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	<title>Was wäre wenn: Hintergründe</title>
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	<description>Was wäre wenn... jemand einen Blog über Alternative History schreiben würde?</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Jul 2026 18:27:16 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Was wäre wenn: Hintergründe</title>
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		<title>31 Punkte, an denen die Geschichte der USA anders verlaufen wäre</title>
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					<comments>https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/geschichte-usa/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 04 Jul 2026 11:15:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historische Hintergründe]]></category>
		<category><![CDATA[Verschwundene Reiche]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, der USA, ist mit fast 250 Jahren vergleichsweise kurz. Sie weist aber langfristige Entwicklungen auf, die sich aktuell entladen, und bietet dadurch unzählige Ankerpunkte. Ankerpunkte, die nicht nur die Geschichte der USA beeinflussen, sondern die von ganz Amerika und der Welt. Denn die USA und ihre 50 Bundesstaaten [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/geschichte-usa/">31 Punkte, an denen die Geschichte der USA anders verlaufen wäre</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika, der USA, ist mit fast 250 Jahren vergleichsweise kurz. Sie weist aber langfristige Entwicklungen auf, die sich aktuell entladen, und bietet dadurch unzählige Ankerpunkte.</p>



<span id="more-2227"></span>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">Ankerpunkte</a>, die nicht nur die Geschichte der USA beeinflussen, sondern die von ganz Amerika und der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die USA und ihre 50 Bundesstaaten (siehe Bild) entstanden in einer fast 250 Jahre langen, sehr wechselvollen Geschichte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img data-recalc-dims="1" fetchpriority="high" decoding="async" width="600" height="372" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-USA.png?resize=600%2C372&#038;ssl=1" alt="Karte der USA mit ihren 50 Bundesstaaten" class="wp-image-2370" style="width:600px;height:372px" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-USA.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-USA.png?resize=300%2C186&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:United_States,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TUBS/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Ankerpunkte</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="#soto">1540: Der vernichtende Sieg des Hernando de Soto</a></li>



<li><a href="#dunmore">1775: Die zweischneidige Erklärung des General Dunmore</a></li>



<li><a href="#trenton">1776: Die überraschende Schlacht von Trenton</a></li>



<li><a href="#verfassung">1787: Die hart erkämpfte Verfassung</a></li>



<li><a href="#muhlenberg">1794: Die legendäre Petition an Muhlenberg</a></li>



<li><a href="#cherokee">1838: Die gescheiterte Unabhängigkeit der Cherokee</a></li>



<li><a href="#princeton">1844: Der vierte Schuss der <em>USS Princeton</em></a></li>



<li><a href="#tom">1852: Das erschütternde Buch &#8222;Onkel Toms Hütte&#8220;</a></li>



<li><a href="#gettysburg">1863: Die entscheidende Schlacht von Gettysburg</a></li>



<li><a href="#reconstruction">1876: Das umstrittene Ende der <em>&#8222;Reconstruction&#8220;</em></a></li>



<li><a href="#corporate">1882: Die erlogenen Rechte von Unternehmen</a></li>



<li><a href="#hawaii">1893: Die nur vorerst gescheiterte Annexion von Hawaii</a></li>



<li><a href="#maine">1898: Der ungeklärte Untergang der Maine</a></li>



<li><a href="#friedrich-trump">1905: Die verweigerte Rückkehr von Friedrich Trump</a></li>



<li><a href="#wilson">1919: Der verheimlichte Schlaganfall von Wilson</a></li>



<li><a href="#roosevelt">1933: Das gescheiterte Attentat auf Roosevelt</a></li>



<li><a href="#pearlharbor">1941: Der schockierende Angriff auf Pearl Harbor</a></li>



<li><a href="#oppenheimer">1942: Die überraschende Berufung von Robert Oppenheimer</a></li>



<li><a href="#groenland">1946: Der gescheiterte Kauf von Grönland</a></li>



<li><a href="#vinson">1953: Der folgenreiche Herzinfarkt des Richters Vinson</a></li>



<li><a href="#mccarthy">1954: Das unrühmliche Ende des Joseph McCarthy</a></li>



<li><a href="#sputnik">1957: Der elitäre Sputnik-Schock</a></li>



<li><a href="#kuba">1959: Der vermeidbare Bruch mit Kuba</a></li>



<li><a href="#kennedy">1960: Der umkämpfte Sieg von John F. Kennedy</a></li>



<li><a href="#bobby">1968: Das fast unbekannte Attentat auf Bobby Kennedy</a></li>



<li><a href="#tetoffensive">1968: Die zweifach desaströse Tet-Offensive</a></li>



<li><a href="#nra">1977: Die hitzige „Cincinnati-Revolte“ der NRA</a></li>



<li><a href="#wtc">1993: Der gescheiterte Anschlag auf das World Trade Center</a></li>



<li><a href="#911">2001: Der einschneidende Anschlag von 9/11</a></li>



<li><a href="#trump">2016: Der überraschende Sieg von Donald Trump</a></li>



<li><a href="#biden">2020: Die knappe Wahl von Joe Biden</a></li>
</ol>



<p class="wp-block-paragraph"><a href="#quellenliteratur">Quellen und Literatur</a></p>



<h3 id="soto" class="wp-block-heading">1. 1540: Der vernichtende Sieg des Hernando de Soto</h3>



<p class="wp-block-paragraph">1539 drohte Nordamerika, das Schicksal von Süd- und Mittelamerika zu teilen: Der Konquistador Hernando de Soto brach zu einem Feldzug in das heutige Florida auf, um die Gebiete auf der Suche nach Gold für die spanische Krone zu erobern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die verschiedenen Indianerstämme, denen er bis zum Mississippi begegnete, leisteten zwar vielfach Widerstand. Sie waren den spanischen Panzerreitern und Feuerwaffen (siehe Bild) aber nicht gewachsen. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="600" height="943" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Konquistatdor.jpg?resize=600%2C943&#038;ssl=1" alt="Grafische Darstellung eines typischen Konquistadors" class="wp-image-2335" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Konquistatdor.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Konquistatdor.jpg?resize=191%2C300&amp;ssl=1 191w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Kletr/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1540 kam es bei der Stadt Mabila zur Schlacht mit einer Koalition verschiedener Stämme. Nach heftigen Kämpfen blieben auch dieses Mal die Spanier Sieger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Schlacht hatte die Konquistadoren desillusioniert: Erneut gab es keine Hinweise auf große Reiche mit Gold und Edelsteinen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar führte de Soto seine Männer noch bis zu seinem Tod 1542 sogar in das heutige Texas. Als er aber am Mississippi starb, zogen sich die restlichen Männer zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die spanische Krone schloss aus diesem Misserfolg, dass sich eine Eroberung des Landes nicht lohnen würde. Sie konzentrierte sich danach bis auf wenige Vorstöße auf die Ausbeutung der vorhandenen Besitzungen in Süd<strong>‐</strong> und Mittelamerika.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der hartnäckige Widerstand der Indianer hatte so zwar die Spanier vorerst zurückgeschlagen. Deren Krankheiten dezimierten aber die Stämme, die den Feldzug überlebt hatten. Bis in das 17. Jahrhundert entwickelten sich blühende Siedlungen zu einer unbewohnten Wildnis.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Rückzug der Spanier und den Verlusten der Indianer waren damit zwei große Hindernisse <a href="https://ankerpunkte-blog.de/science-fiction-und-fantasy/marvel-1602-neil-gaiman/">für die Besiedlung durch die Menschen</a> &#8222;beseitigt&#8220;, die später die USA bilden sollten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn sich die Spanier dauerhaft in Nordamerika festgesetzt hätten?</pre>



<h3 id="dunmore" class="wp-block-heading">2. 1775: Die zweischneidige Erklärung des General Dunmore</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Frühjahr 1775 war die Lage in den 13 britischen Kolonien Nordamerikas immer mehr eskaliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit dem Ende des <em>&#8222;Siebenjährigen Krieges&#8220;</em> hatte sich der Konflikt zwischen Eliten in den Kolonien und dem britischen Mutterland zugespitzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Anfang ging es noch um Steuern zur Begleichung der Kriegskosten. 1775 hatte sich die Diskussion immer mehr zur Frage entwickelt, welche Rechte die Kolonisten als Untertanen des britischen Königs hatten und welche sie als freie Menschen jenseits der Autorität der Krone hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser explosiven Lage war es nach der versuchten Beschlagnahme von Munition zu ersten Gefechten zwischen kolonialen Milizen sowie der britischen Armee bei Lexington und Concord gekommen. So stießen die Befehlshaber der kolonialen Truppen bei Treffen nach wie vor auf den englischen König an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch obwohl der Kontinentalkongress als oberste Versammlung der 13 Kolonien einen immer schärferen Ton anschlug und den Aufbau einer eigenen Armee unter dem Befehl von George Washington beschloss, war damit noch keine Forderung nach Unabhängigkeit verbunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Ziel verfolgte nur eine radikale, wachsende Minderheit. Die meisten Aufständischen waren nur darauf aus, ihre angeblich angeborenen Rechte als britische Bürger zu verteidigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele Kolonisten fürchteten aber, dass die Briten ihre große Schwäche nutzen würden: In allen Kolonien war die Sklaverei noch erlaubt und die meisten führenden Männer, vor allem der südlichen Kolonien, waren Sklavenbesitzer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie einte nicht nur die Furcht vor einem Aufstand der afroamerikanischen Bevölkerung in ihren Staaten. Versuche dazu hatte es schon mehrfach gegeben, ebenso wie erfolgreiche Mordversuche von Sklaven auf ihre Herren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den britischen Autoritäten war diese offensichtliche <em>&#8222;Achillesferse&#8220; </em>bekannt. Eines der Argumente der britischen Regierung gegen die Forderungen der Kolonien war daher, dass die Kolonisten Freiheiten für sich forderten, die sie ihren Sklaven niemals gewähren wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher verwundert es nicht, dass General Dunmore, der königliche Gouverneur von Virginia, im November 1775 in einer Proklamation nicht nur das Kriegsrecht ausrief, sondern auch allen Sklaven die Freiheit versprach, die von ihren Besitzern flohen und sich den königlichen Streitkräften anschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings scheiterte dieses Ziel und nur wenige Afroamerikaner liefen zu Dunmores Armee über. Dunmore war selbst Sklavenhalter und die Briten hatten nicht vor, die Sklaverei generell abzuschaffen. So war es Sklaven von britischen Loyalisten verboten, sich Dunmore anzuschließen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen verloren die Briten die Loyalität der meisten sklavenbesitzenden Eliten in ihrer größten und reichsten Kolonie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies war einer der größten Schritte, um den Befürwortern der Unabhängigkeit eine Mehrheit im Kontinentalkongress zu bescheren. Im Juli 1776 beschloss dieser die Unabhängigkeitserklärung.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Aufruf von General Dunmore nicht in der Frühphase des späteren Unabhängigkeitskrieges verfasst worden wäre? Oder was wäre gewesen, wenn sie erfolgreicher gewesen wäre?</pre>



<h3 id="trenton" class="wp-block-heading">3. 1776: Die überraschende Schlacht von Trenton</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ende des Jahres 1776 war die Lage für die amerikanischen Aufständischen so prekär, dass die <em>&#8222;Amerikanische Revolution&#8220;</em> bereits im zweiten Jahr am Ende schien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Amerikanern mangelte es mehr noch als den Briten an einer ausreichenden Anzahl ausgebildeter Soldaten, um größere Schlachten zu führen und zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu den Aufständischen konnte die britische Krone dieses Defizit aber durch das Anheuern von ausländischen Regimentern ausgleichen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da diese gut ausgebildeten Soldaten vor allem aus der deutschen Landgrafschaft Hessen-Kassel stammten, bürgerte sich auf amerikanischer Seite für diesen durchaus gefürchteten Gegner der Name <em>&#8222;Hessen&#8220;</em> ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit diesen Verstärkungen war es den Briten gelungen, mit einer weit überlegenen Streitkraft New York einzunehmen und den amerikanischen Rebellen mehrere Niederlagen beizubringen. Ihr strategisches Ziel war es, ausgehend von New York eine weitere Offensive zu starten und so einen Keil zwischen die 13 aufständischen Kolonien zu treiben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Moral der amerikanischen Armee angesichts dieser Verhältnisse am Boden lag, entschloss sich deren Oberbefehlshaber George Washington zu einem waghalsigen Manöver.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mitten im Winter, in dem die Armeen normalerweise im Winterlager inaktiv waren, überquerte er mit einigen seiner Truppen den eisigen Fluss Delaware (siehe Bild), um die bei Trenton in New Jersey liegenden hessischen Regimenter anzugreifen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" decoding="async" width="600" height="377" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Washington-Delaware.jpg?resize=600%2C377&#038;ssl=1" alt="Bild von Washington, der den Delaware überquert" class="wp-image-2347" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Washington-Delaware.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Washington-Delaware.jpg?resize=300%2C189&amp;ssl=1 300w" sizes="(max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Victorian Traditions/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Überraschung gelang: Bei geringen eigenen Verlusten schlugen die US-Amerikaner die unvorbereiteten Hessen vernichtend. Diese hatten größtenteils auf Verteidigungs- und Wachdienste verzichtet und reagierten bei Näherrücken der Angreifer zu langsam sowie zu unkoordiniert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Woche später besiegte George Washington auch eine britische Armee, die nach Trenton einen Gegenangriff gestartet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schlacht von Trenton änderte zwar nichts an der schlechten strategischen Lage der Amerikaner.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie zeigte jedoch, dass diese in der Lage waren, auch die gut ausgebildeten hessischen Regimenter zu besiegen. Dadurch hob sich die Moral der Aufständischen wieder auf ein Niveau, das eine Fortführung des Krieges erlaubte.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn George Washington die Schlacht von Trenton auch verloren hätte?</pre>



<h3 id="verfassung" class="wp-block-heading">4. 1787: Die hart erkämpfte Verfassung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ende des Unabhängigkeitskrieges standen die neu gegründeten USA vor weiteren Problemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders das Verhältnis zwischen dem Bund und den einzelnen Staaten war ungeklärt und durch die Frage der Kriegsschulden belastet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die ehemaligen 13 Kolonien waren weit entfernt von einem einheitlichen Land. Grob ließen sie sich in drei Großregionen einteilen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Im Norden die Neuengland-Staaten, die wie Massachusetts puritanisch und von Kleinbauern sowie wenigen Hafenstädten geprägt waren.</li>



<li>Im Süden Staaten, die wie Georgia auf einer lukrativen Plantagenwirtschaft mit Sklavenhaltung und einer teilweise aristokratisch geprägten Elite basierten.</li>



<li>Dazwischen ein Übergangsraum um die von Handel und Gewerbe dominierten, freisinnigen Großstädte New York und Philadelphia.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen eine wirtschaftliche Krise und erste Aufstände gegen die Versuche der Einzelstaaten, ihre Kriegsschulden durch höhere Steuern zu tilgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst ein Kongress im Jahr 1787 – danach „Constitutional Convention“ genannt – sollte das Problem lösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch zuerst mussten alle Delegierten der zwölf Kolonien – Rhode Island hatte keine Notwendigkeit gesehen, überhaupt Delegierte zu schicken – überzeugt werden, eine neue Verfassung auszuarbeiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hauptschwierigkeit betraf dabei neben der unterschiedlichen Repräsentation von großen und kleinen Bundesstaaten die Frage des Umgangs mit der Sklaverei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während und nach dem Unabhängigkeitskrieg hatten die ersten Staaten im Norden die Sklaverei verboten. Immer mehr Kritiker sahen die Diskrepanz zwischen den Idealen der Unabhängigkeitserklärung und der Realität der Sklaverei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die südlichen Bundesstaaten bestanden auf einem Verbot für die Bundesebene, hier einzugreifen oder gar die Sklaverei zu verbieten. Sie wollten aber auch, dass Sklaven in die Berechnung für die politische Repräsentanz einflossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach harten Debatten, in denen einzelnen Südstaaten mit einem Verlassen des Bundes drohten, einigten sich die erschöpften Delegierten auf mehrere Kompromisse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde in der Verfassung (siehe Bild) festgelegt, dass die Bevölkerung einmal im Repräsentantenhaus nach ihrer Größe und im Senat mit jeweils zwei Vertretern pro Bundesstaat repräsentiert werden sollte. Diese hart erkämpfte Lösung trug den Namen „Connecticut-Kompromiss“.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Verfassung-USA.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Grafik der ersten Seite der US-amerikanischen Verfassung" class="wp-image-2345" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Verfassung-USA.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Verfassung-USA.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(David Smart/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Berechnung der Bevölkerungsgröße zählten Sklaven zu drei Fünfteln, obwohl ihnen das Wahlrecht durch die Bundesstaaten nicht gewährt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bezeichnenderweise fand sich das Wort <em>&#8222;Sklaverei&#8220; </em>kein einziges Mal im Text. Ein Teil der Delegierten sah darin eine zu große Schande für die Ideale der USA. Andere wollten verhindern, dass der Bundesstaat bei diesem Thema die Möglichkeit bekam, Rechte von den Einzelstaaten an sich zu ziehen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher verweigerten einige Sklavereigegner die Unterschrift. Auch bei der Ratifizierung in den einzelnen Staaten brachen die Konflikte des Verfassungskongresses erneut aus. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinderlich für die Debatten war, dass sich die Delegierten des Verfassungskonvents auf eine 50-jährige Verschwiegenheitspflicht über die Beratungen geeinigt hatten – und sich daran hielten. Dies erschwerte es aber den kommenden Generationen von Politikern und Juristen, die Gründe für die Verfassungsregeln nachzuvollziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als nicht nur die vorgeschriebenen neun von dreizehn Staaten, sondern auch die bevölkerungsreichen Virginia und New York die Verfassung mit knapper Mehrheit in ihren Konventen ratifizierten, war sie gültig – bis heute.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie vertagte jedoch die Frage der Sklaverei in die Zukunft und belastete somit die jungen USA bis zum Bürgerkrieg mit diesem Thema. Bis dahin brachen quasi jedes Jahrzehnt neue politische und juristische Konflikte auf, die ihre Wurzeln in dieser Frage hatten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Verfassung 1787 gescheitert wäre?</pre>



<h3 id="muhlenberg" class="wp-block-heading">5. 1794: Die legendäre Petition an Muhlenberg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Knapp 20 Jahre nach Gründung der USA beschäftigte eine Petition das Repräsentantenhaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Gruppe deutscher Einwanderer aus Virginia bat darum, Gesetzestexte neben dem Englischen auch in der deutschen Sprache zu veröffentlichen. Damit würde sich, so ihre Argumentation, die Integration der deutschen Immigranten erleichtern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu dieser Zeit und bis heute besaßen die USA und die meisten Bundesstaaten keine offizielle Amtssprache. Aus der Kolonialzeit hielt sich allerdings das Englische als faktische Amtssprache.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion des Repräsentantenhauses auf die Petition wurde in den Quellen unterschiedlich beschrieben. Am Ende verwarf die Kammer aber das Anliegen und empfahl, eher das Erlernen der englischen Sprache zu fördern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine gewisse Ironie bestand darin, dass mit Frederick Muhlenberg der erste Sprecher des Repräsentantenhauses, auch noch zum Zeitpunkt der Petition, ein Deutschamerikaner war. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dieser Geschichte entwickelte sich vor allem im 19. Jahrhundert die sogenannte <em>&#8222;Muhlenberg-Legende&#8220;</em>: Angeblich hätte es 1794 eine Abstimmung über die Einführung einer deutschen Amtssprache in den USA oder im Bundesstaat Pennsylvania gegeben. Dieser Versuch wäre nur an der entscheidenden  Stimme von Muhlenberg gescheitert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn sich dahinter nur eine Legende verbarg, so hat sie neben der Petition auch einen demografischen wahren Kern. Im 19. Jahrhundert entwickelten sich die Deutschen zur größten Einwanderergruppe der USA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Viele nach der gescheiterten <a href="https://ankerpunkte-blog.de/1848-revolution/revolution-1848/">Revolution von 1848</a> geflohene Liberale – die sogenannten <em>&#8222;Forty-Eighters&#8220; – </em>machten sogar Karriere, zum Beispiel Carl Schurz (siehe Bild) als Innenminister der USA von 1877 bis 1881. Auch im Bürgerkrieg war diese Gruppe vor allem auf der Seite der Union stark engagiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="802" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Carl-Schurz.jpg?resize=600%2C802&#038;ssl=1" alt="Foto Carl Schurz" class="wp-image-2348" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Carl-Schurz.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Carl-Schurz.jpg?resize=224%2C300&amp;ssl=1 224w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl nach Herkunftsländern (Deutsches Reich, Österreich-Ungarn, verschiedene andere Staaten) und nach Religionen (Katholizismus, Protestantismus, Judentum) unterschiedlich sozialisiert, galten sie vor allem englischsprachigen US-Amerikanern als eine geschlossene Gruppe. Eine, die vor allem durch Kinderreichtum und Bierkonsum auffiel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch entwickelte sich ein reges deutschsprachiges Vereins- und Medienwesen, das erst mit dem Kriegseintritt der USA in den Ersten Weltkrieg und der damit einhergehenden Deutschfeindlichkeit ein Ende fand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Noch in der Volkszählung des Jahres 2000 gaben 17,4 % der US-Amerikaner an, hauptsächlich von deutschen Einwanderern abzustammen, und nur 9,5 % von englischsprachigen Vorfahren.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Petition hinter der <em>"Muhlenberg-Legende"</em>  erfolgreich gewesen wäre?</pre>



<h3 id="cherokee" class="wp-block-heading">6. 1838: Die gescheiterte Unabhängigkeit der Cherokee</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der 1829 ins Amt gekommene Präsident Andrew Jackson galt nicht nur als erfolgreicher Populist gegen die angeblich abgehobene Elite in Washington. Er war auch ein großer Anhänger der Expansion der USA auf Kosten der Indianerstämme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher war sein größtes Ziel, die Umsiedlung aller Stämme aus der Region östlich des Mississippi, um das Land den Bundesstaaten und neuen Siedlern zur Verfügung zu stellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Begründung dafür war, dass die Indianer <em>&#8222;unzivilisiert&#8220; </em>wären, da sie keine Regierung, keine Schrift und keine Religion besäßen. Daher würden sie keine eigene Souveränität und somit keine Landrechte besitzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Stamm der Cherokee drehte diese Argumentation am Anfang erfolgreich um: Seine Mitglieder entwickelten ein eigenes Alphabet für ihre Sprache und bildeten mit dem  <em>&#8222;Cherokee National Council&#8220;</em> eine Regierung, die 1827 eine geschriebene Verfassung verabschiedete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die heutige Fahne der Cherokee Nation (siehe Bild) verweist stolz auf das frühe Gründungsdatum einer weiteren Stammesregierung im Jahr 1839.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="357" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Cherokee-Nation-Fahne.jpg?resize=600%2C357&#038;ssl=1" alt="Fahne der heutigen Cherokee Nation" class="wp-image-2325" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Cherokee-Nation-Fahne.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Cherokee-Nation-Fahne.jpg?resize=300%2C179&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(yui/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Anhänger von Jackson dennoch weiter an der bisherigen Argumentation festhielten, listeten die Cherokee sogar ihre Besitztümer auf, um ihre <em>&#8222;Zivilisation&#8220;</em> zu belegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gelang es Jackson, unter heftigen Protesten der nördlichen Bundesstaaten mit dem <em>&#8222;Indian Removal Act&#8220;</em> die gesetzliche Grundlage für die Zwangsumsiedlung zu schaffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Oberste Gerichtshof erklärte in zwei Urteilen, dass die Cherokee durchaus über eine eigene Souveränität auf ihrem Gebiet verfügten und daher eine Zwangsumsiedlung illegal wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mehrere andere Indianerstämme wollten diesem Beispiel folgen und die Urteile lösten eine große Diskussion in der US-amerikanischen Politik aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Andrew Jackson entschloss sich, die Urteile schlicht zu ignorieren, und darauf zu setzen, dass er seinen Machtanspruch als Präsident durchsetzen konnte. Diese Einstellung brachte ihm ebenfalls viel Kritik ein, aber er war erfolgreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Cherokee mussten ihr Land im <em>&#8222;Pfad der Tränen&#8220;</em> verlassen und unter schweren Verlusten in das <em>&#8222;Indian Territory&#8220; </em>im heutigen Oklahoma ziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1905 gab es dort nochmals den Versuch einer Souveränität der Indianer: Unter anderem die Cherokee bereiteten die Gründung eines eigenen Bundesstaates vor, mit dem sie den USA beitreten wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch auch dieser Plan scheiterte am Widerstand der US-Regierung. Daher wurde dieses Territorium nur als Teil des Bundesstaats Oklahoma Mitglied der USA.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Cherokee ihre Souveränität gegenüber Andrew Jackson durchgesetzt hätten?</pre>



<h3 id="princeton" class="wp-block-heading">7. 1844: Der vierte Schuss der <em>&#8222;USS Princeton&#8220;</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 28. Februar die <em>&#8222;USS Princeton&#8220;</em> auf dem Potomac-Fluss bei der Hauptstadt Washington den Anker legte, waren aus einem besonderen Grund fast das gesamte Kabinett des Präsidenten John Tyler und der mexikanische Botschafter an Bord.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im US-Kongress stand die Abstimmung über die Annexion von Texas an.  Das Land war nominell noch Teil von Mexiko, hatte sich aber in einem Aufstand losgesagt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher war die Fahrt des stärksten Schiffs der US-Marine mit der größten bis dahin auf einem Schiff installierten Kanone eine klare Machtdemonstration der USA in Richtung des mexikanischen Botschafters.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Manöver funktionierte bei den ersten drei Schüssen, denn das anwesende Publikum zeigte sich sehr beeindruckt von der Feuerkraft der <em>&#8222;USS Princeton&#8220;</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der vierte Schuss – ein Salut für George Washington – mündete in eine Katastrophe: Das größte Geschütz explodierte und tötete sieben Männer, darunter den Außenminister Abel Upshur.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Tyler entging der Katastrophe nur, weil er sich mit der 24-jährigen Verlegerstochter Julia Gardiner unter Deck aufhielt. Während ihr Vater ebenfalls zu den Opfern der Explosion gehörte, trug der 54-jährige Tyler die ohnmächtige Frau zu den Rettungsboten – und ehelichte sie im Juni des gleichen Jahres.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Tod von Upshur verband die emotionale Frage der Texas-Annexion noch mehr mit der noch emotionaleren Frage der Sklaverei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis zum Unglück  hatten Tyler und Upshur vor allem die positiven Seiten einer Annexion von Texas betont: Mit den neuen Territorien könnten noch mehr Menschen sich eine Existenz als freie Landbesitzer aufbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide waren aber auch Südstaatenpolitiker, die mit Texas auch die Ausdehnung der Sklaverei auf diese neuen Gebiete ermöglichen wollten. Nur betonten beide die erste Begründung und hüteten sich, das zweite Ziel in der Öffentlichkeit breitzutreten. Damit waren sie bis dahin auch fast erfolgreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nachfolger von Upshur, John C. Calhoun, war jedoch einer der bekanntesten Befürworter der Sklaverei in den USA und betonte dieses Thema entsprechend ausschließlich in der Frage der Texas-Annexion.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit kam es im Kongress erneut zur Frontstellung, die die US-Politik bis zum Bürgerkrieg beschäftigte: Die meisten Sklaverei-Staaten befürworteten die Aufnahme von Texas, die Sklaverei-freien Staaten sprachen sich dagegen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar lehnte der Senat entlang dieser Grenzen eine Annexion zuerst ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Präsidentschaftswahl von 1844, die ebenfalls als ein Referendum über die Fragen Texas und Ausdehnung der Sklaverei galt, ging mit nur 30.000 Stimmen zugunsten des Befürworters James K. Polk aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher sah sich der noch amtierende Präsident Tyler im Recht, erfolgreich die Annexion im Kongress durchzusetzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese führte unmittelbar zum <em>&#8222;Amerikanisch-Mexikanischen Krie</em>g&#8220;, der von 1846 bis 1848 tobte und den die USA relativ problemlos gewannen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <em>&#8222;Frieden von Guadalupe Hidalgo&#8220;</em> musste Mexiko nicht nur die Annexion von Texas anerkennen. Das Land musste auch mit allen seinen Gebieten nördlich des 32. Breitengrades fast die Hälfte seines damaligen Territoriums an die USA abtreten (siehe auf der Karte dunkelgrau, rot und dazwischen hellgrau dargestellt). </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="534" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-USA-Mexiko-1938.png?resize=600%2C534&#038;ssl=1" alt="Karte der mexikanischen Provinzen 1838" class="wp-image-2334" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-USA-Mexiko-1938.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-USA-Mexiko-1938.png?resize=300%2C267&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mexican_map_en_1838.PNG" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Jaimiko/Gemeinfrei</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Polk, wie Tyler und Upshur, ein Anhänger der Expansion der USA, hatte sogar noch höhere Ziele: Er wollte den 26. Breitengrad als neue Grenze ziehen, was den USA noch die mexikanischen Provinzen Baja California (hellgrau), Sonora (dunkelgrün) und Chihuahua (hellgrün) beschert hätte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er konnte sich jedoch in der emotionalen Debatte gegen seine Gegner, die schon aus den oben genannten Gründen gegen den Krieg gewesen waren, nicht durchsetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem gleichen Grund scheiterte 1853 der Versuch, mit dem sogenannten <em>&#8222;Gadsden<em>&#8211;</em>Kauf&#8220;</em> weite Teile von Baja California und Sonora zu kaufen. Stattdessen wechselte nur ein kleines Gebiet den Besitzer beziehungsweise den Staat, da es für den Eisenbahnbau nach Kalifornien als nötig eingeschätzt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So blieb die Ironie, dass die USA mit der Annexion von Texas und den im <em>&#8222;Frieden von Guadalupe Hidalgo&#8220;</em> erworbenen Gebieten zwar den größten Zuwachs ihrer Geschichte errungen hatten, diesen aber selbst noch wegen des Konfliktes um die Sklaverei eher verkleinert hatten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich die Debatte um die Annexion von Texas, der <em>"Amerikanisch-mexikanische Krie</em>g" und der <em>"Frieden von Guadalupe Hidalgo"</em> gestaltet, wenn Abel Upshur nicht bei der Explosion auf der <em>"USS Princeton"</em> ums Leben gekommen wäre?</pre>



<h3 id="tom" class="wp-block-heading">8. 1852: Das erschütternde Buch &#8222;Onkel Toms Hütte&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Seit ihrer Gründung hatte die Sklaverei die USA in den Norden und den Süden geteilt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar war die Sklaverei in den meisten nördlichen Bundesstaaten verboten, dies bedeutete aber nicht, dass diese Staaten jenseits von einzelnen politischen und juristischen Gruppierungen auch eine Abschaffung im Süden forderten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solange sich das Gleichgewicht zwischen beiden Staatengruppen in der Union nicht verschob, war die Befreiung aller Sklaven die Forderung einer Minderheit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl die Politik als auch die größten Teile der Bevölkerung im Norden standen der schwarzen Bevölkerung im Süden abwehrend gegenüber. Sie fürchteten eine massenhafte Einwanderung von befreiten Sklaven aus dem Süden, die vor allem für Arbeiter zu Lohndruck führen würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Einstellung änderte erst das Buch <em>&#8222;Onkel Toms Hütte&#8220;</em> von Harriert Beecher Stowe. Sie beschrieb darin emotional das Schicksal der schwarzen Bevölkerung in den Südstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Buch war für seine Zeit ein Bestseller und wurde von einer immer größeren Gruppe als Aufruf zur Sklavenbefreiung verstanden. Radikale Gruppen wie die <em>&#8222;Abolitionisten&#8220;</em> erhielten Zulauf und starteten erste Befreiungsversuche – teilweise mit Gewalt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegenzug stieg in den Südstaaten die Furcht der Eliten vor einem Verlust der lukrativen Sklavereiwirtschaft. Zusätzlich sahen sie die Befreiungsaktionen als Angriff auf die Selbstbestimmung der Bundesstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So schaukelte sich <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/die-fahrt-des-leviathan-oliver-henkel/">der Konflikt um die Sklaverei</a> von einer rein politischen, teilweise juristischen und publizistischen Frage zu einer emotionalen Gewissensfrage hoch, die breite Bevölkerungsschichten betraf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit beschleunigte sich die Entwicklung hin zum <em>&#8222;Amerikanischen Bürgerkrieg&#8220;</em>, der schließlich zum Verbot der Sklaverei führte.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich der Konflikt um die Sklaverei entwickelt, wenn <em>"Onkel Toms Hütte" </em>nicht erschienen wäre?</pre>



<h3 id="gettysburg" class="wp-block-heading">9. 1863: Die entscheidende Schlacht von Gettysburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Keine Schlacht des <em>&#8222;Amerikanischen Bürgerkriegs&#8220;</em> ist in der <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">Alternative History</a> beliebter. Gilt sie doch als eine, wenn nicht sogar als die entscheidende Schlacht des Krieges.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor waren die Voraussetzungen für die konföderierte Nord-Virginia-Armee sehr gut: Sie hatte ihren Gegner, die Potomac-Armee der Union, zuvor mehrfach und teilweise vernichtend geschlagen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz erheblicher Unterlegenheit bei Anzahl und Ausrüstung ihrer Soldaten waren die Veteranen unter General Robert E. Lee hoch motiviert. Zusätzlich galt Lee nach seinen Siegen gegen den zahlenmäßig überlegenen Gegner als nahezu unbesiegbarer, genialer Stratege.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die dreitägige Schlacht vom 1. bis 3. Juli 1863 (siehe Bild) war entsprechend hart umkämpft. Sie fand nördlich von Washington D.C. statt, was bei einem erneuten konföderierten Sieg die Hauptstadt der Union der Gefahr einer Einkesselung ausgesetzt hätte.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="423" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Schlacht-von-Gettysburg.jpg?resize=600%2C423&#038;ssl=1" alt="Panoramabild der Schlacht von Gettysburg" class="wp-image-2340" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Schlacht-von-Gettysburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Schlacht-von-Gettysburg.jpg?resize=300%2C212&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits am ersten Tag gelang es den zuerst überlegenen Konföderierten, die gerade erst eintreffenden Verteidiger der Union aus der Stadt zu drängen. Aber letztere konnten nach wie vor eine geschlossene Front bilden und halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der zweite Tag führte zu gleichfalls heftigen Gefechten um wenige strategisch wichtige Hügel. Auch dieses Mal konnte sich die inzwischen zahlenmäßig stärkere Unions-Armee halten, obwohl mehrere ihrer Einheiten nahezu vernichtet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am dritten Tag setzte Lee alles auf eine Karte und schickte 15.000 Mann gegen das Zentrum der Potomac-Armee. Dieses Mal verbluteten vor allem die angreifenden Konföderierten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach war die Angriffskraft der größten Armee der Konföderierten Staaten ausgelöscht. Über ein Drittel ihrer Soldaten hatte die Schlacht nicht überlebt. Nie wieder konnte sie derartige Offensiven gegen den Norden starten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Niederlage von General Lee war so vernichtend, dass die siegreichen Generäle der Union diese gar nicht erfassen konnten. Daher verzichteten sie mit ihren erschöpften Truppen auf eine Verfolgung des geschlagenen Feindes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was die Niederlage noch vergrößerte, war neben der Symbolik, dass die Nord-Virginia-Armee ausgerechnet am 4. Juli, dem Nationalfeiertag der USA, den Rückzug antrat, noch eine andere, parallel laufende Schlacht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ebenfalls am 4. Juli kapitulierte mit Vicksburg einer der letzten konföderierten Stützpunkte am Mississippi. Indem die Union die zentrale Verkehrsader der Südstaaten beherrschte, konnte sie die Konföderierten Staaten in zwei Teile spalten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Nord-Virginia-Armee tatsächlich die Schlacht von Gettysburg gewonnen hätte?</pre>



<h3 id="reconstruction" class="wp-block-heading">10. 1876: Das umstrittene Ende der <em>&#8222;Reconstruction&#8220;</em></h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsidentschaftswahl von 1876 galt lange Zeit als die umstrittenste und folgenreichste Wahl der US-Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es begann damit, dass der demokratische Kandidat, Samuel Tilden, zwar deutlich mehr Wählerstimmen als der Republikaner Rutherford B. Hayes (siehe Bild) bekam. Im Wählermännergremium ergab sich aber die denkbar knappste Mehrheit für Hayes mit 185 zu 184 Stimmen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="793" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Rutherford-B.-Hayes.jpg?resize=600%2C793&#038;ssl=1" alt="Foto des Präsidenten Rutherford B. Hayes" class="wp-image-2339" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Rutherford-B.-Hayes.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Rutherford-B.-Hayes.jpg?resize=227%2C300&amp;ssl=1 227w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Darauf folgten nicht nur gegenseitige Vorwürfe der Wahlmanipulation, sondern auch gewalttätige Proteste, vor allem der Demokraten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um eine weitere Eskalation zu vermeiden, handelte ein Wahlausschuss einen folgenreichen Kompromiss aus: Die Demokraten akzeptierten Hayes als Präsidenten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dafür sicherten die Republikaner zu, die seit dem Bürgerkrieg in den Südstaaten stationierten Bundestruppen abzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies bedeutete de facto das Ende der <em>&#8222;Reconstruction&#8220;</em>: In dieser Phase hatte der Bund mit seiner Armee die Bürgerrechte der ehemals versklavten Afroamerikaner in den Südstaaten geschützt und ihnen somit unter anderem erstmals politische Teilhabe erlaubt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Gewalt eroberten daraufhin die Demokraten die Macht in diesen Bundesstaaten und sicherten diese danach mit Gesetzen zur Rassentrennung gegenüber den Afroamerikanern bis in die 1960er Jahre ab.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Republikaner 1878 nicht den Kompromiss geschlossen hätten, der die <em>"Reconstruction"</em> beendete?</pre>



<h3 id="corporate" class="wp-block-heading">11. 1882: Die erlogenen Rechte von Unternehmen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der im Bürgerkrieg verabschiedete 14. Verfassungszusatz sollte eigentlich den befreiten Afroamerikanern die gleichen Rechte vor dem Gesetz und den Gerichten sichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1882 erhielt dieser Zusatz jedoch durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs eine neue Bedeutung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die <em>&#8222;Southern Pacific Railroad Company&#8220;</em> klagte gegen ein Steuergesetz von Kalifornien und berief sich dabei auf das Diskriminierungsverbot des 14. Verfassungszusatzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Unternehmen war im Vorteil: Ihr Anwalt, Roscoe Conkling, war in diesem Jahr das einzige noch lebende Mitglied des Ausschusses, der diesen Zusatz verfasst hatte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dieser Autorität behauptete er, dass unter die dort gemeinten <em>&#8222;Personen&#8220;</em> auch Unternehmen als <em>&#8222;juristische Personen&#8220;</em> fielen und der Ausschuss dies mit Absicht so formuliert hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vieles sprach jedoch dafür, dass er mit dieser Aussage gelogen hatte. Weder in den Unterlagen noch in den überlieferten Aussagen der verstorbenen Mitglieder fanden sich Hinweise auf diese Interpretation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch gelang es Roscoe, diese Sichtweise durchzusetzen, was Unternehmen auf einen Schlag eine große juristische Waffe in die Hand gab, um sich vor Eingriffen des Staates zu schützen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Was diese auch stark bis in die heutige Zeit nutzten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Conkling seine Interpretation des 14. Verfassungszusatzes nicht vor dem Obersten Gerichtshof durchgesetzt hätte?</pre>



