endgültig auf Eis gelegt.</p>



<p>Da es bereits Vorarbeiten gab, weist die heutige (2023) Straßenführung von Regensburg noch Spuren der <em>&#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220;</em> auf. So enden mehrere breite Straßen (auf der Karte unten in Rot) abrupt vor der Altstadt, da die Pläne vorher gestoppt wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="376" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Karte-Strassen-Regensburg-2023.png?resize=600%2C376&#038;ssl=1" alt="Aktuelle Karte von Regensburg mit rot eingezeichneten Straßen im Norden, Osten, Süden und Westen, die durch ihre Breite zeigen, dass sie unter den alten Plänen gebaut wurden." class="wp-image-6027"/><figcaption class="wp-element-caption">(<a href="https://www.mapz.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">mapz.com</a>)</figcaption></figure>



<p>Die parallel einsetzende denkmalgerechte Sanierung der Regensburger Altstadt ist bis heute keine abgeschlossene Aufgabe. Da entsprechende Pläne und ihre Umsetzung sehr aufwendig sind, dauert der gesamte Prozess bereits 50 Jahre an. </p>



<p>Auch ist der Status der Altstadt, die seit 2006 Welterbe ist, immer wieder Gegenstand von Diskussionen in der Stadtgesellschaft. Beispielhaft dafür stehen mehrere durch Bürgerbegehren verhinderte Pläne, am Rand des historischen Viertels ein Kultur- und Kongresszentrum zu bauen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="szenario">Szenario</h2>



<p>In einem Workshop gemeinsam mit dem <a href="https://www.regensburg.de/welterbe">Welterbe Regensburg</a> bearbeiteten zwei Gruppen das Szenario. Der Workshop fand am 03. Juni 2023 zur Frage <em>&#8222;Was wäre gewesen, wenn die Pläne der &#8222;autofreundlichen Stadt</em>&#8222;<em> in Regensburg durchgeführt worden wären?&#8220;</em> statt. Erstmal wurde dabei die Methode des <em><a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/ankerpunkte-alternative-history-canvas/">Ankerpunkte Alternative History Canvas</a></em> verwendet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="730" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Workshop-Welterbe-Alternative-History.jpg?resize=600%2C730&#038;ssl=1" alt="Foto des gemeinsamen Alternative History Workshops des Ankerpunkte Blogs mit dem Welterbe Regensburg. Im Vordergrund Dr. Bastian Vergnon." class="wp-image-5992" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Workshop-Welterbe-Alternative-History.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Workshop-Welterbe-Alternative-History.jpg?resize=247%2C300&amp;ssl=1 247w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="buergerfest">Was wäre gewesen, wenn das erste Bürgerfest gescheitert wäre?</h3>



<p>Die Gruppe 1 hatte sich das erste Bürgerfest 1973 <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">als Ankerpunkt</a> ausgesucht und stellte dazu folgende Fragen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Was wäre, wenn das erste Bürgerfest gescheitert wäre, zum Beispiel aus Desinteresse der Bevölkerung, Widerstand der städtischen &#8222;Obrigkeit&#8220; oder unvorhergesehenen Ereignissen?</li>



<li>Wäre die Bürgerbewegung daraufhin gegen die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220; gescheitert?</li>



<li>Inwieweit wäre die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220; dann Realität geworden?</li>
</ul>



<p>Als unrealistische Entwicklung konnte die Gruppe 1 zumindest ausschließen, dass der Kern der Altstadt mit dem Dom und zahlreichen Kirchen abgerissen worden wäre. Auch ein noch stärkeres Wachstum eines &#8222;autofreundlicheren&#8220; Regensburgs als in der &#8222;realen&#8220; Entwicklung sah die Gruppe 1 als unwahrscheinlich.</p>



<p>Das alternativgeschichtliche Szenario folgte dem gescheiterten Bürgerfest, durch das sich die gesellschaftliche Entwicklung in Regensburg verzögerte.</p>



<p>Infolgedessen wurden große Teile der &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220; umgesetzt, zum Beispiel die Bayerwaldbrücke und ein äußerer Straßenring um die Altstadt.</p>



<p>Die weiteren Abrisse mobilisierten jedoch neue Betroffene, die eine weitere Bürgerbewegung gegen die Straßenausbaupläne initiierten.</p>



<p>Die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220; hatte davor jedoch weitere Folgen. So blieben viele archäologische Funde durch den schnellen Ausbau unentdeckt und die geschrumpfte Altstadt entwickelte nicht die Magnetfunktion für den Tourismus.</p>



<p>Die breiten Straßentrassen hätten aber den Vorteil, dass der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in Regensburg bis in die heutige Zeit einfacher zu bewerkstelligen wäre.</p>



<p>Als Erkenntnis zog die Gruppe 1 (siehe Bild unten) aus ihrem Szenario, dass gesellschaftliche Bewegungen ihren Wert für politische Entscheidungen haben. Zum Beispiel bei der Sensibilisierung der Bevölkerung für den Wert historischer Gebäude.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="787" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Gruppe-Szenario-Buergerfest.jpg?resize=600%2C787&#038;ssl=1" alt="Ergebnisbericht der Gruppe 1, die sich mit dem Szenario eines gescheiterten Bürgerfestes befasste." class="wp-image-5998" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Gruppe-Szenario-Buergerfest.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Gruppe-Szenario-Buergerfest.jpg?resize=229%2C300&amp;ssl=1 229w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p>Zur weiteren Forschung empfahl die Gruppe 1 die Verwurzelung der Bürgerbewegung in der damaligen Stadtgesellschaft und daraus folgend deren Einfluss auf die Stadtpolitik zu untersuchen. Damit ließe sich die Frage, welche Rolle das erste Bürgerfest – und deren Nachfolger – für das Ende der &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220; spielte, besser nachvollziehen.</p>



<p>Zudem stellte die Gruppe 1 noch die Nachfrage, welchen Einfluss das Ende der Regensburger Straßenbahn in den 1960er Jahren auf die Konzepte zur &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220; hatte.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="universitaet">Was wäre gewesen, wenn die Universität Regensburg später gegründet worden wäre?</h3>



<p>Die Gruppe 2 fokussierte sich auf den Einfluss der 1962 gegründeten Universität Regensburg in Bezug auf die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220;. Denn die zumeist auswärtigen Akademiker waren in den Bürgerinitiativen gegen den Straßenausbau stark vertreten. </p>



<p>Als unrealistische Entwicklung konnte die Gruppe 2 ausschließen, dass die Gründung der Universität Regensburg gar nicht stattgefunden hätte. Dabei kam sie auf die Unterfrage, welche Rolle die zuerst aufgebauten natur- und geisteswissenschaftlichen Fakultäten spielten.</p>



<p>Als Wunschdenken identifizierte die Gruppe anschließend, dass die alteingesessenen Regensburger alleine erfolgreich gegen den Straßenausbau protestiert hätten.</p>



<p>Im alternativgeschichtlichen Szenario hatte die spätere Gründung der Universität große Folgen. So hätte Regensburg zum Beispiel nur einen kleinen Hochschulstandort, wie aktuell Straubing.</p>



<p>Auch wären die Pläne der &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220; stärker umgesetzt worden, weshalb Regensburg danach eher im Krieg mehr zerstörten und in der Nachkriegszeit neu aufgebauten Städten ähneln würde, beispielsweise Ludwigsburg oder <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-unterfranken-wuerzburg/">Würzburg</a>.</p>



<p>Die Altstadt mit Stadtamhof hätte eine andere Rolle eingenommen: Ohne Welterbe hätte sie weniger Touristen angelockt, weshalb die Viertel mit mehr Leerstand zu kämpfen hätten und weniger Cafés das Straßenbild prägen würden. Damit hätte auch die vorhandene Industrie in Regensburg eine größere Rolle in der lokalen Wirtschaftsstruktur inne.</p>



<p>Der Trend zur &#8222;autofreien Altstadt&#8220; wäre ebenfalls später gekommen. Daher wären die ausgebauten Straßen danach entweder zu groß und unbrauchbar gewesen. Im positiven Falle wären sie eventuell groß genug, um in Regensburg ein Verkehrschaos durch das Bevölkerungswachstum zu vermeiden.</p>



<p>Als wissenschaftliche Erkenntnis sah die Gruppe 2 vor allem zwei Dinge.</p>



<p>Erstens den Einfluss, den die zumeist auswärtigen Akademiker auf die &#8222;reale&#8220; Stadtentwicklung hatten.</p>



<p>Zweitens den Funktionswandel, den die Altstadt in dieser Zeit durchmachte und immer noch durchmacht. Das bündelte die Gruppe in der Zustandsbeschreibung <em>&#8222;nur schön reicht nicht&#8220;</em>. Denn die wachsende Stadt Regensburg basiert nicht nur auf einer für Touristen &#8222;schönen&#8220; Altstadt. </p>



<p>Für die weiteren Forschungen empfahl die Gruppe 2 (siehe Bild unten), die Interessenlage rund um die &#8222;autofreundliche Altstadt&#8220; zu erkunden. Zum Beispiel welche <em>&#8222;Gegenbewegungen&#8220;</em> es zu den Bürgerbewegungen gab, welche konkreten Beweggründe und Interessen hinter den Ausbauplänen standen und wann die Stimmung in der Stadtgesellschaft gekippt ist.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="409" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Gruppe-Szenario-Universitaet.jpg?resize=600%2C409&#038;ssl=1" alt="Ergebnisbericht der Gruppe 2, die sich mit dem Szenario einer späteren Gründung der Universität Regensburg beschäftigte." class="wp-image-5997" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Gruppe-Szenario-Universitaet.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/06/Gruppe-Szenario-Universitaet.jpg?resize=300%2C205&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p>Zuletzt empfahl die Gruppe 2, sich die städtebauliche Entwicklung in Städten ähnlicher Größe, die im Zweiten Weltkrieg ebenfalls weniger zerstört worden waren, zum Beispiel <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-mittelfranken-nuernberg/">Rothenburg ob der Tauber</a> oder <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-niederbayerns/">Passau</a>, anzusehen und diese mit Regensburg zu vergleichen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Dieses Szenario und seine Unterfragen sind in ständiger Entwicklung und werden in Zukunft weiter ausgebaut.</pre>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellenliteratur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Workshop gemeinsam mit dem Welterbe Regensburg am 03. Juni 2023 unter Verwendung des Ankerpunkte Alternative History Canvas.</li>



<li>Diskussionen in der Facebook-Gruppe <a href="https://www.facebook.com/groups/133798160002068/search?q=bastian%20vergnon&amp;filters=eyJycF9hdXRob3IiOiJ7XCJuYW1lXCI6XCJhdXRob3JfbWVcIixcImFyZ3NcIjpcIlwifSJ9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Regensburg damals“</a></li>



<li>Tobias Appl, Alfred Wolfsteiner (Hrsg.): Auf alten Wegen durch die Oberpfalz. Zur Geschichte der Mobilität und Kommunikation in der Mitte Europas. (Beiträge zur Geschichte und Kultur der Oberpfalz 3). Regensburg 2022.</li>



<li>Matthias Freitag: Regensburg. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2016.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=autofreundliche+Altstadt&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1039876372" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Stadt Regensburg: Alte Stadt und moderner Verkehr. Konflikte und Konzepte aus drei Jahrhunderten. Regensburg 2020.</li>
</ul>
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		<title>1941: Der Angriff auf Pearl Harbor wird erkannt</title>
		<link>https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/angriff-pearl-harbor/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 07 Dec 2021 06:51:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der neue Klassiker Zweiter Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulative Szenarien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 7. Dezember 1941 zerstörte ein japanischer Überraschungsangriff auf Pearl Harbor große Teile der US-Pazifikflotte und machte den bis dahin europäischen Konflikt zum Zweiten Weltkrieg. Doch was wäre gewesen, wenn die US-Amerikaner den japanischen Angriff kurz zuvor entdeckt hätten? Ankerpunkt Japan und die USA auf Konfrontationskurs Ende 1941 drohte der sich in Europa bereits zwei [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am 7. Dezember 1941 zerstörte ein japanischer Überraschungsangriff auf Pearl Harbor große Teile der US-Pazifikflotte und machte den bis dahin europäischen Konflikt zum Zweiten Weltkrieg. </p>



<p>Doch was wäre gewesen, wenn die US-Amerikaner den japanischen Angriff kurz zuvor entdeckt hätten?</p>



<span id="more-1052"></span>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#ankerpunkt">Ankerpunkt</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#japan-usa">Japan und die USA auf Konfrontationskurs</a></li>



<li><a href="#hawaii">Die &#8222;Operation Hawaii&#8220;</a></li>



<li><a href="#pearl-harbor">Der Angriff auf Pearl Harbor</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#szenario">Szenario</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#angriff">Der erkannte Angriff</a></li>



<li><a href="#rennen">Das Rennen gegen die Zeit</a></li>



<li><a href="#gegenwehr">Die Gegenwehr von Pearl Harbor</a></li>



<li><a href="#pazifikkrieg">Der andere Pazifikkrieg</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#quellen-literatur">Quellen und Literatur</a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading" id="ankerpunkt">Ankerpunkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="japan-usa">Japan und die USA auf Konfrontationskurs</h3>



<p>Ende 1941 drohte der sich in Europa bereits zwei Jahre hinziehende <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/zweite-weltkrieg/">Krieg</a> endgültig zum Weltkrieg zu werden.</p>



<p>Denn in Ostasien und im Pazifik standen sich die zwei Großmächte USA und Japan immer feindseliger gegenüber.</p>



<p><a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/alternative-history-japan/">In Japan</a> hatte sich in den 1930er Jahren das Militär eine stärkere Rolle in der Politik gesichert. </p>



<p>Die Generäle und Admiräle nutzen ihre Position zu einer aggressiveren Expansion, vor allem gegen das benachbarte China.</p>



<p>Ausgehend von den bereits annektierten Gebieten in Korea und Taiwan, griff die japanische Armee zuerst die zu China gehörende Mandschurei an und errichtete dort ein Marionettenregime (siehe Karte). Danach kam es zu einem Krieg zwischen beiden Ländern, der vor allem von japanischer Seite mit großer Grausamkeit geführte wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="424" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/11/Karte-Japan-1933.jpg?resize=600%2C424&#038;ssl=1" alt="Karte des japanischen Machtbereiches 1933" class="wp-image-4240" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/11/Karte-Japan-1933.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/11/Karte-Japan-1933.jpg?resize=300%2C212&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Keith Tarrier/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>Als Japan begann, auch die europäischen Kolonien, zum Beispiel im rohstoffreichen heutigen Indonesien ins Visier zu nehmen, gerieten sie endgültig in Konflikt <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/geschichte-usa/">mit den USA</a>.</p>



<p>Diese besaßen, zum Beispiel über die von ihnen noch besetzten Philippinen, eigene Interessen in der Region. Zudem waren die japanischen Kriegsverbrechen Gegenstand der US-amerikanischen Berichterstattung in den Medien und der Politik.</p>



<p>Doch obwohl die USA bereits mit diversen Unterstützungsprogrammen, wie dem <em>&#8222;Land-Lease-Act&#8220;</em> und der <em>&#8222;Atlantik-Charta&#8220;</em>, Großbritannien sowie die Sowjetunion gegen das nationalsozialistische Deutsche Reich und dessen Verbündete unter die Arme griffen, scheuten sie eine eigene Kriegserklärung.</p>



<p>Zwar war <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/orakel-vom-berge-philip-dick/">Präsident Roosevelt</a> selbst davon überzeugt, dass ein Krieg gegen die aggressiv expandierenden Achsenmächte unvermeidbar war und hatte große Rüstungsprogramme aufgelegt.</p>



<p>In den USA gab es aber starke Gruppen, die gegen ein Engagement im Zweiten Weltkrieg waren und den im Land tief verwurzelten Isolationismus vertraten.</p>



<p>Dazu gehörten sowohl Sympathisanten der Achsenmächte, wie der berühmte Pilot Charles Lindbergh, als auch gemäßigte Politiker, die einen neuen US-amerikanischen Imperialismus fürchteten.</p>



<p>Diese Konstellation sollte sich am 7. Dezember 1941 schlagartig ändern.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="hawaii">Die <em>&#8222;Operation Hawaii&#8220;</em></h3>



<p>Dem Angriff vorausgegangen war die japanische Besetzung des formell neutralen französischen Indochina im Juli des gleichen Jahres. </p>



<p>Als Antwort auf diese japanische Expansion hatten die USA, Großbritannien und die Niederlande ein generelles Embargo gegen Japan verkündet. </p>



<p>Dies traf das von Erdöl- und Metallimporten abhängige Militär des Kaiserreiches hart. </p>



<p>Daher forcierten die Japaner neben Verhandlungen auch die Planungen für eine militärische Konfliktlösung.</p>



<p>So entwickelte der japanische Admiral Isoroku Yamamoto einen durchaus verwegenen Plan, die <em>„Operation Hawaii“</em> mit dem Ziel Pearl Harbor (siehe Bild aus der heutigen Zeit).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Pearl-Harbor.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Luftbild des heutigen Hafens von Pearl Harbor" class="wp-image-4310" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Pearl-Harbor.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Pearl-Harbor.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Ppictures/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>Ziel war es, die Streitkräfte der USA im Pazifik so zu schwächen, dass diese einem japanischen Angriff auf die britischen und niederländischen Kolonien keinen Widerstand leisten konnten. </p>



<p>Nachdem die Japaner damit auch eine Verteidigungszone um die japanischen Hauptinseln erobert hätten, sollten die geschwächten USA in einem Friedensvertrag die japanischen Eroberungen anerkennen müssen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="pearl-harbor">Der Angriff auf Pearl Harbor</h3>



<p>Dazu musste vor allem die in Pearl Habor stationierte US-Pazifikflotte schnell ausgeschaltet werden. Denn die japanische Armee und Flotte waren nicht stark genug für einen Mehrfrontenkrieg.</p>