<h3 id="hawaii" class="wp-block-heading">12. Die nur vorerst gescheiterte Annexion von Hawaii</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Inselkette von Hawaii eine immer größere strategische Bedeutung für den Handel zwischen den USA und Asien gewonnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar waren die Inseln inzwischen eine konstitutionelle Monarchie. Aber vor allem US-amerikanische Geschäftsleute und Missionare hatten enorme Landflächen gekauft und dadurch wirtschaftlichen sowie politischen Einfluss erlangt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1887 nutzte die US-Marine den Hafen von Pearl Harbour (siehe Bild aus der heutigen Zeit). Im selben Jahr erzwang eine Gruppe US-Amerikaner unter Androhung von Gewalt eine neue Verfassung. Diese schränkte die Rechte des einheimischen Königs ein und koppelte das Wahlrecht für die aufgewertete Legislative an den Landbesitz. Beides steigerte den Einfluss der US-Amerikaner erheblich.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Pearl-Harbor.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Luftbild des heutigen Hafens von Pearl Harbor" class="wp-image-4310" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Pearl-Harbor.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Pearl-Harbor.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Ziel der &#8222;Operation Hawaii&#8220;: Der Hafen von Pearl Harbor. (Ppictures/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1891 versuchte die neue Königin Lili’uokalani, die Machtverhältnisse zu ändern. Sie verlangte unter anderem den Rücktritt der von US-Amerikanern dominierten Regierung. Doch sie scheiterte sowohl damit als auch mit der Einführung einer neuen Verfassung, die auch anderen Bevölkerungsschichten das Wahlrecht gegeben hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen formierten die US-amerikanischen Vertreter ein Komitee, das auf eine Annexion des Königreichs und der Inseln hinarbeitete. Sie argumentierten gegenüber den USA mit der strategisch günstigen Lage der Inseln und angeblichen Übernahmeplänen von Japan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gelang es dem Komitee, mit Unterstützung eines US-amerikanischen Kriegsschiffs und des Gesandten der USA, 1893 die Königin zu stürzen und die Republik Hawaii auszurufen. Die neue Übergangsregierung sollte aber nur so lange amtieren, bis die USA die Annexion abgeschlossen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Königin Lili’uokalani wandte sich jedoch an den neu gewählten US-Präsidenten Grover Cleveland. Dieser schickte einen Sonderermittler nach Hawaii, der den US-Gesandten entließ und den Sturz der Königin für illegal erklärte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dem Komitee gelang es, in Washington D.C. einen neuen Untersuchungsausschuss zu erwirken, der den Putsch als legal bezeichnete. Daher verzichtete Cleveland auf eine weitere Intervention zugunsten der Königin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch erst nach einem missglückten Gegenputsch von Anhängern der Königin 1895 und der Wahl von Präsident William McKinley, der als Imperialist eine Annexion befürwortete, annektierten die USA die Inseln endgültig 1898.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der zweite Untersuchungsausschuss 1893 nicht zustande gekommen wäre?</pre>



<h3 id="maine" class="wp-block-heading">13. 1898: Der ungeklärte Untergang der Maine</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Kreuzer <em>&#8222;USS Maine&#8220;</em> am 15. Februar 1892 im Hafen von Havanna explodierte, war die Ursache zuerst ungeklärt. Erst später setzte sich ein Brand in einem Kohlen­depot, der zur Explosion der nahe gelagerten Munition geführt hatte, als Erklärung durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Ursachenforschung ging allerdings in den Folgen des Schiffsverlusts unter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits vor dem Einlaufen der <em>&#8222;USS Maine&#8220;</em> in den Hafen der kubanischen Hauptstadt waren die US-amerikanisch-spanischen Beziehungen angespannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1895 kämpften kubanische Rebellen um eine Unabhängigkeit der letzten spanischen Kolonie auf dem amerikanischen Kontinent. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach spanischen Gegenaktionen, wie der Isolierung von Städten und Dörfern mit Stacheldraht, eskalierte der Bürgerkrieg mit Hunger und Krankheiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Angesichts der Kämpfe forderten nicht nur exilkubanische Kreise in Miami und New York, sondern auch immer mehr Stimmen aus der Politik und Medien eine Intervention der USA, um die letzten Kolonien auf dem amerikanischen Kontinent zu beseitigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch erst der Untergang der <em>&#8222;USS Maine&#8220;</em> (siehe Bild) eskalierte die Spannungen zur Kriegserklärung der USA. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="411" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Explision-Maine.jpg?resize=600%2C411&#038;ssl=1" alt="Illustration der Explosion der USS Maine" class="wp-image-2328" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Explision-Maine.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Explision-Maine.jpg?resize=300%2C206&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der darauffolgende <em>&#8222;Spanisch-Amerikanische Krieg&#8220;</em> war so kurz wie einseitig. Gegen die hochgerüsteten, motivierten US-Streitkräfte hatten die demoralisierten, mit veralteten Materialien ausgerüsteten spanischen Soldaten keine Chance.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach zehn Wochen Krieg musste Spanien um Frieden bitten. Es verlor Kuba, Puerto Rico in der Karibik sowie die Philippinen an die USA. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit griffen die Vereinigten Staaten das erste Mal massiv über den eigenen Kontinent hinaus aus und wurden endgültig von einer Regional- zur Weltmacht.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich die spanisch-amerikanischen Beziehungen entwickelt, wenn die <em>"USS Maine" </em>nicht explodiert wäre?</pre>



<h3 id="friedrich-trump" class="wp-block-heading">14. 1905: Die verweigerte Rückkehr von Friedrich Trump</h3>



<p class="wp-block-paragraph">1885 war der 16-jährige Friedrich Trump aus dem bayerisch-pfälzischen Kallstadt (heute Rheinland-Pfalz) in die USA ausgewandert. Der gelernte Friseur floh einerseits wegen der wirtschaftlichen Not seiner Familie, andererseits wegen des im Königreich Bayern anstehenden Militärdiensts.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort gelangte er in mehreren Anläufen als Hotelbesitzer – und im Rotlichtmilieu – zu Reichtum. 1892 nahm er sogar die US-Staatsbürgerschaft an. Nur selten besuchte er seine alte Heimat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem dieser Aufenthalte verliebte er sich in Elisabeth Christ, die er 1902 heiratete. Doch seine neue Frau wurde in den USA nicht heimisch. Daher zogen beide 1904 zurück nach Kallstadt und wollten sich dort wieder niederlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Behörden warfen ihm seine Ausreise 1885 als illegale Flucht vor und verfügten seine Ausreise als Ausländer. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trump stellte daraufhin ein Gnadengesuch an den bayerischen Prinzregenten Luitpold und bat um Wiederaufnahme als bayerischer Staatsbürger. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl er auf sein Vermögen sowie seinen Willen zum Bleiben verwies und der Bürgermeister von Kallstadt eine Annahme empfahl, musste Trump 1905 zurück in die USA. Auch ein zweites Gnadengesuch um Rückkehr aus New York war im folgenden Jahr erfolglos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So blieb Friedrich Trump bis zu seinem Tod 1918 in den USA. Elisabeth Christ baute zusammen mit dem gemeinsamen Sohn Fred ein Immobilienimperium auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses bildete die Basis für die mediale und politische Karriere ihres Enkels – Donald Trump.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn das Gnadengesuch von Friedrich Trump Erfolg gehabt hätte?</pre>



<h3 id="wilson" class="wp-block-heading">15. 1919: Der verheimlichte Schlaganfall von Wilson</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/erster-weltkrieg/">Ersten Weltkrieg</a> propagierte vor allem der US-Präsident Woodrow Wilson einen Völkerbund, der die Friedensordnung des <em>&#8222;Versailler Vertrags&#8220;</em> absichern sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch gab es vor allem im Senat große Widerstände gegen eine interventionistische Rolle der USA in der Welt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Senatoren begannen, den Beschluss über den <em>&#8222;Versailler Vertrag&#8220;</em> mit dem Völkerbund zu verschleppen, wollte Wilson das Ruder mit einer Kampagne im ganzen Land herumreißen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dieser Reise erlitt er aber einen Schlaganfall, der seine linke Seite komplett lähmte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Reaktion darauf verschlimmerte die politische Lage noch mehr. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auf Veranlassung seiner Frau hielt die Regierung den Gesundheitszustand des Präsidenten geheim. Nicht einmal seine Minister bekamen Wilson im Laufe der nächsten fünf Monate zu sehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Senatoren wussten von nichts. Als sie daher einen Kompromiss ausloten wollten und der Präsident ohne Begründung nicht reagierte, lehnten sie den <em>&#8222;Versailler Vertrag&#8220;</em> und damit den Völkerbund (siehe Bild) ab. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="605" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Voelkerbund-Fahne.png?resize=600%2C605&#038;ssl=1" alt="Fahne des Völkerbundes" class="wp-image-2346" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Voelkerbund-Fahne.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Voelkerbund-Fahne.png?resize=298%2C300&amp;ssl=1 298w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Voelkerbund-Fahne.png?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Voelkerbund-Fahne.png?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Flag_of_the_League_of_Nations_(1939).svg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Martin Grandjean/CC BY-SA 4.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Später galt es als einer der Geburtsfehler des Völkerbundes, dass die USA sich dort nicht engagierten und sich wieder mehr von der Weltpolitik zurückzogen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich die USA entwickelt, wenn Wilson 1919 nicht wegen seines Schlaganfalls ausgefallen wäre?</pre>



<h3 id="roosevelt" class="wp-block-heading">16. 1933: Das gescheiterte Attentat auf Roosevelt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Über drei Jahre nach dem Börsenkrach am <em>&#8222;Schwarzen Freitag&#8220;</em> 1929 steckten die USA noch tief in der <em>&#8222;Großen Depression&#8220;</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Zusammenbruch der Finanzordnung sorgten Dürren und Staubstürme zusätzlich für den Niedergang der Landwirtschaft in den großen Ebenen in der Mitte des Landes. Handelskriege schädigten darüber hinaus alle Wirtschaftszweige, die auf Import und Export angewiesen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese lang anhaltende Wirtschaftskrise führte nicht nur zu hohen Arbeitslosenzahlen, sondern durch den fehlenden Wohlfahrtsstaat auch zu einer sozialen Krise.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Politik keine Lösung für die Probleme finden konnte oder wollte und vor allem in Europa viele Staaten in autoritär-faschistische Systeme abdrifteten, befand sich auch die US-amerikanische Demokratie in einer dramatischen Vertrauenskrise. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Kommentatoren und faschistische Diktatoren wie der Italiener Mussolini sahen schon ihr Ende gekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einziger Hoffnungsträger war 1933 der neu gewählte Präsident, Franklin D. Roosevelt (siehe Bild). Er versprach mit seinem Programm des <em>&#8222;New Deal&#8220;</em> den US-Amerikanern neue Chancen zu eröffnen und die Krise aktiv zu bekämpfen. Mehr als 8.000 Briefe pro Tag zeigten die hohen Erwartungen an das neue Staatsoberhaupt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/10/Franklin-D.-Roosevelt.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Außenansicht des Franklin Delano Roosevelt Memorial in Washington DC" class="wp-image-2049" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/10/Franklin-D.-Roosevelt.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/10/Franklin-D.-Roosevelt.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Vacclav/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Was in der Rückschau aber ebenso wichtig wie seine zahlreichen verabschiedeten Programme war, war die Rhetorik von Roosevelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem seine als <em>&#8222;Kamingespräche&#8220;</em> bekannten Radioansprachen, in denen er seine Politik erklärte und dafür warb, versammelten die US-Amerikaner vor ihren Geräten und wurden Teil der Legende des Wiederaufstiegs der USA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger bekannt war, dass Roosevelt am 15. Februar 1933, kurz vor seiner Vereidigung, <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/orakel-vom-berge-philip-dick/">einem Attentäter entging</a>. Die Hintergründe dafür sind bis heute unklar. In jedem Fall feuerte ein italienischer Anarchist in Miami in Richtung des Präsidenten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Roosevelt wurde aber nicht getroffen und konnte einen Monat später als vereidigter Präsident seine Politik beginnen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Hoffnungsträger Roosevelt 1933 tatsächlich bei einem Attentat ums Leben gekommen wäre?</pre>



<h3 id="pearlharbor" class="wp-block-heading">17. 1941: Der schockierende Angriff auf Pearl Harbor</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der 7. Dezember 1941 gilt als die größte Blamage der US<strong>&#8211;</strong>amerikanischen Militärgeschichte. Er sorgte aber auch für den Eintritt der USA in den <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/zweite-weltkrieg/">Zweiten Weltkrieg</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vollkommen unbemerkt gelang es einem japanischen Flottenverband mit sechs Flugzeugträgern, sich nördlich des Hauptstützpunktes der US-Pazifikflotte zu platzieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anschließend versenkten die Japaner mit zwei Angriffswellen elf amerikanische Schiffe, darunter fünf Schlachtschiffe (siehe Bild). Zusätzlich zerstörten sie 188 Flugzeuge und töteten 2.349 Soldaten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="356" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Pearl-Harbor.jpg?resize=600%2C356&#038;ssl=1" alt="Foto von zerstörtem Schiff in Pearl Harbor" class="wp-image-2337" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Pearl-Harbor.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Pearl-Harbor.jpg?resize=300%2C178&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Angriff wurde durch so viele Pannen aufseiten der Amerikaner begleitet, dass sich <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/nsa-nationales-sicherheits-amt-andreas-eschbach/">bis heute Verschwörungstheorien</a> dazu halten: Geknackte japanische Meldungen wurden zu spät oder gar nicht weitergegeben, erste Meldungen über gesichtete japanische U-Boote und Flugzeuge ignoriert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die amerikanischen Oberbefehlshaber rechneten zwar mit einem baldigen Angriff, waren aber nicht darauf vorbereitet, dass dieser Pearl Harbor treffen konnte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da der 7. Dezember auf einen Sonntag fiel, waren viele Offiziere nicht auf ihrem Posten und die Munition für die Flugabwehrgeschütze war teilweise weggesperrt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flugzeuge auf Hawaii wurden noch dazu kurz zuvor zwecks Angst vor Sabotage auf den Flugfeldern in Reih und Glied aufgestellt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die so verursachte Niederlage sorgte dafür, dass die Japaner im ersten Jahr des Pazifikkrieges bei ihren Offensiven in Südostasien relativ freie Hand hatten.</p>



<pre id="block-935d82f3-1ccb-4517-9469-8af75592407e" class="wp-block-verse">Wie wäre der Angriff auf Pearl Harbor verlaufen, wenn die US-Amerikaner die Warnungen früher ernst genommen und Verteidigungsmaßnahmen gegen den japanischen Angriff unternommen hätten?

Mögliches Szenario
<a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/angriff-pearl-harbor/">1941: Der Angriff auf Pearl Harbor wird erkannt</a></pre>



<h3 id="oppenheimer" class="wp-block-heading">18. 1942: Die überraschende Berufung von Robert Oppenheimer</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als General Leslie Groves, der militärische Leiter des US-amerikanischen Atomprogramms, sein Amt antrat, musste er nicht nur ein Projekt aus dem Boden stampfen, das organisatorisch einmalig in der Weltgeschichte war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das <em>&#8222;Manhattan-Projekt&#8220;</em> betrat auch wissenschaftliches Neuland, da selbst die Grundlagen für den Bau einer Atombombe zuerst nur als konkurrierende, ungetestete Theorien existierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Umso wichtiger war die Stelle des wissenschaftlichen Leiters. Doch als sich Groves für Robert Oppenheimer entschied, protestierte die Spionageabwehr.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oppenheimer galt nicht nur wie große Teile seiner Umgebung als Kommunistensympathisant. Er war zudem wegen Schizophrenie in Behandlung und hatte nach wie vor psychische Probleme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die bereits beteiligten Wissenschaftler standen der Entscheidung skeptisch gegenüber: Einerseits sollte ein Professor der theoretischen Physik ohne Leitungserfahrung ein Projekt übernehmen, das primär aus experimentellen und technischen Aufgaben bestand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andererseits war die Sorge, dass Oppenheimer als Nicht-Nobelpreisträger von weiteren potenziell beteiligten Wissenschaftlern nicht respektiert würde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch setzte General Groves seine Entscheidung durch, die sich für das <em>&#8222;Manhattan-Projekt&#8220; </em>als Glücksfall erwies.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Oppenheimer sah im Projekt die Gelegenheit, die ihm aus seiner Sicht bisher vorenthaltenen wissenschaftlichen Lorbeeren zu ernten. Daher ging er mit größtem Ehrgeiz an die Rekrutierung der besten Wissenschaftler auf den benötigten Gebieten, wie des Nobelpreisträgers Enrico Fermi.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem besaß Oppenheimer genügend Selbstbewusstsein, um General Groves in einem entscheidenden Punkt zu widersprechen: Letzterer wollte die einzelnen Forschungsgruppen strikt voneinander trennen, um die Geheimhaltung zu gewährleisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst Oppenheimer setzte durch, dass die Wissenschaftler sich in den Gebäudekomplexen wie Oak Ridge in Tennessee (siehe Bild) untereinander austauschen konnten. Durch diesen offenen Diskurs konnte er den Bau der Atombombe entscheidend voranbringen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="462" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Projekt-Manhattan-in-Oak-Ridge.jpg?resize=600%2C462&#038;ssl=1" alt="Foto des Komplexes des Manhatten-Projektes in Oak Ridge" class="wp-image-2338" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Projekt-Manhattan-in-Oak-Ridge.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Projekt-Manhattan-in-Oak-Ridge.jpg?resize=300%2C231&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 16. Juli 1945 konnten daher die USA als erste Nation weltweit eine Atombombe erfolgreich testen. Danach folgten die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, deren Rolle bei der Kapitulation Japans bis heute umstritten ist.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In jedem Fall blieben die USA bis zur Zündung der ersten sowjetischen Atombombe im August 1949 die einzige Nation, die einen nuklearen Angriff ausführen konnte.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich die Entwicklung der Atombombe gestaltet, wenn sich die Bedenken gegen Robert Oppenheimer durchgesetzt hätten?</pre>



<h3 id="groenland" class="wp-block-heading">19. 1946: Der gescheiterte Kauf von Grönland</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mit dem Kauf von Land hatten die USA in ihrer Geschichte gute Erfahrungen gemacht: Neben dem <em>&#8222;Louisiana Purchase&#8220;</em> 1803 und dem <em>&#8222;Gadsden Purchase&#8220;</em> 1853 hatten die Staaten auch 1867 das heutige Alaska sowie 1917 die damals dänischen und danach <em>&#8222;Amerikanischen Jungferninseln&#8220;</em> in der Karibik mit Millionen von Dollar erworben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal jedoch scheiterte ein Kaufangebot für Grönland. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Während des Zweiten Weltkriegs hatten die US-Streitkräfte mit dem Einverständnis der dänischen Autoritäten die größte Insel des Planeten besetzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Ende des Krieges machte die US-Regierung unter Präsident Truman der dänischen Regierung sogar ein offizielles Angebot, um das strategisch wichtige Gebiet (siehe Karte) zu kaufen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="421" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-Groenland.jpg?resize=600%2C421&#038;ssl=1" alt="Weltkarte mit Grünland hervorgehoben" class="wp-image-2333" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-Groenland.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Karte-Groenland.jpg?resize=300%2C211&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Paul Stringer/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dänemark lehnte dieses Ansinnen jedoch ab und wollte selbst für größere Summen in die Insel investieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erneuter Kauf Grönlands war erst wieder auf der politischen Agenda während der Amtszeiten von Präsident Trump ab 2016.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Grönland als US-Territorium oder Bundesstaat entwickelt?</pre>



<h3 id="vinson" class="wp-block-heading">20. 1953: Der folgenreiche Herzinfarkt des Richters Vinson</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als der Oberste Gerichtshof (siehe Bild) sich Ende 1952 mit der Entscheidung <em>&#8222;Brown vs. Board of Education&#8220;</em> befasste, schien nach der mündlichen Verhandlung das Urteil zugunsten der Rassentrennung gefallen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Gebaeude-des-Obersten-Gerichtshofs.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Amtssitz des Obersten Gerichtshofs" class="wp-image-2330" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Gebaeude-des-Obersten-Gerichtshofs.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Gebaeude-des-Obersten-Gerichtshofs.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Steven Frame/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sah eine Mehrheit der Richter, wie die Kläger, die Rassentrennung an Schulen als verfassungswidrig an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber nur vier der neun Richter wollten dies in einem Urteil so aussprechen. Zwei andere plädierten für die weitere Rassentrennung. Drei hatten Skrupel, eine so weitreichende Entscheidung mit einem einzigen Gerichtsurteil zu treffen, und bevorzugten ein Gesetz durch den Kongress.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vorsitzende des Obersten Gerichts Fred Vinson wollte aber eine eindeutige Entscheidung der neun Richter. Er setzte daher eine neue Verhandlung für den Dezember 1953 an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als folgenreich erwies sich, dass Vinson überraschend im September dieses Jahres einem Herzinfarkt erlag. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Präsident Eisenhower nominierte als Nachfolger für den Vorsitzenden des Obersten Gerichts seinen Justizminister Earl Warren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser verfolgte eine komplett andere Linie als sein Vorgänger. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er verurteilte innerhalb des Obersten Gerichts offen die Rassentrennung an Schulen und schaffte es, dass das Gericht diese einstimmig im Urteil als verfassungswidrig erklärte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit zerstörte das Gericht auch das juristische Fundament der Rassentrennung in den Südstaaten. Dieser Linie folgte das Gericht auch weiter unter dem Vorsitz von Warren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sich in diesen Bundesstaaten aber noch eine Mehrheit der weißen Bevölkerung und der Politik als Befürworter der Rassentrennung zeigte, war das Urteil gleichzeitig der Beginn der nicht nur juristisch ausgefochtenen Kämpfe um die Bürgerrechte in den 1950er und 1960er Jahren.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Fred Vinson 1953 nicht einem Herzinfarkt erlegen wäre?</pre>



<h3 id="mccarthy" class="wp-block-heading">21. 1954: Das unrühmliche Ende des Joseph McCarthy</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Anfang der 1950er Jahre befanden sich die USA in einer Phase der antikommunistischen Hysterie. Mehrere Spionagefälle und Niederlagen im Kalten Krieg ließen in der Bevölkerung die Angst vor einer <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/die-mauer-steht-am-rhein-christian-von-ditfurth/">kommunistischen Unterwanderung</a> steigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als zentrale Person dieser Entwicklung zeigte sich Joseph McCarthy, Senator für Wisconsin, der mit immer neuen Zahlen über angebliche Spione und Kommunistensympathisanten die Angst schürte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei galt McCarthy lange als opportunistisch und war im Senat eher als Lügner, Trinker sowie Spieler bekannt. Erst als er begann, sich als Kommunistenjäger zu profilieren, fand er Unterstützung bei Republikanern und konservativen Organisationen. Auch das FBI <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/im-jahre-ragnaroek-oliver-henkel/">unter seinem Direktor J. Edgar Hoover</a> lieferte ihm Informationen, die es teilweise illegal besorgt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So unterstützt, wuchs seine Popularität immer weiter an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1952 übernahm er nach seiner erfolgreichen Wiederwahl den Vorsitz des Senatskomitees für Regierungsangelegenheiten. Somit konnte er alle Regierungsaktivitäten prüfen, indem er Anhörungen ansetzte, Zeugen vorlud und Berichte erstellen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgestattet mit diesen Kompetenzen startete McCarthy eine beispiellose Anklagewelle gegen echte und vermeintliche Kommunisten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch so schnell wie seine Karriere Fahrt aufnahm, so schnell endete sie 1954. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst prangerte der angesehene Journalist Edward Murrow die Methoden und den Lebenswandel des Senators öffentlichkeitswirksam an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als McCarthy zudem Präsident Eisenhower widersprach und das Militär ins Visier seiner antikommunistischen Kampagne nahm, stellten sich beide gegen ihn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde im selben Jahr ein Senatsausschuss gebildet, der mit öffentlichen Anhörungen die Vorwürfe von McCarthy und die Gegenvorwürfe an ihn untersuchen sollte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders bei den live übertragenen Anhörungen zerstörte nun der schimpfende, drohende und beleidigende McCarthy seinen Ruf. Am Ende stimmte der US-Senat mit breiter Mehrheit dafür, ihm eine Rüge zu erteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war seine politische Karriere zerstört. 1957 starb McCarthy an seiner Alkoholsucht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Antikommunismus spielte so zwar noch eine politische Rolle im Land. Aber ohne sein bekanntestes Gesicht erlangte er nie wieder diese polarisierende Kampagnenfähigkeit.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn McCarthy seine Kampagne nach 1954 hätte weiterführen können?</pre>



<h3 id="sputnik" class="wp-block-heading">22. 1957: Der elitäre Sputnik-Schock</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 4. Oktober 1957 schrieb die sowjetische Raumfahrt Geschichte: Mit dem Satelliten <em>&#8222;Sputnik&#8220;</em> (siehe Bild) gelang es erstmals, einen künstlichen Gegenstand dauerhaft ins All zu schießen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Sputnik.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Grafik des ersten Satelitten Sputnik in der Umlaufbahn um die Erde" class="wp-image-2343" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Sputnik.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Sputnik.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(AuntSpray/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Da die UdSSR damit auch bewies, dass sie über leistungsstarke Raketen verfügte, die auch in der Lage waren, Atombomben bis an das US-amerikanische Festland zu bringen, löste dies in den USA den sogenannten &#8222;<em>Sputnik-Schock&#8220;</em> aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings beschränkte sich diese Reaktion nur auf Teile der Elite. Die breite Bevölkerung sah andere Probleme, wie zum Beispiel die <em>&#8222;Rassenfrage&#8220;</em> als dringlicher an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der Präsident Dwight D. Eisenhower reagierte zuerst gelassen. Nach wie vor war das Arsenal der USA bei Atomwaffen und bei der für deren Einsatz vorgesehenen Luftwaffe dem der UdSSR drückend überlegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da jedoch vor allem in der Politik, im Militär und in den Medien die Angst vor einem angeblichen Rückstand der USA in den Bereichen Rüstung, Forschung und Bildung umging, musste Eisenhower reagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er legte daher milliardenschwere Programme für diese Bereiche auf. Persönlich war er der Meinung, dass der Großteil davon nur der Beruhigung der angeblichen Öffentlichkeit diente.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus diesen Programmen entstand nicht nur die <em>&#8222;National Aeronautics and Space Administration&#8220;</em>, besser bekannt unter ihrem Kürzel NASA, sondern auch Forschungseinrichtungen, die Jahre später die Grundlagen für das Internet legten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Eisenhower sich nicht durch den Druck aus Politik, Militär und Medien über den <em>"Sputnik-</em>Schock“ hätte beeinflussen lassen?</pre>



<h3 id="kuba" class="wp-block-heading">23. 1959: Der vermeidbare Bruch mit Kuba</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als die kubanischen Revolutionäre unter Fidel Castro und Che Guevara 1959 den Diktator Fulgencio Batista stürzten (siehe Bild), war noch nicht absehbar, dass es binnen eines Jahres zu einem Bruch im bis dato sehr engen Verhältnis zwischen beiden Ländern kommen würde.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="331" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Einzug-Castro-Havanna.jpg?resize=600%2C331&#038;ssl=1" alt="Illustration des Einzugs von Castro und seiner Armee in Havanna" class="wp-image-2326" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Einzug-Castro-Havanna.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Einzug-Castro-Havanna.jpg?resize=300%2C166&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Prachaya Roekdeethaweesab/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Batista hatte zwar als US-freundlich gegolten, aber am Ende seiner Herrschaft auch als korrupt und unfähig. Daher begegneten Teile der US-Medien und -Politik den politisch ungebunden erscheinenden Revolutionären zuerst mit Sympathien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 1959 kam es sogar zu einer USA-Reise von Fidel Castro in seiner Rolle als neuer kubanischer Ministerpräsident und einem kurzen Gespräch mit dem damaligen Vizepräsidenten Richard Nixon.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Kubaner bei dieser Reise keine Bittsteller sein wollten, standen sie einer möglichen US-Unterstützung offen gegenüber.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst eine Landreform ab Mai 1959 und die Reaktion der USA darauf vergifteten das Verhältnis auf Jahrzehnte hinaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die kubanische Regierung verstaatlichte auf Druck von landlosen Bauern und radikalen Revolutionären Landbesitz über 400 Hektar und verbot den ausländischen Besitz bei den lukrativen Zuckerohr-Plantagen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu anderen ausländischen Besitzern gingen die USA nicht auf die Entschädigungsangebote ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen setzen sie auf maximalen wirtschaftlichen und teilweise auch militärischen Druck. Ziel dieser teilweise bis heute andauernden, aber bisher erfolglosen Strategie war der Regimewechsel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese feindselige Haltung trieb die kubanischen Revolutionäre noch mehr in die Arme der UdSSR. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese ließ sich die Chance nicht entgehen, sich einen Verbündeten direkt im karibischen <em>&#8222;Hinterhof&#8220;</em> der USA zu sichern. Eine Konstellation, die Ereignisse wie die Kuba-Krise 1962 erst möglich machte.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn das Verhältnis zwischen den USA und Kuba 1959 nicht ins Negative eskaliert wäre?</pre>



<h3 id="kennedy" class="wp-block-heading">24. 1960: Der umkämpfte Sieg von John F. Kennedy</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Präsidentschaft von John F. Kennedy gilt bis heute – auch wegen des von Unklarheiten überschatteten, tödlichen Attentats in Dallas – als von Mythen und großen Reden umwobene Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Weniger bekannt war lange, dass vor allem seine Wahl 1960 fast in einer Niederlage geendet hätte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der 42-jährige Senator von Massachusetts Anfang des Jahres seine Kandidatur für die Vorwahlen der Demokraten ankündigte, hatte er zwar eine für seine Zeit hochprofessionelle Wahlkampfmaschinerie aufgebaut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Aufsteiger war vor allem bei den einflussreichen Parteifunktionären als <em>&#8222;politisches Leichtgewicht&#8220; </em>verhasst.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als er mit hohem finanziellem und persönlichem Einsatz die wichtigsten Vorwahlen gegen Schwergewichte wie den Senator Hubert Humphrey gewann, war er auf dem Parteitag der Demokraten klarer Favorit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch wurde Kennedy dort zwar im ersten Wahlgang, aber erst mit den letzten ausgezählten Stimmen zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten gewählt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher bot er dem Senator von Texas, Lyndon B. Johnson, die Vizepräsidentschaft an, um seine Gefolgschaft in der Partei zu verbreitern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der eigentlichen Präsidentschaftswahl war Kennedy nicht sofort Favorit. Sein Gegner aufseiten der republikanischen Partei, Richard Nixon, galt nach acht Jahren Vizepräsidentschaft unter dem populären Dwight D. Eisenhower als bekannter und kompetenter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kennedy dagegen war für viele Amerikaner zu unerfahren und vor allem sein katholischer Glaube wurde von protestantischer Seite angegriffen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das erste TV-Duell galt als entscheidender Höhepunkt: Während der optisch perfekt vorbereitete Kennedy vor allem durch sein telegenes Aussehen beim Publikum punktete, wirkte Nixon blass und kränklich. So wurde Kennedy gleich im ersten Duell einem breiten Publikum als jugendlicher Kandidat bekannt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine weitere unerwartete Entwicklung war die Verhaftung des populären Predigers und Vorkämpfers gegen die Rassentrennung Martin Luther King. Bis dahin tendierten die Afroamerikaner vor allem zur republikanischen Partei und deren Kandidaten Nixon. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber als sich das Team von Kennedy medienwirksam und erfolgreich für seine Freilassung einsetzte, kam es zu einem ersten Wähler-Umschwung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch blieb die Wahl am 8. November knapp. In fast der Hälfte der Bundesstaaten waren die Ergebnisse innerhalb einer Differenz von 5 %-Punkten. Erst als nach Stunden Michigan an Kennedy (siehe Bild) fiel, war das Rennen entschieden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="601" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/John-F.-Kenney.jpg?resize=600%2C601&#038;ssl=1" alt="Gedenkmünze für Präsident John F. Kennedy" class="wp-image-2332" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/John-F.-Kenney.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/John-F.-Kenney.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/John-F.-Kenney.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/John-F.-Kenney.jpg?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Prachaya Roekdeethaweesab/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">So gewann Kennedy zwar mit 303 zu 219 Wahlleuten, aber nur mit einem hauchdünnen Vorsprung der Wählerstimmen: Am Ende stand es 49,7 % gegen 49,6 % für Nixon.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn John F. Kennedy die Präsidentschaftswahl gegen Richard Nixon verloren hätte?</pre>



<h3 id="tetoffensive" class="wp-block-heading">25. 1968: Die zweifach desaströse Tet-Offensive</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 1964 hatten die USA immer mehr Truppen und Material nach Südvietnam geschickt, um das Land vor einer kommunistischen Machtübernahme durch Nordvietnam zu schützen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Engagement wurde in der US-amerikanischen Öffentlichkeit zunehmend kritisch gesehen. Dafür gab es mehrere Gründe:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die Verluste unter den kaum für einen Kampf im Dschungel ausgebildeten Truppen stiegen. </li>



<li>Das Regime von Südvietnam galt als korrupt, unfähig und in der Bevölkerung unbeliebt.</li>



<li>Die auf Feuerkraft setzende Strategie der US-Streitkräfte führte zu großen Opfern unter der vietnamesischen Zivilbevölkerung und unterhöhlte deren Unterstützung für die US-Amerikaner.</li>



<li>Der Vietcong genannte Gegner setzte den US-Soldaten durch einen Guerillakrieg im Dschungel, der sich auf ausgeklügelte Tunnelsysteme stützte, stark zu.</li>



<li>In der Logik des Kalten Krieges konnte die US-Luftwaffe zwar Nordvietnam bombardieren. Aber weitere Maßnahmen gegen die Unterstützung des Vietcong oder die Infiltration von nordvietnamesischen Streitkräften waren unmöglich, da sie das Risiko einer Konfrontation mit der UdSSR bis zum Atomkrieg bargen.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch behaupteten die US-Streitkräfte in Vietnam, dass der Vietcong Anfang 1968 kurz vor der Niederlage stand und ein Sieg bald erreichbar wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Tet-Offensive stellte dieses Bild auf den Kopf. Nicht nur war es dem Vietcong und seinen nordvietnamesischen Verbündeten gelungen, die US-Streitkräfte von den Vorbereitungen der Offensive abzulenken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sowohl die USA als auch Südvietnam hatten weder mit Angriffen während der Tet-Feiertage, für die bisher immer ein inoffizieller Waffenstillstand gegolten hatte, noch mit der Größe der Offensive gerechnet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So überrannte der Vietcong mithilfe des Überraschungseffekts große Teile Südvietnams.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In den darauffolgenden Tagen entwickelte sich die Offensive aber zum militärischen Desaster, als die US-Streitkräfte und die südvietnamesische Armee zum Gegenschlag ansetzten. Der Vietcong verlor zwei Drittel seiner Soldaten und die Fähigkeit, ohne die nordvietnamesische Armee zu operieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die USA war die Tet-Offensive vor allem ein PR-Desaster: Die Bilder der überrumpelten US-Armee, zum Beispiel beim Überfall auf die US-Botschaft in Saigon, zerstörten die Hoffnung auf einen Sieg im Vietnamkrieg endgültig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die im Gefolge der Gegenoffensive ans Licht kommenden Kriegsverbrechen, wie das Massaker von My Lai im März 1968, prägten das Bild des Krieges als verbrecherisch und illegitim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Folge trat nicht nur Präsident Johnson nicht mehr für eine Wiederwahl an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch das US-Militär verabschiedete sich vom Ziel, im Vietnamkrieg einen vollständigen Sieg zu erringen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie wäre der Vietnamkrieg weiter verlaufen, wenn die Tet-Offensive nicht so erfolgreich für den Vietcong gelaufen wäre?</pre>



<h3 id="bobby" class="wp-block-heading">26. 1968: Das fast unbekannte Attentat auf Bobby Kennedy</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Vorwahlen der Demokraten für die Präsidentschaftswahlen des Jahres 1968 zeigte sich die Partei vor allem in der Frage des Vietnamkriegs gespalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Parteiestablishment stellte sich hinter den Kriegskurs des nicht antretenden Präsidenten Lyndon B. Johnson und den Vizepräsidenten Hubert Humphrey als Kandidaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Parteibasis tendierte zu den Gegnern des Vietnamkriegs und versuchte, entsprechende Kandidaten über Siege in den Vorwahlen bekannt zu machen. Dies war die einzige Chance, sich auf einem Parteitag gegen die eigene Führung durchzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Chance dafür ergab sich, als im März 1968 der ehemalige Justizminister und Bruder des Präsidenten John F. Kennedy, Robert F. Kennedy, in die Vorwahlen einstieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Charismatisch und als Versöhner angetreten, galt &#8222;Bobby&#8220; Kennedy vor allem nach seinem Sieg bei der wichtigen Vorwahl in Kalifornien am 4. Juni 1968 als ernst zu nehmender Kandidat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch am selben Abend fiel er dem Attentat eines Palästinensers zum Opfer, als ihn seine Entourage ohne Sicherung durch die Küche eines Hotels führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da seine Ermordung keine größeren Untersuchungen nach sich zog und der Attentäter widersprüchliche Aussagen über seine Motivation traf, ist dieses Ereignis bis heute auch von Verschwörungstheorien überwuchert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichwohl ist es im Schatten des Attentats auf John F. Kennedy etwas vergessen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Folgen waren aber vor allem für die demokratische Partei dramatisch: Auf einem chaotischen und von Gewalt überschatteten Parteitag setzte sich Humphrey mithilfe des Establishments gegen verschiedene Anti-Kriegs-Kandidaten durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gespalten und ohne Rückenwind durch den Parteitag verlor Humphrey die Präsidentschaftswahl knapp nach Wählerstimmen und deutlich nach Wahlleuten in den Bundesstaaten. Der nächste Präsident war Richard Nixon.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie wären die Vorwahlen und Präsidentschaftswahlen 1968 gelaufen, wenn Robert F. Kennedy das Attentat überlebt hätte?</pre>