<p>Daher konzentrierte die kaiserliche Flotte für den Überraschungsangriff in der <em>„Kidō Butai“</em> (deutsch: mobile Truppe) mit sechs Flugzeugträgern fast die gesamte Elite der Trägerpiloten.</p>



<p>Diesem Verband gelang es, sich unbemerkt nördlich von Pearl Harbor zu platzieren.</p>



<p>Am Morgen des 7. Dezembers, eines Sonntags, starteten nacheinander zwei Angriffswellen.</p>



<p>Diesen gelang es, elf amerikanische Schiffe, darunter fünf Schlachtschiffe zu versenken. Zusätzlich zerstörten sie 188 Flugzeuge und töteten 2.349 Soldaten.</p>



<p>So trafen die japanischen Angriffe nicht nur der Hafen, sondern auch die Flugplätze wie Hickam Airfield (siehe Bild) schwer.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="749" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Hickam-Airfield.jpg?resize=600%2C749&#038;ssl=1" alt="Fotografie eines zerstörten Flughafens" class="wp-image-4318" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Hickam-Airfield.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Hickam-Airfield.jpg?resize=240%2C300&amp;ssl=1 240w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>Die Angreifer profitierten jedoch nicht nur von einem Überraschungseffekt, sondern auch von einer Pannenserie aufseiten der US-amerikanischen Verteidiger.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Geknackte japanische Meldungen wurden zu spät oder gar nicht weitergegeben</li>



<li>Erste Meldungen über gesichtete japanische U-Boote und Flugzeuge ignorierten die US-Amerikaner auf Pearl Harbor. </li>



<li>Am Sonntag waren viele Offiziere nicht auf ihren Posten und die Munition für die Flugabwehrgeschütze war teilweise weggesperrt. </li>



<li>Die Flugzeuge auf den Basen wurden kurz zuvor aus Angst vor Sabotage mitten auf den Flugfeldern in Reih und Glied aufgestellt.</li>
</ul>



<p>Insgesamt agierten verschiedene Stellen so chaotisch, dass sich bis heute Verschwörungstheorien zu diesem Verhalten halten.</p>



<p>Allerdings rechneten die amerikanischen Oberbefehlshaber in Washington und auf Hawaii zwar mit einem japanischen Angriff, aber nicht auf Pearl Harbor und nicht zu einem so frühen Zeitpunkt.</p>



<p>Die so verursachte Niederlage sorgte dafür, dass die Japaner im ersten Jahr des Pazifikkrieges bei ihren Offensiven in Südostasien relativ freie Hand hatten.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="szenario">Szenario</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="angriff">Der erkannte Angriff</h3>



<p>Das Gesicht des Offiziers war so schneeweiß, wie seine gebügelte Uniform. </p>



<p>Dabei war die Meldung doch reine Routine: Der Kommandant des Zerstörers <em>&#8222;USS Ward&#8220;</em> meldete einen Angriff auf ein feindliches U-Boot in der Hafeneinfahrt. Eine Meldung, wie sie das Büro in den letzten Wochen dutzendfach bekommen hatte. Alle hatten sich schließlich als Falschmeldung herausgestellt. </p>



<p>Doch dies war kein gewöhnlicher Tag. Es war der 7. Dezember 1941. </p>



<p>Doch dies war kein gewöhnlicher Hafen. Es war der Flottenstützpunkt der US-Pazifikflotte auf der hawaiianischen Insel Oahu, Pearl Harbor. </p>



<p>Doch es war auch kein gewöhnlicher Offizier. Es war Admiral Husband E. Kimmel, der Oberkommandierende eben jener Flotte. </p>



<p>Und es war keine gewöhnliche Meldung. Es war die erste Meldung des Pazifikkriegs.</p>



<p>Denn die Angreifer der Kidō Butai, der Elite der japanischen Trägerpiloten (siehe Bild), waren im Anflug.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="403" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Kido-Butai.jpg?resize=600%2C403&#038;ssl=1" alt="Schwarz-weißes Foto eines japanischen Flugzeuges" class="wp-image-4322" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Kido-Butai.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Kido-Butai.jpg?resize=300%2C202&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>7.03 Uhr<br>Sichtlich schockiert las der Admiral eine zweite Nachricht, die er kurz zuvor über das Fernschreibnetzwerk der Marine bekommen hatte: <em>&#8222;Japanische Note läuft auf Ultimatum hinaus. Seien Sie entsprechend alarmbereit.&#8220;</em> </p>



<p>Nur deshalb war er in sein Hauptquartier geeilt und nicht wie sonst üblich sonntags zu Hause. Sofort gab er den Befehl, die Flotte und die Flugzeuge gefechtsbereit zu machen.</p>



<p>7:20 Uhr<br>Gerade wollte der diensthabende Offizier der Flugmeldezentrale diesen übereifrigen Funker abwimmeln, als der Befehl zur Gefechtsbereitschaft eintraf. </p>



<p>Was wäre, wenn die auf der mobilen Radarstation aufgetauchten Signale doch nicht die erwarteten Bomber vom Festland waren, sondern wirklich angreifende Japaner? Sicherheitshalber gab er die Meldung sofort über den Telefonisten weiter.</p>



<p>Ein verzweifeltes Rennen gegen die Zeit begann.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="rennen">Das Rennen gegen die Zeit</h3>



<p>Zwar war in Pearl Harbor ein Großteil der Schlagkraft der US-Pazifikflotte versammelt. </p>



<p>Ihre Schlachtschiffe hatten aber größtenteils keinen Dampf auf den Kesseln und brauchten 3 1/2 Stunden, um diese aufzuheizen. Und selbst die <em>&#8222;USS Nevada&#8220;</em> als einziges Schiff unter Dampf benötigte 40 Minuten, um fahrbereit zu werden. </p>



<p>Auch die rund 402 Flugzeuge der Marine und des Heeres haben bis zu vier Stunden Vorwarnzeit nötig, um vollständig gefechtsbereit zu sein. </p>



<p>Nur die 993 Flugabwehrgeschütze auf den Schiffen und an Land waren einigermaßen schnell gefechtsbereit zu bekommen. Zumindest, wenn die diensthabenden Offiziere schnell genug die verschlossenen Depots öffnen konnten.</p>



<p>Zur gleichen Zeit waren die Japaner nur noch 120 Kilometer von ihren Zielen entfernt. </p>



<p>183 Flugzeuge in der ersten, 168 in der zweiten Welle, gestartet von sechs Flugzeugträgern: Sturzkampfbomber, Höhenbomber, Torpedoflugzeuge und Jäger. </p>



<p>Die Elite der japanischen Flotte, bereit, sich in einem tollkühnen Angriff auf die eigentlich arglose Pazifikflotte (siehe Bild) zu stürzen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="399" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/07/Pearl-Harbor.jpg?resize=600%2C399&#038;ssl=1" alt="Blick aus einem japanischen Flugzeug beim Angriff auf den Hafen von Pearl Harbor" class="wp-image-1146" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/07/Pearl-Harbor.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/07/Pearl-Harbor.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>7:49 Uhr<br>Korvettenkapitän Mitsuo Fuchida, der Anführer der ersten Welle, sah erstmals den Hafen von Pearl Harbor unter sich: Acht Schlachtschiffe, acht Kreuzer, 29 Zerstörer und 95 weitere Schiffe, dazu weitläufige Anlagen zur Versorgung der Flotte. Im Hintergrund mit dem Hickam Airfield der größte Luftwaffenstützpunkt der Insel. </p>



<p>Auf den ersten Blick wirkte der Hafen noch wie im Morgenschlaf. Die Schlachtschiffe ankern sogar reglos in Zweierreihen entlang der sogenannten <em>Battleship Row</em>. </p>



<p>Fuchida gab das Signal zum Angriff.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="gegenwehr">Die Gegenwehr von Pearl Harbor</h3>



<p>7:51 Uhr<br>Erstes Ziel der Sturzkampfbomber waren die vier Flugplätze, wie das Hickam Airfield, um die Luftherrschaft zu erringen.</p>



<p>Normalerweise wäre kein US-amerikanisches Flugzeug in der Luft und die Besatzungen noch beim Frühstück. </p>



<p>Doch stattdessen waren die Flugabwehrbatterien besetzt und eröffneten das Feuer auf die japanischen Flugzeuge. Auch ein paar wenige Flugzeuge konnten schnell startklar gemacht werden und stellten sich der feindlichen Übermacht.</p>



<p>7:55<br>Die japanischen Torpedobomber begannen ihren Angriff auf den Hafen, indem sie 15 bis 20 Meter flach über dem Wasser anflogen. Nur so konnten die speziell für diese Operation konstruierten Torpedos im nötigen flachen Winkel ausklinken, damit diese im nur 12 Meter tiefen Hafenbecken angriffsfähig waren.</p>



<p>Normalerweise wäre das bei einem Überraschungsangriff kein Problem.</p>



<p>Doch zwar waren auf den meisten Schiffen die Besatzungen noch hektisch dabei, die Maschinen unter Dampf zu setzen. </p>



<p>Aber den japanischen Piloten schlug von überall Feuer aus den Flugabwehrgeschützen entgegen. Es verstärkt sich immer mehr, je häufiger die herbeieilenden Offiziere die Munitionskammern öffneten.</p>



<p>08:05<br>Trotz verzweifelter Gegenwehr und ersten japanischen Verlusten waren die inaktiven US-amerikanischen Schiffe ideale Ziele.</p>



<p>Das Schlachtschiff <em>&#8222;USS West Virginia&#8220;</em> (siehe Bild) wurde von sechs Torpedos getroffen und der schwer verletzte, sterbende Kapitän gab den Befehl zur Evakuierung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="356" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Pearl-Harbor.jpg?resize=600%2C356&#038;ssl=1" alt="Foto von zerstörtem Schiff in Pearl Harbor" class="wp-image-2337" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Pearl-Harbor.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Pearl-Harbor.jpg?resize=300%2C178&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>Kurz darauf explodierte das Schwesterschiff <em>&#8222;USS Arizona&#8220;</em> in einem gigantischen Feuerball, nachdem eine Bombe ihre Munitionskammern getroffen hatte.</p>



<p>8:25<br>Die erste japanische Welle musste abdrehen, um noch die Flugzeugträger zu erreichen. </p>



<p>Sie hatte zwar die Flugplätze und den Hafen schwer getroffen, aber selbst auch mehrere Verluste erlitten.</p>



<p>Doch die US-amerikanische Verteidigung sortierte sich langsam in der Atempause, die die Lücke bis zum Eintreffen der zweiten japanischen Welle ließ.</p>



<p>Die Moral der Verteidiger wurde dadurch gehoben, dass sich die <em>&#8222;USS Nevada&#8220;</em> endlich in Bewegung setzte und damit sichtbar für alle zeigte, dass sich die US-Pazifikflotte nicht wehrlos zerstören ließ.</p>



<p>Ihr folgten mehrere andere Schiffe, die teilweise nur mit einer Rumpfbesatzung die offene See erreichten, wo sie mehr Spielraum für Ausweichmanöver hatten.</p>



<p>8:40<br>Die zweite japanische Angriffswelle flog heran.</p>



<p>Die <em>&#8222;USS Nevada&#8220;</em> hatte gerade die offene See erreicht und war durch mehrere Brände an Bord ein ideales Ziel.</p>



<p>Wichtiger erschien den Japanern aber die Zerstörung der Hafenanlagen und der dort verbliebenen Schiffe.</p>



<p>Doch die zweite Staffel traf auf noch stärkeres Abwehrfeuer von den verbliebenen Schiffen und Flugabwehrgeschützen.</p>



<p>Daher waren die Verluste aufseiten der Japaner mehr als doppelt so hoch wie bei der ersten Welle.</p>



<p>So zerstörten die Angreifer zwar erneut mehrere US-amerikanische Schiffe und Flugzeuge.</p>



<p>Doch trotz des brennenden Hafens und der fast ausgeschalteten US-amerikanischen Luftwaffe gelang ihnen kein so großer Erfolg, wie die erste Welle.</p>



<p>9:45 Uhr<br>Auch die zweite Welle drehte ab. </p>



<p>Korvettenkapitän Mitsuo Fuchida schoss noch Fotos von den Angriffserfolgen, bevor auch sein Flugzeug den Luftraum verließ.</p>



<p>Kurz darauf startende US-amerikanische Aufklärer suchten vergeblich den japanischen Trägerverband, da sie die Reichweite der japanischen Flugzeuge unterschätzen.</p>



<p>Dennoch befahl der Befehlshaber der <em>„Kidō Butai“</em> den Rückzug. Denn er fürchtete ein Entdecken durch die US-Amerikaner.</p>



<p>Was ihm jedoch viel mehr Sorgen bereitete, waren die hohen Verluste der Angriffswellen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="pazifikkrieg">Der andere Pazifikkrieg</h3>



<p>Auf den ersten Blick wirkte ein kurz zuvor entdeckter japanischer Angriff auf Pearl Harbor nicht anders als der vollkommen überraschende, der in einem Desaster für die US-Amerikaner endete.</p>



<p>Die US-Pazifikflotte war auch hier schwer genug getroffen, um den japanischen Angriffen in Ostasien (siehe Karte) vorerst nicht begegnen zu können.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="461" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/07/Pazifikkrieg-1942.jpg?resize=600%2C461&#038;ssl=1" alt="Karte des pazifischen Kriegsschauplatzes 1942" class="wp-image-1155" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/07/Pazifikkrieg-1942.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/07/Pazifikkrieg-1942.jpg?resize=300%2C231&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Second_world_war_asia_1937-1942_map_de.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">San Jose/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p>Gleichzeitig versetzte dieser <em>&#8222;Tag der Niedertracht&#8220;</em> Präsident Roosevelt in die Lage, nicht nur Japan den Krieg zu erklären, sondern auch die USA bei diesem Krieg fast geschlossen hinter sich zu bringen.</p>



<p>Größer wären die kurzfristigen Folgen für die Japaner.</p>



<p>Da die Verluste vor allem die Elite ihrer Trägerpiloten betrafen, die bis zu ihrem Einsatz noch in der Ausbildung der jüngeren Piloten tätig waren, konnten sie ihre Verluste nicht wie die US-Amerikaner schnell ausgleichen.</p>



<p>Zwar bedeutete das kein großes Hindernis für die ersten Eroberungen. Ziele wie Hongkong und Malaysia waren nur schwach verteidigt. </p>



<p>Doch da die Befehlsstäbe der US-Pazifikflotte auf Hawaii durch den Angriff nicht ins Chaos gestürzt waren, konnten sie die restlichen Einheiten im Pazifik warnen.</p>



<p>Daher scheiterte ein ähnlicher japanischer Luftangriff auf die Philippinen neun Stunden später.</p>



<p>Außerdem waren nicht alle Ziele leicht einzunehmen.</p>



<p>Vor allem die britische Festung Singapur galt ohne ausreichende Luftunterstützung als größtes Hindernis für den japanischen Vormarsch in Richtung der dringend benötigten Rohstoffe der indonesischen Inseln.</p>



<p>Der Pazifikkrieg konnte also immer noch <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">eine neue Entwicklung</a> nehmen.<br></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen-literatur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>GEO Epoche: Der Zweite Weltkrieg. Teil 1 1939-1942. Von Polen bis zum Pazifik: Wie die Katastrophe begann. Juni 2010.</li>



<li>Christoph Gunkel: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/70-jahre-pearl-harbor-a-947406.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Vereinigte Staaten von Hysteria.</a> Pearl Harbor, auf: spiegel.de (07.12.2011).</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article160057726/So-wenig-wussten-die-USA-ueber-Japans-Ueberfall-Plan.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So wenig wussten die USA über Japans Überfall-Plan.</a> Pearl Harbor 1941, auf: welt.de (07.12.2016).</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article157921990/Warum-warnte-Roosevelt-Pearl-Harbor-nicht-vor.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum warnte Roosevelt Pearl Harbor nicht vor?</a> Verschwörungen, auf: welt.de (01.09.2016).</li>



<li>Michael Kloft: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/pearl-harbor-wie-japan-1941-die-us-pazifikflotte-attackierte-a-1124607.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Wir brannten bei lebendigem Leibe&#8220;.</a> Angriff auf Pearl Harbor, spiegel.de (07.12.2016).</li>



<li>Josef Kreiner (Hrsg.): Geschichte Japans. Ditzingen 2018.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Pearl+Harbor&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1049976245" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Jill Lepore: Diese Wahrheiten. Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. München 2020.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Pearl+Harbor&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1054540470" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article229607033/Isoroku-Yamamoto-Er-vernichtete-die-US-Flotte-in-Pearl-Harbor.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Admiral, der die Vernichtung der US-Flotte in Pearl Harbor plante.</a> Isoroku Yamamoto, auf: welt.de (04.04.2021).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article235500750/Pearl-Harbor-Haette-ein-dritter-Angriff-den-Pazifikkrieg-entschieden.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hätte sein dritter Angriff auf Pearl Harbor den Pazifikkrieg entschieden?</a> Admiral Nagumo, auf: welt.de (07.12.2021).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article159666276/So-entstand-Japans-Plan-gegen-Pearl-Harbor.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So entstand Japans Plan gegen Pearl Harbor.</a> Zweiter Weltkrieg, auf: welt.de (22.11.2016).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/kultur/history/article106206502/Wie-Japan-die-westlichen-Kolonialreiche-zerstoerte.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie Japan die westlichen Kolonialreiche zerstörte.</a> Zweiter Weltkrieg, auf: welt.de (04.05.2012).</li>



<li>Florian Stark: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article185159446/Pearl-Harbor-Man-hoerte-nur-noch-Klopfen-aus-dem-Schlachtschiff.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das Letzte, was aus dem Schlachtschiff drang, war Klopfen.</a> Pearl Harbor 1941, auf: welt.de (07.12.2018).</li>
</ul>
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		<title>550: Das Weströmische Reich entsteht neu</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 31 May 2020 15:02:20 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Spekulative Szenarien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>550 eroberte das Oströmische Reich weitere Teile Westeuropas zurück. Doch was wäre gewesen, wenn auch das Weströmische Reich neu entstanden wäre? Um diese Frage kümmert sich folgendes Szenario. Quellen und Literatur Ankerpunkt Im Rahmen der Restauratio imperii eroberte das Oströmische Reich ab dem Jahr 527 weite Teile des erloschenen Weströmischen Reiches zurück: Italien und Teile [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>550 eroberte das Oströmische Reich weitere Teile Westeuropas zurück. Doch was wäre gewesen, wenn auch das Weströmische Reich neu entstanden wäre? Um diese Frage kümmert sich folgendes Szenario.</p>



<span id="more-496"></span>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#ankerpunkt">Ankerpunkt</a></li>



<li><a href="#szenario">Szenario</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#westroemischesreich">Das neue Weströmische Reich</a></li>



<li><a href="#spaetantike">Die instabile Spätantike</a></li>



<li><a href="#feinde">Neue Feinde</a></li>
</ul>
</li>
</ul>



<p><a href="#quellenliteratur">Quellen und Literatur</a></p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ankerpunkt">Ankerpunkt</h2>



<p>Im Rahmen der <em>Restauratio imperii </em>eroberte das Oströmische Reich ab dem Jahr 527 weite Teile des <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/geschichte-roemisches-reich/">erloschenen Weströmischen Reiches</a> zurück: Italien und Teile von Nordafrika gehörten damit zeitweise wieder zum Imperium. </p>



<p>Einige spätantike Quellen sprachen sogar davon, dass der oströmische Feldherr Germanus 550 als neuer weströmischer Kaiser vorgesehen war. Er starb aber im selben Jahr kurz vor seiner Abreise nach Italien. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte verlor Konstantinopel auch einen Großteil der Eroberungen wieder. </p>



<h2 class="wp-block-heading" id="szenario">Szenario</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="westroemischesreich">Das neue Weströmische Reich</h3>



<p>Rom feiert. Nach langer Zeit wieder. Ein Kaiser zieht wieder in die Stadt ein, die bereits lange vor dem Sturz des letzten weströmischen Kaisers Romulus Augustulus 476 keinen mehr gesehen hat.</p>



<p>Doch es ist nicht der Kaiser des Ostens, dessen Reihe in Konstantinopel überlebte und die sich nun an die Rückeroberung der verlorenen Gebiete wagt, sondern ein neuer Kaiser des Westens.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="330" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Forum-Romanum.jpg?resize=600%2C330&#038;ssl=1" alt="Überblick über das Forum Romanorum, dass seit der Antike nur noch als Ruinen erhalten ist." class="wp-image-726" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Forum-Romanum.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Forum-Romanum.jpg?resize=300%2C165&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Viacheslav Lopatin/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p>Germanus ist sein Name. Aber er ist kein Barbar, wie aufgrund seines Namens zu glauben wäre. Verwandt mit dem Ostkaiser Justinian und aus altem Senatorengeschlecht gehört er zu den Spitzen der Gesellschaft von Konstantinopel. </p>



<p>Das einzig Barbarisch-Germanische an ihm ist seine arrangierte Ehe mit einer Gotin. Damit ist er mit dem ehemaligen Königshaus Theoderichs des Großen verschwägert, das vorher Italien beherrschte. Dies soll es den Goten leichter machen, den neuen Herrscher zu akzeptieren. Denn deren erbitterter Widerstand ist nur vorerst durch die oströmischen Generäle Belisar und Narses gebrochen worden. </p>



<p>Durch seine Erfahrungen im eroberten Afrika, wo Germanus erfolgreich Revolten niederschlug und das zerstörte Land in das Oströmische Reich eingliederte, scheint er prädestiniert für den <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/zeitmaschine-karls-des-grossen-oliver-henkel/">Wiederaufstieg des Weströmischen Reiches</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="spaetantike">Die instabile Spätantike</h3>



<p>Kaiser Germanus regiert aber nur noch über einen Bruchteil jenes Westreichs, das der letzte Gesamtkaiser Theodosius 150 Jahre vorher seinem Sohn Honorius hinterlassen hatte: Italien als Kernland, dazu das Illyricum mit der dalmatischen Küste, das von Belisar bereits 534 den Vandalen entrissene Nordafrika um Karthago und Teile von Südspanien.</p>



<p>Der Rest von Spanien, Gallien, Britannien und das ehemals römische Germanien ist dagegen weiter in der Hand von Germanenstämmen (siehe unten Karte aus der &#8222;realen&#8220; Spätantike). </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="330" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Captain-Blood-Sp%C3%A4tantike-Welt.png?resize=600%2C330&#038;ssl=1" alt="Karte der spätantiken Welt während der Restauratio Imperii." class="wp-image-540" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Captain-Blood-Sp%C3%A4tantike-Welt.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Captain-Blood-Sp%C3%A4tantike-Welt.png?resize=300%2C165&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Justinian_Byzanz.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Captain Blood/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p>Die Herrschaft des neuen Westkaisers ist entsprechend instabil.</p>



<p>Er ist von Kaiser Justinian ernannt und von dessen Unterstützung abhängig, muss aber in Italien als eigenständige Macht wahrgenommen werden.</p>



<p>Er verfügt über keine eigenen Streitkräfte, aber die oströmischen Legionen werden bald wieder an der <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/geschichte-persien-iran/">Grenze zu Persien</a> gebraucht. </p>



<p>Er muss sich mit dem römischen Senat arrangieren, der zwar nur noch ein Schatten seiner früheren Macht ist, aber immer noch die Land besitzende Elite und die zivile Verwaltung des römischen Italiens umfasst. </p>



<p>Er muss sich in den zurückeroberten, noch kriegszerstörten Gebieten mit unterschiedlichsten Germanenstämme auseinandersetzen, die sich eine gewisse Unabhängigkeit bewahrt haben, aber die größeren Streitkräfte für ein weströmisches Heer stellen können. </p>



<h3 class="wp-block-heading" id="feinde">Neue Feinde</h3>



<p>So steht das <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">wiedererstandene Westrom</a> vor enormen Herausforderungen: Ab 568 fallen die germanischen Langobarden in Italien. </p>



<p>Gleichzeitig stellt sich nach dem Tode Kaiser Justinians 565 heraus, dass Ostrom die <em>Restauratio imperii</em> finanziell nicht verkraftet hat. Es muss den Großteil seiner Armee auflösen. Hinzu kommt es in den gleichen Jahren zur <em>Justinianischen Pest</em>, die im Mittelmeerraum ganze Landstriche entvölkert.</p>



<p>632 tauchen aus den glühenden Wüsten Arabiens die Anhänger eines Propheten namens Mohammed auf. Sie schlagen die Byzantiner mehrfach, reduzieren das Ostreich auf Kleinasien und Griechenland. Danach wenden sie sich gegen Westen, erobern Nordafrika und zerschlagen das Gotenreich in Spanien.</p>



<p>Auch im Norden bildet sich eine neue Großmacht: Das Frankenreich hat sich über Gallien ausgebreitet, sowohl die letzten Reste römischer Herrschaft als auch <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/800-de-bello-baiuvaria/">andere Germanenreiche</a> von der Landkarte getilgt. Bisher wurde es nur durch ständige Reichsteilungen unter den Königssöhnen der Merowinger-Dynastie geschwächt. Doch auch diese Zeit endet irgendwann.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellenliteratur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Berthold Seewald: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/geschichte/article138700483/Der-Krieg-gegen-Persien-fuehrte-zum-Sieg-des-Islam.html" target="_blank">Der Krieg gegen Persien führte zum Sieg des Islam</a>, auf: welt.de (24.03.2015).</li>



<li>Hannes Stein: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article181722470/Untergang-Roms-Klima-und-Pest-zerstoerten-das-Roemische-Weltreich.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Klima und Pest zerstörten das Römische Weltreich</a>, auf welt.de (01.10.2018).</li>
</ul>
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		<title>1916: Die deutsche Hochseeflotte wird in der Skagerrakschlacht vernichtet</title>
		<link>https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/1916-skagerrakschlacht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Apr 2020 09:17:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der andere Erste Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulative Szenarien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die deutsche Flotte entging in der größten Seeschlacht des Ersten Weltkrieges nur knapp einer vernichtenden Niederlage. Doch was wäre gewesen, wenn sie tatsächlich in die Falle der britischen Marine gegangen wäre? Das beschreibt dieses Szenario. Quellen und Literatur Die deutsche Flotte wird in der größten Seeschlacht des Ersten Weltkrieges im Skagerrak fast komplett vernichtet. Damit [&#8230;]</p>
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<p>Die deutsche Flotte entging in der größten Seeschlacht des Ersten Weltkrieges nur knapp einer vernichtenden Niederlage. Doch was wäre gewesen, wenn sie tatsächlich in die Falle der britischen Marine gegangen wäre? Das beschreibt dieses Szenario.</p>



<span id="more-69"></span>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#ankerpunkt">Ankerpunkt</a></li>



<li><a href="#szenario">Szenario</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#fahrt">Die Fahrt ins Unglück</a></li>



<li><a href="#skaggerakschlacht">Die chaotische Skaggerakschlacht</a></li>



<li><a href="#folgen">Die dramatischen Folgen</a></li>
</ul>
</li>
</ul>



<p><a href="#quellenliteratur">Quellen und Literatur</a></p>



<p>Die deutsche Flotte wird in der größten Seeschlacht des <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/">Ersten Weltkrieges</a> im Skagerrak fast komplett vernichtet. Damit beherrscht die britische <em>Royal Navy </em>&#8211; auch die deutschen &#8211; Küsten der Nordsee.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="ankerpunkt">Ankerpunkt</h2>



<p>Vom 31. Mai bis zum 1. Juni 1916 trafen fast 250 Schiffe der deutschen Hochseeflotte und der britischen Royal Navy<em> </em>aufeinander. </p>



<p>Zwar liefen die deutschen Schlachtschiffe in eine Falle der britischen Seestreitkräfte, konnten aber knapp und unter geringeren Verlusten als die Briten entkommen. Sowohl das <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/kaisertag-oliver-henkel/">Deutsche Reich</a> als auch das britische Empire erklärten sich daraufhin zum Sieger der Skagerrakschlacht.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="szenario">Szenario</h2>



<p>Der Anblick auf der Reede von Wilhelmshaven ließ keinen Zweifel am Ausgang der <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/leutnant-luettich/">Schlacht</a> zu. Brennende, durchlöcherte Wracks schleppten sich mit letzter Kraft in ihren Heimathafen. Doch vor allem viel zu wenige. </p>



<p>Auch hunderte Kilometer weiter nördlich zeigten sich Spuren des Desasters, das sich Stunden zuvor in der Nordsee vor der Küste des dänischen Jütlands ereignet hatte. Hunderte Matrosen wurden als Leichen bis an die schwedische Küste bei Göteborg angespült.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="fahrt">Die Fahrt ins Unglück</h3>



<p>Frühmorgens am 31. Mai 1916 in Wilhelmshaven. <br>Fast die gesamte <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/erster-weltkrieg/">deutsche Hochseeflotte</a> war unter ihrem Befehlshaber Reinhard Scheer in See gestochen: 16 Schlachtschiffe, sechs Linienschiffe, dazu Kleine Kreuzer und Dutzende Torpedoboote mit über 45.000 Mann. Dazu fünf Schlachtkreuzer als Vorhut unter Vizeadmiral Franz Hipper.</p>



<p>Doch das war nichts <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/die-schlacht-bei-dorking-von-sir-george-tomkyns-chesney/">im Vergleich zur Royal Navy</a>: 28 Schlachtschiffe, neun Schlacht- und acht Panzerkreuzer, über 100 Kleine Kreuzer und Zerstörer mit circa rund 60.000 Mann. Insgesamt setzen die Briten mit 150 Schiffen auf eine deutliche Übermacht gegenüber den 99 Deutschen.</p>



<p>Beide Seiten fuhren die gleiche Strategie: Mit leichten, schnellen Einheiten den Gegner angreifen und zur Verfolgung provozieren. Dann in die Reichweite der eigenen, vermeintlich überlegenen Hauptstreitmacht locken und zusammenschießen lassen.</p>



<p>Die Royal Navy unter Admiral John Jellicoe setzte neben zahlenmäßiger Überlegenheit und der strategisch besseren Lage der Britischen Inseln auf einen dritten Vorteil. </p>



<p>Er hörte auf einen simplen Namen: Room 40. Diese geheimdienstliche Einrichtung der Marine konnte seit Kriegsbeginn den Code der Hochseeflotte zeitnah entschlüsseln. Die britischen Admiräle hatten daher ein recht genaues Bild des deutschen Überraschungsangriffs. Die Briten können sogar noch vor den eigentlichen Angreifern die Anker lichten und in die Nordsee auslaufen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="skaggerakschlacht">Die chaotische Skaggerakschlacht</h3>



<p>&#8222;Irgendetwas scheint mit unseren verdammten Schiffen nicht zu stimmen&#8220;, hatte Vizeadmiral David Beatty noch zu Beginn der Schlacht geflucht. Zuerst versenkte die Hochseeflotte mehrere britische Schlachtkreuzer. Bessere Zieltechnik und eine Spezialisierung der deutschen Schiffe auf Gefechte in der Nordsee schienen einen entscheiden Vorteil zu liefern.</p>



<p>Doch gegen 18.15 Uhr wendete sich das Schlachtglück. Jellicoe formierte seine Grand Fleet zu einer Gefechtslinie. Diese war eine gigantische Falle, in die fast die gesamte deutsche Flotte im Winkel von 90 Grad zulief. </p>



<p>So konnte fast die gesamte Gefechtslinie von Jellicoe die Angreifer unter Vizeadmiral Scheer unter Feuer nehmen. Auf der anderen Seite konnten jeweils nur die vorne fahrenden deutschen Schiffe das Feuer erwidern. </p>



<p>Im Chaos der Schlacht, in die beide Befehlshaber relativ überrascht aufeinander treffen, ging diese Lage zuerst keiner von beiden Seiten richtig auf. </p>



<p>Weder existierten bereits Techniken wie Radar, mit denen Schiffe die ungefähre Entfernung und Anzahl anderer Einheiten messen können. Noch gab es aufgrund des schlechten Wetters eine Aufklärung <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/das-fliegerbuch-kurt-moeser/">durch Zeppeline oder Flugzeuge</a>. Der Pulverdampf aus hunderten feuernden Geschützen tat sein übriges, beide Kommandoketten größtenteils lahm zu legen.</p>



<p>Umso länger konnte die Royal Navy ihren unerwarteten Vorteil ausspielen: Die deutsche Hochseeflotte wurde von einem überlegenen Gegner in die Zange genommen und schlicht zusammengeschossen. Zudem wurde mit der modernen &#8222;Lützow&#8220; das Flaggschiff von Vizeadmiral Franz Hipper früh versenkt. </p>



<p>Viel zu spät erkannte daher Scheer, dass ihm doppelt so viele Geschütze entgegenstanden als seine Schiffe aufbieten konnten. Er musste die modernsten Einheiten opfern, um überhaupt noch einen Rest der über Jahre aufgebauten Flotte zu retten. Die „Lützow“, die „Seydlitz“, die „Derfflinger“, die „Von der Tann“ und die „Moltke“ folgten ihren Kameraden auf den Grund der Nordsee.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="354" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Everett-Historical-Skagerrak-Illustration.jpg?resize=600%2C354" alt="Illustration der Skagerrakschlacht mit dem Kampf zwischen der SMS Nassau und der HMS Spitfire." class="wp-image-486" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Everett-Historical-Skagerrak-Illustration.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Everett-Historical-Skagerrak-Illustration.jpg?resize=300%2C177&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gefecht zwischen der SMS Nassau und der HMS Spitfire <br>während der Skagerrakschlacht 1916.<br>(Everett Historical/Shutterstock)</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="folgen">Die dramatischen Folgen</h3>



<p>Nach der Skagerrakschlacht hat sich die verzweifelte <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/1906-der-zusammenbruch-der-alten-welt-ferdinand-grauthoff/">strategische Lage des Deutschen Reiches</a> in der Nordsee dramatisch verschärft: Schon vorher konnte die Royal Navy von ihren Basen auf den britischen Inseln die deutschen Seeverbindungen an den Ausgängen der Nordsee blockieren, ohne selbst einer größeren Gefahr ausgesetzt zu werden. </p>



<p>Nun war durch den Verlust der stärksten Einheiten nicht einmal der Schutz der deutschen Nordseeküste mehr gewährleistet. Denn auch die Schiffe, die sich aus dem Inferno gerettet hatten, waren größtenteils schwer beschädigt und für Monate nicht einsatzbereit. </p>



<p>Da die Schiffe im Beschuss größtenteils sehr schnell explodierten, starben meistens fast alle Besatzungsangehörigen, vom Kapitän bis zum einfachen Matrosen. Selbst wenn sich jemand ins Wasser retten konnte, taten dessen Kälte und die fehlenden Rettungsmöglichkeiten im Chaos der Schlacht das übrige, um vor allem die deutschen Verlustzahlen nach oben zu treiben.</p>



<p>Selbst die deutsche Blockade der Ostsee für alliierten Nachschub in das verbündete Russland war nicht mehr aufrechtzuerhalten. Stattdessen waren die eigenen Seeverbindungen nach Schweden sowie die Ein- und Auslaufwege der U-Boote als letzte übrige Angriffswaffe stark gefährdet.</p>



<p>Hinzukam der propagandistische Schaden: Über 20 Jahre hatte Kaiser Wilhelm II. mit enormen finanziellen und publizistischen Aufwand sein Prestigeobjekt einer deutschen Seemacht betrieben. Nun lag selbige binnen weniger Stunden größtenteils auf dem Grund der Nordsee.</p>