<h3 id="nra" class="wp-block-heading">27. 1977: Die hitzige „Cincinnati-Revolte“ der NRA</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bis in die 1970er Jahre war die National Rifle Association (NRA) eine Organisation gewesen, die sich seit dem Amerikanischen Bürgerkrieg der Verbesserung der Schießkünste im Rahmen des Milizsystems der USA verschrieben hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Bedeutung verlor die NRA nach dem Zweiten Weltkrieg aber immer mehr durch die Technisierung, Professionalisierung und Vereinheitlichung des US-Militärs. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der US-Kongress in den 1960er Jahren nach den Attentaten auf Präsident Kennedy und Martin Luther King zudem begann, das bisher bestehende Waffenrecht einzuschränken, formierte sich eine neue Gruppe innerhalb der NRA.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Führung sich mehr auf Sport- sowie Freizeitschützen beschränken und dazu das Hauptquartier von Washington D.C. nach Colorado verlegen wollte, forderte die Gruppe um den ehemaligen Vorsitzenden Harlon Carter einen komplett neuen Kurs gegen die Einschränkung des Waffenbesitzes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Mai 1977 kam es bei der Jahresversammlung im Cincinnati Convention Center zum Showdown unter den 30.000 teilnehmenden Mitgliedern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die stundenlange Debatte war nicht nur rhetorisch hitzig. Es ging sogar das Gerücht um, die NRA-Führung hätte die Klimaanlage ausgeschaltet, um die Opposition um Carter zu zermürben. Als aber die Getränke ausgingen und viele Teilnehmende die Versammlung verließen, gelang Carter um 4 Uhr nachts die entscheidende Abstimmung zum Sturz der alten Führung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der „Cincinnati-Revolte“ entwickelte sich die NRA unter neuer Führung schnell zur kompromisslosesten Lobby für einen möglichst schrankenlosen individuellen Waffenbesitz. Eine Zielsetzung, die die NRA durch sehr erfolgreiche politische Lobbyarbeit sicherstellte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis in die Gegenwart gelang es der Organisation so trotz mehrerer Schusswaffenmassaker und einer großen Mehrheit in der Bevölkerung für eine Verschärfung der Waffengesetze, das Recht auf individuellen Waffenbesitz möglichst uneingeschränkt zu lassen.</p>



<pre class="wp-block-verse"><em>Was wäre gewesen, wenn die „Cincinnati-Revolte“ gescheitert wäre?</em></pre>



<h3 id="wtc" class="wp-block-heading">28. 1993: Der gescheiterte Anschlag auf das World Trade Center</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 26. Februar 1993 stellten ein paar Männer einen Lieferwagen in der Tiefgarage des Nordturms im World Trade Center (siehe Bild) ab. Weder als sie in das Gebäude fuhren noch als sie es kurz darauf fluchtartig verließen, gab es irgendeine Art von Sicherheitskontrolle.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="663" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Skyline-New-York.jpg?resize=600%2C663&#038;ssl=1" alt="Silhouette von New York mit dem World Trade Center" class="wp-image-2342" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Skyline-New-York.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Skyline-New-York.jpg?resize=271%2C300&amp;ssl=1 271w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(robert paul van beets/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf zerstörte eine gewaltige Explosion den Wagen, riss einen 40 Meter großen Krater in die Tiefgarage und brachte alle vier Stockwerke des Parkhauses zum Einsturz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sechs Menschen starben und über 1.000 wurden verletzt, vor allem, da das Feuer aus der Tiefgarage im gesamten Gebäude für dichten Rauch sorgte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch war das World Trade Center nur knapp einer noch größeren Katastrophe entgangen: Der Lieferwagen stand lediglich etwas zu weit weg von den tragenden Pfeilern des Nordturms.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fast wäre der Anschlagsplan geglückt, den einen Turm zum Einsturz zu bringen und auf den anderen Turm fallen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So dauerte es einige Tage, bis die Ermittler die Drahtzieher identifiziert hatten: Es waren islamistische Fundamentalisten, die die USA für die Unterstützung Israels im Palästinakonflikt &#8222;bestrafen&#8220; wollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da der Anschlag keinen größeren Schaden anrichtete, beließen es die USA bei einer Verfolgung der direkten Täter. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als weitere Anschläge ab Mitte der 1990er Jahre vereitelt wurden und 1998 die Attacken auf die US-Botschaften in Daressalam sowie Nairobi hunderte von Toten forderten, rückte der islamistische Terrorismus stärker in den Fokus der US-Behörden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotzdem konnten sie den zweiten, erfolgreichen Anschlag auf das World Trade Center 2001 nicht verhindern.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Anschlag auf das World Trade Center 1993 erfolgreich gewesen wäre?</pre>



<h3 id="911" class="wp-block-heading">29. 2001: Der einschneidende Anschlag von 9/11</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Anschlägen am 11. September in New York und Washington entführten islamistische Terroristen vier Flugzeuge und steuerten zwei davon in das World Trade Center in New York.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das dritte Flugzeug flog ins Pentagon, das US-amerikanische Verteidigungsministerium, und die vierte Maschine stürzte aufgrund des Widerstands der Passagiere vor ihrem unbekannten Ziel ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf bekannte sich die islamistische Gruppierung <em>&#8222;al-Qaida&#8220;</em> unter ihrem Anführer Osama bin Laden zu den Angriffen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar hatten bereits an den Flughäfen automatische Systeme bei den Terroristen Alarm geschlagen. Allerdings kam es meistens nur zu Durchsuchungen des Gepäcks oder dieses wurde erst verladen, nachdem die Männer sicher die Flugzeuge bestiegen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Terroranschläge forderten nicht nur das Leben von über 3.000 Menschen. Sie lösten auch den <em><a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/mirage-matt-ruff/">„Krieg gegen den Terror“</a></em> aus, der in den USA zu schärferen Sicherheitsgesetzen führte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bekanntesten Folgen waren die Angriffe von US-geführten Koalitionen gegen Afghanistan 2001 und den Irak 2003. Beide Invasionen führten zu langwierigen Kriegen gegen einheimische und islamistische Guerilla-Krieger.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Anschläge von 9/11 verhindert worden wären?</pre>



<h3 id="trump" class="wp-block-heading">30. 2016: Der überraschende Sieg von Donald Trump</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als Donald Trump seine Kandidatur für die amerikanische Präsidentschaft verkündete, galt seine Ankündigung eher als Marketing-Gag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nach einem längeren Wahlkampf setzte er sich im Vorwahlkampf der Republikaner gegen die bis dahin favorisierten Kandidaten wie Jeb Bush, Ted Cruz und Marco Rubio durch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Präsidentschaftswahlen galt Hillary Clinton als klare Favoritin, auch wenn ihre Nominierung bei den Demokraten gegen den Senator Bernie Sanders länger als gedacht dauerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst in den letzten Tagen vor der Wahl gab es erste Berichte, die eine Wahl von Donald Trump mit seinem Motto <em>&#8222;Make America Great Again&#8220;</em> (siehe Bild) als Möglichkeit erfassten.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="600" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Trump-Button.jpg?resize=600%2C600&#038;ssl=1" alt="Grafik eines Buttons mit dem Wahlkampfmotto &quot;Make America Great Again&quot; von Donald Trump" class="wp-image-2344" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Trump-Button.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Trump-Button.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Trump-Button.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/01/Trump-Button.jpg?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(cbies/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wahl selbst lief gespalten: Zwar erhielt Hillary Clinton mit 65.853.516 Wahlstimmen 48,18 % der Stimmen, Donald Trump 62.984.825 Wahlstimmen (46,09 %).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den Wahlleuten war das Ergebnis umgekehrt: Trump erhielt 304 und Clinton nur 227. Damit war Trump entgegen vieler Erwartungen zum US-Präsidenten gewählt.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Hillary Clinton die Präsidentschaftswahl 2016 gewonnen hätte?</pre>



<h3 id="biden" class="wp-block-heading">31. 2020: Die knappe Wahl von Joe Biden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als Joe Biden 2020 zum US-Präsidenten gewählt wurde, schien das Ergebnis (siehe Bild) zuerst sehr deutlich: Er gewann die Wahl mit 81.284.778 Stimmen (51,3 %) und 306 Wahlleuten gegenüber 74.224.501 Stimmen (46,8 %) und 232 Wahlleuten des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="297" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Praesidentschaftswahlen-2020.jpg?resize=600%2C297&#038;ssl=1" alt="Karte der US-Bundesstaaten nach der Wahl 2020 mit roten (republikanischen) und blauen (demokratischen) Siegerstaaten" class="wp-image-4818" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Praesidentschaftswahlen-2020.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Praesidentschaftswahlen-2020.jpg?resize=300%2C149&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Oleksii Arseniuk/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch bis dahin war es ein weiter Weg: 2019 galt eine Wiederwahl von Donald Trump als durchaus wahrscheinlich, da die Republikaner geschlossen hinter ihm standen, er den Amtsbonus der Bekanntheit hatte und die Wirtschaftsdaten sehr positiv waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig waren die oppositionellen Demokraten gespalten, mit welchem Kandidaten und welcher Programmatik sie in den Wahlkampf ziehen sollten. Hier setzte sich am Ende zwar Joe Biden durch, aber seine Kandidatur löste keine Begeisterung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst die Corona-Epidemie und deren Folgen wirbelten den Wahlkampf durcheinander. Einerseits litt die Trump-Kampagne unter dem wirtschaftlichen Schock und den Einschränkungen im Wahlkampf. Andererseits kam der relativ ruhige Wahlkampf vor allem der Persönlichkeit von Joe Biden entgegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz einer daraus resultierenden Favoritenrolle von Biden herrschte bis zum Schluss Unsicherheit über das endgültige Ergebnis. Erst nach mehreren Tagen und Auszählungen stand fest, dass er durch knappe Ergebnisse in einigen Bundesstaaten die nötigen Wahlleute zusammenhatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Senat konnten die Demokraten erst durch zwei Stichwahlen im Januar eine knappe Mehrheit erringen, im Repräsentantenhaus hatten die Demokraten sogar Stimmen verloren.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Donald Trump die Präsidentenwahl 2020 doch noch gewonnen hätte?</pre>



<h2 id="quellenliteratur" class="wp-block-heading">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Deutsches Auswandererhaus: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/deutsche-auswanderer-in-den-usa-a-947913.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Getilgte Spuren.</a> Deutsche Auswanderer in den USA, auf: spiegel.de (04.10.2007).</li>



<li>GEO Epoche: 1776. Die Geburt der USA. Februar 2026.</li>



<li>GEO Epoche: Amerikas Weg zur Weltmacht. 1498-1898. Oktober 2003.</li>



<li>GEO Epoche: Der Kalte Krieg. Das Kräftemessen der Supermächte im Schatten der Atombombe. 1947-1991. September 2018.</li>



<li>Christoph Gunkel: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/donald-trumps-kauf-angebot-fuer-groenland-historische-vorlaeufer-a-1283135.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schnäppchen Alaska.</a> Vorläufer von Trumps Grönland-Plan, spiegel.de (22.08.2019).</li>



<li>Elke Huber: <a rel="noreferrer noopener" href="https://www.fr.de/politik/us-wahl-2016-donald-trump-hillary-clinton-wahlkampf-wahlsieg-90056550.html" target="_blank">Rückblick auf die US-Wahlen 2016: So kam Donald Trump an die Macht</a>, auf: fr online (29.09.2020).</li>



<li>Marcel Jossifov: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article158475904/Der-Sputnik-Schock-traf-vor-allem-Amerikas-Elite.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Sputnik-Schock traf vor allem Amerikas Elite.</a> Rennen ins Weltall, welt.de (03.10.2016)</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article140194483/Sechs-Gruende-warum-die-USA-in-Vietnam-verloren.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Sechs Gründe, warum die USA in Vietnam verloren.</a> Asymmetrischer Krieg, auf: welt.de (28.04.2015).</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff, Sophie Koch: <a href="https://www.welt.de/channels-extern/ipad_2/thema_des_tages_ipad_2/article13595998/Das-Protokoll-des-Tages-der-die-Welt-veraenderte.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das Protokoll des Tages, der die Welt veränderte.</a> 11. September 2001, auf: welt.de (09.09.2011).</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article231590655/Robert-F-Kennedy-Nach-dem-Sieg-traf-ihn-die-toedliche-Kugel.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Nach seinem Sieg trafen ihn die Kugeln des Mörders.</a> Robert F. Kennedy, auf: welt.de (05.06.2021).</li>



<li>Ella Koeze: <a href="https://projects.fivethirtyeight.com/electoral-college-new-states-2016-election/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">How 13 Rejected States Would Have Changed The Electoral College.</a> Our state borders define our presidential elections. But what if they were different? auf: FiveThirtyEight.com (22.07.2019).</li>



<li>Ulli Kulke: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article137080245/Als-Castro-noch-ein-lieber-Gast-in-Washington-war.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Als Castro noch ein lieber Gast in Washington war.</a> Kuba und USA, auf: welt.de (04.02.2015).</li>



<li>Jill Lepore: Diese Wahrheiten. Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. München 2020.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=USA&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1054540470" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Johanna Lutteroth: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/world-trade-center-anschlag-1993-vorbeben-des-11-septembers-a-951053.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Das vergessene 9/11.</a> Erster Anschlag auf die Zwillingstürme, auf: spiegel.de (26.02.2013).</li>



<li>Jonathan Miske, Fabian Pieper: <a href="https://www.spiegel.de/politik/ausland/us-wahl-warum-die-umfragen-auch-diesmal-so-daneben-lagen-a-30b12b2b-28c4-45b9-8287-85b3809b8ef0" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wo war die blaue Welle?</a> Wahlumfragen in den USA, auf: spiegel.de (08.11.2020).</li>



<li>Gregor Peter Schmitz: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/attentat-a-947054.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Tag, als Bobby Kennedy starb.</a> Attentat, auf: spiegel.de (03.06.2008).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article224008154/Frederick-Muhlenberg-Soll-Deutsch-als-US-Sprache-verhindert-haben.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Mann, der die USA um Deutsch als Amtssprache gebracht haben soll.</a> Frederick Muhlenberg, auf: welt.de (09.01.2021).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article117594083/Die-groesste-Schlacht-des-amerikanischen-Kontinents.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die größte Schlacht des amerikanischen Kontinents.</a> Gettysburg 1863, auf: welt.de (01.07.2013).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article173603403/USS-Maine-Die-Explosion-eroeffnete-den-USA-einen-lukrativen-Krieg.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Diese Explosion eröffnete den USA einen lukrativen Krieg.</a> US-Schlachtschiff „Maine“, auf: welt.de (04.06.2021).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article235935124/US-Unabhaengigkeitskrieg-Wie-die-hessischen-Soeldner-geschlagen-wurden.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So verloren die furchtbaren hessischen Söldner den Nimbus der Unbesiegbarkeit.</a> US-General Hugh Mercer, auf: welt.de (03.01.2022).</li>



<li>Florian Stark: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article231079641/Migration-So-haben-deutsche-Einwanderer-die-USA-gepraegt.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So haben deutsche Einwanderer die USA geprägt</a>, auf: welt.de (12.05.2021).</li>



<li>SPIEGEL Geschichte: 250 Jahre USA. Was vom großen Versprechen auf Freiheit bleibt. März 2026.</li>



<li>SPIEGEL Geschichte: Die Bombe. Das Zeitalter der nuklearen Bedrohung. Juli 2015.</li>



<li>ZEIT Geschichte: 250 Jahre USA. Die Geburt der Vereinigten Staaten – und der Angriff auf das Erbe der Gründerväter. Mai 2026.</li>



<li>ZEIT Geschichte. Unser Amerika. Wie Deutsche die USA prägten. August 2011</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/geschichte-usa/">31 Punkte, an denen die Geschichte der USA anders verlaufen wäre</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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		<title>23 Punkte, an denen die Geschichte der Oberpfalz und Regensburgs anders gelaufen wäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 16 Feb 2026 19:42:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bayerische Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Hintergründe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Bewohner der Oberpfalz und ihrer Hauptstadt Regensburg werden in Bayern gerne unterschätzt. Doch die Region zwischen Franken, der Tschechischen Republik und Südbayern stand oft im Fokus der Geschichte. Vielfältige Herrschaften lösten sich im Spannungsfeld der Regional- und Großmächte in der Mitte Europas ab. So kreuzten sich in der Oberpfalz und Regensburg viele Wege der [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberpfalz-regensburg/">23 Punkte, an denen die Geschichte der Oberpfalz und Regensburgs anders gelaufen wäre</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Bewohner der Oberpfalz und ihrer Hauptstadt Regensburg werden in Bayern gerne unterschätzt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Region zwischen Franken, der Tschechischen Republik und Südbayern stand oft im Fokus der Geschichte. Vielfältige Herrschaften lösten sich im Spannungsfeld der Regional- und Großmächte in der Mitte Europas ab. </p>



<span id="more-671"></span>



<p class="wp-block-paragraph">So kreuzten sich in der Oberpfalz und Regensburg viele Wege der <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">Alternative History</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zur besseren Orientierung gibt es Anfang eine Karte der heutigen Oberpfalz mit den kreisfreien Städten Regensburg, Amberg und Weiden. Umgeben ist der Bezirk von <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberfranken-bayreuth/">Oberfranken (gelblich)</a>, <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-mittelfranken-nuernberg/">Mittelfranken (rötlich)</a>, <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oberbayern-muenchen/">Oberbayern (grün)</a> und <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-niederbayerns/">Niederbayern (orange)</a>. Im Westen in dunklerem Rot markiert ist die kreisfreie Stadt Nürnberg mit ihren Nachbarstädten Fürth und Erlangen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="598" height="424" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Oberpfalz.png?resize=598%2C424&#038;ssl=1" alt="Karte der Bezirks Oberpfalz in Bayern mit den kreisfreien Städten Regensburg, Amberg und Weiden sowie den Landkreisen Regensburg, Neumarkt in der Oberpfalz, Amberg-Sulzbach, Schwandorf, Cham. Neustadt an der Waldnaab und Tirschenreuth." class="wp-image-741" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Oberpfalz.png?w=598&amp;ssl=1 598w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Oberpfalz.png?resize=300%2C213&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 598px) 100vw, 598px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia Autor: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Bavaria,_administrative_divisions_-_de_-_colored.svg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TUBS/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal am 29. September 2020. Er wurde seitdem am 20. März und 18. Dezember 2021, am 10. April und 13. November 2023 sowie am 16. Februar 2026 überarbeitet.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ankerpunkte</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="#rom">15 vor Christus: Die unbedeutende Eroberung durch das römische Reich</a></li>



<li><a href="#agilolfinger">788: Das einschneidende Ende der Agilolfinger</a></li>



<li><a href="#schweinfurter">1057: Das langwierige Ende der Schweinfurter</a></li>



<li><a href="#sulzbach">1167: Das vorzeitige Ende der Grafen von Sulzbach</a></li>



<li><a href="#regensburg">1245: Die freie und Reichsstadt Regensburg</a></li>



<li><a href="#eger">1322: Die endgültige Verpfändung von Eger</a></li>



<li><a href="#pavia">1329: Der zersplitternde Hausvertrag von Pavia</a></li>



<li><a href="#neuboehmen">1373: Das kurzfristige Ende von Neuböhmen</a></li>



<li><a href="#hiltersried">1433: Die hussitische Schlacht bei Hiltersried</a></li>



<li><a href="#albrecht">1492: Der erzwungene Verzicht auf Regensburg</a></li>



<li><a href="#wenzenbach">1504: Die entscheidende Schlacht von Wenzenbach</a></li>



<li><a href="#pfalz">1519: Die junge Pfalz-Neuburg</a></li>



<li><a href="#rekatholisierung">1625: Die unfreiwillige Rekatholisierung</a></li>



<li><a href="#reichstag">1663: Der zwiespältige immerwährende Reichstag</a></li>



<li><a href="#schlacht-amberg">1796: Die verhinderte Entscheidungsschlacht bei Amberg</a></li>



<li><a href="#hauptstadt">1810: Die neue Hauptstadt der Oberpfalz</a></li>



<li><a href="#maxhuette">1853/54: Der verhinderte Konkurs der Maxhütte</a></li>



<li><a href="#ostbahn">1856: Die verspätete Gründung der Ostbahngesellschaft</a></li>



<li><a href="#amberg">1945: Die tödlich verhinderte Verteidigung von Amberg</a></li>



<li><a href="#universitaet">1962: Die endgültige Gründung der Universität Regensburg</a></li>



<li><a href="#autofreundlich">1978: Das langwierige Ende der &#8222;autofreundlichen&#8220; Altstadt in Regensburg</a></li>



<li><a href="#waa">1989: Die umkämpfte Aufgabe der WAA</a></li>



<li><a href="#oth">1991: Die uneinige Gründung der OTH Amberg-Weiden</a><br><br><a href="#quellenliteratur">Quellen und Literatur</a></li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading" id="rom">1. 15 vor Christus: Die unbedeutende Eroberung durch das römische Reich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Vor der Zeitenwende war das Gebiet der Oberpfalz mehrheitlich von Kelten und weniger von Germanen besiedelt. </p>



<p class=".post-content wp-block-paragraph">Mit der Eroberung durch die römischen Legionen, die das strategische Vorfeld von Italien und Gallien sichern wollten, erhielt die Oberpfalz nicht nur Anschluss an den <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/geschichte-roemisches-reich/">einheitlichen Kulturraum des Imperiums</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Das bekannteste Beispiel ist nach der Zerstörung von Vorgängerbauten ein im Jahr 179 aufgebautes Legionslager: Castra Regina – das heutige Regensburg.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/R%C3%B6mische-Legion.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Legionäre waren auch für die römischen Provinzen in der südlichen Oberpfalz entscheidend." class="wp-image-721" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/R%C3%B6mische-Legion.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/R%C3%B6mische-Legion.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(MinDof/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Oberpfalz nördlich der Donau gehörte offiziell zwar zum freien Germanien. Das kaum bewohnte, von verschiedenen germanischen Stämmen besiedelte Land blieb aber nicht unbeeinflusst durch die Römer. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Es gab ausgehend von den Flusstälern von Naab und Regen Handelsbeziehungen, vor allem im 3. und 4. Jahrhundert auch Plünderungszüge in die römischen Provinzen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese blieben aber bis zum Ende des Römischen Reiches unbedeutende Regionen des Imperiums.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Römer die Region nie erobert hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="agilolfinger">2. 788: Das einschneidende Ende der Agilolfinger</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Abzug der Römer blieben Teile der romanisierten Bevölkerung im Land. Ebenso wie germanische Söldner aus Siedlungen nördlich der Donau, die immer mehr Aufgaben der römischen Grenztruppen übernommen hatten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus beiden Gruppen, weiteren germanischen Stämmen und zahllosen anderen Zuwanderern bildete sich eine neue Ethnie heraus, die die bayerische Geschichte begründete: die Bajuwaren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 8. Jahrhundert dominierte die Familie der Agilolfinger vom immer <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/800-de-bello-baiuvaria/">noch stark befestigten Regensburg</a> aus den Stamm. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Um ihre Herrschaft zu sichern, richteten sie eine erste Kirchenverwaltung ein und gründeten zahlreiche Klöster als Stützpunkte zur Landgewinnung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Zuge dessen kam es zu einer bajuwarischen Besiedlung der Oberpfalz, damals Nordgau genannt, entlang der Flussläufe wie der Naab. Von Westen her siedelten aber auch Franken, von Norden und Osten zusätzlich Slawen im Land.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die heutige Oberpfalz zwischen Sulzbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) und Premberg (Landkreis Schwandorf) im Frühmittelalter bereits ein wichtiges Zentrum der Eisenverarbeitung war, war die Region zwischen bajuwarischen Agilolfingern und fränkischen Karolingern umkämpft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">788 endete diese Phase der bayerischen und Oberpfälzer Geschichte: Das unter den Karolingern erstarkende Frankenreich (auf der Karte in grünen Farben) hatte die Unabhängigkeit der Agilolfinger immer mehr beschnitten. In diesem Jahr setzte <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/zeitmaschine-karls-des-grossen-oliver-henkel/">Karl der Große</a> schließlich deren letzten Herzog, Tassilo&nbsp;III., ab.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="425" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Baiuvaria-im-Fraenkischen-Reich.png?resize=600%2C425&#038;ssl=1" alt="Karte des Fränkischen Reiches mit dem Gebiet der Bajuwaren" class="wp-image-2683" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Baiuvaria-im-Fraenkischen-Reich.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Baiuvaria-im-Fraenkischen-Reich.png?resize=300%2C213&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baiuaria_im_Fr%C3%A4nkischen_Reich.svg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Plinganser/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nordgau blieb zwar größtenteils bajuwarisch bzw. bayerisch, gehörte aber &#8222;nur&#8220; noch zu einer Provinz an der Peripherie des Reiches. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Regensburg dagegen entwickelte sich bis zum Aussterben der Karolinger zu einem Zentrum der Königsherrschaft im ostfränkisch-deutschen Reich.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich die Oberpfalz weiter entwickelt, wenn die Agilolfinger in Regensburg an der Macht geblieben wären?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="schweinfurter">3. 1057: Das langwierige Ende der Schweinfurter</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 938/939 etablierten sich mithilfe der ostfränkischen Könige <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-unterfranken-wuerzburg/">die Grafen von Schweinfurt</a> als Herrscher über die bayerischen Gebiete im Nordgau. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Markgrafen übernahmen sie immer mehr Aufgaben in den Gebieten der mittleren und nördlichen Oberpfalz mit den Zentren in Nabburg (Landkreis Schwandorf, siehe Bild) und Sulzbach.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Nabburg.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Foto der Altstadt von Nabburg über dem Fluss Naab" class="wp-image-2686" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Nabburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Nabburg.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Robert Ruidl/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese herzogsähnliche Stellung in unmittelbarer Nähe ihrer Hauptstadt Regensburg konnte das damalige Herrschergeschlecht der bayerischen Ottonen nicht zulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als einer der ihren als König Heinrich II. über das ostfränkisch-deutsche Reich regierte, kam es zum Konflikt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er schlug nicht nur einen Aufstand der Schweinfurter nieder. Er schwächte auch durch die Vergabe von Lehnsrechten, zum Beispiel an das Bistum Bamberg, die Stellung der Markgrafen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch erst der Tod des letzten Schweinfurters, Otto, beendet 1057 die Versuche, die Oberpfalz von Bayern unabhängig zu machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen setzte eine Zersplitterung der Herrschaft zwischen unterschiedlichen Adelsgeschlechtern ein. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese endete für den größten Teil der Region erst, als die Mehrzahl der Familien im Laufe des Mittelalters ausstarb und ihr Besitz an die neuen bayerischen Herzöge fiel: die Wittelsbacher.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Schweinfurter die heutige Oberpfalz dauerhaft unter ihrer Herrschaft vereint hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="sulzbach">4. 1167: Das vorzeitige Ende der Grafen von Sulzbach</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Beispiel für eine solche Adelsfamilie waren die mächtigen Grafen von Sulzbach. Ausgehend von ihrer gleichnamigen Stammburg (siehe unten Bild aus der heutigen Zeit) beherrschten sie nicht nur weite Teile der Oberpfalz, sondern waren durch weitere Güter im heutigen Bayern sowie zahlreiche Heiratsverbindungen eines der mächtigsten Geschlechter des Heiligen Römischen Reiches.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="312" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Burg-Sulzbach.jpg?resize=600%2C312&#038;ssl=1" alt="Foto der Burg Sulzbach im Landkreis Amberg-Sulzbach" class="wp-image-5946" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Burg-Sulzbach.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Burg-Sulzbach.jpg?resize=300%2C156&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(ManuEis &#8211; Photographie/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1167 starb jedoch mit Berengar II. der letzte männliche Sulzbacher auf einem Italienzug mit Kaiser Barbarossa an der Pest.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da der noch lebende Vater von Berengar, Gebhard II., sonst nur Töchter gezeugt hatte, war das Ende ihrer Herrschaft absehbar.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Gebhard III. im Jahr 1188 starb, verteilten sich daher seine Güter unter den Ehemännern seiner Töchter.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders profitierte davon aber ein Geschlecht, das keine verwandtschaftlichen Beziehungen zu den Sulzbachern gepflegt und mit ihnen sogar rivalisiert hatte – die Wittelsbacher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Nordgau brachte der Tod von Berengar II. für sie einen ersten Durchbruch, da bereits vor dem Tod von Gebhard III. mehrere von dessen Gefolgsleuten auf die Seite der Wittelsbacher-Herzöge wechselten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Abgeschlossen wurde diese Entwicklung 1305/1307, als nach dem Aussterben weiterer Adelsgeschlechter der ehemalige Sulzbacher Besitz in der Oberpfalz endgültig an die Wittelsbacher ging.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich Sulzbach und die Oberpfalz entwickelt, wenn Berengar II. nicht vorzeitig gestorben wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="regensburg">5. 1245: Die freie und Reichsstadt Regensburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Regensburg hatte sich im Mittelalter nicht nur zum politischen und kulturellen Hauptort des bayerischen Herzogtums entwickelt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestützt auf den wachsenden europäischen Handel mit Luxusgütern über die Donau – aber auch über den Regen nach Böhmen – wuchs die Stadt zur größten Wirtschaftsmetropole im süddeutschen Raum heran. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeugnisse dieser Bedeutung und des Reichtums waren der Bau der Steinernen Brücke als einzigem festen Donauübergang zwischen Ulm und Wien von 1135 bis 1146 sowie des Doms ab 1273. Hinzu kamen zahlreiche Geschlechtertürme als Ausweis des Reichtums der Patrizier.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die verschiedenen Befestigungsanlagen von Regensburg zeigen deutlich die Expansion der Stadt bis ins hohe Mittelalter. Sie drückten außerdem die Wehrhaftigkeit der Stadt und ihrer Bürger aus.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="454" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Befestigungen-Regensburg.jpg?resize=600%2C454&#038;ssl=1" alt="Karte der Stadtmauern von Regensburg" class="wp-image-2684" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Befestigungen-Regensburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Befestigungen-Regensburg.jpg?resize=300%2C227&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Werk: Bernd Edtmaier)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Davon profitiert auch die restliche Oberpfalz: Vor allem Amberg und Sulzbach-Rosenberg, wegen ihrer vielen Hammerwerke als <em>&#8222;Ruhrgebiet des Mittelalters&#8220; </em>bekannt, exportieren über Vils und Naab ihr Eisenerz nach Regensburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend umkämpft waren die Herrschaftsrechte in der Stadt zwischen den bayerischen Herzögen und den Bischöfen von Regensburg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch der deutsche König, ab 1138 aus der Familie der Staufer, versuchte, die Metropole mehr an seine Herrschaft zu binden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Spannungsfeld nutzten die vermögenden Bürger, um über mehrere Jahrzehnte immer mehr Rechte der verschiedenen Streitparteien an sich zu ziehen. 1245 gewährte ihnen schließlich Kaiser Friedrich II. das Recht der freien Wahl von Bürgermeistern und Stadträten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wittelsbacher versuchten vergeblich, ihre <em>&#8222;verlorene Hauptstadt&#8220;</em> zurückzuerobern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen gelang es den Regensburgern, sogar weitere Rechte an sich zu ziehen. Diese dehnten sie schließlich bis 1300 so weit aus, dass die Stadt sich de facto von Bayern unabhängig machte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1337 scheiterte auch der letzte Versuch des wittelsbachischen Königs, Ludwig des Bayern, die Stadt militärisch für das Herzogtum zurückzuerobern.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Regensburg entwickelt, wenn die Stadt bayerische Hauptstadt geblieben wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="eger">6. 1322: Die endgültige Verpfändung von Eger</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ab 1100 kolonisierten die Markgrafen von Vohburg und das Kloster Waldsassen das Gebiet um das heutige Eger (tschechisch: Cheb). Sie gliederten das Land in den Nordgau ein, der zu dieser Zeit den Großteil der heutigen Oberpfalz umfasste.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Grenzland (heute grob östlich des Landkreises Tirschenreuth) entwickelte sich vor allem unter der Herrschaft der Staufer ab 1146 zu einem strategisch wichtigen und durch den Handel prosperierenden Gebiet. So erhielt zum Beispiel Eger den Status einer Reichsstadt und war Schauplatz mehrerer Aufenthalte der Kaiser Friedrich Barbarossa und Friedrich II.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem die Burg von Eger (siehe Bild) war unter der Herrschaft der Staufer ein wichtiges Machtzentrum sowohl des Egerlandes als auch des Heiligen Römischen Reiches.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="800" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Eger.jpg?resize=600%2C800&#038;ssl=1" alt="Foto von Burg und Kirche in Eger" class="wp-image-4347" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Eger.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/12/Eger.jpg?resize=225%2C300&amp;ssl=1 225w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch geriet die Region in den Fokus der Könige von Böhmen, die daran interessiert waren, das angrenzende Egerland, also das Gebiet um die Stadt Eger, unter ihre Herrschaft zu bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Untergang der Staufer gelang es den böhmischen Königen jedoch zuerst nicht, das entstandene Machtvakuum dauerhaft zu nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die bayerischen Wittelsbacher hatten sich einen Großteil des Nordgaus aus dem Besitz der Staufer unterworfen und konnten daher ebenfalls Anspruch auf die Gebiete um Eger erheben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 1322 entschied sich dieser Konflikt dauerhaft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn der Wittelsbacher Kaiser Ludwig der Bayer verpfändete das Egerland als Dank für die Unterstützung der böhmischen Könige für 20.000 Mark Silber an diese.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war das deutschsprachige Egerland aber formell noch kein Teil des Königreichs Böhmen. Es behielt nach außen eine unabhängige Sonderstellung, die erst im Laufe der Jahrhunderte immer mehr ausgehöhlt wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch wurde zum Beispiel erst 1782 die kirchliche Bindung an das Bistum Regensburg beendet. Zudem blieb der egerländisch-deutsche Dialekt ein Teil der bairischen Sprachfamilie.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich die spätere Oberpfalz entwickelt, wenn das Egerland nicht dauerhaft Teil des Königreichs Böhmen geworden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="pavia">7. 1329: Der zersplitternde Hausvertrag von Pavia</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um die ständigen Querelen innerhalb der Wittelsbacher zu beenden, teilte Kaiser Ludwig der Bayer die Territorien seiner Familie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Grob gesagt entstanden zwei voneinander getrennte Linien: Die bayerische Linie bekam die Herrschaft über die größten Teile Bayerns mit dem Zentrum im heutigen Oberbayern. Der pfälzische Zweig verfügte über das Amt des Pfalzgrafen zu Rhein in der Region um Heidelberg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Pfalz an sich zu klein für ein Machtgleichgewicht war, kamen Teile des bayerischen Nordgaus hinzu. Aus diesen entwickelte sich die <em>&#8222;Obere Pfalz&#8220;.</em> </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da der bisherige regionale Verwaltungssitz Burglengenfeld in bayerischem Besitz blieb, brauchten die Pfälzer eine neue Hauptstadt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde Amberg erstmals Sitz von Regierungsamt und Residenzstadt für die kurpfälzischen Statthalter, die sich dort ein eigenes Schloss (im Bild links) in einem Teil der Stadtbefestigung bauten. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/09/Amberg.jpg?resize=600%2C450&#038;ssl=1" alt="Foto von Amberg mit der Stadtbrille und dem kurfürstlichen Schloss" class="wp-image-1896" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/09/Amberg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/09/Amberg.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Pfalzgrafen bei Rhein hielten sich nun häufig in der Stadt auf. Zeitweise war es Tradition, dass ihre designierten Nachfolger die Statthalterschaft in Amberg übernahmen, um das Regierungshandwerk zu lernen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich die Wittelsbachischen Besitzungen und damit die Oberpfalz noch aufteilen können?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="neuboehmen">8. 1373: Das kurzfristige Ende von Neuböhmen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Nachfolger Ludwigs des Bayern, Kaiser Karl IV., hatte ebenfalls Pläne in der Oberpfalz. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wollte einen Landkorridor aufbauen, der von der heutigen Tschechischen Republik, die er als König von Böhmen beherrschte, bis zu den damaligen Zentren des Heiligen Römischen Reiches, Nürnberg und Frankfurt, reichte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu erwarb er bis 1353 von den Pfalzgrafen Gebiete in der nördlichen Oberpfalz (auf der Karte der grüne Zipfel links von Böhmen), die er von Sulzbach aus verwalten ließ. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="599" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=600%2C599&#038;ssl=1" alt="Karte der Länder der böhmischen Krone unter Karl IV." class="wp-image-2685" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karte_B%C3%B6hmen_unter_Karl_IV.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Maximilian Dörrbecker (Chumwa)/CC BY-SA 2.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Herrschaft förderte er durch gezielte Vergabe von Privilegien sowie den Ausbau des bereits bestehenden Straßen- und Handelsnetzes der <em>&#8222;Goldenen Straß</em>e&#8220;.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel von Karl IV. war es, die lukrativen Handelswege zwischen Böhmen und Franken in der Oberpfalz auf sein eigenes Territorium umzuleiten und so zu monopolisieren. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon profitierte zum Beispiel die neue Residenzstadt Sulzbach, die in dieser Zeit ihr Stadtgebiet verdoppelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alles deutete darauf hin, dass Karl IV. diese Teile der Oberpfalz langfristig an die Krone Böhmens binden wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch gab er diese Strategie 1373 auf: Im <em>Vertrag von Fürstenwalde</em> tauschte er große Teile von <em>&#8222;Neuböhmen&#8220; </em>gegen die strategisch wichtige Mark Brandenburg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gab es um Auerbach (Landkreis Amberg-Sulzbach) noch ein kleines Restgebiet. Dieses ging aber unter Karls Nachfolger Wenzel in kriegerischen Auseinandersetzungen fast vollständig verloren.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich ein länger bestehendes Neuböhmen auf die restliche Oberpfalz ausgewirkt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="hiltersried">9. 1433: Die hussitische Schlacht bei Hiltersried</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Verbindungen zwischen der Oberpfalz und Böhmen blieben danach bestehen. Sie waren jedoch bald von einer langwierigen Auseinandersetzung geprägt: den Hussitenkriegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1415 war Jan Hus, der Wortführer der böhmischen Reformbewegung innerhalb der Kirche, auf dem Konzil von Konstanz als Ketzer verbrannt worden. Dies führte zu einem Aufstand der reformorientierten Strömungen im Königreich Böhmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die päpstliche Kirche und Kaiser Sigismund versuchten, den Aufstand durch mehrere Kreuzzüge niederzuschlagen. Sie scheiterten jedoch mit teilweise vernichtenden Niederlagen. Denn die Hussiten nutzten damalige Innovationen wie Feuerwaffen oder speziell gebaute Streitwägen, die sie in Schlachten zu Wagenburgen zusammenziehen konnten, sehr erfolgreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Oberpfalz war von diesen Auseinandersetzungen betroffen, als hussitische Heere seit 1421 begannen, Raubzüge gegen Nachbarländer zu unternehmen. Sie wollen damit zukünftige Kreuzzüge schwächen und die eigene Nachschubversorgung verbessern. Besonders stark traf es grenznahe Orte wie Furth im Wald, Cham, Waldmünchen (alle Landkreis Cham) oder Bärnau und Tirschenreuth (beide Landkreis Tirschenreuth).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Abwehrmaßnahmen in der damaligen Oberpfalz blieben aber Stückwerk und waren oft nicht erfolgreich, zum Beispiel bei einer fehlgeschlagenen Belagerung von Waldmünchen 1426. Ursache war die Zersplitterung der Region in verschiedene Territorien der bayerischen und pfälzischen Wittelsbacher, was eine gemeinsame Abwehrfront erschwerte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1433 kam es erneut zu einem hussitischen Raubzug in die Oberpfalz. 2.000 bis 3.000 Mann sollten die Region plündern, um das hussitische Belagerungsheer vor der katholischen Stadt Pilsen zu versorgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als ihnen ein Heer des Pfalzgrafen Johann von Pfalz-Neumarkt folgte, war die Lage für die Oberpfälzer zuerst ungünstig: Mit circa 1.200 Mann waren sie zahlenmäßig unterlegen, vor allem da ein Großteil der Verteidiger aus einfachen Bürgern und Bauern der umliegenden Gebiete bestand. Wie groß das Risiko einer Niederlage gesehen wurde, zeigt die Tatsache, dass Pfalzgraf Johann auf Bitten seiner Vasallen nicht an der Schlacht teilnahm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den Oberpfälzern gelang es jedoch am 21. September 1433, die Hussiten bei Hiltersried (Landkreis Cham) zur Abendzeit zu überraschen. Deren Wagenburg war noch nicht fertig aufgestellt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem konnte der Oberpfälzer Feldhauptmann Hindschi Pflug seine Kontingente schnell genug formieren, um einen Eingang der Wagenburg anzugreifen. Sein Heer drang in die Wagenburg ein und die Hussiten begannen zu fliehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende stand eine vernichtende Niederlage der Hussiten. Die Schlacht zerstörte aber nicht nur deren Ruf der Unbesiegbarkeit. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die fehlende Beute aus der Oberpfalz erschwerte die Belagerung von Pilsen, die schließlich abgebrochen wurde. Vorher brachen aber angesichts der Niederlage und der schlechten Versorgungslage im Lager der Hussiten die Konflikte zwischen Radikalen und Gemäßigten offen aus. 1434 siegten schließlich die Gemäßigten im Königreich Böhmen und legten den Konflikt mit Papst sowie Kaiser vorerst bei.</p>