<p>Stattdessen feiern die Briten <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">ihren Sieg in der Skagerrakschlacht</a> oder, wie sie es nennen &#8222;The Battle of Jutland&#8220;.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellenliteratur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sven Felix Kellerhoff: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/geschichte/article155397176/Ein-Sieg-auf-See-sollte-die-Flotte-rechtfertigen.html" target="_blank">Ein Sieg auf See sollte die Flotte rechtfertigen.</a> Skagerrakschlacht, auf: welt.de. (17.05.2016).</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/geschichte/article155761504/So-spielte-sich-die-groesste-Seeschlacht-aller-Zeiten-ab.html" target="_blank">So spielte sich die größte Seeschlacht aller Zeiten ab.</a> Skagerrak 1916, auf: welt.de. (29.05.2016).</li>



<li>Marc von Lüpke: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.spiegel.de/geschichte/skagerrak-schlacht-groesste-seeschlacht-der-geschichte-a-1094260.html" target="_blank">&#8222;Das Schiff zerstob in Atome&#8220;.</a> Skagerrak-Schlacht, auf: spiegel.de (30.05.2016).</li>



<li>René Schlott: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.spiegel.de/geschichte/gorch-fock-meeresfreund-mit-seekrankheit-a-1094820.html" target="_blank">Meeresfreund mit Seekrankheit.</a> Schriftsteller Gorch Fock, auf: spiegel.de (31.05.2016).</li>



<li>Berthold Seewald: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/geschichte/article155820947/Dieses-Foto-erklaert-das-Chaos-der-Skagerrakschlacht.html" target="_blank">Dieses Foto erklärt das Chaos der Skagerrakschlacht.</a> Erster Weltkrieg, auf: welt.de (31.05.2016).</li>



<li>Berthold Seewald: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/geschichte/article155397176/Ein-Sieg-auf-See-sollte-die-Flotte-rechtfertigen.html" target="_blank">Ein Sieg auf See sollte die Flotte rechtfertigen.</a> Skagerrakschlacht, auf: welt.de (17.05.2016).</li>



<li>Florian Stark: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/geschichte/article146429037/Die-vielen-Fehlkalkulationen-der-Skagerrak-Schlacht.html" target="_blank">Die vielen Fehlkalkulationen der Skagerrak-Schlacht.</a> Erster Weltkrieg, auf: welt.de (15.09.2015).</li>



<li>Florian Stark: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.welt.de/geschichte/article145944151/So-sank-der-beruehmte-Schlachtkreuzer-SMS-Luetzow.html" target="_blank">So sank der berühmte Schlachtkreuzer „SMS Lützow“</a>. Skagerrak-Schlacht, auf: welt.de (02.09.2015).</li>
</ul>



<p></p>
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		<title>1848: Die erfolgreiche Revolution</title>
		<link>https://ankerpunkte-blog.de/1848-revolution/revolution-1848/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2016 08:37:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Die erfolgreiche Revolution 1848]]></category>
		<category><![CDATA[Spekulative Szenarien]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Was wäre, wenn die Revolution 1848&#160; in Deutschland erfolgreich gewesen wäre? Folgendes Szenario erschien zuerst 2001 unter zeitenschmiede.de und wurde von mir (unter dem Namen Lorien) sowie den damaligen Forenusern &#8222;Churchill&#8220; und &#8222;Lobo&#8220; immer weiter geschrieben. In der Rückschau mit recht wenig Kenntnis der &#8222;realen&#8220; Hintergründe und Alternative History insgesamt. Aber sehr interessant, wie weit [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/1848-revolution/revolution-1848/">1848: Die erfolgreiche Revolution</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Was wäre, wenn die Revolution 1848&nbsp; in Deutschland erfolgreich gewesen wäre? Folgendes Szenario erschien zuerst 2001 unter <a href="http://www.zeitenschmiede.de/">zeitenschmiede.de </a>und wurde von mir (unter dem Namen Lorien) sowie den damaligen Forenusern &#8222;Churchill&#8220; und &#8222;Lobo&#8220; immer weiter geschrieben. </p>



<span id="more-1"></span>



<p>In der Rückschau mit recht <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">wenig Kenntnis der &#8222;realen&#8220; Hintergründe und Alternative History</a> insgesamt. Aber sehr interessant, wie weit wir trotzdem gekommen sind. Geändert nur um redaktionelle Korrekturen von Rechtschreibung, Grammatik etc&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1848: Lorien</h3>



<p>1848 bricht im ungarischen Pest eine Revolution gegen den österreichischen Kaiser aus, denn Franz Joseph regiert Ungarn immer noch absolutistisch von Wien aus. Der ungarische Landtag erklärt die Unabhängigkeit. Dieses Mal jedoch kann der Kaiser den Aufstand nicht mit militärischen Mittel niederschlagen, denn Österreich hat nicht nur in Ungarn Probleme. In Italien hat sich das Königreich Sardinien-Piemont auf die Seite der aufständischen Venezianer und Lombarden geschlagen und setzt die österreichischen Armeen schwer unter Druck. Auch in Prag und sogar in Wien kommt es zu Unruhen und Straßenschlachten.</p>



<p>Auf die Hilfe der anderen Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes, in dem sich Österreich und 38 weitere deutsche Einzelstaaten zur Abwehr einer solchen Gefahr zusammengeschlossen haben, kann er nicht zählen, denn diese haben selbst mit Unruhen zu kämpfen. Eingeschüchtert waren sie schon gezwungen gewesen, einer deutschen Nationalversammlung zuzustimmen, die in Frankfurt über einen deutschen Staat debattiert, da vor allem aber nicht nur Studenten bei den Unruhen einen Nationalstaat für alle Deutschen und demokratische Reformen fordern. Diese Forderungen sind den Fürsten ein Graus, schränken sie doch deren fast grenzenlose Machtbefugnisse erheblich ein. Das Kaiserreich Österreich steht mitten in der größten Krise seit seiner Gründung.</p>



<p>Da die Österreicher es alleine nicht schaffen wendet sich Franz Joseph an den russischen Zaren Nikolaus I. mit der Bitte um Unterstützung. Dieser stimmt zu, weil besonders der riesige Vielvölkerstaat Russland von einer Ausbreitung der Revolution gefährdet ist. Er sammelt seine Truppen an der ungarisch-russischen Grenze. Jedoch kurz vor dem geplanten Abmarsch brechen schon die ersten Aufstände in Polen und Finnland aus. Nikolaus hat keine andere Wahl und muss, um eine Abspaltung der beiden Länder zu verhindern, seine Armee zur Niederschlagung der Revolution im eigenen Land abziehen. Dort zerschlagen sich die Hoffnungen der Revolutionäre auf Unabhängigkeit ihrer Länder sehr bald. In heftigen Kämpfen wird die Revolution unter hohen blutigen Verlusten auf beiden Seiten schnell niedergeschlagen. Dadurch ist die russische Armee aber nicht mehr in der Lage, Österreich militärische Unterstützung zu gewähren. Auch führen die teilweise in Gemetzel von russischer Seite ausartenden Kämpfe zu einer starken Radikalisierung der Revolutionen im übrigen Europa. Es werden erste radikale Forderungen laut, die Fürsten wie in der Französischen Revolution einen Kopf kürzer zu machen, sollten sie sich weiter querstellen.</p>



<p>In Ungarn allerdings besteht immer noch die Furcht vor einem russischen Eingreifen, da man nichts von den hohen Verlusten der Russen erfahren hat. So entschließt sich die provisorische Regierung, mit Wien in Verhandlungen zu treten. Dort wird der Kaiser immer nervöser wegen der steigenden Zahl von Radikalen die bei den Barrikadenkämpfen mehr und mehr Unterstützung bekommen. Deshalb entschließt er sich nicht nur mit den Ungarn, sondern auch mit den übrigen Revolutionären zu verhandeln. Adelige und konservative Minister, die gegen diesen &#8222;Ausverkauf des Kaiserreichs&#8220; protestieren schreit er an, sollten sie es schaffen so die Barrikadenkämpfer zu beruhigen, werde er die Verhandlungsangebote zurückweisen. Danach ist nicht mehr von weiteren Protesten bekannt. So finden Anfang 1849 in Wien Verhandlungen zwischen Österreichern, Ungarn, Italienern und Vertretern der anderen Revolutionäre innerhalb Österreichs statt. Aber erst ein halbes Jahr später ist man in hitzigen Debatten zu endgültigen Ergebnissen gekommen. Österreich verliert an die Italiener Venetien und die Lombardei, diese verzichten dafür auf alle restlichen Ansprüche was österreichisches Gebiet betrifft. Alle anderen Völker verbleiben in Österreich, vor allem aus Furcht nach der Unabhängigkeit unter russischen Einfluss oder Herrschaft zu fallen. Allerdings wird das alte Kaiserreich total reformiert. Es wird eine föderalistisch-demokratische Verfassung angenommen, die Menschenrechte und mehr Macht für die Landtage der einzelnen Völker garantieren. Dadurch hat Franz Joseph möglicherweise seinen Kopf gerettet.</p>



<p>Viele sehen jetzt das Ende der &#8222;alten Ordnung der Fürsten&#8220; gekommen, da im Deutschen Bund bis dahin Österreich, Preußen und Bayern als die 3 mächtigsten Mitglieder jeden Entwurf der Nationalversammlung erfolgreich blockiert haben. Jetzt erklärt Franz Joseph den Austritt Österreichs, da man genügend Probleme mit der Umsetzung der Reformen hat und sich nicht mit Verpflichtungen gegenüber den ehemaligen Verbündeten ablenken lassen will. Jetzt nach dem Bruch der Blockadefront fordert die Nationalversammlung Ende 1849 die Annahme einer demokratischen Verfassung für den Nationalstaat aller Deutschen mit Ausnahme der Österreicher.<br>Die Fürsten zeigen sich unentschlossen. Sie sind sich unsicher, ob nicht einige unter ihnen, die sich bisher am meisten gegen diese Vorstellung gestellt hatten, diesen Nationalstaat überleben werden, denn auch in Deutschland gewinnen die Radikalen immer mehr Einfluss, auch je länger die Fürsten zögern. So kommt es zu immer mehr Unruhen, Demonstrationen und Barrikadenkämpfen.</p>



<p>Dies alles erregt die Aufmerksamkeit des französischen Prinz-Präsidenten Louis Napoléon, der gerade die französische Regierung aufgelöst hat und sich, nachdem jeglicher Protest niedergemacht wurde, nach dem Vorbild seines Großvaters Napoléon Bonaparte zum Kaiser ausrufen lassen will. Ein Krieg gegen Deutschland ist ihm gerade recht um dem eventuellen neuen Protest das Wasser abzugraben und um den alten französischen Traum vom Rhein als &#8222;natürliche Grenze Frankreichs&#8220; zu verwirklichen. So wird aus dem Prinz-Präsidenten Louis Napoléon im Januar 1850 Kaiser Napoléon III., der kurz darauf den Einmarsch französischer Truppen in die zu Bayern gehörige Rheinpfalz befiehlt. Eine Kriegserklärung an Bayern oder die anderen deutschen Staaten hält er nicht für nötig, da die Fürsten schon längst nicht mehr &#8222;Herren ihrer Länder&#8220; seien und er offiziell nur die Ordnung wiederherstellen will. Er lässt allerdings offen welche Ordnung.</p>



<p>Die Fürsten geraten zuerst allesamt in Panik, denn sie fürchten, dass sich die Revolutionäre mit Napoléon verbünden und danach alle Fürsten stürzen oder sogar töten. Aber als Napoléon die ohne großen Widerstand besetzte Rheinpfalz Frankreich angliedert, wird diese Möglichkeit ausgelöscht, denn nun empfinden die Revolutionäre, die nicht nur Demokraten, sondern auch Nationalisten sind, dies als nationale Demütigung. Die Fürsten nutzen dies aus um doch noch einigermaßen an der Macht und am Leben zu bleiben und nehmen die Verfassung doch noch an.<br>Alles, was jetzt zähle, wäre der erneute gerechte Kampf gegen den Aggressor Napoléon. So wird der preußische König Friedrich Wilhelm IV. von der Nationalversammlung zum Kaiser des deutschen Volkes ausgerufen. Dieser mobilisiert sofort alle Truppen der Fürsten und zieht in Richtung Rheinpfalz. Durch ganz Deutschland &#8222;rollt eine Welle des Patriotismus&#8220; und viele ehemalige Barrikadenkämpfer schließen sich Freiwilligenkorps an und folgen den regulären Truppen. Neutrale Beobachter meinen das die &#8222;alten Geister der Befreiungskriege gegen Napoléon Bonaparte wiederauferstanden seien&#8220;.</p>



<p>Da die Deutschen mit einer großen Übermacht heranrücken zieht sich der inzwischen zu seinen Truppen gestoßene Napoléon III. zurück. Er will den Schlachtplatz selbst bestimmen wie sein Großvater, der schließlich gegen überlegene Heere immer seine größten Triumphe gefeiert habe.</p>



<p>So treffen bei Saarbrücken die Deutschen unter der Führung von Kaiser Friedrich Wilhelm I auf die Franzosen unter Kaiser Napoléon III &#8230;.</p>



<h3 class="wp-block-heading"> 1848: Churchill</h3>



<p>Kaiser Napoléon III hätte eigentlich noch Zeit gehabt, in die Ardennen zu stoßen, doch er nutzte diese Chance nicht. 60.000 Mann französische Truppen gegen 150 000 deutsche Soldaten machten Napoléon zu schaffen. Er postierte Artillerie auf den höheren Ebenen und ließ die sich gerade formierenden Truppen zusammenschießen. Mit starken Flanken versuchte Napoleon der Einkesselung zuvorzukommen.</p>



<p>Doch nachdem die mäßig ausgerüsteten Korps gen Front zogen, verstärkte Napoléon weiter die Flanken. Er spekulierte auf einen Bluff der Deutschen. Doch die Soldateska blieb zusammen und bricht durch. Nun versuchen die Reserven der Franzosen die Deutschen zu vertreiben. Es gelingt nicht. Napoléon entschließt sich zu einer letzten Aktion: Ein Stoßkeil durch die schwächste Stelle der Deutschen. Unter höllischen Verlusten gelingen 10.000 Mitgliedern der großen Armee und Napoléon die Flucht. Der Rest soll Widerstand leisten, um die Flucht zu decken und die Truppen der Deutschen zu binden, bis der französische Landsturm zum Kampf bei Freiburg bereit ist. Zwei Monate später startet Napoléon mit 120.000 Männern nach Freiburg, wo er auch die Deutschen in einer Entscheidungsschlacht besiegen will.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Anfang 1852: Lorien<br>Antwerpen, Königreich Belgien</h3>



<p>Dem Mann der soeben seine Unterschrift unter den Vertrag setzt, ist der Ärger deutlich anzusehen. Es ist Napoléon III., Kaiser der Franzosen, erst seit einem Jahr als solcher an der Macht, der hier zum Frieden gezwungen wird. </p>



<p>Dabei hatte das alles für ihn sehr gut angefangen. Gleich sein 1. Zug als erster Kaiser seit seinem Großvater, Napoléon Bonaparte, ließ jeden Protest gegen seinen Staatsstreich, der die Straßenschlachten gegen Polizei und Militär überlebt hatte, verstummen. Nichts belebt bei den Franzosen den Nationalismus mehr als ein Krieg vor allem, wenn er gegen einen alten Erzfeind gerichtet ist und die glorreichen Zeiten eines Napoléon I. in Aussicht stellt. Deutschland schien auch eine leichte Beute zu sein. Der Deutsche Bund, zur Abwehr genau solch einer Gefahr gegründet, ist zerbrochen. Das Kaiserreich Österreich als mächtigstes Mitglied ist nach innerer Revolution und Krieg gegen die Italiener ausgetreten, um sich ganz auf die Durchsetzung und Stabilisierung der neuen demokratisch-föderalistischen Verfassung zu konzentrieren. Die restlichen Mitglieder sind zerstritten und mit sich selbst beschäftigt, da sich die regierenden Monarchen nicht entscheiden können, entweder die von der Nationalversammlung in Frankfurt geforderte Verfassung anzunehmen und einen enormen Machtverlust hinzunehmen oder es zu riskieren wegen der zunehmenden Zahl radikaler Revolutionärer und Barrikadenkämpfer vielleicht sogar im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf zu verlieren. </p>



<p>So fiel es Napoléon III. leicht die bayerische Rheinpfalz, ohne auf großen Widerstand zu stoßen, zu besetzen und Frankreich anzugliedern und so den alten französischenn Traum vom Rhein als natürlich Grenze gegenüber Deutschland wahr werden zu lassen. </p>



<p>Er hatte allerdings den Nationalismus der Deutschen unterschätzt, denn sowohl Monarchen als auch Radikale einigen sich nun auf die Annahme der Verfassung und so sieht sich Napoléon III. plötzlich einem überlegenen deutschen Heer unter der Führung des neu proklamierten deutschen Kaisers Friedrich Wilhelm gegenüber, das darüber hinaus von den inzwischen in Freiwilligenkorps organisierten ehemaligen Revolutionären und Barrikadenkämpfern verstärkt wird. </p>



<p>Es stehen 60.000 Franzosen gegen 150.000 Deutsche. Auch wenn er in typischer Napoléonart das Schlachtfeld bei Saarbrücken selbst wählt, so unterschätzt Napoléon III. doch die Freiwilligen sträflich. Diese brechen dann auch durch die französische Front und entscheiden die Schlacht zugunsten Friedrich Wilhelms. Nur durch einen Durchbruch an der schwächsten Frontstelle der Deutschen gelingt Napoléon und 10.000 Männer die Flucht. Von dieser ersten schweren Niederlage hat er sich jedoch schnell erholt, denn er marschiert bereits 2 Monate später wieder mit 150.000 Mann in Richtung Freiburg. Doch auch diesmal versagen seine Pläne, da zwar französische Truppen überall Deutsche binden, die Deutschen aber über größere Reserven verfügen als angenommen. Zum 2. Mal verflucht Napoléon die Freiwilligenkorps. Es kommt schließlich bei Freiburg zu einer blutigen Schlacht. Die Deutschen verkraften die Verluste besser und können Napoléon III. wieder zum Rückzug zwingen. Dass dieser schließlich noch Kaiser blieb, hatte er ironischerweise auch den Freiwilligen zu verdanken. Diese gaben nach den großen Siegen den Ausschlag zu einem Vorstoß durch die Burgundische Pforte in Richtung Belfort. Napoléon wartete schon auf sie. Ein Flankenvorstoß auf die schnell vorrückenden und weit auseinandergezogenen deutschen Truppen vernichtet innerhalb weniger Stunden die Hälfte der Freiwilligenkorps. So schnell, wie sie eingefallen sind, verschwinden sie auch wieder.</p>