<pre class="wp-block-verse"><em>Was wäre gewesen, wenn die Oberpfälzer die Schlacht von Hiltersried verloren hätten?</em></pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="albrecht">10. 1492: Der erzwungene Verzicht auf Regensburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im 15. Jahrhundert geriet das vormals reiche Regensburg in wirtschaftliche Schwierigkeiten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Fernhandel verschob sich weg von der Stadt, während die Patrizier aus den alten Handelsfamilien nur ihren Machterhalt im Sinn hatten. Da sie daher das Handwerk klein gehalten hatten, fehlte es der freien Reichsstadt zum Beispiel <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-bayerisch-schwaben-augsburg/">im Vergleich zu Ulm</a> an Wirtschaftszweigen, die den Abstieg abfangen konnten. </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="441" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Regensburg.jpg?resize=600%2C441&#038;ssl=1" alt="Foto der Steinernen Brücke und des Doms in Regensburg." class="wp-image-786" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Regensburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Regensburg.jpg?resize=300%2C221&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der bayerische Herzog trug seinen Teil dazu bei. Nach dem Verlust der Stadt förderte er umliegende Städte und verwickelte die Stadt immer wieder in kräfteraubende Wirtschaftskriege. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Er profitierte davon, dass das Territorium der freien Reichsstadt klein war und er selbst innerhalb ihrer Mauern – wie der Bischof – weiter Herrschaftsrechte ausübte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den letzten Schachzug machte Herzog Albrecht IV. 1486. Er zahlte auf einen Schlag die Schulden seiner Vorgänger bei Regensburg zurück. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch löste er viele Rechte und Besitzungen aus, die die Stadt bis dahin als Pfand besessen hatte. Die Stadtherren, wirtschaftlich und durch soziale Spannungen geschwächt, gaben seinem Druck weiter nach und unterstellten sich dem Herzog. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Beinahe wäre Regensburg wieder zu Bayern gekommen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der als machtlos unterschätzte Kaiser Friedrich III. konnte Albrecht IV. in einem anderen Konflikt zur Kapitulation zwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So wurde Regensburg wieder Freie Reichsstadt, wenn auch beschränkt auf das schmale Gebiet der Stadtmauern und der beiden Donauinseln. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Feindschaft zwischen der Stadt und dem bayerisch dominierten Umland blieb danach noch lange erhalten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Stadt selbst erreichte der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation eine stärkere Position. Dies führte dazu, dass immer mehr Reichstage in der Stadt stattfanden.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte es sich für Regensburg ausgewirkt, wenn die Stadt auch nach 1492 bayerisch geblieben wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="wenzenbach">11. 1504: Die entscheidende Schlacht von Wenzenbach</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im 15. Jahrhundert hatten sich die Territorien der Wittelsbacher unter verschiedenen Linien der Pfälzer und bayerischen Zweige weiter zersplittert (siehe Karte). </p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="478" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Herzogt%C3%BCmer-Bayern.png?resize=600%2C478&#038;ssl=1" alt="Karte der vier bayerischen Herzogtümer im Jahr 1392." class="wp-image-803" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Herzogt%C3%BCmer-Bayern.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Herzogt%C3%BCmer-Bayern.png?resize=300%2C239&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bayern_nach_der_Teilung_1392.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lencer/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zu den Mächtigsten gehörten neben dem Pfalzgrafen zu Rhein die reichen Herzöge aus der Linie Bayern-Landshut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide Familien verbanden sich ab 1430 immer enger, beispielsweise durch die <em>&#8222;Amberger Hochzeit&#8220;</em> 1474 zwischen Pfalzgraf Philipp und der Schwester des Herzogs Georg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als absehbar wurde, dass Georg ohne männlichen Nachkommen sterben würde, löste dies vielfältige Aktivitäten aus. So versuchten die Pfälzer, eine Vereinigung ihrer (Ober-)pfälzer Territorien mit den Gebieten von Bayern-Landshut zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl der Sohn Philipps, Ruprecht, die einzige Tochter Georgs heiratete, scheiterte dieser Plan. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn die gegnerischen Herzöge von Bayern-München unter Albrecht IV. hatten nicht nur den ersten Anspruch auf das Erbe, sondern auch ein größeres Bündnis hinter sich. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Im <em>&#8222;Landshuter Erbfolgekrieg&#8220; </em>kam es daraufhin zu großen Verwüstungen in Süddeutschland. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die endgültige Entscheidung brachte die Schlacht von Wenzenbach, nördlich von Regensburg. Hier unterlagen die Pfälzer. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Kurz darauf starb die Tochter Georgs. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da Ruprecht schon vor ihr an einer Krankheit gestorben war, waren die Ambitionen des Pfalzgrafen damit gescheitert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Großteil der Gebiete von Bayern-Landshut kam in den Besitz Albrechts IV. Dies legte auch 1505 der <em>&#8222;Kölner Schiedsspruch&#8220;</em> als Bedingung für den Frieden endgültig fest.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Pfälzer die Schlacht von Wenzenbach und den Landshuter Erbfolgekrieg gewonnen hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="pfalz">12. 1519: Die junge Pfalz-Neuburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Kinder des unterlegenen Gegners aus der Verbindung der verstorbenen Elisabeth von Bayern-Landshut und Rupprecht von der Pfalz, schufen der <em>&#8222;Kölner Schiedsspruch&#8220;</em>  und nach den darauffolgenden Verhandlungen der <em>&#8222;Ingolstädter Vertrag&#8220; </em>1509 aber ein eigenes Territorium.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis der endgültige Umfang dieser Gebiete klar war, dauerte es ebenfalls. So kam die strategisch wichtige Stadt Schwandorf erst nach Verhandlungen im Jahr 1506 vom Herzogtum Bayern-München zum neu geschaffenen Fürstentum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese anfangs namenlose <em>&#8222;junge Pfalz&#8220;</em> für die Prinzen Ottheinrich und Philipp war stark zersplittert in grob sechs Teile, unter anderem in der Oberpfalz:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>die ehemalige Ingolstädter Residenz Neuburg mit Gebieten um Monheim und Reichertshofen</li>



<li>südlich davon Ämter um Höchstädt, Lauingen und Gundelfingen</li>



<li>auf der schwäbischen Alb Allersberg, Heideck und Hilpoltstein</li>



<li>den größten geschlossenen Block in der Oberpfalz um Velburg, Hemau, Regenstauf und Schwandorf, mit der alten Hauptstadt des Nordgau in Burglengenfeld</li>



<li>nördlich davon ein Gebiet um Sulzbach</li>



<li>ebenfalls im Norden die Region um Weiden, Vohenstrauß, Floß und Parkstein</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend war die Hauptresidenz dieser geteilten Länder zuerst unklar, bevor die Wahl unter Ottheinrich auf Neuburg an der Donau fiel. Burglengenfeld wurde nur in einer kurzen Landesteilung zwischen 1535 und 1541 zur Nebenresidenz für Philipp.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit begann für Neuburg die <em>&#8222;Residenzzeit&#8220;</em>, die sich schon unter Ottheinrich durch eine seinem Stand gemäße fürstliche Hofhaltung und eine prachtvolle Bautätigkeit, zum Beispiel beim Residenzschloss (siehe Bild), auszeichnete.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Residenzschloss-Neuburg.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Foto des Residenzschlosses in Neuburg an der Donau mit dem Fluss im Vordergrund" class="wp-image-5461" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Residenzschloss-Neuburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Residenzschloss-Neuburg.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Fotowada/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch seine Nachfolger aus verschiedenen Linien der Pfälzer Wittelsbacher sorgten dafür, dass Neuburg bis 1790 architektonisch und politisch aufgewertet wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Oberpfalz profitierte nur Sulzbach kurz als Residenz einer Nebenlinie der Neuburger Wittelsbacher zwischen 1656 und 1742.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Neuburg an der Donau nicht Hauptresidenz der <em>"jungen Pfalz"</em> geworden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="rekatholisierung">13. 1625: Die unfreiwillige Rekatholisierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Seit den 1520er Jahren hatte sich der reformierte evangelische Glaube in der Oberpfalz ausgebreitet und den altgläubigen Katholizismus zurückgedrängt. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese konfessionelle Zersplitterung verstärkte noch die Einführung des reformierten Calvinismus durch die pfälzische Regierung Ende des 16. Jahrhunderts. </p>



<p class="wp-block-paragraph">1592 wurde zum Beispiel der erbitterte Widerstand der evangelischen Residenzstadt im <em>&#8222;Amberger Lärmen&#8220; </em> gebrochen. Dies kostete die Stadt einen großen Teil ihrer Autonomierechte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch für die restliche Oberpfalz hatten diese Glaubenswechsel nicht nur religiöse Folgen: Als die Pfalzgrafen 1569 das Kloster Waldsassen (heute Landkreis Tirschenreuth) auflösten, führte dies zum Zusammenbruch der für die Nahrungsmittelversorgung der Bevölkerung wichtigen und bis dahin durch die Mönche organisierten regionalen Teichwirtschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit Repressalien gegen Abweichler und Bevorzugung von Calvinisten bei der Besetzung von Ämtern wäre es den Pfälzern fast gelungen, den größten Teil der Oberpfalz zu einer Hochburg des neuen Glaubens zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entwicklung brach durch den <em>Dreißigjährigen Krieg</em> zusammen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auslöser dieses europaweiten Konflikts war die Wahl des Pfalzgrafen Friedrich V. zum böhmischen König. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als <em>&#8222;Winterkönig&#8220;</em> verlor er die Schlacht am Weißen Berg und seine Herrschaftsgebiete wurden zur Beute der Sieger. Da er als Führer des evangelisch-reformierten Bündnisses fungierte, hielten sich nun seine katholischen Gegner schadlos. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die &#8222;pfälzische&#8220; Oberpfalz bedeutete dies 1625 die Rückkehr zu Bayern. Unter dem Herzog beziehungsweise Kurfürsten Maximilian setzten nicht nur die Wiedervereinigung ein, sondern auch eine rigorose Rekatholisierung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei kam es zu zahlreichen Wiederherstellungen und Neubauten von katholischen Kirchen. Ein Beispiel ist die architektonisch einzigartige Dreifaltigkeitskirche Kappl in Waldsassen (siehe Bild).</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="399" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Dreifaltigkeitskirche-Kappl.jpg?resize=600%2C399&#038;ssl=1" alt="Dreifaltigkeitskirche Kappl in Waldsassen" class="wp-image-923" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Dreifaltigkeitskirche-Kappl.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Dreifaltigkeitskirche-Kappl.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(AMB/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Beispielsweise richteten die neuen Herrscher in der Hauptstadt Amberg ein katholisches Lyzeum als Kaderschmiede ein – das heutige Erasmus-Gymnasium. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies bedeutete einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der Oberpfalz: Wirtschaftlicher Niedergang in Folge des Krieges und politische Vernachlässigung durch München trugen zu einer inneren Distanz der Bevölkerung gegenüber ihren neuen Herren bei.</p>



<pre class="wp-block-verse">Welche anderen Entwicklungen wären für die verschiedenen Glaubenswechsel in der Oberpfalz möglich gewesen?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="reichstag">14. 1663: Der immerwährende Reichstag</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Regensburg entwickelte sich im 16. Jahrhundert zu einem beliebten Standort für die Reichstage, die regelmäßigen Versammlungen der Kurfürsten, Fürsten und Reichsstädte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt war verkehrstechnisch günstig gelegen, da sie über die Donau nah an der Hauptstadt der Habsburgerkaiser, Wien, lag.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem bot die Stadt seit der Einführung des Luthertums für die städtischen Bürger – die Untertanen des Regensburger Bischofs und des bayerischen Herzogs blieben katholisch – Kirchenorganisationen für die beiden großen Konfessionen des Reiches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1663 der Reichstag nicht mehr wie üblich seinen Abschied nahm, entwickelte sich die Stadt zum permanenten Sitz dieser Institution. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser immerwährende Reichstag tagte im Reichssaalgebäude (links im Bild) mitten im historischen Kern von Regensburg neben dem Alten Rathaus der Stadt.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="338" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Regensburg-Reichssaal.jpg?resize=600%2C338&#038;ssl=1" alt="Reichssaalgebäude in der Altstadt von Regensburg" class="wp-image-2715" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Regensburg-Reichssaal.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Regensburg-Reichssaal.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dies brachte zwar fürstlichen Glanz und kulturelle Blüte nach Regensburg. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Mitglieder des Reichstags aber politisch und wirtschaftlich nicht der Stadt unterstanden, besserten sie durch Schmuggel und Verkauf eigener Waren ihr Gehalt zum Schaden Regensburgs auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch ließ sich der Kaiser meistens vertreten, seit 1748 durch die seitdem in Regensburg ansässige Familie von Thurn und Taxis. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher richtete der Stadtrat mehrfach ein Gesuch an den Kaiser, den Reichstag zu verlegen. Doch diese Bitte blieb ungehört bis zum Ende des Reiches 1806 im Zuge der Kriege in der Folge der Französischen Revolution.</p>



<pre class="wp-block-verse">Welche Folgen hätte es für die Reichsstadt Regensburg gehabt, wenn der Reichstag nicht dortgeblieben wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="schlacht-amberg">15. 1796: Die verhinderte Entscheidungsschlacht bei Amberg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In diesen Revolutionskriegen war die französische Sambre-Maas-Armee unter General Jean-Baptiste Jourdan Anfang 1796 erfolgreich über den Rhein und anschließend nach Franken eingedrungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ziel war es, den in Bayern stehenden österreichischen Armeen unter Erzherzog Karl in den Rücken zu fallen, um anschließend Böhmen angreifen zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuerst gelang es den Franzosen erfolgreich, die Österreicher am 17. August in der Schlacht von Sulzbach-Rosenberg zu schlagen und an die Naab abzudrängen. Dies bedeutete auch eine Besetzung der damaligen Oberpfälzer Hauptstadt Amberg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Erzherzog Karl jedoch entgegen den Erwartungen von Jordan nach siegreichen Gefechten bei Deining und Neumarkt von Süden heranrückte und den Truppen an der Naab ebenfalls den Angriff befahl, errichtete Jordan um Amberg herum eine Verteidigungsstellung gegen den zahlenmäßig überlegenen Feind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei machte er den Fehler, einerseits zu lange auf sich umständlich zurückziehende Truppen zu warten und andererseits unter Zeitdruck eine fehlerhafte Verteidigung zu errichten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deshalb kam es am 24. August zur Schlacht bei Amberg (siehe Gedenkstein aus der heutigen Zeit unten).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="882" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Schlacht-bei-Amberg.jpg?resize=600%2C882&#038;ssl=1" alt="Foto des Gedenksteins für die Schlacht bei Amberg in der Oberpfalz" class="wp-image-5948" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Schlacht-bei-Amberg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Schlacht-bei-Amberg.jpg?resize=204%2C300&amp;ssl=1 204w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hier machte nun Erzherzog Karl einen strategischen Fehler, als er sein Ziel, Jordan auszumanövrieren und im Rücken zu fassen, nicht weiterverfolgte und nur mit einem kleinen Teil seiner Kräfte von Süden gegen Amberg vorging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch gelang es den österreichischen Truppen relativ schnell, die Stellungen der französischen Verteidiger, unter denen sich der später berühmte Kavalleriegeneral Ney befand, zu überrennen und Amberg einzunehmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da sie aber erneut zu langsam und mit zu wenigen Kräften weiter angriffen, gelang es Jordan, sich geordnet zurückzuziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher konnte ihn Erzherzog Karl zwar im Laufe des Jahres immer weiter aus Deutschland herausmanövrieren, seine Armee aber nie entscheidend zerschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Währenddessen entschied ein bis dato unbekannter General namens Napoléon Bonaparte den Feldzug in Italien und damit den Krieg zugunsten des revolutionären Frankreichs.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Erzherzog Karl seinen ursprünglichen Feldzugsplan weiterverfolgt hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="hauptstadt">16. 1810: Die neue Hauptstadt der Oberpfalz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit Napoléons führte zu großen Veränderungen für die Region. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gab es seit 1799 eine <em>&#8222;Provinz Oberpfalz&#8220;</em> als verwaltungstechnischen Zusammenschluss verschiedener wittelsbachischer Territorien. Erleichtert wurde diese Entwicklung durch den Zusammenschluss von Bayern und der Pfalz unter Kurfürst Karl Theodor seit 1778.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die Kriege der Französischen Revolution und Napoléons kamen nun immer mehr zuvor unabhängige kirchliche Gebiete und kleinere Herrschaften zu dieser Provinz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1810 erhielt sie schließlich eine neue Hauptstadt: Aus dem aufgelösten Fürstentum Regensburg, das für eine kurze Reformperiode in der Stadt stand, wurde die ehemalige Reichsstadt wieder dem Königreich Bayern zugeschlagen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Wappen des heutigen Bezirks (siehe Bild) verweist auf diese Geschichte: Links der Pfälzer Löwe, rechts die bayerischen Rauten und unten die Schlüssel des Regensburger Stadtwappens.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="429" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/09/Fahne-Oberpfalz.jpg?resize=600%2C429&#038;ssl=1" alt="Fahne der Oberpfalz mit Pfälzer Löwen, bayerischen Rauen und dem Stadtwappen von Regensburg" class="wp-image-1898" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/09/Fahne-Oberpfalz.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/09/Fahne-Oberpfalz.jpg?resize=300%2C215&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Andreas Wolochow/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Regensburg ein Abstieg. Von der Stadt der Reichstage mit einer gewissen kulturellen Bedeutung sank sie zu einer Provinzstadt unter vielen ab. Vor allem schmerzte die Abgabe von vielen über die Jahrhunderte angesammelten Kunstschätzen nach München. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Amberg waren die Bewohner nicht glücklich über den Verlust der jahrhundertelangen Hauptstadtfunktion, der zu einem spürbaren Verlust an wirtschaftlichen und kulturellen Impulsen führte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor 1810 war Amberg nicht nur Verwaltungssitz der Oberpfalz, sondern auch Garnisons- und Schulstadt. Außerdem war es durch die sternförmige Ausrichtung der Straßen aus der Stadt heraus ein regionales Verkehrszentrum, das durch das damals übliche Botenwesen zusätzlich im Zentrum des Informationsflusses in der Region stand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach 1810 verlieh sich Amberg den Titel <em>&#8222;heimliche Hauptstadt der Oberpfalz&#8220;.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit war die Oberpfalz erstmals seit Jahrhunderten wieder unter einer Herrschaft vereint.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich die wiedervereinigte Oberpfalz und Amberg entwickelt, wenn Regensburg nicht Hauptstadt geworden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="maxhuette">17. 1853: Der verhinderte Konkurs der Maxhütte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die industrielle Revolution des 19. Jahrhunderts wirkte sich auch auf die Oberpfalz aus. Zwar bestanden dort noch aus dem Mittelalter einzelne Unternehmen in den Bereichen Eisenerzbergbau und Eisenverhüttung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch erst mit der Gründung der späteren Maxhütte 1851 begann die Industrialisierung der Oberpfalz, die Folgen für ganz Bayern hatte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies war nur möglich, da die <a href="https://ankerpunkte-blog.de/belgien/geschichte-belgien/" type="post" id="184">belgischen Industriellen</a> Télémaque Michiels und Henry Goffard Kapitel sowie Fachkräfte zur Verfügung stellen. Unter ihrer Führung errichtete die <em>Commanditgesellschaft auf Aktien Michiels &amp; Goffard Cie</em> ein Eisenwalzwerk im Weiler Sauforst (heute Stadt Maxhütte-Haidhof im Landkreis Schwandorf).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das neu gegründete Unternehmen galt als entscheidend für die Eisenbahnerschließung des Königreichs Bayern. Daher verpflichtete sich der Staat bis 1862/63, die Produktion an Eisenbahnschienen abzunehmen. Mit circa 200 bis 250 Arbeitern begann die Fertigung von Eisenbahnschienen, Achsen, Radreifen und schweren Blechen, die bisher im Land nicht gefertigt worden waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die belgischen Gründer standen bereits in den ersten Jahren vor Problemen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Braunkohle, die maßgeblich für den Standortentscheid war, erwies sich als zu feucht und musste vor der Verwendung aufwendig getrocknet werden. Zudem kamen die Lieferungen von Eisenerz aus der Amberger Region unzuverlässig und die Ausbildung der bayerischen Arbeiter lief nicht so schnell wie geplant. Daher geriet das Unternehmen schnell in finanzielle Probleme, die sogar einen Konkurs zur Folge hätten haben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher kam es am 26.09.1853 zu einer Neuaufstellung des Unternehmens zur <em>Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte Aktiengesellschaft</em>, in die verstärkt bayerische Unternehmer investierten. Doch noch im September 1914 waren 20 % der Aktien des Unternehmens im Besitz belgischer Investoren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach entwickelte sich die <em>&#8222;Maxhütte&#8220;</em> zu einem immer größeren Unternehmen, das nicht nur immer mehr Eisenerz in der Oberpfalz abbaute und verhüttete. Mit seinen Erzeugnissen förderte es den Ausbau der Eisenbahn und insgesamt die Industrialisierung von Bayern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Maxhütte prägte Orte wie Maxhütte-Haidhof, Sulzbach-Rosenberg (siehe Bild aus der heutigen Zeit) und Auerbach (beide Landkreis Amberg-Sulzbach) bis weit in das 20. Jahrhundert. </p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="326" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2026/02/Maxhuette.jpg?resize=600%2C326&#038;ssl=1" alt="Foto des Industriegeländes der alten Maxhütte mit Schlackehügel im Hintergrund." class="wp-image-7213" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2026/02/Maxhuette.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2026/02/Maxhuette.jpg?resize=300%2C163&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Foto)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Beispielsweise hatte Auerbach nur einen Bahnanschluss, solange das Eisenerz, das über Seilbahnen zum Bahnhof transportiert wurde, von dort nach Sulzbach-Rosenberg gebracht wurde. Vor dem Bau des Bahnhofs 1903 ging die Drahtseilbahn sogar bis zur Bahnstrecke nach Nürnberg, und war die längste Deutschlands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach einem ersten Konkurs 1987 erfolgte die Stilllegung der unterschiedlichen Unternehmensbereiche 2002 und zuletzt 2025.</p>



<pre class="wp-block-verse"><em>Was wäre gewesen, wenn Maxhütte bereits 1853/1854 Konkurs gegangen wäre?</em></pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="ostbahn">18. 1856: Die verspätete Gründung der Ostbahngesellschaft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 1838 stellte Amberg ein Gesuch an den bayerischen König Ludwig I., eine Eisenbahnstrecke von Nürnberg über Amberg nach Regensburg zu bauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da der König aber auf sein Prestigeprojekt des Main-Donau-Kanals für die Erschließung Ostbayerns setzte, scheiterte es, ebenso wie weitere Vorschläge in den nächsten Jahren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel schlug 1851 eine staatliche Bahnbau-Kommission eine Trasse von Nürnberg nach Schwandorf und Regensburg vor, favorisierte aber Schwarzenfeld als Knotenpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1853 erneuerten die Amberger ihre Bittschrift, die Strecke nach Regensburg über das Vilstal zu favorisieren. Dies lehnte das bayerische Handelsministerium 1854 endgültig ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als der Landtag 1856 aufgrund von fehlenden staatlichen Geldern die Erlaubnis zur Gründung von privaten Eisenbahngesellschaften gab, kam der Ausbau der Eisenbahn in der <em>&#8222;Eisenbahnwüste&#8220;</em> Oberpfalz (im Bild eine historische Lokomotive am Bahnhof Weiden) voran.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="429" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Historische-Lokomotive-Weiden.jpg?resize=600%2C429&#038;ssl=1" alt="Historische Lokomotive am Bahnhof Weiden." class="wp-image-744" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Historische-Lokomotive-Weiden.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/05/Historische-Lokomotive-Weiden.jpg?resize=300%2C215&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Andreas Wolochow/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am 12. April 1856 gründete sich die <em>Königlich privilegierte Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen</em>, zu deren Gesellschaftern neben Banken das Adelshaus Thurn und Taxis in Regensburg sowie die Städte Nürnberg, Fürth, Regensburg und Amberg gehörten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie sollte die Bahnstrecken Nürnberg–Amberg–Regensburg, München–Landshut und bis zur Donau, Regensburg–Straubing–Passau und von der Amberg–Regensburger Linie aus eine Strecke an die böhmische Grenze bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Konzessionsvergabe an die Ostbahngesellschaft versuchten Amberg und Weiden durch neue Bittschriften an den König,  die Trasse nach Böhmen über beide Städte laufen zu lassen. Dies scheiterte aber an der Ostbahngesellschaft, die aufgrund der günstigeren Topografie die Strecke über Schwandorf und Furth im Wald favorisierte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1861 setzte schließlich Weiden unter dem einflussreichen Landtagsabgeordneten und späteren Handelsminister Gustav von Schlör durch, dass die nördliche Oberpfalz und Oberfranken über die Strecke Schwandorf–Weiden–Bayreuth erschlossen wurden und nicht über die Verbindung Amberg–Bayreuth.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während sich Weiden und Schwandorf so zu neuen Knotenpunkten nach Nürnberg, Regensburg und Prag entwickelten, verlor Amberg stark an verkehrstechnischer Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Eisenbahn ermögliche auch einen vergleichsweise schnellen und billigen Transport von Menschen und Gütern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher führte der Bau der Ostbahn, die 1875 verstaatlicht wurde, erstmals seit dem Mittelalter zu einem kleinen Industrialisierungsschub, vor allem in der Glas- und Porzellanherstellung der Nordoberpfalz. Ebenfalls profitierte Schwandorf von seinem Status als <em>&#8222;Eisenbahnerstadt&#8220;</em> und vervierfachte seine Bevölkerung bis 1890.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Eisenbahn bereits vor 1856 in der Oberpfalz gebaut worden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="amberg">19. 1945: Die tödlich verhinderte Verteidigung von Amberg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als die US-Amerikaner Ende April 1945 in die Oberpfalz vorstießen, war die fast zerschlagene Wehrmacht zu keinem durchgängigen Widerstand mehr in der Lage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Angreifer allerdings kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges keine Risiken mehr eingehen wollten, führte auch nur geringer Widerstand zu massiven Bombardements durch die US-Luftwaffe und Artillerie.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese massiven Zerstörungen erlebte zum Beispiel Neumarkt, das von wenigen hundert Soldaten mehrere Tage verteidigt und fast vollständig zerstört wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Amberg waren die meisten nationalsozialistischen Verantwortlichen daher gegen eine Verteidigung der Stadt durch die wenigen verbliebenen Truppen. Zumal die Stadt (siehe Bild aus der heutigen Zeit vom Mariahilfberg aus) bis dahin von größeren Zerstörungen verschont geblieben war.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="506" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Blick-auf-Amberg.jpg?resize=600%2C506&#038;ssl=1" alt="Blick vom Mariahilfberg auf die Stadt Amberg und ihre historische Altstadt." class="wp-image-5945" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Blick-auf-Amberg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Blick-auf-Amberg.jpg?resize=300%2C253&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kreisleiter der NSDAP, Artur Kolb, forderte jedoch eine bedingungslose Verteidigung von Amberg, und die anderen Verantwortlichen, darunter der Bürgermeister, wagten nicht, gegen ihn zu agieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die US-Amerikaner daraufhin am 22. April die Beschießung der Stadt begannen, wollte Kolb mit einem Auto die Front am Mariahilfberg inspizieren. Dabei geriet sein Wagen in Gewehrfeuer der Angreifer. Kolb wurde schwer verwundet und starb kurz darauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das so entstandene Machtvakuum nutzten die restlichen Amberger Verantwortlichen, um doch noch zu kapitulieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher nahmen die US-Amerikaner Amberg am 23. April ohne Widerstand und ohne größere Zerstörungen ein.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Kolb nicht am 22. April erschossen worden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="universitaet">20. 1962: Die endgültige Gründung der Universität Regensburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits seit Jahrhunderten strebte die Stadt Regensburg die Gründung einer Hochschule an. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Scheiterten Versuche zuerst am Geldmangel der Reichsstadt, stand die Provinzstadt lange nicht auf der Prioritätenliste Bayerns für eine solche Ansiedlung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 1962 beschloss der Landtag die Gründung der Universität Regensburg, um <em>&#8222;die Begabungsreserven&#8220;</em> der Region zu fördern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch der Standort war lange unklar. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als der amtierende Fürst von Thurn und Taxis in einem umstrittenen Vertrag seine Wiesen am Galgenberg an die Landesregierung verkaufte, waren andere Möglichkeiten, wie das westlich davon gelegene Königswiesen, Haslbach im Stadtnorden oder die Altstadt, endgültig vom Tisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gemäß dem damaligen Zeitgeist wurde die neue Hochschule bewusst als Voll- und Reformuniversität gegründet. Ein Geist, der sich auch in der Betonarchitektur der 1960er Jahre (siehe Bild) widerspiegelte, in dem die Gebäude errichtet wurden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="818" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Universitaet-Regensburg.jpg?resize=600%2C818&#038;ssl=1" alt="Gebäude der Fakultät Philosophie Theologie an der Universität Regensburg" class="wp-image-2716" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Universitaet-Regensburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Universitaet-Regensburg.jpg?resize=220%2C300&amp;ssl=1 220w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Lehre und Forschung nahmen nicht nur einen langfristigen Einfluss auf das kulturelle Leben der bis dahin vor allem durch Kirche und Beamte geprägten Stadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Hochschule lieferte auch durch ihre Absolventen entscheidende Vorteile bei der Ansiedlung von vielen Unternehmen. Damit legte die Universität, der 1978 die Fachhochschule folgte, den Grundstein für den heutigen Großstadtstatus von Regensburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem entwickelt sich das Viertel um die Hochschulen herum zu einem immer größeren Forschungs-, Entwicklungs- und Wirtschaftscluster.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kamen langfristig soziale, politische und kulturelle Umwälzungen durch die teilweise nicht aus der Region kommenden Akademiker, die die Hochschulstadt Regensburg langfristig prägten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich eine früher gegründete Universität Regensburg ausgewirkt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="autofreundlich">21. 1978: Das langwierige Ende der &#8222;autofreundlichen&#8220; Altstadt in Regensburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die heute als Weltkulturerbe berühmte Altstadt von Regensburg hatte zwar den Zweiten Weltkrieg ohne große Schäden überstanden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch nach dem Krieg galt sie als dringend sanierungsbedürftiger Schandfleck. In vielen baufälligen Wohnungen fehlte es teilweise an grundsätzlichen hygienischen Voraussetzungen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Hinzu kam die schwierige Verkehrsführung in den engen Altstadtgassen, die bereits seit dem Wachstum von Regensburg im 19. Jahrhundert immer mehr zum Problem geworden war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Lösung empfahlen daher bereits seit der Industrialisierung verschiedene Stadtplaner den Abbruch von alten Gebäuden, um Platz für den zunehmenden Verkehr zu schaffen. Da dies aber auf den hartnäckigen Widerstand von Denkmalschützern traf, wurden die großen Pläne bis zum Zweiten Weltkrieg nicht verwirklicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Andere Vorhaben, zum Beispiel das Schaffen einer <em>&#8222;Domfreiheit&#8220;</em> aus freien Plätzen rund um den Regensburger Dom oder der Abbruch der Steinernen Brücke zugunsten einer moderneren Version, scheiterten an anderen Gründen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei der Sanierung nach dem Zweiten Weltkrieg, die &#8222;endlich&#8220; massiv in das Stadtbild eingreifen sollte, stand die Prämisse der &#8222;autofreundlichen Altstadt&#8220; im Vordergrund. Ein gut ausgebautes Straßennetz mit vielen Parkplätzen sollte die Altstadt als Einkaufs- und Verwaltungsmittelpunkt schnell erreichbar machen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschiedene Pläne dazu sahen für die historischen Viertel neben einem inneren und äußeren Straßenring auch eine Nord-Süd- sowie eine Ost-West-Achse vor. Krönung wäre eine vier- bis sechsspurige Bayerwaldbrücke von Stadtamhof durch die Altstadt gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusätzlich gab es Pläne für einen Straßendurchbruch quer durch die Altstadt, von der Donau bis zum Bahnhof.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die Steinerne Brücke, heute mit dem Dom als Panorama das Wahrzeichen der Altstadt (siehe Bild), sollte autogerecht verbreitert oder sogar abgerissen werden.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="338" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Panorama-Altstadt-Regensburg.jpg?resize=600%2C338&#038;ssl=1" alt="Luftaufnahme eines Panoramas der Regensburger Altstadt mit Steinerner Brücke und Dom" class="wp-image-2725" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Panorama-Altstadt-Regensburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Panorama-Altstadt-Regensburg.jpg?resize=300%2C169&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(AnBu89/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Teilweise kam es nach dem Zweiten Weltkrieg zur Vorbereitung der Pläne schon zu ersten Bau- beziehungsweise Abbruchmaßnahmen im heutigen Weltkulturerbe.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst Anfang der 1970er Jahre flossen nicht nur mehr Mittel für eine denkmalgeschützte Sanierung von Gebäuden. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch und vor allem erster Widerstand von verschiedenen Bürgerinitiativen sorgte für ein Umdenken. Zum Beispiel führte das erste Bürgerfest 1973 zu einem Gesinnungswandel vieler Bürger über den Stellenwert ihrer Altstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kam es bereits 1974 zu einer Abschwächung des Regensburger Straßenverkehrsplans. Aber erst 1978 wurden die Pläne für die Bayerwaldbrücke endgültig auf Eis gelegt.</p>



<pre class="wp-block-verse"><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/autofreundliche-altstadt-regensburg/">Was wäre gewesen, wenn die Pläne der "autofreundlichen Stadt" in Regensburg durchgeführt worden wären?</a></pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="waa">22. 1989: Die umkämpfte Aufgabe der WAA</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich 1985 die <em>Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen</em> für Wackersdorf bei Schwandorf als Standort der bundesdeutschen atomaren Wiederaufbereitungsanlage (kurz WAA, im Bild der Komplex im französischen La Hague) entschied, galt die Atomkraft als Zukunftstechnologie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="281" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Wiederaufbereitungsanlage-La-Hague.jpg?resize=600%2C281&#038;ssl=1" alt="Foto der Wiederaufbereitungsanlage von La Hague" class="wp-image-2726" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Wiederaufbereitungsanlage-La-Hague.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Wiederaufbereitungsanlage-La-Hague.jpg?resize=300%2C141&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(riekephotos/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Daher sah eine Mehrzahl der lokalen Politiker zuerst die Vorteile von hochqualifizierten Arbeitsplätzen in der strukturschwachen Oberpfalz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Stimmung in der Bevölkerung hatte sich bereits gedreht. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Initiativen gründeten sich und bauten den Widerstand mithilfe der Menschen in der Region auf. Vor allem der SPD-Landrat von Schwandorf, Hans Schuierer, entwickelte sich zur Symbolfigur des immer stärkeren Widerstandes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Höhepunkt war 1986 das <em>&#8222;Anti-WAAhnsinns-Festival&#8220;</em> in Burglengenfeld mit deutschlandweit bekannten Musikern wie Herbert Grönemeyer und circa 100.000 Besuchern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute erinnert ein Gedenkstein am Naabufer von Burglengenfeld an den Widerstand und das Festival, aber auch an die damals gespaltene Gesellschaft.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="727" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Widerstand-WAA.jpg?resize=600%2C727&#038;ssl=1" alt="Gedenkstein zur Erinnerung an den friedlichen Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz und an das MUsikfestival" class="wp-image-5949" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Widerstand-WAA.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Widerstand-WAA.jpg?resize=248%2C300&amp;ssl=1 248w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Polizei, teilweise mit Gewalt, diese Proteste im Zaum hielt, sank der wirtschaftliche und politische Rückhalt für das Projekt im Lauf der 1980er. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1988 mit dem Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß der einflussreichste Befürworter starb, beerdigten seine Nachfolger das bundesweit bekannte Projekt ein Jahr später.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich eine tatsächlich gebaute Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz ausgewirkt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="oth">23. 1991: Die uneinige Gründung der OTH Amberg-Weiden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte um die Vergabe der Fachhochschule in die Oberpfalz ist bis heute von zahlreichen Anekdoten und Legenden umwuchert. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Da bereits Regensburg gezeigt hatte, welch enormen Einfluss eine solche Entscheidung hatte, war der Standort in der strukturschwachen Oberpfalz entsprechend umkämpft. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Fakt war in jedem Fall, dass sich Anfang der 1990er Jahre sowohl Amberg als auch Weiden darum beworben hatten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach hörte die Einigkeit der Erzählung aber auf. Einmal galt der Standort Amberg als gesetzt, bis der bayerische Wirtschaftsminister wahlweise mit Rücktritt drohte oder sogar einen Herzinfarkt vortäuschte, um für seine Heimatstadt Weiden einen Standort zu sichern. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Einmal stand sogar im Raum, aufgrund der Rivalität beider Städte keine weitere Hochschule in der Region aufzubauen und stattdessen die Fachhochschule Regensburg auszubauen. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende einigte sich das bayerische Kabinett aber auf die Kompromisslösung eines Doppelstandortes, wodurch sowohl die mittlere (siehe Bild des Campus Amberg) als auch die nördliche Oberpfalz in den Vorteil der strukturellen Impulse kamen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="227" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=600%2C227&#038;ssl=1" alt="Campus der OTH Amberg-Weiden in Amberg" class="wp-image-925" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/OTH-Amberg-Weiden.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/OTH-Amberg-Weiden.jpg?resize=300%2C114&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Christian Mielke/Shutterstock)</figcaption></figure>



<pre class="wp-block-verse"><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oth-amberg-weiden/">Was wäre passiert, wenn die Hochschule Amberg-Weiden nicht oder in einer anderen Konstellation gegründet worden wäre?</a></pre>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellenliteratur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Tobias Appl, Alfred Wolfsteiner (Hrsg.): Auf alten Wegen durch die Oberpfalz. Zur Geschichte der Mobilität und Kommunikation in der Mitte Europas. (Beiträge zur Geschichte und Kultur der Oberpfalz 3). Regensburg 2022.</li>



<li>Andreas Becker: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Universit%C3%A4t_Regensburg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Universität Regensburg</a>, auf: historisches-lexikon-bayerns.de (18.03.2021).</li>



<li>Michaela Bleicher: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Hussitenkriege" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Hussitenkriege</a>, auf: historisches-lexikon-bayerns.de (01.07.2025).</li>



<li>Jaromír Boháč: Stadt Cheb/Eger. Historisch-touristischer Führer.</li>



<li>Diskussionen in der Facebook-Gruppe <a href="https://www.facebook.com/groups/133798160002068/search?q=bastian%20vergnon&amp;filters=eyJycF9hdXRob3IiOiJ7XCJuYW1lXCI6XCJhdXRob3JfbWVcIixcImFyZ3NcIjpcIlwifSJ9" target="_blank" rel="noreferrer noopener">&#8222;Regensburg damals&#8220;</a></li>



<li>Josef Ederer: <a href="https://katzbach.com/aktuelles/die-schlacht-bei-hiltersried-im-jahr-1433" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Schlacht bei Hiltersried im Jahr 1433</a>, auf: katzbach.com (18.12.2024).</li>



<li>Benedikt Ertl: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Maxh%C3%BCtte" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Maxhütte</a>, auf: historisches-lexikon-bayerns.de (06.09.2024).</li>



<li>Matthias Freitag: Regensburg. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2016.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1039876372" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Thomas Götz, Markus Nadler, Marcis Prell, Barbara Zeitelhack: Kleine Neuburger Stadtgeschichte. Regensburg 2012.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1063988323" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Stefan Helml: Franzosen gegen Österreicher in Bayern 1796. Amberg 1996.</li>



<li>Matthias Hensch: Erz – Feuer – Eisen. Eine kleine Geschichte des frühen Montanwesens in der mittleren Oberpfalz. Berlin 2018.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1052395935" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Johannes Laschinger: Amberg. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2015.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1036516104" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Ulrich List: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Goldene_Stra%C3%9Fe" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Goldene Straße</a>, auf: historisches-lexikon-bayerns.de (01.03.2010).</li>



<li>Emma Mages: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Bayerische_Ostbahn-Aktiengesellschaft_(1856-1875)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bayerische Ostbahn-Aktiengesellschaft (1856-1875</a>), auf: historisches-lexikon-bayerns.de (10.11.2022).</li>



<li>Rainer Ostermann: Kriegsende in der Oberpfalz. Ein historisches Tagebuch. Regensburg 2015.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1067920502" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Anna Schiener: Kleine Geschichte der Oberpfalz. Regensburg 2016.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1061937507" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Stadt Regensburg: Alte Stadt und moderner Verkehr. Konflikte und Konzepte aus drei Jahrhunderten. Regensburg 2020.</li>



<li>Hermann Weiß: <a href="https://www.welt.de/regionales/bayern/article149097453/Die-zaehen-Retter-der-Regensburger-Altstadt.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die zähen Retter der Regensburger Altstadt.</a> Unesco-Welterbe, auf: welt.de (21.11.2015).</li>



<li>Reinhold Willfurth: Der Krimi um den Hochschul-Zuschlag, aus mittelbayerische.de (10.11.2013).</li>



<li>Alfred Wolfsteiner: Schwandorf. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2023. <em>(Rezensionsexemplar)</em><a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1068847579" target="_blank" rel="noreferrer noopener sponsored nofollow"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Patrizia Zimmermann: Sulzbach-Rosenberg. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2023.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1067401133" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" border="0" alt="Thalia Button"></a></li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberpfalz-regensburg/">23 Punkte, an denen die Geschichte der Oberpfalz und Regensburgs anders gelaufen wäre</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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		<title>1521 bis 2015: ZEIT Geschichte 3/2025</title>
		<link>https://ankerpunkte-blog.de/hintergruende/was-waere-gewesen-wenn-zeit-geschichte/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Aug 2025 16:49:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Der andere Erste Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Der neue Klassiker Zweiter Weltkrieg]]></category>
		<category><![CDATA[Die erfolgreiche Revolution 1848]]></category>
		<category><![CDATA[Die weiter existierende DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Hintergründe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit der Ausgabe zum 20-jährigen Jubiläum widmete sich ZEIT Geschichte, das auf Geschichte spezialisiertes Magazin von &#8222;DIE ZEIT Verlagsgruppe&#8220;, der Alternative History. Verschiedene Autoren betrachteten dort 20 Szenarien aus der deutschen Geschichte unter dem Thema &#8222;Was wäre gewesen, wenn …? 20 Wendepunkte der deutschen Geschichte – und die Frage, wie es auch anders hätte kommen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/hintergruende/was-waere-gewesen-wenn-zeit-geschichte/">1521 bis 2015: ZEIT Geschichte 3/2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Mit der Ausgabe zum 20-jährigen Jubiläum widmete sich ZEIT Geschichte, das auf Geschichte spezialisiertes Magazin von &#8222;DIE ZEIT Verlagsgruppe&#8220;, der Alternative History.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verschiedene Autoren betrachteten dort 20 Szenarien aus der deutschen Geschichte unter dem Thema <em>&#8222;Was wäre gewesen, wenn …? 20 Wendepunkte der deutschen Geschichte – und die Frage, wie es auch anders hätte kommen können&#8220;</em>.</p>



<span id="more-7018"></span>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#ankerpunkt">Ankerpunkt</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#deutsche-geschichte">Wissensgewinn von Alternative History für die deutsche Geschichte</a></li>



<li><a href="#alternative-history">Gefahren von Alternative History für die Geschichtswissenschaft</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#inhalt">Inhalt</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#karl-luther">1521: Vorschlag zur Güte</a></li>



<li><a href="#dreissigjaehriger-krieg">1629: Das Gemetzel hätte früher enden können</a></li>



<li><a href="#mirakel-haus-brandenburg">1762: &#8222;Mein Unglück ist, dass ich noch lebe&#8220;</a></li>



<li><a href="#1848-friedrich-wilhelm">1849: Ein Kaiser von Volkes Gnaden</a></li>



<li><a href="#bismarck-attentat">1866: Keine Durchschlagskraft</a></li>



<li><a href="#schlacht-koeniggraetz">1866: Das deutsche Duell</a></li>



<li><a href="#kaiser-friedrich-iii">1888: &#8222;Eine Tragödie für die Deutschen&#8220;</a></li>



<li><a href="#attentat-sarajevo">1914: Bei Mord Krieg?</a></li>



<li><a href="#lenin-zug">1917: Passage am Polarkreis</a></li>



<li><a href="#revolution-hugo-haase">1919: Wie die Revolution gelungen wäre</a></li>



<li><a href="#reichspraesident-friedrich-ebert">1925: Retter der Republik</a></li>



<li><a href="#rheinlandbesetzung">1936: Letzte Ausfahrt Rheinland</a></li>



<li><a href="#attentat-georg-elser">1939: Dann hätte es keinen Holocaust gegeben</a></li>



<li><a href="#wunder-duenkirchen">1940: Das Wunder von Dünkirchen</a></li>



<li><a href="#morgenthau-plan">1944: Kartoffelacker oder Aufbauhilfe</a></li>



<li><a href="#bundeskanzler-adenauer">1949: Ära ohne Adenauer</a></li>



<li><a href="#dritter-weltkrieg">1961: Showdown der Supermächte</a></li>



<li><a href="#stanislaw-petrow">1983: &#8222;Jetzt nur keine Panik&#8220;</a></li>



<li><a href="#revolution-ddr">1989: Unwahrscheinliches Glück</a></li>



<li><a href="#fluechtlingskrise">2015: Grenze offen, Grenze dicht</a></li>
</ul>
</li>



<li><a href="#rezension">Rezension</a>
<ul class="wp-block-list">
<li><a href="#struktur-zufall">Struktur und Zufall in der Alternative History</a></li>



<li><a href="#deutsche-alternative-history">Deutsche Sicht auf Alternative History</a><br><br><a href="#quellen-literatur">Quellen und Literatur</a></li>
</ul>
</li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading" id="ankerpunkt">Ankerpunkt</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="deutsche-geschichte">Wissensgewinn von Alternative History für die deutsche Geschichte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Zu Beginn der Ausgabe diskutierten verschiedene Autoren die grundsätzlichen Fragen <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">der Alternative History</a> für die deutsche Geschichte. Eingeleitet durch das Vorwort des Chefredakteurs von ZEIT Geschichte, Frank Werner.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="wp-block-paragraph">&#8222;Wer im Krimi immer zuerst auf die letzte Seite blättert, wird von seinen verblüffenden Wendungen nicht überrascht. Er liest den Roman wie einen Zieleinlauf. Ähnlich blicken wir auf die Vergangenheit. Wir betrachten die Geschichte von ihrem bekannten Ende her, und es scheint, als strebe sie auf dieses Ende zu, als sei alles <em>Vor</em>geschichte. Überhaupt halten wir oft nur die Geschichte für möglich, deren Ende wir kennen – obwohl es viele Enden hätte geben können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Zeitgenossen ist die Geschichte ein Buch, das noch nicht geschrieben ist.&#8220;</p>
<cite>Frank Werner, Chefredakteur ZEIT Geschichte</cite></blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Kontrafaktische Fragen gehören aus dieser Sichtweise zum Handwerkszeug der Geschichtswissenschaft. Denn sie dienen dem Erkenntnisgewinn über Möglichkeiten und Wahrscheinlichkeiten von historischen Entwicklungen. Beispielsweise, welche Ereignisse in der deutschen Geschichte eher Zufall oder historische Notwendigkeit waren. Oder welche Rolle politische oder wirtschaftliche Strukturen spielten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dan Diner, der als Geschichtsprofessor an der Ausstellung &#8222;Roads not Taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können&#8220; mitgearbeitet hatte, beschrieb dazu zwei Bespiele: die Machtübertragung an Adolf Hitler 1933 und das gescheiterte Attentat auf ihn 1944.</p>



<p class="wp-block-paragraph">War Adolf Hitler (siehe Bild aus dem Ersten Weltkrieg unten links) eine <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/1889-geschichte-machen-von-stephen-fry/">unvermeidbare Entwicklung der deutschen Geschichte</a>. Oder war seine Ernennung ein historischer Zufall?</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="404" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Weltkrieg.jpg?resize=600%2C404&#038;ssl=1" alt="Foto von Weltkriegssoldaten, links unten davon Adolf Hitler" class="wp-image-3087" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Weltkrieg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Weltkrieg.jpg?resize=300%2C202&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock) </figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Strukturell war die Weimarer Verfassung auf einen starken Reichspräsidenten angelegt, der den Reichskanzler ohne Zustimmung des Parlaments ernannte. Speziell die Ernennung Hitlers war jedoch ein Ergebnis von individuellen Intrigen im persönlichen Umfeld des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die gleiche Frage zwischen Struktur und Zufall stellte sich für das <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/der-21-juli-christian-von-ditfurth/">fehlgeschlagene Attentat von Stauffenberg 1944</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Strukturell waren die Widerständler von Anfang an im Nachteil. Nur wenige Militärs hatten sich ihnen angeschlossen. Und Adolf Hitler verfolgte eine jeweils kurzfristig organisierte Tagesplanung, was Attentatspläne erschwerte. Beim konkreten Attentat am 20. Juli 1944 gab es jedoch Zufälle, die zum Scheitern beitrugen. Zum Beispiel ein schwerer Eichentisch, der Teile der Explosion für den über den Tisch gebeugten Hitler abfing.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="alternative-history">Gefahren von Alternative History für die Geschichtswissenschaft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Danach ging ZEIT Geschichte auf die Gefahren von Alternative History in der Erforschung der Geschichte ein. Vor allem allerdings anhand der britischen Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einem Interview kritisierte der britische Historiker Richard Evans, dass viele kontrafaktische Fragen <em>&#8222;dem Wunschdenken konservativer Historiker&#8220;</em> entspringen, die aktuelle Entwicklungen eher kritisch sehen. So entstand die Frage &#8222;Was wäre gewesen, wenn es zwischen Großbritannien und dem Deutschen Reich vor oder im Ersten Weltkrieg zu einem früheren Friedensabkommen gekommen wäre?&#8220; aus der konservativen Hoffnung, eine solche Entwicklung hätte das britische Empire (siehe Bild unten) nach 1914 erhalten und den linken Wohlfahrtsstaat nach 1945 verhindert.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/08/Koenigin-Viktoria.jpg?resize=600%2C450&#038;ssl=1" alt="Foto einer Statue von Queen Viktoria" class="wp-image-3857" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/08/Koenigin-Viktoria.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/08/Koenigin-Viktoria.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(casinozack/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Evans erinnerte an diesem Beispiel an die politische Dimension von <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/literatur/">Alternative History Literatur</a>. Unter EU-Skeptikern in Großbritannien waren solche Romane weit vor dem Brexit 2016 verbreitet. Teilweise schrieben Gegner der EU selbst Alternative History Romane, um einen vermeintlichen Kampf gegen die EU in der Gegenwart populär zu machen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar können kontrafaktische Spekulationen Historiker unterstützen, den Spielraum Einzelner in der Geschichte realistisch einzuschätzen. Nach Evans sahen konservative Historiker aber größere individuelle Spielräume als tendenziell linke Wissenschaftler, die eher Strukturen betonten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um Wunschdenken auszuschließen, plädierte er daher dafür, die Antworten auf kontrafaktische Fragestellungen <em>&#8222;auf die für Zeitgenossen überschaubare Zukunft zu begrenzen.&#8220;</em> Denn ansonsten würden Fragesteller <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/wechselwelten-oliver-henkel/">mit ihren Szenarien in unbewusste Wunschvorstellunge</a>n geraten. Der Realitätsgehalt dieser wissenschaftlichen Spekulationen ist mit zunehmendem Fortschreiten der weiteren historischen Entwicklung aber unmöglich einzuschätzen.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="inhalt">Inhalt</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die 20 darauf folgenden Alternative History Szenarien laufen von der frühen Neuzeit bis in die aktuelle Zeit.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="karl-luther">1521: Vorschlag zur Güte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Anstatt Martin Luther wie in der realen Geschichte am 18. April 1521 beim Reichstag in Worms zum Widerruf seiner Thesen zu zwingen und bei einer Ablehnung die Reichsacht zu verhängen, schlug Kaiser Karl V. im ersten Szenario einen Kompromiss vor: Martin Luther (siehe auf der rechten Seite Bild unten) sollte unter seinem Schutz an einer Reform der Kirche mitarbeiten. Beide Seiten sahen diese Einigung zwar nur als Zeitgewinn, bis sich ihre jeweilige Sichtweise für die Reform durchgesetzt hatte. Daher stimmte Martin Luther vorerst zu.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="399" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Johannes-Eck-und-Martin-Luther.jpg?resize=600%2C399&#038;ssl=1" alt="Bronzerelief von Joahnnes Eck und Martin Luther an einem Denkmalsockel" class="wp-image-5458" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Johannes-Eck-und-Martin-Luther.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Johannes-Eck-und-Martin-Luther.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Anastazzo/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Mit einer solchen Alternative History wäre zwar die konfessionellen Begründungen für viele folgende Konflikte weggefallen. Aber nicht die sozialen Verwerfungen und die Machtkonflikte zwischen den einzelnen Monarchen. Allerdings hätte es mit dem interkonfessionellen Dialog, wie im <em>Augsburger Religionsfrieden</em> von 1555, auch kein Einüben von religiöser Toleranz gegeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Historiker Tillmann Bendikowski sieht das Szenario allerdings als unrealistisch. Denn 1521 waren die Spielräume der zwei handelnden Personen bereits eingeschränkt. Luther war von der katholischen Kirche als Ketzer exkommuniziert und seitdem gerade als Kritiker des römischen Papsttums enorm populär in der deutschsprachigen Bevölkerung. Karl V. war abhängig von anderen Machtfaktoren, wie Papst Leo X., der erst überraschend wenige Monate nach dem Reichstag starb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher kam es in der realen Geschichte zu einem anderen Kompromiss: Karl V. verhängte zwar die Reichsacht über Luther und erklärte ihn damit für vogelfrei. Er ließ ihn aber unter dem Schutz des protestantischen sächsischen Kurfürsten entkommen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="dreissigjaehriger-krieg">1629: Das Gemetzel hätte früher enden können</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Elf Jahre nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges bestand Hoffnung, den Konflikt zu beenden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach mehreren Niederlagen der Protestanten hatte König Christian IV. von Dänemark eine vernichtende Niederlage gegen die katholischen Heere erlitten. Daraufhin musste er einen relativ milden Frieden schließen, der den Krieg nach dem Kulturredakteur Raoul Löbbert zu einem Abschluss gebracht hätte. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Am 6. März 1620 erließ Kaiser Ferdinand II. aber das <em>&#8222;Restitutionsedikt&#8220;</em>: Mit diesem sollten die protestantischen Reichsstände alle katholischen Besitztümer zurückgeben, die sie sich seit 1555 angeeignet hatten. Ferdinand sah sich als Repräsentant <a href="https://ankerpunkte-blog.de/mittelalter/pavane-keith-roberts/">der katholischen Gegenreformation</a>, die er mit dem Edikt entscheidend voranbringen wollte. Machtpolitische Einwände gegen die Verabschiedung ließ er nicht gelten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher fachte <em>&#8222;Restitutionsedikt&#8220;</em> den Widerstandswillen der Protestanten wieder an und lieferte die Begründung für den Kriegseintritt von König Gustav Adolf von Schweden (siehe Bild unten). Beides ließ den Konflikt wieder eskalieren und führte zu weiteren 19 Jahren in einem verheerenden Krieg.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="612" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/05/Gustav-Adolf.jpg?resize=600%2C612&#038;ssl=1" alt="Statue von König Gustav Adolf" class="wp-image-5067" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/05/Gustav-Adolf.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/05/Gustav-Adolf.jpg?resize=294%2C300&amp;ssl=1 294w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(high fliers/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte Kaiser Ferdinand II. auf das Restitutionsedikt verzichtet, wären durch ein Kriegsende Katastrophen wie die <em>&#8222;Magdeburger Bluthochzeit&#8220; </em>– die Zerstörung der Stadt Magdeburg im Jahr 1631 – und andere Grausamkeiten, die zu massiven Bevölkerungsverlusten führten, vorerst verhindert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch wären andere Konflikte in dieser Alternative History nicht gelöst worden: Beispielsweise das Streben des schwedischen Königs nach der Vormachtstellung im Ostseeraum und der machtpolitische Gegensatz zwischen den französischen Königen sowie den österreichischen und spanischen Habsburgern.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="mirakel-haus-brandenburg">1762: &#8222;Mein Unglück ist, dass ich noch lebe&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das <em>&#8222;Mirakel des Hauses Brandenburg&#8220;</em> gehörte zu den Legenden um den preußischen König Friedrich den Großen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1762 kämpfte er seit sechs Jahren gegen eine übermächtige Allianz aus Russland, Frankreich, Schweden, dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation und den österreichischen Habsburgern. Bevor er aber der Übermacht unterlag, sorgte der Tod der russischen Zarin Elisabeth am 5. Januar 1762 für ein Auseinanderbrechen des Bündnisses. Preußen konnte sich im <em>&#8222;Siebenjährigen Krieg&#8220;</em> als Großmacht behaupten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1762 war die Lage Preußens nach mehreren Niederlagen und dem Einstellen der britischen Subsidien aber kritisch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch hätte auch ein längeres Leben von Zarin Elisabeth dem Siebenjährigen Krieg nach Meinung des Redakteurs Samuel Rieth keine entscheidende Wendung gegeben. Bereits zuvor agierten die Verbündeten gegen Preußen zögerlich und unkoordiniert. Dies erlaubte es König Friedrich, auch vernichtende Niederlagen, wie in der Schlacht bei Kunersdorf 1759, zu überstehen. Zudem waren alle Kriegsbeteiligten 1762 kriegsmüde, finanziell ruiniert und kaum noch in der Lage, den Krieg im bisherigen Ausmaß weiterzuführen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher hätte ein Szenario mit einem späterem Tod von Zarin Elisabeth den Krieg verlängert und verlustreicher gemacht. Auch wäre ein nach Erschöpfung aller Kriegsparteien geschlossener Frieden für Preußen nicht so günstig ausgefallen wie in der Realität. Doch selbst ein Tod von Friedrich 1759 hätte den Aufstieg Preußens nur gebremst, aber nicht verhindert.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="1848-friedrich-wilhelm">1849: Ein Kaiser von Volkes Gnaden</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. April 1849 traf eine Delegation des Frankfurter Paulskirchenparlaments auf den preußischen König Friedrich Wilhelm IV., um ihm die Kaiserwürde anzubieten. Friedrich Wilhelm IV. antwortete zwar diplomatisch, knüpfte seine Entscheidung aber an die Zustimmung der übrigen deutschen Monarchen und Staaten. Eine mehr oder minder verklausulierte Absage.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn zwar stimmen 28 von 38 Regierungen der deutschen Staaten bis April 1849 der Reichsverfassung mit einem möglichen Kaiser Wilhelm IV. an der Spitze zu. Aber es fehlen die großen Staaten wie <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-bayern/">die Königreiche Bayern</a> und Hannover, ebenso wie das Königreich Preußen selbst. Am 28. April 1849 lehnte Friedrich Wilhelm die Krone daher endgültig ab. Anschließende Revolten in vielen deutschen Staaten scheitern, ebenso wie ein Gegenentwurf unter preußischer Führung in Gestalt der <em>&#8222;Erfurter Union&#8220;</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wenn Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone angenommen hätte, wäre in dieser Alternative History <a href="https://ankerpunkte-blog.de/1848-revolution/revolution-1848/">ein relativ liberales Deutsches Reich</a> mit weitreichendem Männer-Wahlrecht und relativ vielen Befugnissen für das Parlament entstanden. Dieses Reich hätte sich sofort im Konflikt mit Österreich, Frankreich und Russland befunden. Bereits im Paulskirchenparlament zeigte sich auch ein starker deutscher Nationalismus mit weitreichenden Zielen. Daher wäre es unrealistisch, dass es selbst bei einer liberaleren Entwicklung Deutschlands nicht zu Kolonialismus und <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/die-schlacht-bei-dorking-von-sir-george-tomkyns-chesney/">Konflikten mit anderen europäischen Mächten</a> gekommen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende sieht der Historiker Ralf Zerback eine Annahme der Kaiserkrone durch Friedrich Wilhelm IV. als unrealistisch: Der preußische König galt als <em>&#8222;Romantiker auf dem Thron&#8220;</em>, der sich eher für Gottesgnadentum und mittelalterliches Königtum begeisterte, als für demokratische und liberale Reformen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="bismarck-attentat">1866: Keine Durchschlagskraft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck am 7. Mai 1866 auf dem Heimweg von einer Besprechung war, schoss der 22-jährige Ferdinand Cohen-Blind mehrfach auf ihn. Doch Bismarck blieb unverletzt: Die ersten Kugeln streiften ihn nur und drei prallten ab, da der eingesetzte Bündelrevolver zu wenig Durchschlagskraft entwickelt hatte, um seine dicke Kleidung zu durchdringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Cohen-Blind beging nach seiner Verhaftung Selbstmord. Der radikale Demokrat wollte einen möglichen Konflikt zwischen Preußen und Österreich verhindern. Dieser entzündete sich vordergründig um die Zukunft der Herzogtümer Schleswig und Holstein. Vor allem aber an der Frage um die Vorherrschaft um Deutschen Bund. Bismarck galt als treibende Kraft des sich immer mehr zuspitzenden Konflikts, der im Mai 1866 bereits zu einer preußischen Mobilmachung geführt hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch ob Cohen-Blind sein Ziel erreichen hätte können, wenn er Bismarck getötet hätte, ist nach der Geschichtsprofessorin Ute Planert unwahrscheinlich. Erstens war Bismarck nicht der einzige Entscheidungsträger in der preußischen Regierung, der für einen Krieg plädiert hatte. Zweitens setzten die Mobilmachung sowie ein befristeter Geheimvertrag mit Italien gegen Österreich die preußische Regierung unter Handlungsdruck. Drittens war auch Österreich einem Krieg nicht abgeneigt, um seine angespannte Innenpolitik zu stabilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einem gelungenen Attentat wäre Bismarck allerdings nicht als Reichseiniger in die Geschichte eingegangen, sondern nur als umstrittener preußischer <em>&#8222;Konfliktminister&#8220;.</em></p>



<h3 class="wp-block-heading" id="schlacht-koeniggraetz">1866: Das deutsche Duell</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 3. Juli 1866 trafen die preußische und die österreichische Armee bei Königgrätz im damaligen Böhmen zur Entscheidungsschlacht des Deutschen Krieges aufeinander. Gegen Mittag war die Lage der Preußen prekär, da ihre Angriffe gegen die überlegene Artillerie der Verteidiger erfolglos blieben. Eine preußische Division war sogar schweren Gegenattacken ausgesetzt, fügte den Österreichern aber mit dem Zündnadelgewehr enorme Verluste zu. Erst als die Armee des Kronprinzen Friedrich am frühen Nachmittag eintraf, wendete sich das Blatt. Die Österreicher erlitten schwere Verluste und mussten sich zurückziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Generell war Österreich bereits vor der Schlacht im Nachteil. Es hatte mehrere Gefechte gegen die getrennt nach Königgrätz marschierenden preußischen Armeen verloren. Zudem waren Generalstab, Offiziere und Soldaten der Preußen (siehe Bild unten) besser ausgebildet als ihre österreichischen Gegner.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="657" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Preussische-Soldaten.jpg?resize=600%2C657&#038;ssl=1" alt="Bild von zwei preußischen Soldaten" class="wp-image-3020" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Preussische-Soldaten.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Preussische-Soldaten.jpg?resize=274%2C300&amp;ssl=1 274w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Marzolino/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem Sieg bei Königgrätz gelang es Bismarck, den preußischen König Wilhelm von einem raschen, milden Frieden zu überzeugen, um seine Ziele der Einigung Deutschlands unter preußischer Führung durchzusetzen. So kam es zur Gründung des Norddeutschen Bundes. Und 1871, nach dem Sieg gegen das kaiserliche Frankreich, zur Gründung des Deutschen Reichs.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In einer Alternative History hätte eine Niederlage von Preußen dagegen die Einigung verhindert. Neben Rücktritten von König Wilhelm und Ministerpräsident Bismarck hätte es nach dem Feuilleton-Redakteur Alexander Cammann keine kleindeutsche Lösung gegeben, sondern einen mehr oder minder starken Staatenbund mit einem deutlich geschwächten Preußen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="kaiser-friedrich-iii">1888: &#8222;Eine Tragödie für die Deutschen&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 9. März 1888 Kaiser Wilhelm I. mit 91 Jahren starb, hofften viele Liberale im Deutschen Reich auf seinen Nachfolger Friedrich III. Doch dieser litt seit Februar 1887 an Kehlkopfkrebs. Im Februar 1888 mussten die Ärzte einen Luftröhrenschnitt durchführen, was den zukünftigen Kaiser die Stimme kostete.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher konnte <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/die-fahrt-des-leviathan-oliver-henkel/">Friedrich III. nur symbolische Handlungen</a> durchführen. Weitergehende Maßnahmen scheiterten an seinem schlechten Gesundheitszustand und dem Widerstand des Reichskanzlers Bismarck. Bereits am 15. Juni 1888 starb Friedrich (siehe Bild unten). Seine Nachfolge trat sein Sohn Wilhelm an, der als sprunghaft und preußisch-konservativ galt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="873" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/08/Friedrich-III.jpg?resize=600%2C873&#038;ssl=1" alt="Porträt des Kaisers Friedrich III" class="wp-image-1592" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/08/Friedrich-III.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/08/Friedrich-III.jpg?resize=206%2C300&amp;ssl=1 206w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Oleg Golovnev/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Ob eine längere Regierungszeit Friedrich III. eine nachhaltige liberale Ausrichtung des Deutschen Reichs angestoßen hätte, ist umstritten. Denn Bismarck hatte den als liberal geltenden Kronprinzen bereits vor 1888 politisch isoliert, um seine konservative Politik weiterverfolgen zu können. Zudem waren die Machstrukturen und führenden Eliten des Deutschen Reiches konservativ dominiert, was den Spielraum für liberale Reformen weiter einschränkte. Zuletzt schwankte Friedrich als Kronprinz zwischen seiner liberalen Einstellung und der militärischen Tradition Preußens.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch galt der frühe Tod Friedrichs III., vor allem vor dem Hintergrund der desaströsen Weltpolitik Wilhelms II., für viele damalige Wissenschaftler und Literaten als Tragödie. Denn auch wenn die Vorstellungen von einer weitgehenden Liberalisierung unter Kaiser Friedrich III. eher Wunschvorstellung sind, wäre laut dem Historiker Volker Ulrich seine Politik moderater gewesen, als die von Wilhelm II.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="attentat-sarajevo">1914: Bei Mord Krieg?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 Sarajevo besuchte, entging er zunächst mehreren Attentatsversuchen. Erst der fünfte Attentäter, Gavrilo Princip, konnte durch einen Zufall auf das vor ihm stoppende Auto des Thronfolgers schießen und sowohl Franz Ferdinand als auch dessen Ehefrau mit zwei Schüssen töten. Damit ging der Plan einer serbischen Verschwörergruppe auf, Österreich zu einer harten Reaktion gegen das Königreich Serbien zu provozieren. Und den Ersten Weltkrieg auszulösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch das gelungene Attentat (siehe Bild unten) hätte nicht zwangsläufig zum großen Konflikt führen müssen. So forderten die deutschen Militärs zwar häufig Präventivkriege gegen Frankreich und Russland. Die deutsche Militärführung unternahm jedoch nach dem Attentat zuerst keine entsprechenden Schritte. Auch hatte es in der Vergangenheit immer wieder erfolgreiche diplomatische Lösungen für ausgebrochene Konflikte zwischen den europäischen Großmächten gegeben.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="405" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Everett-Historical-Sarajevo.jpg?resize=600%2C405&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-440" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Everett-Historical-Sarajevo.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Everett-Historical-Sarajevo.jpg?resize=300%2C203&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Historical/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch aus Furcht vor einem Abfallen Österreich-Ungarns als einzigem Verbündeten gab die deutsche Regierung eine bedingungslose Bündniszusage. Ebenso gab es eine ähnliche Zusage von Frankreich an seinen Verbündeten Russland für einen Konflikt mit dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn. Erst <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/1906-der-zusammenbruch-der-alten-welt-ferdinand-grauthoff/">diese diplomatische Eskalation</a> ebnete den Weg <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/erster-weltkrieg/">in den Ersten Weltkrieg</a>. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch war diese Eskalation nicht das Ergebnis von Plänen oder Strukturen, sondern von Zufällen und politischen Fehleinschätzungen. Daher war diese Entwicklung auch nach dem Attentat nicht zwangsläufig. Ein gescheitertes Attentat auf Franz Ferdinand hätte daher nach dem Redakteur Christoph Nonn <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/kaisertag-oliver-henkel/">den Ersten Weltkrieg verhindert</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="lenin-zug">1917: Passage am Polarkreis</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im April 1917 reiste eine Gruppe von russischen Kommunisten <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/ich-werde-hier-sein-im-sonnenschein-und-im-schatten-christian-kracht/">aus der Schweiz zurück nach Russland</a>. Vermittelt hatte diese aufwändige Reise die deutsche Regierung, um den russischen Kriegsgegner zu destabilisieren. Denn zur Gruppe gehörte auch Wladimir Iljitsch Uljanow, besser bekannt unter dem Namen Lenin (siehe Bild unten), der für ein Ausscheiden seines Landes aus dem Krieg plädierte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="461" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Lenin.jpg?resize=600%2C461&#038;ssl=1" alt="Schwarz-Weiß-Foto von Lenin an seinem Schreibtisch" class="wp-image-4808" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Lenin.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Lenin.jpg?resize=300%2C231&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Daher war der britische Botschafter in Schweden alarmiert, als er von der Durchreise der Kommunisten erfuhr. Doch beim entscheidenden Grenzübertritt durchsuchten zwar russische Grenzbeamte mit britischer Unterstützung Lenin und seine Gruppe. Sie bekamen aber keine Anweisung zur Festnahme.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So reiste Lenin nach Russland ein und initiierte als Führer der Bolschewiki nach wenigen Monaten erfolgreich die <em>&#8222;Oktoberrevolution&#8220;</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was wäre gewesen, wenn Lenin und seine Gruppe an der Grenze aufgehalten worden wären? Der Redakteur Markus Flohr geht von einem anderen Verlauf der Geschichte aus. Denn vor seinem Grenzübertritt war Lenin keineswegs so unumstritten und bekannt, wie er es bis zur <em>&#8222;Oktoberrevolution&#8220;</em> wurde. Die Bolschewiki sowie andere sozialistische Gruppen um diverse Anführer wären zu gespalten gewesen, um eine Revolution durchzuführen.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="revolution-hugo-haase">1919: Wie die Revolution gelungen wäre</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Revolution im Jahr 1918 das Deutsche Reich am Ende des Ersten Weltkriegs erschütterte, bildete sich eine neue Regierung: ein <em>&#8222;Rat der Volksbeauftragten&#8220;</em> aus jeweils drei Vertretern von der sozialdemokratischen Parteien MSPD und USPD. Der Rat verständigte sich schnell auf innenpolitische Reformen wie den 8-Stunden-Tag oder das allgemeine Wahlrecht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dem gegenüber stand die <em>&#8222;Oberste Heeresleitung&#8220;</em>, die in der Revolution fast jeglichen Einfluss verloren hatte. Sie wollte aber die neuen Entwicklungen nutzen, um ihre alte politische und militärische Macht wiederherzustellen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn der Rat war sich uneinig, wie stark der Einfluss der alten Eliten in Verwaltung und Militär beschnitten werden konnte und sollte. Die MSPD vertraute Loyalitätsbekundungen, während die USPD die Macht den sozialistisch geprägten Arbeiter- und Soldatenräten übertragen wollte. Als es ab 23. Dezember 1918 zu Gefechten von Armeeeinheiten mit der <em>&#8222;Volksmarinedivision&#8220;</em> aus linken Matrosen kam, schied die USPD aus der Regierung aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der USPD-Vorsitzende Hugo Hase, selbst bis dahin Mitglied des <em>&#8222;Rats der Volksbeauftragten&#8220;</em>, entwarf danach selbst folgendes Alternative History Szenario.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte die USPD die Wahlen zu einem neuen Zentralrat boykottiert, der die Regierung kontrollieren sollte. Hätte die USPD sich nach Haase beteiligt, hätte sie nach den Kämpfen im Dezember die MSPD-Regierungsmitglieder wegen der Zusammenarbeit mit der Heeresleitung zum Rücktritt zwingen können. Ausgehend von einem Rücktritt der MSPD-Regierungsmitglieder hätte die USPD die Regierung übernehmen und ihre Ziele wie ein <em>&#8222;Volkswehrprojekt&#8220;</em> durchsetzen können, um die Heeresleitung zu entmachten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Wunsch-Szenario von Haase hatte nach dem Historiker Klaus Latzel jedoch zwei Haken: Erstens hatte die MSPD um Friedrich Ebert eine loyale Mehrheit im Zentralrat. Unabhängig davon arbeitete die Heeresleitung aktiv an einem Wiederaufbau ihrer Machtbasis. Zweitens war die USPD in sich stark gespalten zwischen gemäßigten Linken und radikalen Sozialisten, die sich <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/das-luxemburg-komplott-christian-von-ditfurth/">an Rosa Luxemburg</a> (siehe Bild unten) orientierten. Dies engte den Spielraum der Parteiführung stark ein.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="683" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/02/Statue-Rosa-Luxemburg.jpg?resize=600%2C683&#038;ssl=1" alt="Foto einer Statue Rosa Luxemburgs" class="wp-image-2608" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/02/Statue-Rosa-Luxemburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/02/Statue-Rosa-Luxemburg.jpg?resize=264%2C300&amp;ssl=1 264w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(ArTono/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In der Realität billigte der Zentralrat die Entscheidungen der MSPD-Regierungsmitglieder. Daraufhin zog die USPD ihre Regierungsmitglieder endgültig zurück und verlor jeden Einfluss auf den weiteren Verlauf der Revolution.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="reichspraesident-friedrich-ebert">1925: Retter der Republik</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als erster Reichspräsident nach der Revolution nutzte Friedrich Ebert ab 1919 das mächtige Amt, um in zahlreichen Krisen Kompromisse auszuloten, die bedrohte demokratische Ordnung zu stabilisieren und Realpolitik zu betreiben. Damit gelang es ihm, die <em>&#8222;Weimarer Republik&#8220;</em> bis 1924 etwas zu stabilisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aufgrund eines Prozesses wegen Verleumdung verschleppte Ebert (siehe Bild unten) aber eine Blinddarmentzündung, an der er am 28. Februar 1925 starb. Bei den darauf folgenden Wahlen gewann der Weltkriegsgeneral Paul von Hindenburg knapp gegen den Sammelkandidaten der demokratischen Parteien. Er leitete <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/der-consul-christian-von-ditfurth/">während seiner Amtszeit ab 1930 das Ende des parlamentarischen Systems</a> ein und ernannte im Jahr 1933 Hitler zum Reichskanzler.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="910" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/02/Foto-Friedrich-Ebert.jpg?resize=600%2C910&#038;ssl=1" alt="Foto des Reichspräsidenten Friedrich Ebert" class="wp-image-2607" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/02/Foto-Friedrich-Ebert.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/02/Foto-Friedrich-Ebert.jpg?resize=198%2C300&amp;ssl=1 198w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte Ebert 1925 überlebt, hätte er weiter die demokratische Ordnung verteidigt. Beispielsweise hätte er 1930 nicht die parlamentarisch gewählte Regierung des Reichskanzlers Hermann Müller gestürzt, um ein Präsidialkabinett zu installieren. Auch hätte er den Reichstag 1930 nicht aufgelöst. Die darauf folgenden Neuwahlen des Parlaments hatten den bis dahin im Reichstag bedeutungslosen Nationalsozialisten einen großen Wahlerfolg gebracht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das Szenario von Bernd Braun, Geschäftsführer der Stiftung Reichspräsident-Friedrich-Ebert-Gedenkstätte, kann allerdings nicht den weiteren Fortgang der Geschichte klären. Beispielsweise für den Fall, dass es 1932 nach der Weltwirtschaftskrise zu einer Reichspräsidentenwahl zwischen Friedrich Ebert und Adolf Hitler gekommen wäre.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="rheinlandbesetzung">1936: Letzte Ausfahrt Rheinland</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Alternatiuve History Szenario des freien Autors Andreas Molitor versuchte Adolf Hitler wie in der realen Geschichte 1936, das entmilitarisierte deutsche Rheinland zu besetzen. Allerdings griff Frankreich mit seiner Armee ein und überrannte die deutsche Vorhut förmlich. Der Rest der Wehrmacht musste sich zurückziehen. Hitler hatte in diesem Fall alles riskiert und verloren. Als Gespött der Weltöffentlichkeit und mit zerstörter Aura der Unfehlbarkeit trat er zurück und flüchtete auf den Berghof in die Alpen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach übernahm Hermann Göring den Posten Hitlers als Reichskanzler. Unter ihm wandelt sich das Dritte Reich zu einer Einparteiendiktatur mit mehreren Machtzentren. Seine Politik zielte zwar auf eine Stärkung des Deutschen Reiches in Europa ab, wollte dafür aber nur begrenzte Kriege führen. Auch der Holocaust hätte wohl nie in diesem Ausmaß stattgefunden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Realität war die Rheinlandbesetzung ab 7. März 1936 ein voller Erfolg für Adolf Hitler (siehe Bild unten) und das Dritte Reich. Denn die westlichen Demokratien Frankreich und Großbritannien leisteten keinen Widerstand, als die Wehrmacht das Gebiet besetzte.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="600" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=600%2C600&#038;ssl=1" alt="Münze mit dem Bild von Adolf Hitler und dem Motto &quot;Unser die Zukunft Adolf Hitler&quot;" class="wp-image-3088" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Sytilin Pavel/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch war sich die deutsche Regierung um Hitler bis zum Einmarsch unsicher, ob die Westmächte nicht doch reagieren würden. Es gab sogar Berichte über einen Nervenzusammenbruch Hitlers während des Einmarsches, der fast zu einem Rückzug geführt hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende triumphierte Hitler in den Augen der Weltöffentlichkeit sowie der eigenen Bevölkerung und galt <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/nacht-der-braunen-schatten-katharine-burdekin/">bald als unfehlbarer Stratege</a>. Ein Bild, das er sogar selbst begann, zu glauben.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="attentat-georg-elser">1939: Dann hätte es keinen Holocaust gegeben</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bei den jährlichen Feierlichkeiten <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/der-staehlerne-traum-norman-spinrad/">zum Putschversuch 1922</a> musste Hitler am 8. November 1939 wegen stürmischem Wetter statt des vorgesehenen Flugzeugs den Zug nehmen. Daher verließ er <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oberbayern-muenchen/">den Münchner Bürgerbräukeller</a> früher als geplant und entging so dem Attentat, das Georg Elser geplant hatte. Die Explosion einer Bombe zerstörte erst nach seiner Abreise große Teil des Saals.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elser, der persönliche Gewissensgründe als Grund angab, hatte das Attentat vorher monatelang und akribisch vorbereitet. Er wurde beim versuchten illegalen Übertritt über die Grenze <a href="https://ankerpunkte-blog.de/europaeische-geschichte/geschichte-schweiz/">zur Schweiz</a> verhaftet und kurz vor Kriegsende 1945 ermordet. Er galt daher &#8222;nur&#8220; als moralisches Beispiel, dass sich selbst unter einem Regime wie dem Dritten Reich erfolgreich Widerstand leisten ließ.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wäre das Attentat gelungen, hätte es nach dem Historiker Michael Wildt <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/zweite-weltkrieg/">den Beginn des Zweiten Weltkrieges</a> zwar nicht mehr verhindern können. Aber die Bevölkerung und die Militärführung waren trotz des Sieges gegen Polen im September 1939 noch unsicher, was einen Angriff gegen die Großmächte Frankreich und Großbritannien anging.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher standen die Zeichen günstig, dass sich nach dem Tod Hitlers durch das Attentat eine Militärregierung unter Einbezug von nationalsozialistischen Parteiführern etabliert hätte. Diese hätte weiterhin Polen ausgebeutet und versucht, Land und Bevölkerung zu &#8222;germanisieren&#8220;. Aber ein Angriff auf die Westmächte und <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/wenn-das-der-fuehrer-wuesste-otto-basil/">der Holocaust</a> (siehe Bild unten) wären unwahrscheinlicher geworden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="389" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Auschwitz.jpg?resize=600%2C389&#038;ssl=1" alt="Foto des Eingangs zum Konzentrationslager Auschwitz" class="wp-image-3089" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Auschwitz.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Auschwitz.jpg?resize=300%2C195&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(rafaelcavlaz/Shutterstock)</figcaption></figure>