<p>Jetzt schaltet sich Großbritannien ein und schlägt Friedensverhandlungen vor. Beide Seiten nehmen – auch für die Briten selbst – überraschend an. Was nämlich niemand weiß ist, dass sowohl Napoléon als auch Friedrich Wilhelm nach den blutigen Schlachten keine Reserven mehr an erfahrenen Soldaten haben und jetzt diese Verhandlungen nutzen, um den Krieg zu beenden und das Gesicht zu wahren. </p>



<p>Schließlich finden auf neutralem Boden frostige Verhandlungen bis zu jener Unterschrift statt und man einigt sich auf den &#8222;Status quo ante&#8220;, sprich alles bleibt, wie es vor dem Krieg war.</p>



<p>Diese Unterschrift beendet den deutsch-französischen Krieg.<br>Dieser Vertrag bringt jedoch weder einen kurz- noch einen langfristigen Frieden und alle Beobachter sind sich einig, dass es nicht der einzige Krieg zwischen den Großmächten bleiben wird. Denn die Frage, wer den Krieg gewonnen hat, bleibt ungeklärt. Mit der Zeit reduziert sich diese Frage auf ein einziges Gefecht (offiziell Schlacht). Gegen Ende des Krieges stießen bei Mühlhausen (frz: Mulhouse) Franzosen, die die Burgundische Pforte schließen und sichern sollten, auf die Nachhut der sich zurückziehenden Deutschen. Obwohl die ganze Sache nur ein Artillerieduell mit viel Pulverdampf und wenig Treffern, sowie einigen wenigen tollkühnen und ruhmsüchtigen Spinnern als Verluste war, wurde dieser letzte große Zusammenstoß des Krieges so weit hochstilisiert, dass es schließlich nur darauf anzukommen schien, wer ihn gewonnen hatte, der hatte auch den Krieg gewonnen. Die ersten Handlungen der Kaiserreiche lassen an den Voraussagen auch keine Zweifel. Befestigungen werden ausgebaut, die Armeen aufgefrischt und verstärkt und die Rüstung gefördert. </p>



<p>Dies gestaltet sich in Deutschland schwieriger, da aufgrund der langen nationalen Spaltung keine einheitliche Wirtschafts- und Politikstruktur vorhanden ist. In den Einzelstaaten muss erst eine demokratische Verwaltung und eine ihnen übergeordnete Reichsverwaltung aufgebaut werden. Der deutsche Nationalstaat steht noch in den Kinderschuhen und muss sich erst entwickeln und bewähren. </p>



<p>Im Rahmen der &#8222;Verteidigungsmaßnahmen&#8220; werden auch Verbündete gesucht. Hier findet Frankreich in Russland einen verlässlichen, denn der russische Vielvölkerstaat hat die Revolutionen nur mit blutigen Militärmaßnahmen überlebt und sieht in den freiheitlichen Systemen Deutschlands und Österreichs eine Bedrohung seiner staatlichen Einheit und Stabilität. Dieses Bündnis wird wie üblich geheimgehalten, jedoch gelangen Gerüchte darüber über die Grenze, was schließlich zu einem Bündnisschluss zwischen Deutschland und Österreich führt. Da bis auf Großbritannien alle Großmächte Europas dadurch in Bündnisse integriert sind, beginnen nun beide Seiten um die Briten zu buhlen. Frankreich weiß, dass ein Bündnis mit dem schlimmsten Erzfeind fast unmöglich ist und versucht deshalb ihn neutral zu halten, während Deutschland schon eher auf ein Bündnis abzielt. Aber das britische Parlament ist gespalten. Eine Seite befürwortet weiterhin die Politik der &#8222;balance of power&#8220;, damit keine Macht auf dem Kontinent stark genug wird um Großbritannien selbst gefährlich zu werden. Die andere ist für ein Bündnis mit Deutschland und erklärt die bisherige Politik für gescheitert. Frankreich lasse sich nicht kontrollieren und man muss handeln damit nicht &#8222;unsere Kindeskinder gegen Napoléon VIII. kämpfen müssen&#8220;. Nachdem wegen dieser Spaltung Verhandlungen sinnlos sind, gehen beide Bündnisse zu einer anderen Taktik über. Man belauert sich und versucht dem anderen Verstöße gegen den Friedensvertrag nachzuweisen, um den Krieg erklären zu können und Großbritannien auf seine Seite zu ziehen.</p>



<p>So bleibt ein instabiler Frieden erhalten&#8230;. aber wie lange&#8230;.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ende 1862, Waterloo (Lorien)</h3>



<p>Dem Mann, der von einem Hügel die Umgebung beobachtet, ist die Erleichterung deutlich anzusehen.</p>



<p>An dem konkreten Anblick, der sich ihm bietet, konnte es nicht liegen, denn die Felder sind mit Leichen übersät. An diesem historischen Ort hatte sich das bemitleidenswerte Feldheer der Belgier gesammelt, um den Eindringlingen wenigstens nicht die Hauptstadt Brüssel in die Hand fallen zu lassen.<br>Doch Napoléon III., Kaiser der Franzosen und Oberbefehlshaber der „Eindringlinge&#8220;, hatte ihnen keine Chance gelassen. Mit 480.000 Mann den 30.000 eilig gesammelten Belgiern zahlenmäßig total überlegen, hatte er sie überraschend angegriffen, um sie daran zu hindern sich vielleicht in Brüssel zu verschanzen und so den Zeitplan, den er selbst erarbeitet hatte, zunichtezumachen. Obwohl nicht nur an Soldaten, sondern auch an Artillerie, übriger Bewaffnung sowie Ausbildung überlegen, hatte Napoléon III. doch ein leicht flaues Gefühl im Magen, schließlich war hier vor knapp 48 Jahren sein Großvater gescheitert.</p>



<p>Aber diesmal hatte alles geklappt. Die belgischen Verteidiger hatten das Schicksal ihrer Kameraden geteilt, die überrannt wurden, als die französischen Heere bei Chimay und Dunkerque (Dünkirchen) überraschend und ohne Kriegserklärung die französisch-belgische Grenze überschritten hatten.</p>



<p>Napoléon III atmete auf. 10 Jahre harte Arbeit hatten sich ausgezahlt. Noch zu oft erinnerte er sich an seine letzte Reise nach Belgien. Damals war er nach dem 1. deutsch &#8211; französischen Krieg gezwungen einen demütigen Frieden in Antwerpen zu schließen, welcher tiefe Wunden in seiner Seele hinterlassen hatte.</p>



<p>Und nicht nur in seiner&#8230;.</p>



<p>Die Franzosen hatten es ihm nicht verziehen, dass er gegen das gerade entstandene deutsche Kaiserreich den Kürzeren gezogen hatte und nicht sofort, nachdem das Heer wieder aufgefrischt war, wieder losgeschlagen hatte.<br>Aber er hatte es besser gewusst. Die Deutschen hatten ebenfalls ihr Heer wieder kriegsfähig gemacht und waren, was die Reserven anging einfach zur damaligen Zeit überlegen. Jedoch wusste Napoléon III. um die Schwäche des 2. deutschen Kaiserreichs. Wenn beide Reiche anfingen alles zu mobilisieren, was möglich war, nicht nur was eine Armee anging, sondern auch Rüstung, dann würden die Deutschen zwar im Endeffekt überlegen bleiben, allerdings um einiges länger brauchen, dieses Ziel zu erreichen. Denn ein Kaiserreich mit demokratischen Prinzipien aufzubauen, wo vorher ein lockerer Bund absolutistischer Fürsten gewesen war, erforderte jede Menge Zeit und anderer Dinge. Frankreich hatte das in ähnlicher Weise schon viel länger hinter sich und deshalb hatte Napoléon III. eben alles mobilisiert und in den 10 Jahren seine Armee auf 1,3 Millionen Mann exzellent bewaffneter und ausgebildeter Soldaten ausgedehnt sowie die größte Flotte aufgebaut, die Frankreich je besessen hatte. Das hatte zwar die Briten nervös gemacht, aber das war jetzt nebensächlich.</p>



<p>Zwar würden das Deutsche Reich und Großbritannien Frankreich bald wieder an Heer und Flotte übertreffen, aber im Moment war Frankreich beiden in ihren Domänen überlegen.</p>



<p>Und genau in diesem Moment hatte Napoléon III losgeschlagen. Auch war Frankreich nahe am Staatsbankrott und die Hetze gegen die deutschstämmigen Elsässer fruchtete langsam nicht mehr als Ablenkung vor der Passivität Napoléons III.</p>



<p>Doch jetzt waren alle diese Sorgen Vergangenheit.<br>Die belgische Armee war vernichtet und stellte keine Gefahr mehr dar. Großbritannien hatte zwar, wie erwartet als Schutzmacht Belgiens Frankreich den Krieg erklärt, doch vor der Schlacht bei Waterloo war im Lager die Nachricht angekommen, dass die 2. Französische „Belgienarmee&#8220; Brügge und die gesamte restliche Küste Belgiens besetzt hatte, sowie die vorgesehenen Teile der französische Flotte vor Ostende in Stellung gegangen waren. Bis auf Weiteres würden die Briten keine Landung wagen können. </p>



<p>Morgen würde Napoléon III 120.000 Mann in Richtung Ardennen und damit in Richtung Deutsches Reich schicken. Wenn es gut lief, würden die Deutschen glauben, er wolle jetzt schon in ihr Land einfallen und alle verfügbaren Truppen an der Grenze sammeln. Wenn nicht, müssten sie zumindest so viele Truppen dort stationieren, um seine Ardennentruppe zu binden. Diese Truppen würden ihnen dann fehlen, wenn es zur Entscheidungsschlacht kommen würde. Der Hauptteil der französischen 1. „Belgienarmee&#8220; würde weiter nach Norden ziehen, in das Königreich Niederlande einfallen, die schwache Armee wie hier in Belgien auslöschen und die bemerkenswerte Kriegsflotte in den Häfen entern, dann einen Hacken schlagen und vom Nordwesten in das Ruhrgebiet, das Zentrum der neuen Industriemacht Deutschland, einmarschieren und dort die deutsche Armee zur Entscheidungsschlacht fordern. </p>



<p>Natürlich würden sie dort auf alle verfügbaren deutschen Soldaten treffen. Aber es dürften zu wenig werden, um die Franzosen aufzuhalten, denn selbst bei Straßburg hatte er Truppen stationiert, die nur darauf warteten eine unbesetzte deutsche Grenzregion zu überfallen. Sollte der deutsche Kaiser bei seinem Verbündeten in Wien um Truppen betteln, so würde er bitter enttäuscht werden. Die Russen hatten inzwischen wie vereinbart das Osmanische Reich auf dem Balkan angegriffen, was das föderale Kaiserreich Österreich dazu veranlasste ebenfalls wie erwartet, seine verfügbaren Truppen an der Südgrenze zu konzentrieren. Wenn die Deutschen geschlagen waren, würde man ihnen einen Frieden diktieren, damit sie nie wieder eine Gefahr für Frankreich darstellen würden und mit Briten, Belgiern und Niederländern könnte man ja dann ganz entspannt plaudern und sich arrangieren. Nun, mit den Belgiern vielleicht nicht, denn im Moment fühlte sich Napoléon III zu wohl in diesem Land, als dass er es wieder aufgeben wollte&#8230;</p>



<p>Mit einem Lächeln auf den Lippen steigt Napoléon III auf sein Pferd und macht sich auf den Weg zur Siegesparade in Brüssel, wobei er anfängt die Marseillaise zu pfeifen.<br>„Möge das Blut unserer Feinde unsere Äcker tränken&#8230;.&#8220;</p>



<p>Berlin, 1 Woche später</p>



<p>Wieder sieht man einen Mann seine Umgebung beobachten, wobei der Anblick und seine Miene jedoch grundverschieden zu dem neuen Sieger von Waterloo waren. Sein Anblick geht über eine Stadt, die immer mehr wuchs und damit symptomatisch für die Aufbruchstimmung des gesamten Reichs warr. Auch ist sein Platz kein Hügel in der Landschaft, sondern der Balkon des Tagungsraumes der deutschen demokratisch gewählten Regierung im vor kurzem fertiggestellten Reichstag. Jedoch ist dieser im Vergleich positive Ausblick im Moment nicht fähig die Besorgnis aus dem noch jung wirkenden Gesicht zu vertreiben, wozu auch die aufgeregt nach draußen klingenden Stimmen beitragen.</p>



<p>Der Mann ist Friedrich III., seit einem Jahr Kaiser der Deutschen, nachdem Kaiser Friedrich Wilhelm I 1861 gestorben war und sein Vater Wilhelm zu sehr in der Vergangenheit verhaftet war, um Kaiser des demokratischen Reiches zu werden.</p>



<p>Er dreht sich um und beobacht durch das Glas der Tür die aufgeregt gestikulierenden und diskutierenden Mitglieder der konservativ-liberalen Regierung und der sozialistischen Opposition. Auch wenn die immer stärker werdende Sozialistische Arbeiterpartei SAP seit den Sozialversicherungsgesetzen des letzten Jahres schon lange nicht mehr die Worte „Revolution&#8220; und „Diktatur des Proletariats&#8220; in den Mund genommen hatte, zeigt sich nun, dass die Partei des Karl Marx doch nicht so zahm geworden ist, wie die Regierung gehofft hatte. Die SAP nutzte immer noch jede Gelegenheit der Regierung, auch wenn sie nun fast nicht mehr aus &#8222;adeligen Unterdrückern&#8220; bestand, so viele Zugeständnisse abzuringen wie es möglich war.</p>



<p>Aber&#8230; das war nun mal Demokratie.</p>



<p>Friedrich III. wendet sich wieder der pulsierenden Hauptstadt zu und erinnert sich, warum der Posten des Außenministers leer gewesen war. Außenminister Bismarck, der als extremer Königstreuer eigentlich kaum mehr tragbar, jedoch als Außenpolitiker ein absolutes Genie ist, hatte sich wirklich zu einer Ochsentour aufgemacht. Zuerst nach Amsterdam, um die Niederländer dazu zu bewegen, deutsche Truppen ins Land zu lassen, dann nach London um ein britisch-niederländisch-deutsches Bündnis gegen Frankreich zu schließen und schließlich nach St. Petersburg um den österreichisch-russischen Konflikt beizulegen. Chancen zu letzterem räumte ihm fast niemand ein, trotz seines Genius, denn Friedrich III. ist nicht der einzige der hinter dem fast gleichzeitigen Angriff der Russen auf das Osmanische Reich, der den österreichischen Verbündeten so in Aufregung versetzt, und dem feigen Überfall der Franzosen auf Belgien einen sehr merkwürdigen und gefährlichen Zufall sieht.</p>



<p>Nach den letzten Berichten aus dem besetzten Belgien war es vollkommen richtig gewesen, Generalfeldmarschall Moltke an die Grenze zu beordern. Ohne diesen Fürsprecher der technischen Neuerungen wie Eisenbahn und Telegraf wäre es nie möglich gewesen, dass ihn dort auch gleich 60.000 Mann erwarteten. Gegenüber hunderttausenden Franzosen waren sie zwar zahlenmäßig in der Minderzahl, aber vielleicht reichte die technische Überlegenheit der Bewaffnung, um die Grenze lange genug zu verteidigen bis die Generalmobilmachung Verstärkungen heranführte.</p>



<p>Die Vorteile es eines Staates der seine Wissenschaftler und Studenten nicht mehr zensiert und überwacht.</p>



<p>Die 5.000 Mann belgische Grenztruppen, die angesichts der anrückenden Franzosen übergelaufen waren, bildeten sicher eine wertvolle Verstärkung, aber ob allein ihre Wut ob des Massakers von Waterloo ausreichte&#8230;</p>



<p>Kaiser Friedrich III. kratzt sich nachdenklich am Bart und geht langsam wieder zur Tür um seine Vermittlerrolle wiederaufnehmen zu können.<br>Das Deutsche Reich besaß inzwischen so viel, was es zu bewahren gab und fast automatisch mit diesem Gedanken summt er leise die neue Nationalhymne vor sich hin, bevor der die Tür zu den lärmenden Verhandlungen öffnet:<br>„Einigkeit und Recht und Freiheit&#8230;.&#8220;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1862 (Lobo)</h3>



<p>2 Wochen später kommt es zur Schlacht um Aachen, in der die gesamte Stadt dem Erdboden gleichgemacht wird. Friedrich III. hatte die Stadt schon vorher eilig evakuieren lassen. So hielten sich die Verluste der Zivilbevölkerung in Grenzen. Die Franzosen können Aachen zwar nehmen, aber der gesamte nördliche Frontabschnitt wurde zu sehr geschwächt, um tiefer ins Rheinland stoßen zu können. Napoléon III. ist äußerst erregt über diesen Zustand, er gefährdet sein gesamtes Konzept.</p>



<p>An der niederländischen Grenze kommt es vereinzelt zu Gefechten, jedoch will man hier nach der Schlacht um Aachen nicht zu viel riskieren. Napoléon III. bleibt nur noch der Süden Deutschlands und er muss sich beeilen: Englands Seeblockade führt zu Rohstoffknappheit in Frankreich, gerade jetzt wo er den Nachschub so dringend braucht.</p>