<h3 class="wp-block-heading" id="wunder-duenkirchen">1940: Das Wunder von Dünkirchen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als der deutsche Angriff auf Frankreich erfolgte, kesselte die Wehrmacht Ende Mai 1940 den Großteil des britischen Heeres bei Dünkirchen an der französischen Kanalküste (siehe Bild unten) ein. Mehr als zwei Drittel der britischen Truppen in Europa, darunter die fünf besten Divisionen, standen vor der Vernichtung. Um den Krieg fortzusetzen, musste der kurz zuvor neugewählte britische Premier Winston Churchill die Soldaten evakuieren. Aber der britischen Flotte fehlten die kurzfristigen Kapazitäten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="191" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Duenkirchen.jpg?resize=600%2C191&#038;ssl=1" alt="Panorama des Strandes von Dünkirchen" class="wp-image-4816" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Duenkirchen.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/03/Duenkirchen.jpg?resize=300%2C96&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(rightclickstudios/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Da scheute Hitler das Risiko eines Angriffs und ließ diesen mehr als zwei Tage verzögern. Diese Zeit konnte die Royal Navy nutzen, um mit <em>&#8222;Operation Dynamo&#8220;</em> die Rettungsaktion für die eingeschlossenen Divisionen zu starten. Da sich die britisch-französischen Verteidiger inzwischen eingegraben hatten und auch deutsche Luftangriffe nicht den erhofften Erfolg brachten, evakuierten britische Schiffe mit 338.000 Soldaten den Großteil der Eingeschlossenen nach Großbritannien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gestützt auf die erfolgreiche Evakuierung konnte Churchill Großbritannien auf seine Linie des erbitterten Widerstands gegen das Dritte Reich einschwören.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte es keinen solchen Haltebefehl gegeben, hätte die Amtszeit von Churchill schon nach wenigen Tagen mit einer vernichtenden Niederlage begonnen. In seinem Kriegskabinett gab es einflussreiche Personen, die für <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/der-pakt-philip-kerr/">eine Verständigung mit dem Dritten Reich</a> plädierten. Hauke Friedrichs, sicherheitspolitischer Korrespondent der ZEIT, ging davon aus, dass Churchill eventuell nach der Niederlage bereits durch einen Vertreter dieser Linie ersetzt worden wäre. Danach hätte Hitler <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/vaterland-robert-harris/">keinen Zwei-Fronten-Krieg gegen die Sowjetunion</a> befürchten müssen. Am Ende hätte jedoch der Kriegseintritt der USA <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/angriff-pearl-harbor/">nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour</a> doch noch <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/orakel-vom-berge-philip-dick/">das Blatt im Zweiten Weltkrieg gegen das Dritte Reich</a> gedreht.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="morgenthau-plan">1944: Kartoffelacker oder Aufbauhilfe</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im September 1944 berichteten US-amerikanische Zeitungen über den Plan des US-amerikanischen Finanzministers Henry Morgenthau jr., das vor der Niederlage stehende Deutsche Reich in mehrere Teilstaaten aufzusplitten sowie weitgehend zu deindustrialisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Morgenthau-Plan hätte nach dem Geschichtsprofessor Manfred Berg zu einer weitgehenden wirtschaftlichen Schwächung sowie Ernährungskrise in Deutschland geführt. Da sich <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/morbus-kitahara-christoph-ransmayr/">damit die Erholung Europas</a> von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs verzögert hätte, wäre die Nachkriegsordnung <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/im-jahre-ragnaroek-oliver-henkel/">erheblich instabiler</a> gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Realität stieß der Plan in der US-amerikanischen Öffentlichkeit auf scharfe Ablehnung. Einerseits wollten die USA nicht die wirtschaftlichen Folgen des Planes tragen. Andererseits fürchten sie, der Plan könnte den Widerstandswillen der Deutschen kurz vor Kriegsende nochmals stärken. Daher wurde er schnell wieder fallen gelassen. Der Morgenthau-Plan erlangte aber Berühmtheit durch die nationalsozialistische Propaganda, die bis in die Nachkriegszeit wirkte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Realistisch war das Alternative History Szenario daher nicht, beflügelte aber seitdem immer wieder die Fantasie von Romanschreibern.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="bundeskanzler-adenauer">1949: Ära ohne Adenauer</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als im Sommer 1949 der erste Wahlkampf zum Bundestag erfolgte, waren die Kanzlerkandidaten in der Bundesrepublik noch nicht so zentral wie bei späteren Wahlen. Beispielsweise war Konrad Adenauer zwar einer der bekanntesten Politiker der CDU, musste aber Rücksicht auf andere mächtige Teile der Partei nehmen, ebenso wie auf die bayerische CSU.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da das Wahlergebnis im August nur wenige Prozente und Abgeordnetenmandate zwischen CDU/CSU und SPD ergab, gab es in beiden Parteien viele Sympathisanten für eine gemeinsame Koalition. Obwohl es Adenauer gelang, in mehreren Verhandlungsrunden stattdessen eine konservativ-liberale Koalition aus CDU/CSU, FDP und der rechtskonservativen Deutschen Partei zu schmieden, war die Stabilität des Bündnisses unklar. Am 15. September 1949 wurde Adenauer nur mit dem denkbar knappsten Ergebnis von 202 aus 402 möglichen Stimmen zum ersten Bundeskanzler gewählt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="600" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/BRD-DDR.jpg?resize=600%2C600&#038;ssl=1" alt="Karte der ehemaligen BRD und DDR" class="wp-image-2209" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/BRD-DDR.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/BRD-DDR.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/BRD-DDR.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/BRD-DDR.jpg?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Anupong Boonma/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Was wäre gewesen, wenn sich Adenauer nicht mit seiner eigenen Stimme gewählt hätte? Nach dem Geschichtsprofessor Norbert Frei hätte der Bundestag in zwei weiteren Wahlgängen einen Bundeskanzler wählen können. Frei hielt es für wahrscheinlich, dass dies im zweiten Anlauf auch Adenauer gewesen wäre. Es bestand jedoch auch die Möglichkeit, da ein Gegenbündnis der SPD unter Kurt Schumacher keine rechnerische Mehrheit hatte, dass sich danach dennoch eine schwarz-rote Koalition gebildet hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein solches Bündnis hätte die Westbindung zögerlicher verfolgt, um<a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/die-republik-von-maxim-voland/"> eine mögliche Wiedervereinigung</a> nicht zu gefährden. Auch wäre die Innen-, Sozial- und Wirtschaftspolitik der entstehenden Bundesrepublik deutlich sozialdemokratischer geprägt worden, als in der Realität durch Adenauer und seinen Wirtschaftsminister Ludwig Erhard. Jedoch wäre es wie in der realen Geschichte auch zu einer umfassenden Amnestierung der Nationalsozialisten gekommen. Denn diese Politik war politischer Konsens unter allen Parteien.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="dritter-weltkrieg">1961: Showdown der Supermächte</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 1961 drohte der Kalte Krieg in Berlin zu eskalieren. Die ehemalige Hauptstadt des Dritten Reichs hatte für die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs eine enorme Bedeutung. Sie galt seit der ersten Berlin-Krise im Jahr 1948 mit der 300 Tage dauernden Blockade als Testfall für die Glaubwürdigkeit des westlichen Verteidigungsbündnisses und der USA. Für die Sowjetunion war Berlin ebenfalls von hohem Symbolwert, da es als westliches Schaufenster in die DDR und als Fluchtpunkt für deren Bevölkerung galt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Oktober 1961 kam es zu einer neuen Krise, als DDR-Grenzer entgegen bestehender Abkommen von den US-Offiziellen Ausweiskontrollen einforderten. Dies war ein Verstoß gegen die Besatzungsrechte der US-Amerikaner, die <a href="https://ankerpunkte-blog.de/science-fiction-fantasy/der-anschlag-stephen-king/">Präsident Kennedy</a> zuvor in einer Rede als unverhandelbar bezeichnet hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lucius Clay, der als persönlicher Vertreter des Präsidenten in Berlin bei einem Nachgeben weitere Provokationen befürchtete, antwortete darauf mit einer Abordnung von Panzern zum Checkpoint Charlie. Am nächsten Tag, dem 27. Oktober 1961, fuhren sowjetische Panzer auf und richteten ihre Geschützrohre auf die US-Amerikaner. Dieser Showdown dauerte 16 Stunden. Erst dann waren Verhandlungen erfolgreich: Die Panzer zogen ab und die zweite Berlin-Krise war endgültig beendet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte Clay die Provokation durchgehen lassen, wäre es aus Sicht der USA wahrscheinlich gewesen, dass die Sowjetunion weitere Versuche unternommen hätte, die Position der westlichen Besatzungsmächte auszuhöhlen: bis zu einer endgültigen Vertreibung aus Westberlin und einer Integration der Gesamtstadt in die DDR. Dies hätte <a href="https://ankerpunkte-blog.de/romane-filme/der-letzte-tag-der-schoepfung-wolfgang-jeschke/">in der Logik des Kalten Krieges</a> fatale Auswirkungen auf die globale Glaubwürdigkeit und Machtposition der USA gehabt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Wäre die Situation am Checkpoint Charlie dagegen eskaliert, hätten <a href="https://ankerpunkte-blog.de/dritter-weltkrieg/im-sturm-tom-clancy/">die militärischen Planungen</a> beider Seiten eine weitere Eskalation bis zum Nuklearkrieg vorgesehen. Der Historiker Andreas Etges merkte aber für ein solches Alternative History Szenario an, dass die Kuba-Krise ein Jahr später zeigte: Beide Seiten waren nicht an einem Atomkrieg interessiert und versuchten ihn im Krisenfall aktiv zu verhindern.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="stanislaw-petrow">1983: &#8222;Jetzt nur keine Panik&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Von 1981 bis 1983 war der NATO-Doppelbeschluss Gegenstand heftiger Demonstrationen in der Bundesrepublik Deutschland. Er führte allerdings nach Michael Thumann, Osteuropa-Korrespondent der ZEIT, wenige Jahre später zu einer radikalen Abrüstung beider Seiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies war nur möglich, da am 26. September 1983 der Offizier Stanislaw Petrow die Nerven bewahrte. Er kommandierte ein Frühwarnzentrum der sowjetischen Atomstreitkräfte, das kurz nach Mitternacht Alarm gab und den Start einer US-amerikanischen Interkontinentalrakete meldete. Vom Start einer Rakete bis zum Einschlag blieben nur 25 Minuten Reaktionszeit. Zudem waren 1983 sowohl die USA und der Westen sowie die Sowjetunion und deren Verbündete <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/die-mauer-steht-am-rhein-christian-von-ditfurth/">noch stark auf Konfrontationskurs</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hätte Petrow sofort seinen Vorgesetzten informiert, hätte dieser einen Gegenschlag angeordnet. In der <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/das-moskau-spiel-christian-von-ditfurth/">Logik der Abschreckung im Kalten Krieg</a> hätte dies eine verheerende Welle an Atomangriffen beider Seiten (siehe Bild unten) ausgelöst.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="476" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschuss-einer-Atomgranate.jpg?resize=600%2C476&#038;ssl=1" alt="Foto des Abschusses einer Atomgranate mit Atompilz" class="wp-image-3729" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschuss-einer-Atomgranate.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/08/Abschuss-einer-Atomgranate.jpg?resize=300%2C238&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Everett Collection/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen meldete Petrow einen Fehlalarm. Er misstraute dem von ihm selbst mitentwickelten Frühwarnsystem und fürchtete, einen Dritten Weltkrieg auszulösen. Erst ein halbes Jahr später bestätigen Spezialisten einen seltenen technischen Fehler als Ursache.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="revolution-ddr">1989: Unwahrscheinliches Glück</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als es am 9. Oktober 1989 zu Massendemonstrationen in Leipzig gegen die Führung der DDR kam, fürchteten viele Demonstranten und Beobachter eine gewaltsame Niederschlagung durch die staatlichen Sicherheitsorgane. Entsprechende Gerüchte kursierten seit Tagen und am 7. Oktober war die Staatsmacht noch mit Gewalt gegen Proteste in Ostberlin vorgegangen. Gleichlautende Pläne der Sicherheitsorgane gab es auch für Leipzig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar begann der Ostblock seit 1985 zu bröckeln. Ein entschlossenes Niederschlagen von Protesten war daher nicht mehr so selbstverständlich wie in den 1950er und 1960er Jahren. Die Führungsspitze der DDR um Generalsekretär Honecker verweigerte sich aber <a href="https://ankerpunkte-blog.de/ddr/plan-d-simon-urban/">trotz des maroden Zustands</a> des Landes (siehe Symbolbild unten) Reformversuchen und favorisierte eine <em>&#8222;chinesische&#8220;</em> Lösung. In China hatte die dortige Führung Proteste auf dem &#8222;Platz des Himmlischen Friedens&#8220; gewaltsam niedergeschlagen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/DDR-Wappen.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Foto des alten Wappens der DDR" class="wp-image-2203" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/DDR-Wappen.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/11/DDR-Wappen.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(dimm3d/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wäre die Demonstration in Leipzig ebenfalls niedergeschlagen worden, hätte das die Bürgerrechtsbewegung zwar kurzfristig geschwächt. Die Opposition gegen die Führung der DDR wäre jedoch nicht beendet gewesen, sondern hätte sich anders entwickelt. Vor allem aufgrund <a href="https://ankerpunkte-blog.de/ddr/schwarzes-gold-aus-warnemuende-harald-martenstein-tom-peuckert/">der steigenden Auswanderungszahlen in den Westen</a> hätte sich die DDR nicht halten können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verhindert hatten dieses Szenario nach der Historikerin Franka Maubach neben einem offen vorgetragenen Gewaltverzicht der Demonstranten <a href="https://ankerpunkte-blog.de/ddr/die-letzte-kosmonautin-brandon-q-morris/">nur einige Zufälle</a>.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="fluechtlingskrise">2015: Grenze offen, Grenze dicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im letzten Artikel fanden sich zwei Perspektiven auf die Frage: Was wäre gewesen, wenn Kanzlerin Angela Merkel 2015 die Grenze gegenüber den Flüchtlingen geschlossen hätte?</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heinrich Wifing, Leiter des Politik-Ressorts bei der ZEIT, bezweifelte, dass sich die Grenze überhaupt hätte schließen lassen. Dies wäre nur unter harten Gewalteinsatz der Polizei möglich gewesen. Bilder, die Kanzlerin Merkel nicht wollte und die ihr schwere Kritik im In- sowie Ausland eingebracht hätten. Gleichzeitig hätten sich anderen europäische Staaten auf diese Entscheidung berufen und ihre Grenzen früher als in der Realität für Geflüchtete geschlossen. Dieses Alternative History Szenario hätte sowohl die Bilder der <em>&#8222;Willkommenskultur&#8220;</em> verhindert, als auch das Gefühl des <em>&#8222;Kontrollverlusts&#8220;</em>, der maßgeblich zum Aufstieg der deutschen Rechtspopulisten beitrug.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Geschichtsprofessor Andreas Rödder kritisierte dagegen das Nicht-Handeln der deutschen Regierung im September 2015. Er verwies ebenfalls auf die Angst vor Bildern von niedergeknüppelten geflüchteten Frauen und Kindern. Er argumentiert jedoch, dass durch eine Zurückweisung ein Magneteffekt auf andere Geflüchtete vermieden worden wäre. Zudem wäre die europäische Migrationspolitik früher reformiert worden. Zuletzt wäre ein Mobilisierungseffekt für die Rechtspopulisten ausgeblieben.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="rezension">Rezension</h2>



<h3 class="wp-block-heading" id="struktur-zufall">Struktur und Zufall in der Alternative History</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Alle 20 Szenarien von ZEIT Geschichte griffen folgende Fragen auf: Welche Rolle spielten Struktur und Zufall für die Geschichte und die Alternative History.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Sicht des Blogautors entschieden sich die meisten Autoren für die Struktur. In vielen Artikeln in einer solchen Art und Weise, dass eine Änderung der Geschichte kaum realistisch gewesen wäre oder dass sich die Veränderungen kaum ausgewirkt hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em>&#8222;1521: Vorschlag zur Güte&#8220;</em> war ein Sinneswandel von Karl V. der Deus ex machina, der das Gedankenexperiment erst möglich machte. Tillmann Bendikowski betonte aber, dass das Szenario aufgrund der strukturell eingeschränkten Spielräume der Akteure unrealistisch war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei <em>&#8222;1629: Das Gemetzel hätte früher enden können&#8220;</em> gestand Raoul Löbbert der Entscheidung zum <em>&#8222;Restitutionsedikt&#8220;</em> eine teilweise zufällige Entwicklung zu. Er verwies aber auf die begrenzte Veränderung der Geschichte angesichts der machtpolitischen Strukturen Europas im Jahr 1621.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Mein Unglück ist, dass ich noch lebe&#8220;</em> gab dem Zufall durch einen möglichen Schlachtentot Friedrichs II. oder den Tod von Zarin Elisabeth zwar großen Raum. Eher deterministisch führte Samuel Rieth aber aus, dass sich dadurch die Entwicklung Preußens zur Großmacht nicht geändert hätte. Eine Einschätzung, die der Blogautor in diesem Artikel ausnahmsweise nicht nachvollziehen konnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <em>&#8222;Ein Kaiser von Volkes Gnaden&#8220;</em> griff Ralf Zerback zwar ein durchaus populäres Szenario auf. Er sah aber angesichts der gesellschaftlichen Strukturen und der Person Friedrich Wilhelms IV. keine realistische Basis für eine andere Entwicklung der Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em>&#8222;Keine Durchschlagskraft&#8220;</em> argumentierte Ute Planert zwar für den Zufall eines gelungenen Attentats auf Bismarck für eine große Änderung von dessen historischer Rolle. Aber auch sie betonte, dass der Konflikt zwischen Preußen und Österreich im Jahr 1866 aufgrund von militärischen und politischen Strukturen dennoch ausgebrochen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In eine andere Richtung schrieb Alexander Cammann mit <em>&#8222;Das deutsche Duell&#8220;</em> für den Fall einer preußischen Niederlage in der Schlacht bei Königgrätz. Seine Alternative History Spekulation ging aus Sicht des Blogautors ausnahmsweise aber bei der Änderung der Strukturen zeitlich sehr weit und sprengte bei weitem den Rahmen des <em>&#8222;auf die für Zeitgenossen überschaubare Zukunft&#8220;</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Eine Tragödie für die Deutschen&#8220;</em> von Volker Ulrich stellte erneut die politisch-wirtschaftlichen Strukturen der Gesellschaft des Deutschen Reichs im Jahr 1888 in den Vordergrund. Nur indirekt erkannte er im Vergleich der Personen Friedrich III. und Wilhelm II. die Rolle von Individuen und damit des Zufalls etwas an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Christoph Nonn beantwortete in <em>&#8222;Bei Mord Krieg?&#8220;</em> dagegen die kontrafaktische Frage eindeutig für den Zufall. Denn die politischen Strukturen Europas im Jahr 1914 waren aus seiner Sicht nicht so deterministisch auf Krieg festgelegt, wie allgemein angenommen. Daher hätte ein durch Zufall erfolgloses Attentat keinen Ersten Weltkrieg auslösen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In eine ähnliche Richtung ging Markus Flohr bei <em>&#8222;Passage am Polarkreis&#8220;</em>. Die Strukturen im Russland des Jahres 1917 waren nicht von vorneherein auf eine kommunistische Revolution ausgelegt. Daher hätte eine durch Zufälle gelungene Verhaftung Lenins die Geschichte verändert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <em>&#8222;Wie die Revolution gelungen wäre&#8220;</em> beschrieb Klaus Latzel lange ein vermeintliches Wunschszenario der deutschen Revolution. Am Ende erklärte er aber, weshalb diese Entwicklung angesichts der politischen Strukturen von Anfang an unrealistisch gewesen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Retter der Republik&#8220;</em> zeigte die Rolle des Zufalls in der Person sowie im Tod des Reichspräsidenten Ebert und hielt sich an die wissenschaftlich begründeten Begrenzungen von Alternative History Szenarien. Aus Sicht des Blogautors erklärte der Artikel auch gut, wie begrenzt <em>&#8222;wünschenswerte&#8220;</em> Entwicklungen laufen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Letzte Ausfahrt Rheinland&#8220;</em> erzählte zwar zuerst breit ein mögliches Alternative History Szenario. Indirekt gab Andreas Molitor aber zu, dass auch diese Entwicklung unrealistisch gewesen wäre.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Michael Wildt betonte mit <em>&#8222;Dann hätte es keinen Holocaust gegeben&#8220;</em> die Rolle des Zufalls bei einem erfolgreichen Attentat auf Adolf Hitler. Er beschrieb aber auch, wie begrenzt sich die Geschichte dadurch geändert hätte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Mit <em>&#8222;Das Wunder von Dünkirchen&#8220;</em> erklärte Hauke Friedrichs zuerst ein von einem zufälligen Haltebefehl ausgelöstes Szenario. Ebenso erläuterte er die kurzfristigen Veränderungen der Geschichte, die sich daraus ergeben hätten. Am Ende schränkte er diese Änderungen aber wieder zugunsten der militärischen Strukturen ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei <em>&#8222;Kartoffelacker oder Aufbauhilfe&#8220;</em> beschrieb Manfred Berg zwar ein enorm populäres Alternative History Szenario. Eines, dass allerdings aufgrund der Strukturen <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/geschichte-usa/">in den USA</a> des Jahres 1944 keine Chance auf eine Realisierung in der Geschichte hatte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In <em>&#8222;Ära ohne Adenauer&#8220;</em> erklärte Norbert Frei umfassend die politischen Strukturen vor der ersten Kanzlerwahl 1949. Mit dem Verweis auf diese Strukturen schränkte er die historischen Folgen einer Nichtwahl von Adenauer stark ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Showdown der Supermächte&#8220;</em> widmete sich ebenfalls einem populären Szenario der Alternative History. Aus Sicht von Andreas Etges hätten aber politische Strukturen einen Dritten Weltkrieg verhindern können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders sah es bei <em>&#8222;Jetzt nur keine Panik&#8220;</em> von Michael Thumann aus. Hier spielte der Zufall in der schnellen Entscheidung des Offiziers Stanislaw Petrow eine entscheidende Rolle, um den Dritten Weltkrieg zu verhindern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Unwahrscheinliches Glück&#8220;</em> zeigte zwar, dass Zufälle durchaus eine Rolle in der Geschichte spielen können. In diesem Fall wäre nach Franka Maubach aber die strukturelle Entwicklung bzw. der strukturelle Niedergang der DDR unvermeidbar gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>&#8222;Grenze offen, Grenze dicht&#8220;</em> als sehr aktuelles Alternative History Szenario blieb mit den beiden Autoren Heinrich Wifing und Andreas Rödder dagegen etwas vage. Zwar wurde einer anderen Entscheidung in der sogenannten Flüchtlingskrise im Jahr 2015 eine große Veränderung der Gegenwart zugebilligt. Beide Autoren lieferten aber keine Begründung, wie eine solche Änderung angesichts der damaligen politischen Strukturen erfolgt wäre. Der Artikel zeigte aber gut, dass historische Fragestellungen immer mit aktuellen gesellschaftlichen Debatten verbunden sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Persönlich seltsam fand der Blogautor die Argumentation im letzten Artikel: Bei beiden Autoren ging es nur um die Angst der Politik vor Bildern bei eventuellen Gewalteinsätzen gegen Geflüchtete. Aber nicht um die Menschen, die auf den Bildern niedergeknüppelt worden wären.</p>



<h3 class="wp-block-heading" id="deutsche-alternative-history">Deutsche Sicht auf Alternative History</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Aus Sicht des Blogautors zeigte die Ausgabe von ZEIT Geschichte (siehe Bild) die Schwierigkeiten und Unsicherheiten beim Thema Alternative History in Deutschland bzw. <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/historiker/">in der deutschen wissenschaftlichen Community</a>.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="680" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/08/ZEIT-Geschichte.jpg?resize=600%2C680&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-7119" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/08/ZEIT-Geschichte.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/08/ZEIT-Geschichte.jpg?resize=265%2C300&amp;ssl=1 265w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Foto)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Wo im angelsächsischen Raum zu viel Fantasie und Spekulation herrscht, hat man aus Sicht des Blogautors in Deutschland fast Angst davor, den Pfad der realen Geschichte zu verlassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Argumentation stützte sich auf den Eindruck des Blogautors von sehr langen Herleitungen und Erklärungen für die reale historische Entwicklung und dazu im Vergleich eher knappen Was-wäre-wenn-Teilen in den meisten Artikeln. Diese Schreibweise konnte aber auch daran liegen, dass die Ausgabe insgesamt einem Nicht-Fachpublikum eine enorme Spanne an historischen Zeiträumen und Ereignissen vorstellte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auffällig war, dass Historiker skeptischer waren, was die Auswirkungen der Was-wäre-wenn-Fragen anging, als die Autoren, die &#8222;nur&#8220; als Redakteure beschrieben wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei einzelnen Was-wäre-wenn-Spekulationen war diese Skepsis durchaus angemessen. Es stellte sich aber die Frage, ob die Auswahl der 20 Ankerpunkte eventuell Szenarien begünstigte, die Strukturen oder unrealistische Alternative History betonten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings versuchte ZEIT Geschichte in dieser Ausgabe durchaus einen schwierigen Spagat: Zwischen populären, relativ häufig vorkommenden Szenarien wie der niedergeschlagenen Revolution in der DDR 1989 und historischen Ereignissen der deutschen Geschichte, die in der Alternative History bisher nicht oft auftauchten wie der Tod Eberts 1925.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Allgemein stellte sich für den Blogautor aber der Sinn von Szenarien, wenn diese am Ende des Artikels als von vorneherein &#8222;unrealistisch&#8220; eingestuft wurden. Ein solches Ergebnis konnte ausdrücklich eine Antwort der kontrafaktischen Fragestellung sein. Aber wenn es die einzige Antwort ist, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/ankerpunkte-alternative-history-canvas/">der wissenschaftlichen Methodik</a>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Insgesamt war ZEIT Geschichte mit der Ausgabe <em>&#8222;Was wäre gewesen, wenn &#8230;? 20 Wendepunkte der deutschen Geschichte – und die Frage, wie es auch anders hätte kommen können&#8220;</em>, eine anregende Lektüre, die im Ankerpunkte Blog auch an anderer Stelle verarbeitet wird.</p>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen-literatur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Benjamin Bidder: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/vergessener-held-a-948852.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Mann, der den dritten Weltkrieg verhinderte.</a> Vergessene Helden, auf: spiegel.de (21.04.2010).</li>



<li>Philip Cassier: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article255568930/Kaiser-Friedrich-III-Was-waere-gewesen-wenn-er-laenger-Zeit-gehabt-haette.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Kaiser, der den Deutschen viel Unglück erspart hätte.</a> Friedrich III., auf: welt.de (15.03.2025).</li>



<li>Richard J. Evans: Veränderte Vergangenheiten. Über kontrafaktisches Erzählen in der Geschichte. München 2013.</li>



<li>Erich Follath: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/attentat-von-sarajevo-1914-franz-ferdinand-und-der-erste-weltkrieg-a-977651.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Am Tag, als das Feuer kam.</a> Sarajevo-Attentat 1914, auf: spiegel.de (24.09.2013).</li>



<li>Lukas Gedziorowski: <a href="https://www.deutschlandfunk.de/friedrich-ebert-todestag-weimarer-republik-reichspraesident-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der ungeliebte erste Reichspräsident.</a> Friedrich Ebert, auf. deutschlandfunk.de (27.02.2025).</li>



<li>Lars-Broder Keil, Sven-Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/geschichten/article186127052/Aus-dem-Bundesarchiv-So-blutig-war-Weihnachten-1918-in-Berlin.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">So blutig waren die Berliner Weihnachtstage 1918.</a> Aus dem Bundesarchiv, auf: welt.de (27.12.20218).</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article201592538/Friedliche-Revolution-Was-war-am-Morgen-des-10-Oktobers-anders.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Bis heute wissen wir nicht, warum es gewaltfrei blieb“</a>. Friedliche Revolution, auf: welt.de (30.08. 2021).</li>



<li>Sven-Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article230928921/Ferdinand-Cohen-Blind-Was-den-Bismarck-Attentaeter-antrieb.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">„Die einzige Lösung ist die Beseitigung Bismarcks“.</a> Ferdinand Cohen-Blind, auf: welt.de (07.05.2021).</li>



<li>Sven-Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article251243936/Deutschland-Wie-das-Land-waere-wenn-Preussens-Koenig-die-Kaiserkrone-genommen-haette.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie Deutschland wäre, wenn Preußens König die Kaiserkrone genommen hätte.</a> Friedrich Wilhelm IV., auf: welt.de (06.05.2024).</li>



<li>Sven Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article231034257/Henry-Morgenthau-So-kam-es-zu-seinem-beruechtigen-Plan.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Wie es zum berüchtigten „Morgenthau-Plan“ kam.</a> Henry Morgenthau, auf: welt.de (11.05.2021).</li>



<li>Tim Pröse: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/georg-elser-und-das-attentat-auf-adolf-hitler-nur-13-minuten-fehlten-a-1142134.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Es fehlten nur dreizehn Minuten.</a> Hitler-Attentäter Georg Elser, auf: spiegel.de (07.04.2017).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article156742070/Koeniggraetz-1866-Diese-gigantische-Schlacht-schuf-Deutschland.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Diese gigantische Schlacht schuf Deutschland.</a> Königgrätz 1866, auf: welt.de (03.07.2016).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article208208325/Halt-Befehl-Warum-Hitler-den-Sturm-auf-Duenkirchen-stoppte.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Hitler den Sturm auf Dünkirchen stoppte.</a> &#8222;Halt-Befehl&#8220;, auf: welt.de (25.11.2021).</li>



<li>Bernd Ulrich: <a href="https://www.deutschlandfunk.de/berlin-1961-konfrontation-am-checkpoint-charlie-100.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Konfrontation am Checkpoint Charlie.</a> Berlin 1961, auf: deutschlandfunk.de (27.10.2021).</li>



<li>ZEIT Geschichte: Was wäre gewesen, wenn…?&#8220; 20 Wendepunkte der deutschen Geschichte – und die Frage, wie es auch anders hätte kommen können. Mai 2025.</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/hintergruende/was-waere-gewesen-wenn-zeit-geschichte/">1521 bis 2015: ZEIT Geschichte 3/2025</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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		<title>28 Punkte, an denen die Geschichte Bayerns anders gelaufen wäre</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 May 2025 09:33:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bayerische Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Hintergründe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte Bayerns zeigt mit vielen Ereignissen und Entwicklungen, wie regionale Geschichte mit der deutschen und europäischen Geschichte verknüpft ist. Die Alternative History des Freistaats und seiner Regionen hat damit nicht nur häufig Folgen für ganz Deutschland oder sogar Europa. Sie kann auch das Verständnis für historische Entscheidungen verbessern und Möglichkeiten für Vergangenheit sowie Zukunft [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-bayern/">28 Punkte, an denen die Geschichte Bayerns anders gelaufen wäre</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte Bayerns zeigt mit vielen Ereignissen und Entwicklungen, wie regionale Geschichte mit der deutschen und europäischen Geschichte verknüpft ist. Die Alternative History des Freistaats und seiner Regionen hat damit nicht nur häufig Folgen für ganz Deutschland oder sogar Europa. Sie kann auch das Verständnis für historische Entscheidungen verbessern und Möglichkeiten für Vergangenheit sowie Zukunft aufzeigen.</p>



<span id="more-698"></span>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="591" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/05/Bayern-Regierungsbezirke.png?resize=600%2C591&#038;ssl=1" alt="Karte des Freistaats Bayern mit den Regierungsbezirken Unterfranken, Oberfranken, Mittelfranken, Oberpfalz, Schwaben, Niederbayern und Oberbayern." class="wp-image-6978" style="width:599px;height:auto" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/05/Bayern-Regierungsbezirke.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/05/Bayern-Regierungsbezirke.png?resize=300%2C296&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/05/Bayern-Regierungsbezirke.png?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Bayern#/media/Datei:Bavaria,_administrative_divisions_(government_districts_only)_-_de_-_colored.svg">TUBS/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Näheres zu den Ankerpunkten der bayerischen Geschichte in den verschiedenen Regionen des Freistaats gibt es unter folgenden Seiten:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberpfalz-regensburg/">21 Punkte, an denen die Geschichte der Oberpfalz und Regensburgs anders gelaufen wäre</a></li>



<li><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-bayerisch-schwaben-augsburg/">19 Punkte, an denen die Geschichte von Bayerisch-Schwaben und Augsburg anders gelaufen wäre</a></li>



<li><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-mittelfranken-nuernberg/">11 Punkte, an denen die Geschichte Mittelfrankens und Nürnbergs anders gelaufen wäre</a></li>



<li><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-oberfranken-bayreuth/">17 Punkte, an denen die Geschichte Oberfrankens anders gelaufen wäre</a></li>



<li><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-unterfranken-wuerzburg/">10 Punkte, an denen die Geschichte Unterfrankens und von Würzburg anders gelaufen wäre</a></li>



<li><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-niederbayerns/">14 Punkte, an denen die Geschichte Niederbayerns anders gelaufen wäre</a></li>



<li><a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oberbayern-muenchen/">16 Punkte, an denen die Geschichte Oberbayerns und Münchens anders gelaufen wäre</a></li>
</ul>



<h2 class="wp-block-heading">Ankerpunkte</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="#varusschlacht">9 nach Christus: Die wegweisende Varusschlacht</a></li>



<li><a href="#agilolfinger">788: Das unbekannte Ende der Agilolfinger</a></li>



<li><a href="#pressburg">907: Die vernichtende Niederlage von Pressburg</a></li>



<li><a href="#augsburg">955: Die schlachtentscheidende Verteidigung von Augsburg</a></li>



<li><a href="#schweinfurter">1057: Das langwierige Ende der Schweinfurter</a></li>



<li><a href="#muenchen">1158: Die umstrittene Gründung Münchens</a></li>



<li><a href="#wittelsbacher">1204: Der endgültige Durchbruch der Wittelsbacher</a></li>



<li><a href="#regensburg">1245: Die freie und Reichsstadt Regensburg</a></li>



<li><a href="#konradin">1268: Der zersplitternde Tod von Konradin</a></li>



<li><a href="#ampfing-muehldorf">1313: Die entscheidende Schlacht bei Ampfing/Mühldorf</a></li>



<li><a href="#pavia">1329: Der zersplitternde Hausvertrag von Pavia</a></li>



<li><a href="#neuboehmen">1373: Das kurzfristige Ende von Neuböhmen</a></li>



<li><a href="#agnes-bernauer">1435: Die berühmte Ermordung von Agnes Bernauer</a></li>



<li><a href="#donauwoerth">1607: Die illegale Besetzung von Donauwörth</a></li>



<li><a href="#schlacht-hoechstaedt">1704: Die zu Beginn verlorene Schlacht von Höchstädt</a></li>



<li><a href="#niederbayern">1778: Das österreichische Niederbayern</a></li>



<li><a href="#markgraf">1791: Die amouröse Abdankung des letzten Markgrafen</a></li>



<li><a href="#pariser-vertrag">1810: Der bayerisch-württembergische Pariser Vertrag</a></li>



<li><a href="#sued-nord-bahn">1838: Die umstrittene Ludwig-Süd-Nord-Bahn</a></li>



<li><a href="#ludwig-II">1886: Der vermeidbare Tod von Ludwig II.</a></li>



<li><a href="#kurt-eisner">1919: Die sekundenschnelle Ermordung von Kurt Eisner</a></li>