<p>Belgische Freiwilligenverbände machen der französischen Armee auch noch zu schaffen, keine angenehme Lage. Er muss handeln, schnell und effektiv. Er bündelt die gesamte südliche Front zu einer Angriffsspitze mit dem Ziel Bayern. Die Deutschen hatten hingegen nicht so viele Probleme: In der Schlacht um Aachen lag die Verlustquote bei 20 Franzosen auf 5 Deutsche. Ein mehr als erfreuliches Ergebnis für Moltke, der den Einsatz von Schnellfeuergewehren zuließ. Er wollte so schnell wie möglich zurückschlagen, doch noch fehlten ihm die Truppen zum Angriff. Die Front rund ums Rheinland hatte er gesichert, nur machte ihm der Süden etwas zu schaffen, jedoch rechnete er nicht mit einem starken Angriff der Franzosen in diesem Gebiet.</p>



<p>Am 1. November 1862 schlagen die französischen Truppen zu und zerschießen die deutschen Befestigungen im Sturm, 60.000 deutsche Soldaten werden in den nächsten 4 Tagen noch fallen. Insgesamt sind über 200.000 französische Soldaten in Richtung München, ein gefährlicher Plan Napoleons der Deutschland das Genick brechen kann. Eilig werden Freiwilligenverbände zusammengestellt, meist bestehen sie aus Bauern und Hirten die nie eine Waffe gesehen haben. Die französische Armee kann ohne Probleme Baden und Württemberg einnehmen, ehe sie wegen Versorgungsprobleme stoppen muss.</p>



<p>Die deutschen Truppen sind geschwächt und befinden sich auf dem Rückzug. Die Generalmobilmachung geht nur langsam voran, Moltke stehen erst jetzt 300.000 Soldaten zur Verfügung, die er jedoch auf einer Front von 700 km verteilen muss. Panzer werden nur langsam geliefert und können wegen Treibstoffmangel kaum eingesetzt werden. Moltke ist entsetzt am Telefon, als er die Erfolge der Franzosen erfährt. Er will handeln, schnell und effektiv!<br>Deutsche und belgische Soldaten stoßen in den Morgenstunden des 6 Novembers Richtung Brüssel vor, die geschwächte französische Front gibt nur geringen Widerstand von sich, so ist es kein Wunder das Moltke schneller vorrücken kann als er dachte. In der Zwischenzeit steht Napoléon III. schon vor München, jedoch weiß er noch nichts von der Lage im Norden, das französische Heer besitzt noch keine Funkeinrichtungen oder Telefone. Moltke will Napoléon III. so schnell wie möglich aus Deutschland herauswerfen, Napoléon III. will so schnell wie möglich in Deutschland rein, das Ziel liegt ihm vor der Nase.</p>



<h3 class="wp-block-heading">1852 (Lorien)</h3>



<p>Doch der Vormarsch gestaltet sich als immer schwieriger. Oft werden das Lager und der Heereszug der Armee Napoléons von Heckenschützen angegriffen. Es sind die deutschen Freiwilligen, die zwar gar nicht oder kaum an der Waffe ausgebildet wurden, jedoch als einheimische Hirten und Bauern wissen, wie man sich im Gelände aufzuhalten hat, um sich anschleichen zu können, aus dem Hinterhalt zu schießen und anschließend wieder ungesehen zu verschwinden. Zwar sind diese Verbände nicht in der Lage die Franzosen in einer offenen Feldschlacht zu besiegen, aber sie reichen aus um über wütende Franzosen, die den Angreifern gefolgt sind, herzufallen und somit das französische Heer immer mehr aufzureiben. Auch marschiert Napoléon fast blind in Richtung München, denn von den Spähtrupps kommen die wenigsten wieder im Lager an, ebenso wird der Nachschub immer seltener in einem Stück geliefert und vergrößert eher das Heer der Verwundeten.</p>



<p>So erreicht die Nachricht von den Niederlagen in Belgien Napoléon erst am 12. November. Dieser reagiert sofort und treibt seine Armee noch schneller in Richtung München, so schnell, dass die deutsche Heckenschützen, die inzwischen immer koordinierter und gezielter angreifen, kaum mehr verfolgt werden können.</p>



<p>Moltke sieht seine neuste Taktik bestätigt und lässt die Truppen vor München so zusammenziehen, dass der &#8222;blinde&#8220; Napoléon in eine Falle tappt. Den Einsatz der &#8222;Panzerwagen&#8220; verwirft er wieder, zwar hat der vor 5 Jahren erfundene &#8222;Kraftwagen&#8220; ein großes Entwicklungspotential, für dessen Förderung Moltke sich nach dem Krieg einsetzen will, aber jetzt ist er als militärische Waffe zu unbeweglich und zu wenig geländetauglich, außerdem wird er bei zu starker Panzerung und Bewaffnung fast kaum mehr fahrtauglich, sofern er nicht gleich in die Luft fliegt. Aber dieser Misserfolg geht in einer Welle von Erfolgsmeldungen unter.</p>



<p>Durch die ausbleibende Vernichtung des niederländischen Militärpotentials (Moltke gelang es dem ruhmsüchtigen Feldherrn des Ardennenheeres vorzuspielen, bei Aachen sei eine Lücke in der deutschen Front, worauf dieser gegen die Befehle Napoléons angriff) ist zwar das Landheer der Franzosen nicht gefährdet. Aber die starke Flotte der Niederländer stellt eine enorme Bedrohung für die französische Flotte dar, welche sie auch gleich unterstreicht. In nur einer Woche werden zusammen mit der Royal Navy sämtliche französischen Schiffe im Ärmelkanal versenkt oder kampfunfähig geschossen. Das ermöglicht der britischen Armee endlich in Ostende zu landen und sich mit der Armee Moltkes und den Belgiern zu vereinigen.</p>



<p>Napoléon III. letzte Stunde scheint geschlagen zu haben, selbst wenn er München einnehmen sollte. Aber er hat noch ein Ass im Ärmel, die &#8222;Milice civile&#8220;, die Bürgermiliz. Jeder französische Bürger im wehrfähigen Alter ist verpflichtetes Mitglied dieser Miliz, wodurch er eine leichte Bewaffnung und eine militärische Grundausbildung, die in regelmäßigen Abständen aufgefrischt wird, erhält. Und diese Miliz lässt Napoléon jetzt mobilisieren, auch wenn er dafür 50 Mann losschicken muss, damit wenigstens einer ankommt und den Befehl überbringt. Ebenso zieht er seine Truppen aus Belgien zurück, wobei er nur &#8222;verbrannte Erde&#8220; zurückgelassen sehen will. Die Belgienarmeen ziehen sich somit auf die französische Grenzbefestigungslinie zurück, ein stark ausgebautes System von stark armierten Festungen sowie kleineren Zwischenwerken. Es ist dazu gebaut worden, den Gegner ausbluten zu lassen, den Napoléon ließ die Linie anlegen, weil er fürchtete, dass sein Angriffsplan verraten würde und er so plötzlich in der Defensive wäre. Dort verstärkt die Milice die geschwächten Truppen, sodass die Deutschen, Briten, Belgier und inzwischen wenn auch recht wenigen Niederländer vor einem Bollwerk stehen, dass sie kaum zu durchbrechen vermögen, während Napoléon in aller Ruhe München nehmen will, wo ihn allerdings schon deutsche Truppen erwarten&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1852 (Lobo)</h3>



<p>Am 18. November erreicht Napoléon III. die Stadt München, die komplett verlassen erscheint. Moltke hatte die Stadt evakuieren lassen, damit man für die Schlacht freie Bahn hat. Die deutsche 3. und 4. Armee stehen im Norden Bayerns und bringen zusammen eine Mannstärke von 105.000 Soldaten auf, während die 7. und 8. Armee im Osten Bayerns eine Mannstärke von 100.000 Soldaten aufweisen kann. Freiwilligenverbände im Westen Bayerns können 40.000 Mann bieten, welche nur darauf warten die Franzosen zu zerschlagen. Im Westen stehen 110.000 deutsche, 30.000 britische, 30.000 belgische und 20.000 niederländische Soldaten gegen die Reste der französischen Armee. Eine Übermacht die selbst die Verteidigungslinie Napoléons nur kurz aufhalten kann. Hinzu kommt, dass den Deutschen in 3 Wochen weitere 400.000 Soldaten zur Verfügung stehen werden, freiwillige die zu Kriegsbeginn in die Armee eintraten (es gibt seit 1860 keine Wehrpflicht mehr) und einen Schnellkurs in Sachen Überleben erhielten.</p>



<p>Napoléon III. verkennt den Ernst der Lage. Er denkt, die Deutschen wären aus Angst geflohen. Napoléon lässt die Stadt München befestigen und will die geschundene Armee einige Tage Ruhe gönnen. Er hofft darauf, dass die Deutschen alle ihre Kräfte auf den Westen konzentrieren würden, um in Frankreich einzufallen und um ihm den Weg zurück abzuschneiden. Er vertraute sehr auf seine Verteidigungslinie, die er selbst konzipierte.<br>Sein nächstes Ziel wären nun Berlin und Schlesien, den wichtigsten Zielen des Deutschen Reiches. Die nachfolgenden Truppen Napoléons, berichten über schwere Gefechte im Westen, sowie der Einnahme Belgiens.</p>



<p>Am Morgen des 20. Novembers, wecken Napoléon im Münchener Hofbräuhaus die Geräusche von Geschützbeschuss: 1.700 Geschütze beschießen die Stadt und sorgen für ein Flammeninferno, sowie für einen Strom von flüchtenden Franzosen. Über 10.000 französische Soldaten kommen in den ersten Stunden um, weitere 20.000 werden verletzt und 5000 laufen zu den Deutschen über. Napoléon sitzt in der Falle. Die Freiwilligenverbände schließen München im Westen von den Resten der französischen Front ab, München ist nun komplett eingekesselt. Mit Napoléon sitzen nun 107.000 Franzosen in der Falle, auf sie warten über 200.000 Deutsche. Napoléon entwickelt einen Fluchtplan&#8230;</p>



<p>Im Westen trifft eine Armeespitze auf die französische Verteidigungslinie, es kommt zu einem kurzen aber heftigen Gefecht, welche die Franzosen für sich entscheiden können. Die Nachricht geht schnell herum, die Deutschen trauern, die Franzosen jubeln. Es gab wenig in Frankreich zu jubeln, deshalb wird dieses Ereignis wie kein anderes gefeiert.</p>



<p>Moltke sieht die Gefahr eines Stellungskrieges, dies sehen die Briten jedoch anders. Sie denken es wäre nur ein kleiner Verteidigungswall, der in zwei Wochen zu überwinden wäre. Moltke überlässt den Briten das weitere Vorrücken, er lässt seine Armee auffrischen und nachrüsten. Schweres Gerät tritt nun an die Stelle von leichten Gewehren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">1852 (Lorien)</h3>



<p>Die Briten starten einen Angriff in Richtung Lille und müssen erkennen, dass ihnen doch kein kleiner Wall bevorsteht. Der Angriff frisst sich blutig in den französischen Stellungen fest. Erst neu herangeschaffte schwere Geschütze der Deutschen ermöglichen einen Rückzug, dabei hat das britische Korps allerdings eine Verlustquote von 75&nbsp;% eingefahren. Das strategische Kommando der &#8222;Alliierten&#8220; geht wieder an Moltke über, der sich aber mehr auf die Schlacht um München konzentriert.</p>



<p>Hier startet Napoléon III. am 23. November seine Flucht. Die angreifenden deutschen Soldaten zeigen sich überrascht, als die eingeschlossenen Franzosen plötzlich auf ihre Angriffsspitzen zurennen und gehen in Verteidigungsposition um die Franzosen niederzumähen. Dieses blutige Ablenkungsmanöver ermöglicht Napoléon einen Durchbruch in Richtung Südwesten. Dies geschieht allerdings nur mit seiner verbliebenen Kavallerie und seinen Elitefußtruppen, die zurückgelassene Artillerie und Infanterie ergibt sich 2 Tage später, nachdem Napoléon genügend Vorsprung hat, es sind nur noch knapp 10.000 Mann. Die deutschen Armeen verfolgen Napoléon erbittert durch ganz Baden und Württemberg, um die Scharte auszuwetzen. </p>



<p>Er kann jedoch mit seinen verbliebenen Truppen nach Strasbourg entkommen. Durch diesen in Frankreich als &#8222;strategische Meisterleistung&#8220; gefeierten Rückzug und weil sich die Franzosen angesichts der vielen Gegnern keinen Regierungswechsel leisten können, kann Napoléon seine minimale Gnadenfrist noch verlängern, er kann sich aber nun keinen Fehlgriff mehr erlauben.</p>



<p>Auf der Seite der Alliierten ist man sich inzwischen einig dass nur eine gut vorbereitete Großoffensive die &#8222;Fortifications de l&#8217;Est&#8220; (Ostfestungen) der Franzosen durchbrechen kann, denn Napoléon lässt die Bürgermiliz nun konsequent Mobil machen und pausenlos drillen, um sie kampfbereit zu machen.</p>



<p>Inzwischen hat sich im Konflikt Österreich gegen Russland auch einiges getan. Nachdem die deutsche Vermittlung gescheitert war und die Truppen des Zaren fast ohne Widerstand der Türken Moldau und Walachei, also Rumänien erobert haben, entschloss sich die österreichische Regierung zu einem gefährlichen Spiel und lies ihre Truppen direkt vor der Nase der russischen 700.000 Mann-Armee in Serbien einmarschieren um sich Russlands &#8222;Kampf zur Befreiung der Balkanvölker&#8220; anzuschließen. Dass dafür eine Generalmobilmachung nötig ist, macht sogar die russischen Generäle stutzig. Aber protestieren kann man nicht, da kein offensichtlicher Grund besteht, auch wenn Zar Alexander II einen Wutanfall bekommt. Dem Osmanischen Reich bleibt angesichts der unausweichlichen Niederlage nur der Rückzug aus Europa bis auf Konstantinopel. </p>



<p>Und nun steht die Entscheidung an der Donau an, wo sich Russen und Österreicher, denen sich Freiwilligenverbände der Balkanvölker außer den Serben angeschlossen haben (Man hatte nicht die blutige Niederschlagung der Polen- und Finnlandaufstände 1848 vergessen und die Österreicher garantieren Unabhängigkeit vor den Russen), belauern. Schließlich bleibt den russischen Generälen nichts anderes übrig, als anzugreifen, da der Zar schon droht Köpfe rollen zu lassen und sich die Weltöffentlichkeit eher für den Krieg in Westeuropa interessiert. Aber die knapp 300.000 Österreicher und Verbündete haben sich schon länger auf den unausweichlichen Angriff vorbereitet. Als die riesige russische Heereswalze sich über die Donau auf die Stellungen der Österreicher zuquält, wurden schon längst mit Hilfe von rumänischen Unabhängigkeitsanhängern die verbündeten Truppen an den Flanken der Russen postiert, von wo aus sie jetzt die Russen unter Beschuss nehmen. Die zwangsrekrutierten russischen Soldaten glauben an einen Hinterhalt und es bricht Panik aus. Geschlagen ziehen sich die Russen wieder zurück. Als auch ein weiterer russischer Vorstoß in den Karpaten hängenbleibt, kehrt auch hier vorläufige Ruhe ein. Vorläufige, weil kein Kriegsführender sich jetzt einen Friedensschluss machen kann, ohne als Verlierer dazustehen oder als solcher der sich eine Chance entgehen hat lassen, den bösen Erzfeind zu schlagen.</p>



<p>Für 2 Monate herrscht ein seltsamer Friede in Europa, während alle Nationen alles für ihre Kriegsmaschinerien rekrutieren, was sich rekrutieren lässt.</p>



<p>Am Morgen des 22. Januars 1863 bewegen sich in den Stellungen der Alliierten von Lörrach im Schwarzwald bis in Nieuwpoort an der Küste des Ärmelkanals die Männer in ihre Stellungen. Bereit zur größten Offensive aller Zeiten von 1,1 Millionen deutschen, 1 Million britischen aus allen Teilen des Empires sowie 60.000 belgischer und 70.000 niederländischen Soldaten gegen die 1,3 Millionen Franzosen des Louis-Napoléon Bonaparte III. Gelingt diese Offensive, macht sie Frankreich den Garaus zu machen, weil Napoléon nirgendwoher Reserven abziehen kann. Scheitert, sie wird sie auch das größte Blutbad aller Zeiten und Napoléon kann noch einmal seinen Kopf aus der Schlinge ziehen, wenn er gegenüber den überlegenen, aber den erschöpften Gegnern einen Friedensschluss diktieren kann.<br>Gleiches gilt für die 1 Million Soldaten des Vereinigten Kaiserreichs Österreich, welche gegen 3 Millionen schlecht ausgebildete und bewaffnete zaristische Soldaten antreten.</p>



<p>Es ist der Morgen des 22. Januars 1863 als die Ruhe in Europa durch das Donnern von tausenden Kanonen durchbrochen wird&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1853 (Lobo)</h3>



<p>Die gefangengenommenen französische Soldaten (überlebende Münchens), zeigen sich erstaunt über die Tatsache, dass es mehr als nur 50.000 Deutsche waren, die auf sie zumarschierten. Von so vielen hat ihnen Napoléon nämlich berichtet, um sie für die Schlacht zu ermutigen. Deutschlands Verluste waren gering, im Vergleich zu denen der Franzosen.</p>



<p>Moltke kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er über die französischen Flaggen marschiert, die Napoléon bei seiner Flucht zurücklassen musste. München ist nun komplett dem Erdboden gleich, ein tiefer Schnitt in die Seele Bayerns, der noch lange für Hass sorgen wird. Moltke hatte die Franzosen nun endlich vom Reichsgebiet vertrieben. Nur für wie lange fragt man sich in Berlin. Friedrich ist äußerst zufrieden, das Volk jubelt Moltke und einem seiner jungen Kollegen, General Schliffen, in einer großen Siegesparade zu.</p>



<p>Jedoch ist der Krieg noch nicht vorbei, denn die Rachegelüste der gesamten Alliierten entflammten nach der ersten Frankreichschlacht aufs neue. In Afrika haben derweil deutsche und britische Truppen die französischen Kolonien erobert, Frankreich ist nun von den wichtigen Rohstoffen abgeschnitten, politisch isoliert und militärisch in großer Bedrängnis. Russland verspricht Frankreich daraufhin Rohstofflieferungen, erklärt den Alliierten nicht den Krieg. Napoléon schwitzt wie noch nie in seiner Amtszeit, durch einen Querschläger wurde sein Knie zerschmettert und das Fieber nagt an seinem Leben &gt; (21. Januar)</p>