<li><a href="#hitler">1923: Der gescheiterte Hitler-Putsch</a></li>



<li><a href="#georg-elser">1939: Das zu präzise Attentat von Georg Elser</a></li>



<li><a href="#amberg">1945: Die tödlich verhinderte Verteidigung von Amberg</a></li>



<li><a href="#neu-gablonz">1945: Das Kaufbeurer Neu-Gablonz</a></li>



<li><a href="#aschermittwoch">1948: Der &#8222;erste politische&#8220; Aschermittwoch</a></li>



<li><a href="#waa">1989: Die kontroverse Aufgabe der WAA</a></li>



<li><a href="#th-deggendorf">1992: Die umkämpfte Fachhochschule Deggendorf</a><br><br><a href="#quellen-literatur">Quellen und Literatur</a></li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading" id="varusschlacht">1. 9 nach Christus: Die wegweisende Varusschlacht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als der römische Statthalter Publius Quinctilius Varus im <em>Teutoburger Wald</em> in einen Hinterhalt von germanischen Aufständischen unter Führung des Cheruskers Arminius geriet, hatte dies Folgen für Bayern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seit 15 vor Christus hatte <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/geschichte-roemisches-reich/">das Römische Reich</a> das Alpenvorland bis zur Donau erobert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Pläne gingen jedoch weiter. Seit 7 vor Christus waren in der sogenannten <em>Germania magna</em> auch Teile des späteren Nordbayerns unter Kontrolle gebracht und als Provinz in das Imperium eingegliedert worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Davon zeugte ein 1985 entdecktes Legionslager in Marktbreit (Unterfranken). Es konnte zwei Legionen aufnehmen und war als Stützpunkt für eine weitere Expansion angelegt worden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Niederlage des Varus waren aber zwei Drittel der römischen Rheinarmee vernichtet. Das restliche Drittel konnte sich nur schnell hinter Rhein und Donau zurückziehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher – und als folgende römische Gegenoffensiven ohne dauerhaften Erfolg blieben – wurde das Lager in Marktbreit aufgegeben. Die Legionäre (siehe Reenactment-Bild aus der heutigen Zeit) verließen das heutige Unterfranken wieder.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/08/roemische-Legionaere.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Foto von fünf Römischen Legionären in einem Reenactment" class="wp-image-5283" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/08/roemische-Legionaere.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/08/roemische-Legionaere.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(J.Sabel/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar expandierten die Römer ab 90 nach Christus erneut nach Schwaben und Franken. Sie errichteten den obergermanisch-raetischen Limes und gründeten im Jahr 175 mit dem Legionslager Castra Regina das heutige Regensburg, um die Grenzflüsse Donau, Naab und Regen zu überwachen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie blieben aber auf „ihrer“ Seite von Main sowie Donau und unternahmen keine Eroberungsversuche in Richtung der Gebiete der heutigen Oberpfalz oder von Oberfranken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als der obergermanisch-raetische Limes schließlich 253/254 angesichts der Angriffe der Alamannen aufgeben wurde, endete die römische Präsenz in Nordbayern endgültig.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich das "römische Bayern" entwickelt, wenn Varus nicht in den Hinterhalt des Arminius geraten wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="agilolfinger">2. 788: Das unbekannte Ende der Agilolfinger</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem endgültigen Abzug der Römer im 5. Jahrhundert blieben Teile der romanisierten Bevölkerung in Südbayern. Ebenso wie germanische Söldner aus Siedlungen nördlich der Donau, die immer mehr Aufgaben der römischen Grenztruppen übernommen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus beiden Gruppen, weiteren germanischen Stämmen und zahllosen anderen Zuwanderern bildete sich eine neue Ethnie heraus, die die bayerische Geschichte begründete: die Bajuwaren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im 8. Jahrhundert dominierte vom immer noch stark befestigten Regensburg aus <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/800-de-bello-baiuvaria/">die Familie der Agilolfinger</a> als Herzöge diesen neuen Stamm.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar sahen die Könige des Frankenreiches (auf der Karte in grünen Farben) sich als Oberherrscher der bajuwarischen Herzöge. Die Agilolfinger, die zu den mächtigsten und ältesten Familien des gesamten Reiches gehörten, versuchten aber immer wieder, sich dieser Oberherrschaft zu entziehen.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="425" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Baiuvaria-im-Fraenkischen-Reich.png?resize=600%2C425&#038;ssl=1" alt="Karte des Fränkischen Reiches mit dem Gebiet der Bajuwaren" class="wp-image-2683" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Baiuvaria-im-Fraenkischen-Reich.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Baiuvaria-im-Fraenkischen-Reich.png?resize=300%2C213&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Baiuaria_im_Fr%C3%A4nkischen_Reich.svg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Plinganser/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei waren sie unterschiedlich erfolgreich: Einzelne Herzöge regierten fast ohne Einmischung der Frankenkönige. Andere wurden durch Kriegszüge zur Unterwerfung gezwungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">788 endete diese Phase der bayerischen Geschichte: Das unter den Karolingern erstarkende Frankenreich hatte die Unabhängigkeit der Agilolfinger immer mehr beschnitten. In diesem Jahr <a href="https://ankerpunkte-blog.de/roemische-reich/zeitmaschine-karls-des-grossen-oliver-henkel/">setzte Karl der Große</a> schließlich Herzog Tassilo III. ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser Sturz war für die bayerische Geschichte einschneidend, sein Ablauf blieb aber unbekannt, da die wenigen Quellen Propaganda der Franken wiedergeben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für Bayern hatte dies große Folgen. Das Land sank von einem fast unabhängigen Stammesherzogtum zu einer Provinz an der Peripherie des großen Frankenreiches herab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Hauptsitz der Agilolfinger, Regensburg, entwickelte sich dagegen bis zum Aussterben der Karolinger zu einem Zentrum der Königsherrschaft im entstehenden ostfränkisch-deutschen Reich.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Bayern weiterentwickelt, wenn die Agilolfinger an der Macht geblieben wären?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="pressburg">3. 907: Die vernichtende Niederlage von Pressburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um 900 war Bayern zwar weiter Teil des ostfränkischen Reiches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der bayerische Markgraf Luitpold handelte aber immer mehr wie ein unabhängiger Herrscher in einem neu entstandenen Stammesherzogtum.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu seinen Aufgaben gehörte die Sicherung der Grenzen gegen die stärker werdenden Einfälle des Reitervolks der Ungarn.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem er in den ersten Gefechten erfolgreich geblieben war, ging er 907 mit einem Großteil des bayerischen Heeres in die Offensive.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter bis heute unklaren Umständen erlitt er aber in der Umgebung von Pressburg, des heutigen Bratislavas (siehe Bild der Burg Devin unten), eine verheerende Niederlage. Dabei wurde ein Großteil des bayerischen Heeres, mit mehreren hohen bayerischen Würdenträgern, vernichtet.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="295" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Burg-Devin.jpg?resize=600%2C295&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5368" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Burg-Devin.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Burg-Devin.jpg?resize=300%2C148&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Rasto SK/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dies hatte enorme Folgen für Bayern unter dem neuen Markgrafen, Luitpolds Sohn Arnulf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um neue Mittel und Soldaten gegen weitere Ungarneinfälle zu gewinnen, säkularisierte dieser zahlreiche Klöster. Stattdessen entstanden die ersten Burgen in der Region als Fluchtpunkte für die Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch konnte Arnulf die Ungarneinfälle nicht unterbinden. Die Ungarn verwüsteten Bayern häufig. Der Markgraf konnte höchstens Siege gegen Heere erringen, die mit Beute beladen auf dem Rückweg waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst der Sieg König Ottos I. auf dem Lechfeld bei Augsburg 955 beendete die Angriffe der Ungarn endgültig.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Markgraf Luitpold die Schlacht bei Pressburg nicht verloren hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="augsburg">4. 955: Die schlachtentscheidende Verteidigung von Augsburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser für die deutsche Geschichte bedeutende Sieg hatte viel mit den Entwicklungen im heutigen Bayerisch-Schwaben zu tun.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aus dem Stamm der Alemannen hatte sich im Frühmittelalter westlich des bayerischen Herzogtums das Herzogtum Schwaben entwickelt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Neben den häufig wechselnden Herzögen bildete sich die Bischofsstadt Augsburg als ein Machtzentrum dieses Gebietes heraus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies zeigte sich bei den Einfällen der Ungarn, die erst in der Schlacht auf dem Lechfeld vor der Stadt beendet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dass es so weit kam, lag daran, dass Augsburg unter dem Bischof Ulrich lange genug der Blockade und Belagerung durch die angreifenden Ungarn standhielt. So konnte das ostfränkische Reichsheer unter König Otto I. rechtzeitig heranrücken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bis dahin hatte Bischof Ulrich, der als Reichsfürst auch das Militär der Stadt leitete, Augsburg trotz mehrerer kritischer Situationen erfolgreich verteidigt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die erfolgreiche Verteidigung ermöglichte es dem Heer unter König Otto I., die Ungarn in einer dramatischen Schlacht entscheidend zu schlagen. Dieser Sieg beendete nicht nur die Ungarneinfälle, sondern gab König Otto I. genug Prestige, um sich zum Kaiser krönen zu lassen und damit das spätere Heilige Römische Reich Deutscher Nation zu begründen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Ungarn Augsburg vor dem Eintreffen des Reichsheeres eingenommen hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="schweinfurter">5. 1057: Das langwierige Ende der Schweinfurter</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Jahr 1000 war das heutige Bayern machtpolitisch zweigeteilt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Nordbayern hatten die Grafen von Schweinfurt ein großes Herrschaftsgebiet im Raum zwischen der Stadt Schweinfurt mit ihrer Stammburg und der heutigen Oberpfalz bis zum Böhmerwald etabliert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese starke Stellung nördlich ihrer Herrschaftsgebiete mit der Hauptstadt Regensburg konnte das damalige bayerische Herzogsgeschlecht der bayerischen Ottonen nicht zulassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als einer der ihren als König Heinrich II. ab 1002 über das ostfränkisch-deutsche Reich regierte, brach der Konflikt zwischen ihm als bayerischer Herzog und der Schweinfurter Grafenfamilie offen aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heinrich II. schlug einen Aufstand der Schweinfurter nieder und schwächte durch die Vergabe von Lehnsrechten die Stellung der Markgrafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel gründete er, um ein Wiedererstarken der Schweinfurter zu verhindern, 1007 das Bistum Bamberg. Dieses baute er durch reiche Beschenkungen und die Vergabe von Herrschaftsrechten zum regionalen geistlichen Zentrum und einem weltlichen Machtfaktor in Nordbayern aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuletzt beschenkte er das Bistum zahlreich, zum Beispiel mit Reliquien, um eine dauerhafte Grablege für sich zu schaffen. Daher ist Heinrich II. auch im heutigen Bamberger Dom (siehe Bild) beerdigt.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/06/Bamberg-Dom.jpg?resize=600%2C450&#038;ssl=1" alt="Foto des Bamberger Doms." class="wp-image-5187" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/06/Bamberg-Dom.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/06/Bamberg-Dom.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Takashi Images/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Doch erst der Tod des letzten Schweinfurters, Otto, beendet 1057 die Versuche der Markgrafen, ein geschlossenes Herrschaftsgebiet im heutigen Nordbayern aufzubauen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Nordbayern entwickelt, wenn die Schweinfurter nicht gescheitert wären?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="muenchen">6. 1158: Die umstrittene Gründung Münchens</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Gründung der heutigen bayerischen Hauptstadt München war das Ergebnis eines Konfliktes zwischen dem welfisch-bayerischen Herzog Heinrich dem Löwen und Bischof Otto von Freising.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Beispiel galt das Zerstören der bisherigen Freisinger Isarbrücke in Oberföhring samt Markt und Zollstation durch Heinrich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber Otto von Freising war kein simples Opfer. Er stand im Verdacht, mit Oberföhring bisherige Reichsrechte an Brücke, Zoll und Markt an sich gerissen zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Versuche der Freisinger Seite, die Brücke wiederaufzubauen, scheiterten jedoch an Heinrichs Gegenmaßnahmen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch gewann der von Heinrich verlegte Isarübergang an einen Ort namens „Munichen“ (siehe Foto der Isar in München aus der heutigen Zeit) immer mehr regionales Gewicht.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Isar-bei-Muenchen.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Foto der Isar bei München zwischen Bäumen" class="wp-image-5457" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Isar-bei-Muenchen.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Isar-bei-Muenchen.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(streetflash/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verlegung bestätige schließlich Kaiser Friedrich I. Barbarossa im <em>„Augsburger Schied“</em> am 14. Juni 1158. Als Ersatz erhielt der Freisinger Bischof in der Urkunde ein Drittel des Münchner Brückenzolls.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Dokument gilt aufgrund der ersten Erwähnung als Gründungsurkunde von München.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Schnell entstand danach auf dem bisher weitgehend unbesiedelten Gebiet eine wachsende Stadt als überregionaler herzoglicher Stützpunkt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daran änderte sich auch nichts, als Kaiser Friedrich I. Barbarossa nach dem Sturz Heinrichs des Löwen 1180 den <em>„Augsburger Schied“</em> für ungültig erklärte. Denn der Freisinger Bischof zog es vor, die gesicherten Einnahmen aus dem Münchner Brückenzoll zu bekommen, anstatt in Oberföhring die Infrastruktur neu aufzubauen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Verlegung der Isarbrücke bis 1158 gescheitert wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="wittelsbacher">7. 1204: Der endgültige Durchbruch der Wittelsbacher</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Wittelsbacher 1180 als Nachfolger der Welfen die bayerische Herzogswürde durch Kaiser Friedrich I. Barbarossa erlangten, gehörten sie zwar zum bayerischen Uradel und hatten viele Besitzungen im heutigen Bayerisch-Schwaben sowie in Ober- und Niederbayern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das von ihnen neu beherrschte Herzogtum war jedoch 1180 deutlich reduziert worden: Es verlor zum Beispiel die meisten Gebiete im heutigen Österreich.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im übrigen Herzogtum standen mehrere mächtige Adelsfamilien dem Herrschaftsanspruch der neuen Herzöge entgegen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Niederbayern agierten die Grafen von Bogen als Vormacht. Sie herrschten zum Beispiel von Burgen wie Natternberg beim wichtigen Donauübergang Deggendorf (siehe Bild aus der heutigen Zeit) und dominierten die Besiedlung des Bayerischen Waldes.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="524" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Natternberg.jpg?resize=600%2C524&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5374" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Natternberg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Natternberg.jpg?resize=300%2C262&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Martin Erdniss/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wittelsbacher versuchten, diese regionale Herrschaft zu brechen. Die Kämpfe endeten zuerst ohne eindeutigen Sieger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als 1204 sowohl der amtierende Graf von Bogen starb und gleichzeitig die Markgrafen von Cham-Vohburg endgültig ausstarben, gelang den Wittelsbachern der Durchbruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn Herzog Ludwig I. heiratete die Witwe des Bogener Grafen, womit er Ansprüche auf dessen Erbe geltend machen konnte. Und er zog den Besitz der Markgrafen von Cham-Vohburg komplett ein. Damit verschaffte er sich die Vormacht im niederbayerischen Raum bis zur böhmischen Grenze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch später profitierten die Wittelsbacher Herzöge vom Aussterben regionaler Herrscher. 1248 starb zum Beispiel der letzte Herzog von Andechs-Meranien kinderlos und unter ungeklärten Umständen. Danach gelang es den Wittelsbachern, den oberbayerischen Besitz der Andechs-Meranier, zum Beispiel bei München, an sich zu bringen und den oberbayerischen Raum endgültig zu dominieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Oberpfalz zogen die Wittelsbacher 1305/1307 endgültig den Besitz der ehemaligen Grafen von Sulzbach ein, die weite Teile des späteren Bezirks beherrscht hatten. In diesem Fall war es eine längere Entwicklung, bis sämtliche Nachfolgefamilien der Grafen von Sulzbach ausgestorben waren.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die ersten Wittelsbacher Herzöge mit ihrem Machtanspruch 1204 gescheitert wären?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="regensburg">8. 1245: Die freie und Reichsstadt Regensburg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die Entwicklung des bayerischen Herzogtums unter den Wittelsbachern ging jedoch nicht nur in eine Richtung. Denn die neuen Herzöge mussten auch Verluste hinnehmen, zum Beispiel Regensburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt entwickelte sich im Mittelalter nicht nur zum politischen und kulturellen Hauptort des bayerischen Herzogtums. Gestützt auf den wachsenden europäischen Handel mit Luxusgütern über die Donau – aber auch über den Regen nach Böhmen – wuchs die Stadt zur größten Wirtschaftsmetropole im süddeutschen Raum heran.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeugnis dieser Bedeutung und des Reichtums waren der Bau der Steinernen Brücke als einzigem festen Donauübergang zwischen Ulm und Wien von 1135 bis 1146 sowie des Doms ab 1273 (siehe Bild unten). Hinzu kamen zahlreiche Geschlechtertürme als Ausweis des Reichtums der Patrizier.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="441" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Regensburg.jpg?resize=600%2C441&#038;ssl=1" alt="Foto der Steinernen Brücke und des Doms in Regensburg." class="wp-image-786" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Regensburg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Regensburg.jpg?resize=300%2C221&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Foto)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend umkämpft waren die Herrschaftsrechte in der Stadt zwischen den bayerischen Herzögen und den Bischöfen von Regensburg. Auch der deutsche König, ab 1138 aus der Familie der Staufer, versuchte, die Metropole mehr an seine Herrschaft zu binden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Spannungsfeld nutzten die reichen Bürger, um immer mehr Rechte der verschiedenen Streitparteien an sich zu ziehen. 1245 gewährte ihnen schließlich Kaiser Friedrich II. das Recht der freien Wahl von Bürgermeistern und Stadträten. Regensburg wurde freie und Reichsstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was für ein bedeutender Verlust die Stadt für die bayerischen Herzöge war, zeigten mehrere Versuche, die „verlorene Hauptstadt“ zurückzuerobern. Der damit einhergehende Wirtschaftskrieg und sich verändernde Handelsströme führten aber zu einer Verarmung der Reichsstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gleichzeitig entwickelte sich Regensburg im 16. Jahrhundert zu einem beliebten Standort für die Reichstage, die regelmäßigen Versammlungen der Kurfürsten, Fürsten und Reichsstädte des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1663, als der Reichstag nicht mehr wie üblich seinen Abschied nahm, entwickelte sich die Stadt sogar zum permanenten Sitz dieser Institution bis zum Ende des Reiches 1806.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Regensburg entwickelt, wenn die Stadt bayerische Hauptstadt geblieben wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="konradin">9. 1268: Der zersplitternde Tod von Konradin</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Im Gegensatz zu Bayern war Schwaben, und damit Bayerisch-Schwaben, im Hochmittelalter ein Zentrum der mittelalterlichen Kaiserherrschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entwicklung hing an der Verbindung von schwäbischer Herzogswürde und römisch-deutschem Kaisertitel in der Familie der Staufer seit 1138.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Verbindung erlosch jedoch, als König Konrad 1254 nur 26-jährig bei einem Kriegszug im Königreich Sizilien starb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit endete nicht nur die Linie der staufischen Könige und Kaiser. Auch die Zentralmacht im Herzogtum Schwaben begann, sich langsam aufzulösen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gab es danach mit Konradin noch einen Staufer, der mit 10 Jahren zum Herzog von Schwaben erhoben worden war. Ihm gelang es jedoch aufgrund seines Alters nicht, das Herzogtum unter Kontrolle zu bekommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem wurde er 1268 nach seiner Niederlage im Kampf um das Erbe in Sizilien hingerichtet, womit die Staufer als Herrschaftsgeschlecht aufhörten zu existieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das schwäbische Herzogtum zersplitterte sich danach in eine Vielzahl von Herrschaften (siehe Karte aus dem Jahr 1400).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="856" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Bayerisch-Schwaben-1400.png?resize=600%2C856&#038;ssl=1" alt="Karte der heutigen Region von Bayerisch-Schwaben im Jahr 1400 mit zahlreichen kleinen Territorien." class="wp-image-4930" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Bayerisch-Schwaben-1400.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Bayerisch-Schwaben-1400.png?resize=210%2C300&amp;ssl=1 210w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:HRR_1400.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ziegelbrenner/CC BY-SA 3.0 (Ausschnitt)</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Davon profitierten ausgehend von Augsburg, Ulm und Memmingen vor allem zahlreiche Städte, die zu den <em>„oberschwäbischen Reichsstädten“</em> heranwuchsen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zersplitterung blieb als „Fleckerlesteppich“ für Bayerisch-Schwaben typisch für die nächsten Jahrhunderte, ebenso wie die ständigen Konflikte mit den bayerischen Herzögen, die das Erbe der Staufer in Schwaben für sich reklamierten, um Herrschaftsrechte.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich Schwaben und Bayern entwickelt, wenn Konradin nicht hingerichtet worden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="ampfing-muehldorf">10. 1313: Die entscheidende Schlacht bei Ampfing/Mühldorf</h3>



<p class="wp-block-paragraph">An anderer Stelle waren die bayerischen Herzöge im 14. Jahrhundert erfolgreicher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als am 28. September 1322 die Heere der Wittelsbacher und der Habsburger bei Ampfing oder Mühldorf (beides in Oberbayern) aufeinandertrafen, entschied sich nicht nur der Streit um die deutsche Königskrone zwischen Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Durch den Sieg Ludwigs, der daraufhin König und Kaiser wurde, kam es auch zu neuen Entwicklungen für die Geschichte von Bayern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Schlacht selbst wurde daher stark mythologisiert, wodurch wenige Details klar sind.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So ist zum Beispiel nicht geklärt, warum Friedrich trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit die von Ludwig angebotene Schlacht annahm, an deren Ende der Habsburger in Gefangenschaft geriet. Denn von Süden marschierten noch Verstärkungen seines Bruders heran, die die Heeresgrößen zugunsten von Friedrich gedreht hätten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch die konkrete Rolle von Ludwig (siehe Statue aus der heutigen Zeit) in der Schlacht ist bis heute unklar.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="765" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Statue-Ludwig-der-Bayer.jpg?resize=600%2C765&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5497" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Statue-Ludwig-der-Bayer.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Statue-Ludwig-der-Bayer.jpg?resize=235%2C300&amp;ssl=1 235w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(ArTono/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Für Bayern hatte die gewonnene Schlacht große Folgen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Beispiel für München bedeutete die Königs- und Kaiserkrone von Ludwig trotz dessen fortwährenden Kämpfen mit Habsburgern, Luxemburgern und dem Papst eine enorme Aufwertung. Denn die Stadt blieb weiter seine geförderte Hauptresidenz und wurde beispielsweise zum europaweiten Sammelpunkt von papstkritischen Intellektuellen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Ludwig der Bayer die Schlacht von Ampfing/Mühldorf verloren hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="pavia">11. 1329: Der zersplitternde Hausvertrag von Pavia</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Vormachtstellung der bayerischen Wittelsbacher endete jedoch schnell.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um die ständigen Querelen innerhalb der Wittelsbacher zu beenden, teilte Kaiser Ludwig der Bayer die Territorien seiner Familie im Hausvertrag von Pavia.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Versuch, durch einen Interessenausgleich die Einheit der Familie zu wahren, war jedoch erfolglos.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Stattdessen spaltete sie sich in zuerst zwei Hauptlinien, eine pfälzische mit dem Zentrum um Heidelberg und eine bayerische mit den meisten Besitzungen im heutigen Ober- und Niederbayern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Pfalz an sich zu klein für ein Machtgleichgewicht war, kamen im Hausvertrag von Pavia Teile des bayerischen Nordgaus zur pfälzischen Linie. Aus diesen entwickelte sich die <em>„Obere Pfalz“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die bayerische Linie begann sich danach sogar noch weiter aufzuspalten, bis 1392 sogar vier Familien existierten (siehe Karte unten).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="478" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Herzogt%C3%BCmer-Bayern.png?resize=600%2C478&#038;ssl=1" alt="Karte der vier bayerischen Herzogtümer im Jahr 1392." class="wp-image-803" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Herzogt%C3%BCmer-Bayern.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/06/Herzogt%C3%BCmer-Bayern.png?resize=300%2C239&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bayern_nach_der_Teilung_1392.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Lencer/CC BY-SA 3.0</a></figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Einerseits profitierten viele Städte von der Aufteilung. So wurde Amberg erstmals Sitz des Regierungsamts und Residenzstadt für die kurpfälzischen Statthalter in der Oberpfalz. Nicht selten waren dies die Söhne und designierten Nachfolger der Pfalzgrafen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zersplitterung der Herrschaft und die internen Konflikte innerhalb der Familie sorgten jedoch dafür, dass die bayerischen Herzöge im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nicht als einheitlicher Machtfaktor auftreten konnten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Bayern ohne den Hausvertrag von Pavia entwickeln können?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="neuboehmen">12. 1373: Das kurzfristige Ende von Neuböhmen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Kaiser Karl IV., Nachfolger von Ludwig dem Bayern, nutzte diese Zersplitterung für seine eigene Machtpolitik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er wollte einen Landkorridor aufbauen, der von der heutigen Tschechischen Republik, die er als König von Böhmen beherrschte, bis zu den Zentren des Heiligen Römischen Reiches, Nürnberg und Frankfurt, reichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu erwarb er bis 1353 Gebiete in der nördlichen Oberpfalz (auf der Karte der grüne Zipfel links von Böhmen), die er von Sulzbach aus verwalten ließ.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="599" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=600%2C599&#038;ssl=1" alt="Karte der Länder der böhmischen Krone unter Karl IV." class="wp-image-2685" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Karte-Boehmen-unter-Karl-IV..png?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karte_B%C3%B6hmen_unter_Karl_IV.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Maximilian Dörrbecker (Chumwa)/CC BY-SA 2.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Herrschaft, kurz Neuböhmen genannt, förderte er durch gezielte Vergabe von Privilegien sowie den Ausbau des Straßen- und Handelsnetzes der <em>„Goldenen Straße“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Besonders profitierte Nürnberg von Neuböhmen. Die Handelsgesellschaften der Stadt finanzierten große Teile der Pläne Karls IV. im Ausgleich für Handelsprivilegien in dessen Herrschaftsgebiet. Der Kaiser wertete Nürnberg entsprechend auf, beispielsweise in der dort verkündeten <em>„Goldenen Bulle“</em> 1356 als <em>„vornehmste und bestgelegendste Stadt des Reiches“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch gab Karl IV. seine Ziele 1373 kurzfristig auf: Im Vertrag von Fürstenwalde tauschte er große Teile von Neuböhmen gegen die strategisch wichtigere Mark Brandenburg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gab es um Auerbach in der Oberpfalz noch ein kleines Restgebiet. Dieses ging aber unter Karls Nachfolger Wenzel in kriegerischen Auseinandersetzungen fast vollständig verloren.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich ein länger bestehendes Neuböhmen auf Bayern ausgewirkt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="agnes-bernauer">13. 1435: Die berühmte Ermordung von Agnes Bernauer</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In Straubing spielte sich zwischen 1433 und 1435 eine Episode ab, die entscheidend für die bayerischen Wittelsbacher war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn dort residierte mit Albrecht, dem einzigen Sohn von Herzog Ernst, der einzige, herrschaftsfähige Nachkomme der Linie Bayern-München.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher erregte seine Affäre mit Agnes Bernauer, über die selbst nicht viel bekannt ist, die Aufmerksamkeit des Münchner Hofes.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn es gab bis heute unbestätigte, aber in der Forschung nicht mehr bezweifelte Gerüchte um eine Eheschließung von Albrecht mit der nicht standesgemäßen Frau. Beide agierten in Straubing zunehmend selbstständig gegenüber dem Hof in München.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da damit die Einheit des Herzogtums und der Fortbestand der Linie Bayern-München in Gefahr waren, entschloss sich Herzog Ernst zu einem riskanten Manöver.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er nutzte die Abwesenheit seines Sohnes bei einem Jagdausflug, um Agnes Bernauer am 12. Oktober 1435 in Straubing verhaften zu lassen. Danach ließ er sie dort in der Donau (siehe Bild aus der heutigen Zeit) ertränken.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Straubing-Donau.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5366" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Straubing-Donau.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Straubing-Donau.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wirestock Creators/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der erzürnte Albrecht plante zuerst mit den verwandten Herzögen von Bayern-Landshut einen Krieg gegen seinen Vater.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 1436 söhnte er sich aber mit Ernst aus, heiratete standesgemäß und sicherte den Weiterbestand der Herzöge von Bayern-München. Die Linie von Bayern-München vereinte schließlich nach dem Aussterben der anderen bayerischen Linien das bayerische Herzogtum wieder unter einem Herrscher.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Agnes Bernauer und ihre tragische Geschichte brachten es dagegen zu einem gewissen Nachruhm, zum Beispiel durch die in Straubing alle vier Jahre stattfindenden <em>„Agnes-Bernauer-Festspiele“</em>.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Plan zur Ermordung von Agnes Bernauer 1435 gescheitert wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="donauwoerth">14. 1607: Die illegale Besetzung von Donauwörth</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diese bayerischen Herzöge spielten eine große Rolle, als Anfang des 17. Jahrhunderts im Heiligen Römischen Reich die Spannungen zwischen Katholiken und Protestanten eskalierten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Höhepunkt war der Konflikt in der freien und Reichsstadt Donauwörth.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Stadt war mehrheitlich protestantisch, hatte aber eine katholische Minderheit um das Kloster Heilig Kreuz (siehe Bild) zu dulden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="604" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Heilig-Kreuz-Donauwoerth.jpg?resize=600%2C604&#038;ssl=1" alt="Foto der Klosterkirche Heilig Kreuz in Donauwörth." class="wp-image-4929" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Heilig-Kreuz-Donauwoerth.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Heilig-Kreuz-Donauwoerth.jpg?resize=298%2C300&amp;ssl=1 298w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Heilig-Kreuz-Donauwoerth.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Heilig-Kreuz-Donauwoerth.jpg?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">In dieser Ausgangslage ereigneten sich 1606 und 1607 die sogenannten <em>„Kreuz- und Fahnengefechte“</em>. Dabei griffen Protestanten katholische Prozessionen, deren Auftreten mit Kreuzen und Fahnen sie als Provokation empfanden, an und jagten die Katholiken auseinander.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem Kaiser Rudolf II. 1606 die Reichsacht angedroht hatte, verfügte er diese nach dem zweiten <em>„Gefecht“</em> ein Jahr später.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eigentlich wäre der protestantische württembergische Herzog als Obmann des schwäbischen Reichskreises, zu dem Donauwörth gehörte, für die Exekution zuständig gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Rudolf II. beauftragte allerdings den katholischen, bayerischen Herzog Maximilian I.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser nutzte die Gelegenheit, um die Stadt zu besetzen und de facto zu annektieren. Als er Donauwörth rekatholisierte, führte dies zur Auswanderung vieler Protestanten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die protestantischen Mächte des Reiches sahen diese Entwicklung als Bedrohung und schlossen sich zu einem Bündnis zusammen. Daher galt die Besetzung von Donauwörth als einer der bedeutendsten Auslöser des Dreißigjährigen Krieges wenige Jahre später.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn nicht der bayerische, sondern der zuständige württembergische Herzog die Reichsacht in Donauwörth exekutiert hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="schlacht-hoechstaedt">15. 1704: Die zu Beginn verlorene Schlacht von Höchstädt</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Die in Folge des Dreißigjährigen Krieges zu Kurfürsten aufgestiegenen bayerischen Wittelsbacher planten vor allem unter Maximilian II. Emanuel eine europäische Großmachtpolitik. So stellte er sich zu Beginn des <em>„Spanischen Erbfolgekrieges“</em> 1702 auf die Seite des Königreichs Frankreich und damit gegen das Heilige Römische Reich unter den Habsburger-Kaisern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl von feindlichen Mächten umgeben, gelang es dem militärisch erfahreneren Kurfürsten, Bayern zu verteidigen und Vorstöße gegen die Habsburger zu unternehmen. Bis diese in so große militärische Schwierigkeiten gerieten, dass die englisch-niederländischen Alliierten eine Armee unter dem Herzog von Marlborough entsandten. Als Reaktion schickten die Franzosen auch Verstärkungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende von mehreren Manövern stellte die alliierte Armee unter Marlborough und Prinz Eugen von Savoyen in der Nähe des Schlosses Höchstädt (in Bayerisch-Schwaben, siehe Bild unten) die bayerisch-französische Armee unter Maximilian II. Emanuel sowie den Marschällen Tallard und Marsin.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="336" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/05/Schloss-Hoechstaedt-1.jpg?resize=600%2C336&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-6975" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/05/Schloss-Hoechstaedt-1.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2025/05/Schloss-Hoechstaedt-1.jpg?resize=300%2C168&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die französisch-bayerischen Linien unter dem Befehl von Maximilian II. Emanuel und Marsin mehrere Attacken bis zur Erschöpfung der Angreifer abwehrten und sogar Gegenangriffe starteten, beging die Armee von Tallard bereits zu Beginn einen entscheidenden Fehler beim Dorf Blindheim.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die zuerst angegriffenen Franzosen verstärkten ihre Garnison dort so stark, dass ihnen keine Reserven mehr blieben. Obwohl Tallard mehrere Attacken zurückschlagen konnte, brach Marlborough genau westlich des Dorfes massiv durch die Linien der Verteidiger. Die übrigen Einheiten von Tallards Armee flohen, aber die Truppen von Maximilian II. Emanuel und Marsin zogen sich geordnet zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Niederlage entwickelte sich durch Bindheim zur Katastrophe. Marschall Tallard wurde beim Versuch, das Dorf zu erreichen, gefangen genommen. Die demoralisierten und ohne Befehlshaber verbliebenen Franzosen kapitulierten dort in großer Masse.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch verblieb der übrigen bayerisch-französischen Armee nicht mehr genug Schlagkraft, um den Alliierten weiteren Widerstand in Bayern entgegenzusetzen. Bis 1714 wurde Bayern besetzt und ausgeplündert. Aufflammende Rebellionen wurden, wie in der <em>„Sendlinger Mordweihnacht“</em>, unterdrückt. Die Gefahr eines militärischen Zusammenbruchs der Habsburger war beendet.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich die Schlacht und der weitere Krieg in Bayern entwickelt, wenn die Franzosen ihre Soldaten nicht in Blindheim konzentriert hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="niederbayern">16. 1778: Das österreichische Niederbayern</h3>