<p>1. Januar<br>4.200 allierte Geschützen beschießen um 6.35 Uhr die Front bei Straßbourg, der größte gebündelte Einsatz von Geschützen in der Geschichte. Der Angriff dauert bis 12 Uhr, denn neue Munition muss herangeschafft werden. Der Rhein ist vom Staub der Erde braun gefärbt, die Erde hinter ihm rot. Die großen Bunkeranlagen Frankreichs halten dem Angriff mit Mühe stand, doch jeder Soldat weiß, dass sich dies noch früh genug ändern wird. Napoléon III. ist zu dieser Zeit bewusstlos, ein Zustand der den Generälen nur recht sein kann. Die Ereignisse überschlagen sich.</p>



<p>Am 23. Januar lässt das neu gegründete französische Oberkommando die Front bei Straßbourg (oder das, was davon übrig geblieben ist) abrücken, um ca. 20 km nach hinten in die Gräbenanlagen des Verteidigungswalls. Viele Soldaten der Milice civile flüchten und es entsteht ein 20 km breites Loch, gefundene Beute für Moltke: Eine Stoßarmee von 30.000 Soldaten bricht durch dieses Loch, der Rückzug der Franzosen bekommt den Charme des Chaos. Erste Brückenköpfe können gebildet werden, jedoch wächst der Widerstand pro Kilometer.</p>



<p>Die Alliierten stehen nun 40 km auf französischem Gebiet, es werden weitere 80 in den nächsten Wochen hinzukommen.</p>



<p>1. Februar<br>Bismarck lässt Telegramme nach Paris verschicken, in denen er Frankreich den Frieden anbietet. Die Bedingungen sind gemäßigt, so wie man es von Bismarck gewohnt ist:</p>



<ul class="wp-block-list"><li>Frankreich verzichtet auf Elsaß-Lothringen, welches an Deutschland abgetreten wird.</li><li>Die Kolonien in Afrika werden unter die Verwaltung der Allierten gestellt.</li><li>Belgien erhält als Ausgleich für die Kriegsschäden die Champagne und die Picardie.</li><li>Das Gebiet Lorraine bleibt Frankreich angehörig, wird aber entmilitarisiert.</li><li>Frankreich wird eine Demokratie.</li></ul>



<p>In der gleichen Zeit reist Bismarck nach Moskau, um sich mit dem Zaren zu treffen. Es wird ein Waffenstillstand mit Österreich ausgehandelt, in dem Russland Reparationszahlungen aus Frankreich versprochen werden. Der Zar ist knapp bei Kasse und die Armee frisst noch größere Löcher in das Geldsäckel. Russland zieht seine Truppen 40 Kilometer von der Front zurück, als Zeichen des Waffenstillstands.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Juni 1863 (Lorien)</h3>



<p>Die Alliierten haben auf der Linie Amiens-Reims-Dijon halt gemacht seit die Franzosen im Februar auf den Waffenstillstand eingingen.</p>



<p>Am 1. Juni beginnt schließlich der Genfer Kongress mit den Vertretern der Alliierten, Österreichs, Russlands und der demokratischen Regierung Frankreichs, auf dem über die Nachkriegsordnung entschieden werden soll.</p>



<p>Die Konferenz verläuft gut: Die Deutschen und Belgier, die die schlimmsten Kriegsschäden erlitten haben, zeigen sich mit den Gebietsabtretungen zufrieden. Die Briten sehen mit ein paar Rüstungsbeschränkungen für Frankreich ihre Balance of Power gewahrt, ohne dass Frankreich wieder zur Gefahr werden kann. Und Österreicher und Russen sind einfach nur froh, dass der Krieg keine Löcher mehr in die Staatskassen frisst. Der größte Drängler auf einen erfolgreichen Abschluss ist jedoch Frankreich und dass nicht nur, weil die Grande Armée den Alliierten kaum mehr Widerstand leisten kann. </p>



<p>In Frankreich gärt es. Die demokratische Regierung ist alles andere als beliebt und dass nicht erst seitdem die Waffenstillstandsbedingungen in der Öffentlichkeit bekannt wurden. Viele Franzosen, aber vor allem die Mitglieder der Milice civile, verkraften den schnellen Absturz Frankreichs von der größten Militärmacht Europas zu einem Land, dass den Alliierten ausgeliefert ist nicht. Die neue Regierung wird als aufgezwungen empfunden und sowieso für die &#8222;demütigenden&#8220; Frieden verantwortlich gemacht, obwohl sie weder für das noch für die Wirtschaftskrise etwas kann. </p>



<p>Die Wirtschaftskrise ist die schlimmste in Frankreich seit den Zeiten der Revolution 1789, als Frankreich zahlungsunfähig war. Wieder ist Frankreich pleite allerdings nicht, weil irgendein Monarch zu viel geprasst hat, sondern weil der Haushalt Frankreichs durch die Aufrüstungen Napoléons sowie so schon überschuldet war und vor dem Kollaps stand und weil Napoléons Minister und Generäle, bevor sie mit ihrem Kaiser ins spanische Exil verschwanden, die Reste der Staatskasse geplündert haben. Und eben die Frage nach Reparationen von Frankreich, auf die vor allem das finanziell gebeutelte Russland pocht, (neben der Tatsache, dass wie auf dem Wiener Kongress 1815 nebenbei kräftig gefeiert wird) lassen die Verhandlungen immer länger dauern, schließlich zu lange&#8230;</p>



<p>Am 14. Juli 1863, dem französischen Nationalfeiertag, kommt es zum Aufstand der Milice civile in Paris, der sich bald auf das ganze nicht besetzte Frankreich ausbreitet. Die Regierung flüchtet, nachdem 2 Minister vom wütenden Mob gelyncht wurden, nach Bordeaux und ist mit den wenigen Armeeeinheiten, die ihr nach Gefolgschaft leisten gerade einmal in der Lage ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten, darüber hinaus aber handlungsunfähig. Die Alliierten zeigen sich überrascht und diskutieren, wie darauf zu reagieren ist. Nachdem aber Stellungen der Alliierten an der Marne beschossen wurden, müssen sie handeln, aber sie wissen nicht wie.</p>



<p>Die Öffentlichkeit in den alliierten Ländern fordert eine komplette Besetzung Frankreichs mit anschließender Zerschlagung des Landes. Aber den Regierungen ist klar, dass eine solche Aktion undurchführbar ist, denn die Franzosen würden lieber einen Kleinkrieg führen, als eine Vernichtung Frankreichs einfach hinzunehmen. Aber die Alliierten stehen unter Zugzwang, es ist ein offenes Geheimnis, dass die französische Armee kaum noch kampffähig ist und die Milice civile gar nicht, was eine Abwehr der Alliierten angeht. Es kommt schließlich noch erschwerend hinzu, dass das Königreich Italien Ende Juli auf Korsika landet und in Südfrankreich einmarschiert, um auch ein Stück vom geschwächten Frankreich abzubekommen. Um andere Wahlmöglichkeiten betrogen, lassen die Deutschen und Briten ihre Truppen wieder marschieren, in Richtung Paris und Lyon. Der Krieg will einfach nicht enden&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1863 (Lobo)</h3>



<p>Aus Berlin wird ein Ultimatum der Alliierten an Italien entsandt, welches einen Rückzug der italienischen Truppen innerhalb der nächsten 4 Tage vorsieht. Der italienische König verweigert eine Antwort, mit der Begründung das Frankreich sich selbst verwaltet und auch für sich selbst sprechen kann. Frankreich steckt in der Bredouille, da man den ehemaligen Feinden immer noch äußerst kritisch gegenübersteht. Noch immer sind die Wunden unvergessen, welche die Niederlage mit sich brachte. Russland verweigert jede Einmischung aufgrund der Neutralität zu Italien, jedoch ist dies nur die halbe Wahrheit: Russlands Armee ist erschöpft und kaum in der Lage seine personellen Strukturen aufrechtzuerhalten, ein Angriff auf Russland wäre verheerend. Dabei ist Italien mit keinem anderen europäischen Land verbündet, jedoch hat Russland viele Feinde, dazu zählen auch Schweden/Finnland/Norwegen.</p>



<p>Die Alliierten wollen Frankreich um jeden Preis verteidigen. Schließlich darf die neu erschaffene Demokratie nicht durch einen gierigen Machthaber untergehen. Jedoch ist die Resonanz nicht mehr so groß in den Reihen der Generäle. Nur Deutschland und Britannien sehen einen Sinn in der Verteidigung Frankreichs.</p>



<p>Moltke legt am 26. Juli einen Plan zu Eroberung Italiens vor, der jedoch als zu offensiv angesehen wird, schließlich will man Italien nur aus Frankreich werfen und nicht gleich vernichten.</p>



<p>Währenddessen plant der kleine Mann auf der iberischen Halbinsel schon weitere Feldzüge, jedoch sieht er im Moment nur eine Chance das Volk Frankreichs wieder unter Kontrolle zu bringen: Er muss es von den Italienern und Alliierten befreien. Hierfür sammelt er an der Grenze Freiwillige, die ihm gefolgt sind. Ein direkter Einmarsch in Frankreich ohne jegliche Rückendeckung wäre Selbstmord, das weiß auch er.</p>



<p>Spanien hat im Moment keine Zeit sich um Napoléon zu kümmern, es ist zu sehr mit seinen Kolonien beschäftigt, als dass es sich um den ehemaligen Herrscher kümmern könnte.</p>



<p>Ein Fehler den Napoléon auszunutzen gedenkt. Eifrig lernt er in den Nächten Spanisch, rekrutiert Spanier und hält berauschende Reden und Feste in seinem notdürftigen Lager. Immer mehr Zuspruch erreicht ihn, ja sogar die Presse bejubelt ihn als großen Politiker und Feldherr.</p>



<p>Wie sein Großvater plant er sein Comeback, doch diesmal will er es richtig anpacken&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1863 (Lorien)</h3>



<p>Am 12. August fällt Bordeaux nach knapp 1-monatiger Belagerung durch die Aufständischen der Milice civile, denen sich wie in ganz Frankreich auch jede Menge Halunken und Verbrecher angeschlossen haben. Von den Demokraten überlebt kein einziger die anschließenden Plünderungen und Massaker. Als Entsatz eingetroffene britische Schiffe können nur noch hilflos das brennende Bordeaux beobachten. Nach dem Fall von Bordeaux und dem endgültigen Ende der kurzlebigen II. Rrebublik gerät der Aufstand der Milice civile vollends außer Kontrolle. Ohne den gemeinsamen (Haupt-)Feind zerfällt die Milice in verschiedene Splittergruppen, u.a. auch Kommunisten und Napoléonanhänger, dich sich gegenseitig um die weitere Vorgehensweise, d.h. um die Macht in Frankreich, streiten und immer öfter auch bekriegen. Frankreich versinkt in Anarchie. Die Alliierten müssen erkennen, dass ihre Strategie zur Verteidigung des demokratischen Frankreichs gescheitert ist und müssen umdenken.</p>



<p>Schließlich entscheidet man sich, da eine vollständige Besetzung Frankreichs nach wie vor unmöglich ist, bestimmte Gebiete, die sich am einfachsten &#8222;befrieden&#8220; lassen, den Anrainerstaaten zuzuschlagen, um wenigstens den Konfliktherd Frankreich zu verkleinern, was durch den Genfer Vertrag vom 25. August 1863 legitimiert wird.</p>



<p>Somit weht der Union Jack bald über Nordfrankreich bei Calais sowie über mehreren Atlantikhäfen, die belgische Flagge über der Picardie und der Champagne und schwarz-rot-gold über Lothringen (Lorraine) und dem Elsass (Alsace). Sogar die Schweizer bekommen mit Franche-Compté einen Teil ab, auch wenn sie nicht ganz wissen was sie damit sollen. Die Italiener dürfen die Rhône- und Alpenregion sowie Korsika behalten und die Spanier besetzen die französischen Pyrenäen und das gesamte Languedoc.</p>



<p>Hier ist Napoléon III. inzwischen Ministerpräsident geworden, er hat bei der spanischen Königin Isabella II und beim Volk v.a. durch die &#8222;Erwerbungen&#8220; in Frankreich eine ungeheure Popularität erreicht und dass, obwohl seine Kritiker meinten, er würde als Günstling der Königin, die zu seinen begeistertsten Anhängerinnen gehört, sich nicht lange auf diesem Posten halten können. </p>



<p>Aber auch wenn Napoléon Spanien unter im Moment unter Kontrolle hat, Frankreich hat er damit noch lange nicht zurückgewonnen, aber damit rechnet er. Auch wenn die Alliierten Spanien im Auge behalten, kommen bald die ersten Gerüchte in Umlauf, dass die &#8222;Front Napoléon&#8220;, die eine Wiedereinsetzung Napoléons als Kaiser fordert, ihre Nachschubbasen und Operationszentren im spanischen Languedoc hat. Und mit Hinweisen auf dadurch immer häufiger vorkommende &#8222;Verletzungen spanischen Hoheitsgebietes&#8220; durch andere französische Splittergruppen, rüstet Napoléon wieder auf, langsam und schrittweise, aber er rüstet auf&#8230;</p>



<p>14.Juli 1872, Paris</p>



<p>Paris jubelt, zum ersten Mal seit fast 1 Jahrzehnt, genau solange ist es her, dass die Seine-Stadt einen Zustand namens Frieden gekannt hat. Die Herrscher der Stadt hatten oft gewechselt: Kommunisten, Republikaner und manchmal auch Verbrecher, die zu Warlords geworden waren, aber jedes Mal erfolgte ein Wechsel blutiger als der andere, wie es auch in anderen größeren Städten während des Bürgerkriegs leider üblich war.</p>



<p>Doch heute war ein völlig neuer und doch alter Herrscher in Paris eingezogen, der sich geschworen hatte nicht wieder gestürzt zu werden, egal wie und egal von wem. 20.000 Milizionäre der &#8222;Front Napoléon&#8220; sowie 45.000 spanische Soldaten allein in Paris machten ihm den Schwur auch einfacher. Aber eigentlich war diese Militärpräsenz nicht nötig, den die größten Feinde gab es nicht mehr, sein Plan war aufgegangen. 9 Jahre Bürgerkrieg hatten die Alliierten und Italien mürbe gemacht, sie waren es leid, sich gegen die andauernden Überfälle der Bürgerkriegsparteien mit verlustreichen Gegenattacken zu wehren, zumal das die Warlords nicht im geringsten bremste. Nachdem selbst die von Briten geschützte Atlantikstadt Nantes 1871 überfallen, eingenommen und geplündert wurde, war für die Alliierten das Maß voll. Und genau das war der Zeitpunkt, an dem er sich wieder ins Spiel brachte, denn alle Vorteile lagen auf seiner Seite.</p>



<p>Die Alliierten mussten endlich erkennen, dass sie den Bürgerkrieg weder beenden noch beeinflussen konnten, ebenso wie die Italiener. Aber die Spanier und ihr im Land populärer Ministerpräsident waren nicht durch den vorangegangenen Krieg stigmatisiert und durch die Verbündeten der &#8222;Front Napoléon&#8220; und dem erfolgten Aufrüstungen der spanischen Armee waren die anderen Parteien fast vollständig besiegt worden, nachdem die Alliierten schweren Herzens zugestimmt hatten. Noch nicht vollständig, weil noch die Erlaubnis der Alliierten eingeholt werden musste, eine neue Milice civile aufzustellen. Einmal zugestimmt konnten die Alliierten nicht mehr aus. Aber mit dem Begriff &#8222;Milice civile&#8220; verbanden sie sowieso nur einen disziplinlosen Haufen, keine Gefahr für ihre Heere, was eine Zustimmung wahrscheinlich werden ließ. Natürlich blieb es dann offen, was aus der Milice civile werden sollte, wenn Frankreich vollständig befriedet sein würde.</p>



<p>Zufrieden winkte Napoléon, Ministerpräsident Spaniens und von den Alliierten, Italien und Spanien anerkannter Reichsverweser Rest-Frankreichs, der jubelnden Menge zu.</p>



<p>In den Jahren nach 1872 stabilisiert sich die Lage in Mitteleuropa entgegen allen Erwartungen. Napoléon hat genauso wie sein Volk genug vom Kriege führen. Man hat genug gelitten, auch in den anderen Staaten und will endlich Frieden. Es bildet sich schließlich ein Netz von Rüstungs- und Bündnisverträgen über den Kontinent; Frankreich bekommt sogar bis auf Elsass-Lothringen die besetzten Gebiete zurück und kann innerhalb von auferlegten Grenzen die Armee so weit aufbauen, um wieder Weltpolitik zu betreiben. Großbritannien konzentriert sich ebenfalls wieder stärker auf den Aufbau seines Empires, bleibt aber mit dem Deutschen Reich per Flotten- und Heeresabkommen sowie einen Bündnisvertrag verbunden. Die Benelux-Länder nähern sich ebenfalls in ihrem Bestreben von den Großmächten unabhängig zu bleiben an.<br>Endlich herrscht nach dem langen Krieg Frieden in Europa.</p>



<p>Doch wie immer in der Geschichte hat auch diese Friedensepoche ihre konfliktträchtige Schattenseite.</p>



<p>In diesem Fall Russland und seine Nachbarn. Da es nach dem Krieg außer mit hohen Verlusten im Krieg gegen Österreich leer ausgegangen ist, hat der Zar einen riesigen Ansehensverlust zu verkraften und Russland ist als einzige absolutistische Monarchie nicht nur nicht in das europäische Vertragssystem eingebunden, sondern sogar völlig isoliert. Dem entsprechend hoch ist die Anzahl der Aufstände. Diese werden immer mehr denn sie werden von außen unterstützt, um Russland als Gefahr auszuschalten. Die Skandinavier und Deutschen unterstützen die Finnen, Balten und Polen in ihrem Unabhängigkeitskampf und die Österreicher und ihre Balkanverbündeten unterstützen Sezessionsbewegungen in Moldawien und der Ukraine. Eher klein bleibt die britische Unterstützung für die Kaukasus- und Turkvölker die sich einer Einverleibung in den russischen Herrschaftsbereich weiterhin hartnäckig widersetzen. Dadurch wird die Erschließung Sibiriens vollkommen fallengelassen, was wiederum dem wiedererstarkenden Japan zugutekommt, welches völlig bündnisfrei immer noch von den Europäern unterschätzt wird.</p>



<p>Eher weniger gefährlich nimmt sich dagegen das Schielen der USA nach dem Bürgerkrieg auf die spanischen Kolonien Kuba und die Philippinen aus, denn bedingt durch die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Napoléon veranlasste Aufrüstung und sein Bündnis mit dem vom Präsidenten Napoléon regierten Frankreich ist Spanien keine so leichte Beute wie die USA denken&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1900 (Lorien)</h3>



<p>Ein Jahrhundert geht zu Ende, Europas Jahrhundert, sagen viele.</p>



<p>Der alte Kontinent hat in den Jahren seit dem Ende der deutsch-französischen Kriege einen Aufschwung erlebt, wie er seinesgleichen sucht. Weite Teile der Bevölkerung haben dank der von Deutschland übernommenen Sozialgesetze zu Wohlstand gefunden, der sich aus einem riesigen Wirtschaftswachstum schöpft. Und endlich herrscht wieder längere Zeit Frieden in Europa, einen schrecklichen Krieg wie vor 30 Jahren will niemand mehr&#8230;.</p>



<p>&#8230; das soll allerdings nicht heißen dass man auf andere Arten der Kriegsführung und der Expansion verzichtet hat.</p>



<p>Afrika, Südasien und die Südsee wurden unter den europäischen Großmächten als Kolonien verteilt, sogar die Österreicher fühlen sich als Kolonialmacht, und jede europäische Großmacht, die etwas auf sich hält, hat selbstverständlich ihren eigenen erzwungenen Vertragshafen in China.</p>



<p>Weniger friedlich ging das europäische Jahrhundert jedoch an den USA vorbei.<br>1898 fühlte man sich stark genug endlich Spanien die Kolonien, v.a. Kuba und die Philippinen, wegzunehmen. Herauskamen bei dem Krieg gegen schließlich Spanien, Frankreich und Mexiko eine Reihe von Niederlagen der US-Marine, eine Bombardierung Washingtons, New Yorks und Philadelphias und die Abtretung von New Mexico,Arizona,Nevada und Kalifornien an Mexiko sowie Reparationen in geheimer Höhe.</p>



<p>Doch auch an der Peripherie Europas blieb es nicht ruhig:<br>Seit 1890 gibt es 3 neue Staaten in Europa, Polen, Finnland und die Ukraine feierten nach erfolgreichen und vom Ausland unterstützten Aufständen ihre Unabhängigkeit, was das Zarenreich seinen Zaren Alexander III. kostete, der einem Anschlag bei den darauf folgenden Revolten zum Opfer fiel.</p>



<p>Der neue Zar Nikolaus II galt zwar als willensschwach und dumm, doch genau das Gegenteil war der Fall. Unter ihm wurden die Aufstände niedergeschlagen, die Terrorgruppen von der Geheimpolizei hingerichtet und alles in der Weise von Peter dem Großen reformiert, das hieß, alles was aus Europa hilft, Russland mächtiger zu machen wird angenommen, aber politische Freiheiten werden unter der oft gewaltsam vorangetriebenen Modernisierung begraben. </p>



<p>Da der Westen nun versperrt war, wurde die Expansion nach Osten umso schneller wiederaufgenommen. Tausende Strafgefangene (die Aufstände hatten für genügend Nachschub in dieser Richtung gesorgt) bauten Eisenbahnschienen, Brücken, Befestigungen und manchmal sogar ganze Städte. Sibirien wird zur Weizenkammer und zum Bergwerk Russland, auf das die neue Größe des Landes gebaut werden soll. In 10 Jahren wird die Transsibirische Eisenbahn bis nach Wladiwostok gezogen, eine 2. weiter nördlich bei Jakutsk ist 1900 noch im Bau, steht aber kurz vor der Vollendung. </p>



<p>Nikolaus ist zufrieden mit seinen &#8222;Reformen&#8220;, so zufrieden, dass er kurzerhand, fast als Einleitung zu einem russischen Jahrhundert, 1900 die chinesische Mandschurei besetzten lässt. Damit fühlt sich jedoch eine weitere neue Großmacht in Asien, das japanische Kaiserreich, auf die Füße getreten. So steht schon kurz nach dem Neujahrstag der erste Konflikt des 20. Jahrhunderts zwischen 2 im Aufstieg befindlichen Großmächten in den Startlöchern&#8230;.</p>



<p>Es ist der 18. Mai 1900, der 32. Geburtstag von Nikolaus II und die Japaner machen ihm ein eigenes Geburtstagsgeschenk der nicht so begeisternden Art:<br> 250.000 japanische Soldaten überschreiten die Grenze vom japanischen  Protektorat Korea zur russisch besetzten Mandschurei, die japanische  Marine beschießt Wladiwostok, den russischen Vertragshafen Port Arthur  sowie die Insel Sachalin.  </p>



<p>Doch die Russen, obwohl auf dem falschen Fuß erwischt, zeigen sich als harte Gegner. Als die japanische Marine bei Sachalin eine Entscheidungsschlacht mit den als zahlenmäßig unterlegen eingeschätzten Einheiten der russischen Sibirienflotte suchen will, erreichen sie in der 48-Stunden-Schlacht von Sachalin nur ein knappes Unentschieden gegen die überhaupt nicht unterlegenen Russen. Bei Mukden in der Zentralmandschurei frisst sich bis Juli der japanische Vormarsch ohne große Erfolge dafür aber mit hohen Verlusten auf beiden Seiten fest, aber die Russen verkraften die Verluste besser. </p>



<p>Seit mehreren Jahren wird den sibirischen Strafgefangenen kurz vor der Entlassung nur Zuckerbrot und Peitsche geboten. Peitsche heißt: sofortige Exekution als Schwerverbecher bei Rückkehr nach Westrussland. Zuckerbrot heißt: Sie dürfen sich in Sibirien frei bewegen und sich soviel Land nehmen wie sie wollen, vorausgesetzt sie bewirtschaften es. Dies geht sogar so weit, dass in den westlichen Bevölkerungszentren Leute nur unter fadenscheinigen Gründen verhaftet werden, um sie dadurch nach Sibirien zu bringen. So stehen den Russen ein paar Millionen Menschen als schnell greifbare Reserve zur Verfügung, doch die Japaner haben ihre Rüstungsindustrie praktisch noch vor der Haustür, während die russische in Sibirien trotz riesiger Steigerungsraten dagegen noch bescheiden ist.</p>



<p>Im Oktober haben schließlich beide Kontrahenten genug vom strategischen Unentschieden und leichten Scharmützeln. Der russische Generalstab konzentriert knapp 500.000 Soldaten bei Mukden um die Japaner endgültig aus der Mandschurei hinauszuwerfen, während die Japaner Flotten- und Heereseinheiten bei Seoul und Sapporo konzentrieren um mit Invasionen bei Port Arthur und Sachalin die Russen zum Friedensschluss zu zwingen&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1900 (Lorien)</h3>



<p>31. Dezember 1900, das erste Jahr des neuen Jahrhunderts geht zu Ende, der Krieg im Osten nicht.</p>



<p>500.000 russische und 200.000 japanische Soldaten liegen begraben zwischen Mukden und Sachalin. Zwar haben die Russen die japanischen Invasionstruppen bis zum koreanischen Grenzfluss Yalu zurückgedrängt und den Angriff auf Port Arthur abgewehrt, aber auf der Südhälfte von Sachlin weht die Flagge mit der aufgehenden Sonne. Sachalin wird im 2. Jahr des neuen Jahrhunderts zum Schlachtfeld, welches die Truppen beider Seiten anzieht, wie der Speck die Mäuse. In 365 Tagen zählt man allein 10 Seeschlachten, 15 Landoffensiven und hunderte kleiner Gefechte zu Land, zu Wasser und erstmalig auch in der Luft, und dass auf dieser einzigen Insel.</p>



<p>Die Europäer beobachten den Krieg mit Interesse, denn man ist überrascht, dass Russland und Japan einen Krieg dieser Dimension länger führen können.</p>



<p>Doch am 5. Juli 1902, 4 Jahre nach der bitteren Niederlage gegen das Dreierbündnis Mexiko, Spanien und Frankreich, marschieren US-Truppen in die Bevölkerungszentren des kanadischen Dominions ein. Unterstützt von Sympathisanten in der englischsprachigen Bevölkerung werden die britischen Truppen überwältigt. Ein Aufstand im französisch sprechenden Quebec gegen die &#8222;anglophone Invasion&#8220; wird am 7. Juli niedergeschlagen. Kanadas Provinzen werden zu US-Bundesstaaten.</p>



<p>Im London ist man entsetzt und verkündet die Generalmobilmachung. Doch 2 Monate später weicht der patriotische Taumel des Kriegsbeginnes der Niedergeschlagenheit. Bei Neufundland und den Bermudas lief die Royal Navy, die mächtigste Kriegsflotte der Welt in Fallen der brandneuen US-Marine und erlitt die größten Verluste ihrer Geschichte. Während in New York schon Siegesparaden ablaufen, ruft man in London panikartig nach den Verbündeten aus dem letzten Krieg. </p>



<p>Doch der mächtigste unter ihnen ist untreu geworden. Seit 1888 beschränkt sich der neue deutsche Kaiser Wilhelm I. auf Drohgebärde und Aufrüstungen in enormer Höhe. Jetzt träumt er davon den Briten Kolonien abzunehmen oder sogar einen Krieg anzuzetteln. </p>



<p>Doch das ist dem deutschen Parlament zu viel: in Misstrauensvotum setzt Wilhelm ab und Prinz Max von Baden wird neuer Kaiser. Zwar beantwortet Max I. die Bündnisrufe der britischen Regierung positiv, doch nach 14 Jahren &#8222;Wilhelmscher Diplomatie&#8220; bleibt diese etwas vorsichtig. Doch das Volk ist begeistert, den die Aufrüstungen brachten der Deutschen Armee 2 Waffen mit fast legendären Ruf. Moltkes Panzeridee wurde praktikabel gemacht, inzwischen explodieren die Panzerwagen sogar kaum mehr, sondern bleiben einfach mit einer Rauchwolke in der Pampa stehen, was aber auch seltener wird. Und bis dahin bilden sie in Verbänden eine gefürchtete Offensivwaffe. Doch weit mehr sind die neuen Schiffe der deutschen Marine gefürchtet, die Großkampfschiffe der Lothringenklasse, welche alles an Bewaffnung, Panzerung und Geschwindigkeit in den Schatten stellt, was bisher auf Kiel gelegt wurde. Die Briten zogen zwar mit der Dreadnoughtklasse gleich, diese Schiffe sind aber noch in der Testphase gegenüber den kampfbereiten Deutschen. Jedoch bewahrte sie das vor dem Schicksal der Versenkung vor Neufundland und Bermuda. Auf diesen 2 Waffen beruht die neue Siegeshoffnung der Briten, aber die verbündeten Deutschen und Österreicher wollen nicht irgendwo in den Wäldern Kanadas ihre Soldaten sterben lassen, zumindest nicht umsonst&#8230;</p>



<h3 class="wp-block-heading">1905 (Lorien)</h3>



<p>Pearl Harbour, Hawaii, 7. Dezember 1905, 05.00 Uhr Ortszeit:</p>



<p>Ruhig liegen die wenigen Schiffe der zugunsten der Atlantikflotten herunter gerüsteten Pazifikflotte im Hafen der vor knapp 7 Jahren annektierten US &#8211; Besitzung. Die Matrosen egal, ob um diese Uhrzeit schon auf ihren Schiffen oder noch beim Feiern, glauben genauso wie ihre wenigen Soldatenkollegen an Land, dass sie das große Los gezogen haben, auch wenn sich in dieser Nacht das Gerücht verbreitet man habe den Kontakt zu den nordwestlich gelegenen Midway-Inseln und Samoa in der Südsee verloren. Abgesehen von diesem Gerücht, was von den meisten als technischen Problem abgetan wird, geben die Umstände jedem einzelnem recht. Hawaii liegt weit weg vom Krieg mit Europa. Und dieser Krieg läuft bisher genau nach den Spielregeln von Uncle Sam&#8230;.</p>



<p>&#8230; was er aber, wenn man die Situation in den Anfangstagen des Krieges nach dem Einschreiten der britischen Verbündeten und sogar der Mexiko-Alliierten Spanien und Frankreich nüchtern betrachtet hätte, nicht tun sollte. Doch die US-Ingenieure hatten 2 Waffen an die Marine und die neugegründete Luftwaffe geliefert, welche sämtliche Gegner das Fürchten lehrte.</p>



<p>Ein besonderes Beispiel für den Sieg dieser 2 Waffen über die &#8222;verbündeten&#8220; Europäer lieferte die Schlacht bei Neufundland Anfang 1905, oder &#8222;La Bataille de Desastre&#8220; wie es die Franzosen nannten: Die in 2 Zügen anschippernde Flotte der Europäer, wurde schon mehrere Stunden vorher von der US Air Force gesichtet, was aber bei den französischen, spanischen, britischen und deutschen Admirälen nur einen vor Verwunderungen offenstehenden Mund und die Erkenntnis, dass es unmöglich sei, dass ein Flugzeug so weit vom Land entfernt operieren könne, hinterließ. Zum Unglück für die in die sich immer noch nicht ganz grünen Mexiko- und Englandverbündeten gespaltene Flotte, konnten die neuen Langstreckenflugzeuge es doch und als Neufundland in Sicht kam und die ersten Landungsboote an Land rudern wollten, wurden die meisten von der eiligst herangeschafften Artillerie der US Army versenkt. An sich kein Beinbruch, denn die Deutschen hatten mit der &#8222;Friedrich Wilhelm I&#8220;, der &#8222;Friedrich III&#8220; und der &#8222;Straßburg&#8220; 3 ihrer Großkampfschiffe, dem Stolz deutscher Schiffsbaukunst und der kaiserlichen Marine mit den größten Kanonen der Welt, in ihrer Flotte. </p>



<p>Doch der Stolz der Deutschen hatte keine Zeit die amerikanischen Stellungen zu Klump zu schießen, denn plötzlich erhielten alle 3 Schiffe Torpedotreffer, obwohl die Geleitschiffe weder Kampfhandlungen noch Schiffe der US Navy meldeten. Alles in allem, fand sich nach Neufundland der Stolz der Deutschen Marine in den Reparaturwerften wieder. Glücklicherweise hatte die Sinkfestigkeit der neuen Schiffe als einziges den Erwartungen entsprochen.</p>



<p>Was man neben dem Verlust von 7 Geleitschiffen noch aus der Schlacht verbuchen konnte, war letztendlich auch die Erkenntnis der 2 Wunderwaffen der USA, wobei die 2 Erkenntnis eigentlich nur darauf beruhte, dass die &#8222;Straßburg&#8220;, beim in Panik wegen der unvorhersehbaren Torpedoangriffe ausartenden Rückzug der Flotte, plötzlich ein Schiff vor sich hatte, dass bis vor wenigen Sekunden noch gar nicht dort war. Zum Glück für die an diesem Tag wirklich nicht von Fortuna geschlagene Besatzung der &#8222;Straßburg&#8220; machte ihr Schiff wenigstens mit diesem Feindschiff kurzen Prozess, rahmte es und spaltete es in 2 Teile, die sich zu den Resten der 7 unglücklichen Begleitschiffen gesellten.</p>



<p>Nichtsdestotrotz war das Ganze wie die Franzosen erkannten, ein Desaster und die Briten mussten resigniert erkennen, dass es inzwischen Wetten gab, ob die Ingenieure schneller Abwehrwaffen gegen die weitgehend unbekannten US-Schiffe finden würden, als die verbündeten, aber sich ständig streitenden Offiziere zu einer gemeinsamen Strategie finden würden.</p>



<p>Also suchte man neue Verbündete und fand sie:<br>Die Japaner schielten selbst auf einige der Pazifikinseln, die die Amerikaner in ihren Augen &#8222;besetzt hielten&#8220;. Doch noch waren sie immer noch im Krieg gegen die Russen in Ostasien gefangen, welcher zwar inzwischen fast eingeschlafen, aber immer noch nicht beendet war. Die Briten nutzten dies aus und in einer Geheimkonferenz wurde Mitte 1905 zwischen Briten, Russen und Japaner der Friede verhandelt und China in Interessensphären gegliedert in denen die jeweilige Großmacht freie Hand hatte. Die Spanier, welche sich ebenfalls etwas verwundert auf der Konferenz eingefunden hatte, mussten feststellen, dass sie nur geladen waren, um die Philippinen und die Insel Guam an die Japaner abzutreten, was aber angesichts des bevorstehenden Zusammenbruchs der mexikanischen Armee, eine schnelle Entscheidung war. Neue Verbündete sind teuer, aber wozu hat man schließlich alte Verbündete&#8230;</p>



<p>Pearl Harbor, Hawaii, 7. Dezember 1905. 07.00 Uhr Ortszeit</p>



<p>Der Hafen glich einem Schlachthaus, welches von einer riesigen Rauchfahne gekrönt wurde. Die Pazifikflotte lag immer noch ruhig, aber jetzt auf dem Grund des Hafenbeckens. Japanische Soldaten stiegen aus ihren Landungsbooten über die Leichen der Unglücklichen, die sich hier versammelt hatten, um entsetzt den Untergang der US Pacific Fleet zu sehen. Hawaii fiel als 3 US-Besitzung im Pazifik, aber wieder, ohne dass es irgendjemand ausser den Japanern und den Hawaiianern mitbekam.</p>
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