<p class="wp-block-paragraph">1777 endete die bayerische Linie der Wittelsbacher, als Kurfürst Maximilian III. Joseph kinderlos starb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach den Wittelsbachischen Erbverträgen hätte nun der Pfälzer Kurfürst Karl Theodor (siehe Bild) die Macht in ganz Bayern ergreifen sollen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="879" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Karl-Theodor.jpg?resize=600%2C879&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5370" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Karl-Theodor.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Karl-Theodor.jpg?resize=205%2C300&amp;ssl=1 205w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Oleg Senkov/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Kaiser Joseph II. sah aber nach den verlorenen Schlesischen Kriegen gegen den preußischen König Friedrich II. die Gelegenheit zu Gebietsgewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er übte Druck auf Karl Theodor aus und schloss mit ihm 1778 die <em>„Wiener Konvention“</em>. Darin trat Karl Theodor unter anderem Gebiete um Straubing und Burghausen an Österreich ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die einmarschierenden kaiserlichen Armeen aber fast ganz Ostbayern bis kurz vor Landshut besetzten, rief dies Friedrich II. auf den Plan.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zusammen mit anderen Reichsfürsten stellte er sich im sogenannten „Bayerischen Erbfolgekrieg“ gegen die Wiener Konvention.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem der <em>„Kartoffelkrieg“</em> oder <em>„Zwetschgenrummel“</em> genannte Konflikt ohne große kriegerische Entscheidung geblieben war, beendete erst der Frieden von Teschen 1779 die Auseinandersetzungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Großteil von Niederbayern wurde wieder bayerisch. Nur das Innviertel mit den Städten Braunau und Schärding blieb bis in die heutige Zeit österreichisch.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Österreicher 1778 nur die ihnen durch die <em>"Wiener Konvention" </em>zugestandenen bayerischen Gebiete besetzt hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="markgraf">17. 1791: Die amouröse Abdankung des letzten Markgrafen</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Während die Wittelsbacher die heutigen Bezirke Nieder- und Oberbayern sowie die Oberpfalz beherrschten, war Franken in zahlreiche Territorien zersplittert. Eine gewisse Vormacht hatten dort neben den Fürstbischöfen von Bamberg und Würzburg die Markgrafen aus der fränkischen Linie der Hohenzollern inne.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1769 vereinigte Markgraf Karl Alexander diese Gebiete um Ansbach und Bayreuth unter seiner Herrschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er war ein Anhänger des aufgeklärten Absolutismus und förderte zum Beispiel die Universität in Erlangen (siehe Bild).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="399" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/05/Schloss-Erlangen.jpg?resize=600%2C399&#038;ssl=1" alt="Foto des Erlanger Schlosses mit Park" class="wp-image-5069" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/05/Schloss-Erlangen.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/05/Schloss-Erlangen.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Scirocco340/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auch bei der Wahl seiner Partnerinnen zog er persönliche Interessen dynastischen Erwägungen vor: Während sich seine erste Geliebte nicht in die Politik einmischte, tat dies jedoch die zweite, Lady Elisa Craven.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Sie nutzte vor allem den Pessimismus des Markgrafen über die Zukunft seiner Länder, die durch seine Kinderlosigkeit nach seinem Tod an Preußen fallen sollten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher gelang es Craven, ihn davon zu überzeugen, bereits im Januar 1791 seine Länder in einem Geheimvertrag an Preußen zu übertragen. Als er gegen eine finanzielle Zuwendung im Dezember 1791 zurücktrat, gingen so Ansbach und Bayreuth an Preußen – bis 1806.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Jahr – fast 15 Jahre nach seiner Abdankung – verstarb Karl Alexander mit knapp 70 Jahren.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich das fränkische Hohenzollerngebiet entwickelt, wenn Karl Alexander nicht oder zu einem anderen Zeitpunkt abgedankt hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="pariser-vertrag">18. 1810: Der bayerisch-württembergische Pariser Vertrag</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Infolge der Kriege des revolutionären Frankreichs und später des Kaisers Napoleon kam es in diesen Jahren zu großen Umwälzungen in Bayern, Franken und Schwaben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So expandierte das seit 1806 als Königreich existierende Bayern in Richtung Schwaben und Franken.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein entscheidender Einschnitt war der Grenzvertrag mit Württemberg, den Bayern 1810 in Paris schloss.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Darin trat es das 1802/1803 erworbene Ulm an das benachbarte Königreich ab und erhielt von Frankreich das ehemalige Fürstentum Bayreuth.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zuvor hatte eine bayerisch-württembergische Kommission die bisherige Grenze (siehe Karte) zwischen beiden Staaten neu verhandelt und sich dabei an den Flüssen als Grenze orientiert.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="654" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Bayern-1806.png?resize=600%2C654&#038;ssl=1" alt="Karte von Bayern im Jahr 1806. " class="wp-image-4928" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Bayern-1806.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/04/Bayern-1806.png?resize=275%2C300&amp;ssl=1 275w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rheinbund_1806,_political_map.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ziegelbrenner/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grenzvertrag hatte auch Folgen für andere Teile Bayerns: So machte er Memmingen zur Grenzstadt. Im heutigen Oberfranken verschob sich das Zentrum durch den Vertrag. Denn der Regierungssitz wechselte in das neu erworbene Bayreuth und die ehemalige Bischofsresidenz Bamberg verlor an Bedeutung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Vertrag stand stellvertretend für die verschiedenen Veränderungen in Bayern während der Ära Napoleons.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So nahm das Königreich Bayern wenige Tage nach dem Grenzvertrag endgültig <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/autofreundliche-altstadt-regensburg/">Regensburg</a> in Besitz und machte es zur Hauptstadt des späteren Bezirks Oberpfalz. Dafür büßte Amberg seine jahrhundertealte Hauptstadtfunktion ein.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Grenzvertrag anders verhandelt worden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="sued-nord-bahn">19. 1838: Die umstrittene Ludwig-Süd-Nord-Bahn</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Eisenbahnzeitalter in Bayern anbrach, bedeutete dies für verschiedene Regionen langfristige Entscheidungen. Denn die Eisenbahn war im 19. Jahrhundert der entscheidende Treiber für die Industrialisierung der an sie angeschlossenen Städte und Regionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Entsprechend war die geplante Trasse der Ludwig-Süd-Nord-Bahn umstritten. Denn sie war die erste ganz Bayern durchquerende Eisenbahnstrecke.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So bildeten sich in Bayreuth und Hof Eisenbahnkomitees, die für einen Anschluss an die Ludwig-Süd-Nord-Bahn warben. Bayreuth argumentierte mit dem Hauptstadtstatus, Hof mit einem besseren Anschluss an das sächsische Eisenbahnnetz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1838 entschied König Ludwig I. schließlich, dass die Strecke in Oberfranken von Bamberg über Kulmbach nach Hof führen sollte. Damit gewann Hof nicht nur einen Verkehrsknotenpunkt, sondern auch die Möglichkeit zur Versorgung mit Steinkohle aus dem Zwickauer Revier. So wurde Hof eine der ersten Industriestädte von Oberfranken und Bayern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in Bayerisch-Schwaben war die Streckenführung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn umkämpft. Ursprünglich sollte die Strecke zwischen Augsburg und Lindau auf einer technisch einfacheren Route gebaut werden. Denn das Allgäu war aufgrund seiner gebirgigen Landschaft (siehe Bild aus der heutigen Zeit unten) für Planer und Ingenieure bereits eine enorme Herausforderung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="399" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/02/Zugfahrt-Allgaeu.jpg?resize=600%2C399&#038;ssl=1" alt="Foto eines modernen Zuges mit zwei Triebwägen in einer Stadt im Allgäu vor den Bergen der Alpen" class="wp-image-6478" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/02/Zugfahrt-Allgaeu.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/02/Zugfahrt-Allgaeu.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Hagen Simon/Shuttertock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der geplanten Streckenführung widersetzten sich jedoch Kempten und Kaufbeuren am Ende erfolgreich, und die Bahnstrecke musste auf der technisch schwierigeren Route gebaut werden. Letztere erwies sich jedoch als wirtschaftlich erfolgreich und förderte die ab 1840 einsetzende Industrialisierung im Allgäu, zum Beispiel mit Textilherstellung in Kaufbeuren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch andere neue Eisenbahnstrecken waren umstritten: In Unterfranken sorgte die Ludwigs-West-Bahn ab 1852 durch eine länger als ursprünglich geplante Streckenführung für das Aufblühen von Schweinfurt als Industriestandort. In der Oberpfalz profitierten Schwandorf und Weiden von der Eisenbahn, während Amberg verkehrstechnisch zurückfiel.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn sich König Ludwig I. für eine der anderen Eisenbahnstrecken entschieden hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="ludwig-II">20. 1886: Der vermeidbare Tod von Ludwig II.</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als das Königreich Bayern 1871 Teil <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/kaisertag-oliver-henkel/">des Deutschen Reiches</a> wurde, verlor der junge König Ludwig II. große Teile seiner bisherigen Macht. Als er, und der ihn begleitende Psychiater Bernhard von Gudden am Abend des 13. Juni im Starnberger See starben, begann mit dem bis heute ungeklärten und von zahlreichen Theorien überwucherten Tod der Mythos um den <em>„Märchenkönig“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Verstärkt durch seine heute als Tourismusmagneten bestehenden Bauten Linderhof, Herrenchiemsee (beides in Oberbayern) und das im Allgäu liegende Neuschwanstein prägte er das Bild von Bayern bis in die heutige Zeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Deren Baukosten führten aber 1886 mit zur Absetzung von Ludwig II. Erleichtert wurde dies durch sein immer soziopathischeres Verhalten, das in Regierung und Bevölkerung auf Unverständnis stieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als für die amtierende Landesregierung die Gefahr bestand, vom König abgesetzt zu werden, stieß diese seine rechtlich umstrittene Absetzung an. Basis war ein fachlich ungeeignetes Gutachten durch Bernhard von Gudden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als eine Kommission am 10. Juni 1886 in Neuschwanstein (siehe Bild) eintraf, um Ludwig II. abzusetzen, endete ihr Besuch im Desaster. Auf Befehl des Königs nahm die Gendarmerie von Füssen deren Mitglieder gefangen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="394" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Schloss-Neuschwanstein.jpg?resize=600%2C394&#038;ssl=1" alt="Foto von Schloss Neuschwanstein" class="wp-image-2771" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Schloss-Neuschwanstein.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Schloss-Neuschwanstein.jpg?resize=300%2C197&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Natalia Klenova/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Dann jedoch blieb Ludwig II. überraschenderweise passiv. Weder folgte er Ratschlägen, nach München zu fahren, um sich dem Volk zu zeigen, oder nach Tirol zu fliehen. Noch ergriff er weitere Sicherungsmaßnahmen oder regierte auf die ohne sein Wissen erfolgte Freilassung der Kommission.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vermutungen gehen davon aus, dass der wirklich kranke König unter einem plötzlichen Schub von Depression litt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Rest der Geschichte ist Teil des Mythos: In der Nacht vom 11. auf den 12. Juli ließ sich Ludwig II. ruhig und widerstandslos durch eine zweite Kommission unter von Gudden gefangen nehmen. Erst der am nächsten Tag erfolgte mysteriöse Tod machte aus der <em>„Königskrise“</em> dann den <em>„Märchenkönig“</em>.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Ludwig II. zwischen dem 10. und 12. Juni nach München oder Tirol geflohen wäre oder sich gegen eine Gefangennahme geschützt hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="kurt-eisner">21. 1919: Die sekundenschnelle Ermordung von Kurt Eisner</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am 21. Februar 1919 schien die Zeit linker Macht in München und Bayern endgültig zu Ende zu gehen: Zwar wurde das Land seit dem Sturz der Wittelsbacher Monarchie am Ende des Ersten Weltkrieges von einer Revolutionsregierung unter dem Ministerpräsidenten Kurt Eisner regiert.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser unabhängige Sozialdemokrat hatte am 7. November 1918 die Republik ausgerufen und danach den Freistaat Bayern begründet.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Niederlage bei der ersten freien Landtagswahl 1919 war Eisner aber nach Druck durch die Mehrheitssozialdemokraten bereit, zurückzutreten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch dazu kam es nicht, als er die heutige Karl-Faulhaber-Straße (siehe Bild) betrat.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Muenchen-Kardinal-Faulhaber-Strasse.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5494" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Muenchen-Kardinal-Faulhaber-Strasse.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Muenchen-Kardinal-Faulhaber-Strasse.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Ihor Pasternak/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Auf dem kurzen Weg zwischen seinem Dienstsitz und dem Landtag folgte der demobilisierte Offizier Anton Graf Arco-Valley dem noch amtierenden Ministerpräsidenten, ohne von dessen beiden Leibwächtern und dessen Sekretär bemerkt zu werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So gelang es Arco-Valley schnell hinter Eisner zu kommen, eine Pistole zu ziehen und zwei Schüsse in dessen Nacken abzugeben. Der Ministerpräsident war auf der Stelle tot.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies löste eine Welle von Unruhen, Attentaten und linken Aufständen in München und Bayern aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kam es zur Ausrufung <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/das-luxemburg-komplott-christian-von-ditfurth/">von mehreren, immer radikaleren Räterepubliken</a> in München und Umgebung, die erst durch rechtsradikale Freikorps blutig niedergeschlagen wurden.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich die Lage in München und Bayern entwickelt, wenn das Attentat auf Eisner erfolglos gewesen wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="hitler">23. 1923: Der gescheiterte Hitler-Putsch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">In den 1920er Jahren galt Bayern daher als Zentrum der politischen Rechten im Deutschen Reich. So vertrat der Ministerpräsident Gustav Ritter von Kahr das Konzept einer „Ordnungszelle Bayern“ gegen die <em>„marxistische“</em> und <em>„verjudete“</em> Weimarer Republik.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Herbst 1923 eskalierte dieser ideologische Konflikt auf politischer Ebene. Der mit diktatorischen Vollmachten als Generalstatthalter regierende von Kahr ignorierte einen von Reichspräsident Friedrich Ebert verhängten reichsweiten Ausnahmezustand und unterstellte rechtswidrig die bayerischen Reichswehreinheiten seinem Oberbefehl. In seinem Umfeld gab es Pläne, die <em>„Ordnungszelle Bayern“</em> als Ausgangspunkt für eine nationale Erhebung und einen <em>„Marsch auf Berlin“</em> zu nutzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese angespannte Atmosphäre wollte Adolf Hitler mit seiner inzwischen <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/nacht-der-braunen-schatten-katharine-burdekin/">40.000 Mitglieder umfassenden NSDAP</a> ausnutzen. Die Nationalsozialisten waren unter ihm zu einer starken Kraft im rechtsextremistischen Spektrum herangewachsen, ohne Einfluss auf die Landespolitik zu gewinnen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/1889-geschichte-machen-von-stephen-fry/">der Pläne Hitlers</a> war eine Kundgebung der <em>„Vaterländischen Verbände“</em> im Münchner Bürgerbräukeller am 8. November 1923, bei der auch von Kahr, Ministerpräsident von Knilling sowie die Oberbefehlshaber der bayerischen Reichswehr und der Landespolizei anwesend waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/der-staehlerne-traum-norman-spinrad/">gelang es den Nationalsozialisten</a> unter Adolf Hitler und dem bekannten Weltkriegsgeneral Erich von Ludendorff, diese Kundgebung zu stürmen und unter dem Jubel des Publikums eine <em>„nationale Revolution“</em> zu verkünden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sie jedoch die anwesenden Landespolitiker entließen, begannen diese, den Widerstand gegen den <em>„Hitlerputsch“</em> zu organisieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher scheiterte ein Demonstrationszug am nächsten Tag im Feuer der bayerischen Landespolizei an der Feldherrnhalle (siehe Bild aus der heutigen Zeit).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="403" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Muenchen-Odeonsplatz-Feldherrnhalle.jpg?resize=600%2C403&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5495" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Muenchen-Odeonsplatz-Feldherrnhalle.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/10/Muenchen-Odeonsplatz-Feldherrnhalle.jpg?resize=300%2C202&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Diego Grandi/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Nach der Niederschlagung des <em>„Hitlerputsches“</em> kam es zu einer kurzfristigen Schwächung der <em>„Ordnungszelle Bayern“</em>. Langfristig profitierte aber Adolf Hitler von der durch den Putsch und die darauffolgende Gerichtsverhandlung gestiegenen Bekanntheit.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich der "Hitlerputsch" in München entwickelt, wenn die Nationalsozialisten die im Bürgerbräukeller anwesenden Landespolitiker nicht freigelassen hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="georg-elser">24. 1939: Das zu präzise Attentat von Georg Elser</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Diesen Putschversuch <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/wenn-das-der-fuehrer-wuesste-otto-basil/">feierten die Nationalsozialisten</a> jedes Jahr, vor allem nach <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/der-consul-christian-von-ditfurth/">ihrer Machtergreifung 1933</a>, am Jahrestag in München.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1938 brachte dies den Möbeltischler Georg Elser auf die Idee eines Attentats.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses bereitete er akribisch vor.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Er ließ sich an 30 Tagen im Bürgerbräukeller einsperren, um eine Säule neben dem Rednerpult von Hitler für seine Bombe auszuhöhlen.</li>



<li>Zusätzlich wählte er eine Säule aus, die statisch enorm wichtig für den Keller war, denn sie stabilisierte zwei Längs- und einen Querträger, die weitere Träger stützten.</li>



<li>Er baute in den Mechanismus zwei Uhrwerke ein, um eine zeitlich präzise Detonation zu sichern.</li>



<li>Die Bombe an sich war, wie selbst die Ermittler einräumten, meisterhaft konstruiert und funktionierte problemlos.</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph">Alles verlief wie geplant: Am 8. November 1939 explodierte um 21 Uhr 20 die Bombe und führte nach der unmittelbaren Detonation zum Einsturz der ganzen Dachkonstruktion. Der Bürgerbräukeller war danach eine einzige Trümmerlandschaft und es kam zu acht Toten sowie 63 Verletzten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nur Hitler (siehe Bild) und seine Entourage waren nicht darunter.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="600" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=600%2C600&#038;ssl=1" alt="Münze mit dem Bild von Adolf Hitler und dem Motto &quot;Unser die Zukunft Adolf Hitler&quot;" class="wp-image-3088" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=300%2C300&amp;ssl=1 300w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=150%2C150&amp;ssl=1 150w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/05/Adolf-Hitler-Zukunft.jpg?resize=88%2C88&amp;ssl=1 88w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Sytilin Pavel/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Entgegen der Ankündigung und seiner sonstigen Redegewohnheit hatte Hitler den Saal bereits 13 Minuten vor der Explosion verlassen. Denn im nebligen München musste er statt mit dem Flugzeug mit dem früher fahrenden Zug reisen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit scheiterte das durch den Einzelgänger perfekt vorbereitete Attentat.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Elser wurde bereits vor dem Attentat beim gescheiterten Grenzübertritt verhaftet und später mit dem Anschlag in Verbindung gebracht. Danach wurde er gefoltert, ins Konzentrationslager eingeliefert und dort kurz vor Kriegsende ermordet. Erst lange nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde sein Attentatsversuch Teil der bundesdeutschen Erinnerungskultur.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn das Attentat auf Hitler 1939 gelungen wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="amberg">25. 1945: Die tödlich verhinderte Verteidigung von Amberg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende der nationalsozialistischen Herrschaft und <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/zweite-weltkrieg/">des Zweiten Weltkrieges</a> ging es für viele bayerische Städte nur noch darum, <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/im-jahre-ragnaroek-oliver-henkel/">einer Zerstörung</a> zu entgehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn <a href="https://ankerpunkte-blog.de/verschwundene-reiche/geschichte-usa/">als die US-Amerikaner</a> im April 1945 nach Bayern vorstießen, war die fast zerschlagene Wehrmacht zu keinem durchgängigen Widerstand mehr in der Lage. Da die Angreifer allerdings kurz vor Ende Krieges keine Risiken mehr eingehen wollten, führte auch nur geringer örtlicher Widerstand zu massiven Bombardements durch die US-Luftwaffe und Artillerie. Das erlebte zum Beispiel das oberpfälzische Neumarkt, das von wenigen hundert Soldaten mehrere Tage verteidigt und so fast vollständig zerstört wurde.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im benachbarten Amberg waren die meisten nationalsozialistischen Verantwortlichen gegen eine Verteidigung der Stadt durch die wenigen verbliebenen Truppen. Zumal die Stadt (siehe Bild vom Mariahilfberg aus der heutigen Zeit) bis dahin von größeren Zerstörungen verschont geblieben war.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="506" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Blick-auf-Amberg.jpg?resize=600%2C506&#038;ssl=1" alt="Blick vom Mariahilfberg auf die Stadt Amberg und ihre historische Altstadt." class="wp-image-5945" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Blick-auf-Amberg.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Blick-auf-Amberg.jpg?resize=300%2C253&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Der Kreisleiter der NSDAP, Artur Kolb, forderte jedoch eine bedingungslose Verteidigung von Amberg und die anderen Verantwortlichen, darunter der Bürgermeister, wagten nicht, gegen ihn zu agieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die US-Amerikaner daraufhin am 22. April die Beschießung der Stadt begannen, wollte Kolb mit einem Auto die Front am Mariahilfberg inspizieren. Dabei geriet sein Wagen in das Gewehrfeuer der Angreifer. Kolb wurde schwer verwundet und starb kurz darauf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Das so entstandene Machtvakuum nutzten die restlichen Amberger Verantwortlichen, um zu kapitulieren. Daher nahmen die US-Amerikaner Amberg am 23. April ohne Widerstand und <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/morbus-kitahara-christoph-ransmayr/">ohne größere Zerstörunge</a>n ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche dramatischen Entwicklungen spielten sich auch in anderen Städten ab: Im schwäbischen Nördlingen konnten nur zähe Verhandlungen mit dem Stadtkommandanten der Wehrmacht das Einziehen von weißen Flaggen so lange verzögern, bis der Kommandant die Stadt verließ und Nördlingen ohne Zerstörung an die US-Amerikaner übergeben werden konnte.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Amberger NSDAP-Kreisleiter Kolb nicht am 22. April erschossen worden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="neu-gablonz">26. 1945: Das Kaufbeurer Neu-Gablonz</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als es nach 1945 zur Vertreibung unter anderem der Sudetendeutschen kam, suchte eine Gruppe um den Diplomingenieur Erich Huschka einen neuen Standort für die Vertriebenen aus der Stadt Gablonz an der Neiße. Diese war bis dahin ein Zentrum der böhmischen Glas- und Schmuckherstellung gewesen. Diese Wirtschaftsstruktur wollte die Gruppe in Deutschland wiederaufbauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dazu sondierten sie verschiedene Regionen, zum Beispiel in Süddeutschland und im Bayerischen Wald. Kaufbeuren (siehe Bild unten) in Bayerisch-Schwaben war eine Möglichkeit wegen einer ehemaligen Sprengstofffabrik mit einem großen Gelände und eigener Versorgungsinfrastruktur.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="200" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/02/Altstadt-Kaufbeuren.jpg?resize=600%2C200&#038;ssl=1" alt="Panoramabild der Altstadt von Kaufbeuren mit alter Stadtmauer und Kirchentürmen" class="wp-image-6477" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/02/Altstadt-Kaufbeuren.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/02/Altstadt-Kaufbeuren.jpg?resize=300%2C100&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(cityfoto24/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Allerdings war der für Wirtschaftsfragen zuständige Beamte im Kaufbeurer Rathaus gegen eine Ansiedlung der Vertriebenen, da er das Gelände als ungeeignet ansah.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Huschka gelang es, diesen Widerstand zu überwinden, indem er einen ausgearbeiteten Ansiedlungsplan für Kaufbeuren direkt an die bayerischen Ministerien schickte. Diese waren sehr daran interessiert, die Gablonzer Industrien in Bayern anzusiedeln. Der damalige bayerische Wirtschaftsminister Ludwig Erhard favorisierte allerdings eine Ansiedlung der Gablonzer mehrheitlich im Fichtelgebirge und in Bayreuth.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein weiteres Hindernis waren Vorbehalte der US-amerikanischen Besatzungsbehörden, die gegen eine geschlossene Ansiedlung der Sudetendeutschen auf diesem Gelände waren. Dies konnte der Oberbürgermeister von Kaufbeuren erst umgehen, als er die kommunale Planungshoheit über das Gelände beanspruchte. Damit übernahm die Stadt auch die Verantwortung für die kostspielige Infrastruktur von den US-Amerikanern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Somit gelang es ab Juni 1946, die Gablonzer im neuen Stadtteil Kaufbeuren-Hart anzusiedeln. 1952 erfolgte die Umbenennung in Kaufbeuren-Neugablonz. Die dort angesiedelte Industrie erwies sich bis in die 1970er Jahre als Wachstumsmotor der Stadt und Region. Bis 1961 verdreifachte Kaufbeuren so durch die 17.000 Vertriebenen seine Einwohnerzahl.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lange blieb Neu-Gablonz eine Sprachinsel des im sudetendeutschen Gablonz gesprochenen <em>„Paurischen“</em> und bis in die heutige Zeit sind dort Traditionen aus dem böhmischen Kulturkreis lebendig.</p>



<pre class="wp-block-verse">Welche Folgen hätte eine Ansiedlung der Gablonzer an einem anderen Standort gehabt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="aschermittwoch">27. 1948: Der &#8222;erste politische&#8220; Aschermittwoch</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits 1919 hatte der Bayerische Bauernbund den traditionellen Viehmarkt in Vilshofen zu einer Volksversammlung geladen, um bei den Bauern in Niederbayern für seine politischen Ziele zu werben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies begründete jedoch keine langfristige Tradition. Erst 1927 kam es zu einer neuen Kundgebung des Christlichen Bauernvereins, der im Kernland des Bayerischen Bauernbundes dessen Einfluss zurückdrängen wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 1932 gab es nach mehrjähriger Pause erstmals mehr als eine Veranstaltung am Aschermittwoch in Vilshofen (siehe Bild): Neben dem Christlichen Bauernverein hielt die Bayerische Volkspartei eine Kundgebung ab. 1933 kam es bereits zu Veranstaltungen des Bauern- und Mittelstandsbunds sowie der Kommunisten und der NSDAP.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="322" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Vilshofen.jpg?resize=600%2C322&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5367" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Vilshofen.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Vilshofen.jpg?resize=300%2C161&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Animaflora PicsStock/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Entwicklung endete jedoch sofort mit der Gleichschaltung der Nationalsozialisten. Diese propagierten zwar dort bis 1937 eigene Veranstaltungen über die Wochenschau im ganzen Reich, danach fanden aber bis 1945 keine Kundgebungen mehr statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 1946 lud der Bayerische Bauernverband zu einer „unpolitischen“ Veranstaltung am Aschermittwoch ein, um die Erlaubnis der alliierten Besatzungsbehörden für politische Kundgebungen zu umgehen. 1947 fand aber wiederum keine Kundgebung statt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Initialzündung legte schließlich das Jahr 1948. Erstmals hielten Bayernpartei, CSU und SPD Großkundgebungen für die Bauern ab. Besondere Emotionalität brachte der Auftritt von Josef Baumgartner für die Bayernpartei ein, da er kurz zuvor aus der Landesregierung und der CSU ausgetreten war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies legte den Grundstein für erbitterte politische Schlagabtausche zwischen beiden Parteien in den 1950er und Anfang der 1960er Jahre, für die besonders die Rededuelle zwischen Josef Baumgartner und dem CSU-Vorsitzenden Franz Josef Strauß standen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit begründete sich endgültig die bis heute bundesweit bekannte Tradition des politischen Aschermittwochs.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn sich nach 1948 keine Tradition des politischen Aschermittwochs etabliert hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="waa">28. 1989: Die kontroverse Aufgabe der WAA</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich 1985 die Deutsche Gesellschaft für Wiederaufarbeitung von Kernbrennstoffen für Wackersdorf bei Schwandorf als Standort der bundesdeutschen atomaren Wiederaufbereitungsanlage (kurz WAA, im Bild der Komplex im französischen La Hague) entschied, galt die Atomkraft als Zukunftstechnologie.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="281" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Wiederaufbereitungsanlage-La-Hague.jpg?resize=600%2C281&#038;ssl=1" alt="Foto der Wiederaufbereitungsanlage von La Hague" class="wp-image-2726" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Wiederaufbereitungsanlage-La-Hague.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2021/03/Wiederaufbereitungsanlage-La-Hague.jpg?resize=300%2C141&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(riekephotos/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Daher sah eine Mehrzahl der lokalen und bayerischen Politiker zuerst die Vorteile von hochqualifizierten Arbeitsplätzen in der strukturschwachen Oberpfalz.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die Stimmung in der Bevölkerung hatte sich bereits gedreht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erste Initiativen gründeten sich und bauten den Widerstand mithilfe der Menschen in der Region auf. Vor allem der Landrat von Schwandorf, Hans Schuierer, entwickelte sich zur Symbolfigur des immer stärkeren Widerstands.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Höhepunkt war 1986 das <em>„Anti-WAAhnsinns-Festival“</em> in Burglengenfeld mit deutschlandweit bekannten Musikern wie Herbert Grönemeyer und circa 100.000 Besuchern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Heute erinnert ein Gedenkstein am Naabufer von Burglengenfeld an den Widerstand und das Festival, aber auch an die damals gespaltene Gesellschaft.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="727" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Widerstand-WAA.jpg?resize=600%2C727&#038;ssl=1" alt="Gedenkstein zur Erinnerung an den friedlichen Widerstand gegen die Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz und an das MUsikfestival" class="wp-image-5949" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Widerstand-WAA.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2023/04/Gedenkstein-Widerstand-WAA.jpg?resize=248%2C300&amp;ssl=1 248w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Obwohl die Polizei, teilweise mit Gewalt, diese Proteste im Zaum hielt, sank der wirtschaftliche und politische Rückhalt für das Projekt im Laufe der 1980er.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1988 mit dem Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß der einflussreichste Befürworter starb, beendeten seine Nachfolger das bundesweit bekannte Projekt ein Jahr später.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich eine tatsächlich gebaute Wiederaufbereitungsanlage in der Oberpfalz und in Bayern ausgewirkt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="th-deggendorf">29. 1992: Die umkämpfte Fachhochschule Deggendorf</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als die bayerische Regierung Anfang der 1990er Jahre die Gründung von neuen Fachhochschulen in Aussicht stellte, löste dies in ganz Bayern einen harten Wettbewerb um die zukünftigen Standorte aus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem zwischen Straubing und Deggendorf (siehe Bild) kam es zu einem langen Ringen um die Fachhochschule in Niederbayern.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="312" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Marktplatz-Deggendorf.jpg?resize=600%2C312&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5372" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Marktplatz-Deggendorf.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Marktplatz-Deggendorf.jpg?resize=300%2C156&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Martin Erdniss/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Während Straubing (siehe Bild) auf seine alte und neue Zentrumsfunktion in Niederbayern setze, argumentierte Deggendorf vor allem mit seiner günstigen Lage im Einzugsbereich des Bayerischen Waldes.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Marktplatz-Straubing.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="" class="wp-image-5373" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Marktplatz-Straubing.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2022/09/Marktplatz-Straubing.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Boerescu/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende setzte sich Deggendorf durch und wurde 1994 Standort der heutigen <em>„Technischen Hochschule“</em>. Diese brachte mit ihren inzwischen mehreren tausend Studierenden und acht Fakultäten, vor allem aber durch ihre über ganz Ostbayern verteilten Forschungscampi entscheidende Impulse in die Stadt und Region an der Grenze zum und im Bayerischen Wald.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 2000 zog Straubing durch die Gründung des <em>„Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe“</em> nach und wurde ebenfalls Hochschulstandort.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch in anderen Regionen war der Fachhochschulstandort hart umkämpft: In der Oberpfalz hatten sich sowohl Amberg als auch Weiden beworben und nach harten Diskussionen kam es zur Kompromisslösung eines Doppelstandortes in Form <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/oth-amberg-weiden/">der heutigen Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden</a>.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Straubing statt Deggendorf 1992 die Fachhochschule bekommen hätte?</pre>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellen-literatur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Tobias Appl, Alfred Wolfsteiner (Hrsg.): Auf alten Wegen durch die Oberpfalz. Zur Geschichte der Mobilität und Kommunikation in der Mitte Europas. (Beiträge zur Geschichte und Kultur der Oberpfalz 3). Regensburg 2022.</li>



<li>Martina Bauernfeind, Horst-Dieter Beyerstedt, Michael Diefenbacher: Nürnberg. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2017.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Mittelfranken&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1046148825" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Lutz-Dieter Behrendt: Deggendorf. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2017.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Niederbayern&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1043270552" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Karin Dengler-Schreiber: Kleine Bamberger Stadtgeschichte. Regensburg 2013.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberfranken&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1059307917" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Günter Dippold: Kleine Geschichte Oberfrankens. Regensburg 2020.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberfranken&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1058295150" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Matthias Freitag: Regensburg. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2016.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1039876372" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Stefan Fischer: Kleine Geschichte des Allgäus. Regensburg 2024.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Bayerisch-Schwaben&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1068847871" target="_blank" rel="noreferrer noopener sponsored nofollow"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Axel Hermann: Kleine Hofer Stadtgeschichte. Regensburg 2012.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberfranken&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1023271403" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Reinhard Heydenreuter: Kleine Münchner Stadtgeschichte. Regensburg 2012.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberbayern&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1000916281" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Thomas Horling, Uwe Müller, Erich Schneider: Schweinfurt. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2014.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Unterfranken&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1033858512" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Gerald Huber: Kleine Geschichte Niederbayerns. Regensburg 2015.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Niederbayern&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1063823608" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Gerhard Immler: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/K%C3%B6nigskrise_(1885/86)" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Königskrise (1885/86)</a>, in: historisches-lexikon-bayerns.de (19.10.2021).</li>



<li>Marcus Junkelmann: Das greulichste Spectaculum. Die Schlacht von Höchstädt 1704 (Hefte zur bayerischen Geschichte und Kultur, Band 30). Augsburg 2004.</li>



<li>Lars-Broder Keil, Sven Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article189020253/Attentat-auf-Kurt-Eisner-1919-Rechte-hassten-Bayerns-Regierungschef.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bayerns Ministerpräsident war für die Rechte eine Unperson.</a> Attentat auf Kurt Eisner, auf: welt.de (14.06.2021).</li>



<li>Rolf Kießling: Kleine Geschichte Schwabens. Regensburg 2021.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Bayerisch-Schwaben&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1062033411" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><img decoding="async" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Dorit-Maria Krenn: Straubing. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2019.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Niederbayern&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1053099923" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Johannes Laschinger: Amberg. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2015.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1036516104" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Bernd Mayer: Kleine Bayreuther Stadtgeschichte. Regensburg 2010.</li>



<li>Franz Metzger: Kleine Geschichte Mittelfrankens. Regensburg 2020.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Mittelfranken&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1058271794" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Karl Borromäus Murr: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Schlacht_von_M%C3%BChldorf,_1322" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Schlacht von Mühldorf.</a> 1322, in: historisches-lexikon-bayerns.de (18.10.2010).</li>



<li>Rainer Ostermann: Kriegsende in der Oberpfalz. Ein historisches Tagebuch. Regensburg 2015.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1067920502" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Marita A. Panzer: <a href="https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Ermordung_der_Agnes_Bernauer" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Ermordung der Agnes Bernauer</a>, auf: historisches-lexikon-bayerns.de (08.03.2010).</li>



<li>Wolf-Henning Petershagen: Ulm &amp; Neu-Ulm. Kleine Stadtgeschichte. Regensburg 2019. <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Bayerisch-Schwaben&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1053094556" target="_blank" rel="noreferrer noopener sponsored nofollow"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Ernst Piper: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/elser-attentat-vor-70-jahren-allein-gegen-hitler-a-948584.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Allein gegen Hitler.</a> Elser-Attentat, auf: spiegel.de (06.11.2009).</li>



<li>Tim Pröse: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/georg-elser-und-das-attentat-auf-adolf-hitler-nur-13-minuten-fehlten-a-1142134.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Es fehlten nur dreizehn Minuten.</a> Hitler-Attentäter Georg Elser, auf: spiegel.de (07.04.2017).</li>



<li>Erich Schneider: Kleine Geschichte Unterfrankens. Regensburg 2020.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Unterfranken&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1058295199" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Anna Schiener: Kleine Geschichte der Oberpfalz. Regensburg 2016.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberpfalz&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1061937507" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article157867599/Der-Kini-entlarvte-den-Putsch-bevor-er-starb.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Der Kini entlarvte den Putsch, bevor er starb.</a> Brief Ludwigs II., auf: welt.de (26.08.2016).</li>



<li>Berthold Seewald: <a href="https://www.welt.de/kultur/history/article13370444/Die-Suechte-trieben-Ludwig-II-in-den-Tod.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Die Süchte trieben Ludwig II. in den Tod.</a> Deutsche Royals, auf: welt.de (13.05.2011).</li>



<li>Wilfried Sponsel: Das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Jahre des Neubeginns in Nördlingen (1945-1950). Neustadt an der Aisch 2020.</li>



<li>Florian Stark: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article128076618/Warum-Ludwig-II-seinen-Psychiater-in-den-Tod-zog.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Warum Ludwig II. seinen Psychiater in den Tod zog.</a> Märchenkönig, auf: welt.de (16.05.2014).</li>



<li>Michael W. Weithmann: Kleine Geschichte Oberbayerns. Regensburg 2016.<a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Oberbayern&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1041372312" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Florian Felix Weyh: <a href="https://www.deutschlandfunkkultur.de/kaufbeuren-neugablonz-wie-die-sudetendeutsche-100.html">Wie die sudetendeutsche Schmuckindustrie nach Bayern kam. Kaufbeuren-Neugablonz</a>, auf: deutschlandfunkkultur.de (03.02.2019).</li>
</ul>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/bayern-geschichte/geschichte-bayern/">28 Punkte, an denen die Geschichte Bayerns anders gelaufen wäre</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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		<title>18 Punkte, an denen die Geschichte Belgiens anders hätte verlaufen können</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 15 Sep 2024 14:06:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Belgische Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Hintergründe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Geschichte des Landes ist nicht nur im Verhältnis zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen der Flamen und Wallonen reich an Wendungen und damit Ankerpunkten. Belgien zeigt sich in den historischen Hintergründen auch von einer anderen Seite als der des „künstlichen“, nur zerstrittenen Landes. Daher leistet dieser Artikel einen Beitrag zur Alternative History jenseits der Standard-Szenarien. Dieser [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte des Landes ist nicht nur im Verhältnis zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen der Flamen und Wallonen reich an Wendungen und damit Ankerpunkten. Belgien zeigt sich in den historischen Hintergründen auch von einer anderen Seite als der des „künstlichen“, nur zerstrittenen Landes.</p>



<span id="more-184"></span>



<p class="wp-block-paragraph">Daher leistet dieser Artikel einen Beitrag zur <a href="https://ankerpunkte-blog.de/alternative-geschichte/">Alternative History</a> jenseits der Standard-Szenarien.</p>



<p class="wp-block-paragraph"><em>Dieser Beitrag erschien zum ersten Mal am 22. September 2019. Er wurde am 15. September 2024 überarbeitet.</em></p>



<h2 class="wp-block-heading">Ankerpunkte</h2>



<ol class="wp-block-list">
<li><a href="#bruegge">1302: Die „Brügger Frühmette“</a></li>



<li><a href="#burgund">1419: Der erste Herzog von Burgund</a></li>



<li><a href="#bruegge-gent">1485: Der gescheiterte Aufstand gegen die Habsburger</a></li>



<li><a href="#achzigjaehriger-krieg">1567: Der kuriose Beginn des Achtzigjährigen Krieges</a></li>



<li><a href="#genter-pazifikation">1577: Die gescheiterte Genter Pazifikation</a></li>



<li><a href="#antwerpen">1585: Die verheerende Sperre der Schelde</a></li>



<li><a href="#habsburger">1598: Die einmaligen belgischen Habsburger</a></li>



<li><a href="#brabanter-revolution">1789: Die erfolglose &#8222;Brabanter Revolution&#8220;</a></li>



<li><a href="#belgische-revolution">1830: Die erfolgreiche belgische Revolution</a></li>



<li><a href="#spellingoorlog">1844: Der flämische Rechtschreibkrieg</a></li>



<li><a href="#zweisprachig">1898: Das zweisprachig-einsprachige Königreich</a></li>



<li><a href="#belgien">1914: Das wehrhafte Belgien</a></li>



<li><a href="#pierlot-spaak">1940: Die knappe Flucht der Exilregierung</a></li>



<li><a href="#genter-altar">1945: Die verhinderte Zerstörung des Genter Altars</a></li>



<li><a href="#koenigsfrage">1950: Die umstrittene Königsfrage</a></li>



<li><a href="#bruessel">1952: Brüssel als verzögerte „Hauptstadt Europas“</a></li>



<li><a href="#atomium">1958: Die knappe Fertigstellung des Atomiums</a></li>



<li><a href="#sprachgrenze">1963: Die starre Sprachgrenze</a><br><br><a href="#quellenliteratur">Quellen und Literatur</a></li>
</ol>



<h3 class="wp-block-heading" id="bruegge">1. 1302: Die erfolgreiche Brügger Frühmette und Sporenschlacht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um 1300 entstand auf Gebiet des heutigen Belgiens in Flandern eine prosperierende Region. Städte wie Antwerpen, Brügge und Gent entwickelten sich durch die Tuchproduktion und den Handel zu neuen Zentren mit einer selbstbewussten Bürgerschaft. Ihr Reichtum erlaubte es ihnen, kampfstarke Milizen auszurüsten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die relativ unabhängige Grafschaft Flandern geriet damit in das Blickfeld des benachbarten Königreichs Frankreich. Dessen König Philipp IV. unterwarf 1297 das Land und erhöhte mithilfe französischer Beamter die Steuern massiv.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Fünf Jahre später kam es zum Aufstand unter Verwandten des abgesetzten Grafen, Guido von Flandern und Wilhelm von Jülich. Als Auftakt stürmten die Bürger in Brügge unter Jan Breydel und Pieter de Coninck (siehe Bild einer Statue unten) das Rathaus und massakrierten in der <em>„Brügger Frühmette“</em> sowohl die französischen Verwalter als auch die französische Garnison.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="483" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2019/09/Br%C3%BCgger-Fr%C3%BChmette-1.jpg?resize=600%2C483&#038;ssl=1" alt="Foto der Statue der Anführer der Brügger Frühmette." class="wp-image-243" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2019/09/Br%C3%BCgger-Fr%C3%BChmette-1.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2019/09/Br%C3%BCgger-Fr%C3%BChmette-1.jpg?resize=300%2C242&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion setzte Philipp IV. ein Heer in Bewegung, dass die aufständischen Städte zurückerobern sollte. Es stand unter dem Oberbefehl des erfahrenen Grafen Robert von Artois und zählte knapp 2.000 Ritter als Kern.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor Kortjik in Westflandern trafen die Angreifer am 11. Juli 1302 auf das flämische Aufgebot mit knapp 10.000 Mann, das sich vor allem aus den Bürgermilizen der Städte rekrutiert hatten. Die wenigen flämischen Ritter hatten sich eingereiht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier kam es zur <em>„Sporenschlacht“</em>. Denn die angreifenden Franzosen scheiterten am sumpfigen Gelände, das die Flamen zusätzlich mit Gruben präpariert hatten, und an den geschlossenen Linien der Verteidiger.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als die Flamen anschließend mit ihren Hellebarden, den <em>„Goedendags“</em>, zum Angriff übergingen, erlitten die Franzosen schwere Verluste. Robert von Artois sowie zwei weitere Marschälle von Frankreich fielen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit verhinderte die Grafschaft Flandern mit den Städten eine vorzeitige Integration in das Königreich Frankreich. Die Sieger brachten mehr als 500 vergoldete Sporen als Beute in die Liebfrauenkirche von Kortjik und heute feiern die Flamen den Jahrestag der Schlacht als den Nationalfeiertag <em>„Guldensporenslag“</em>.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich die Grafschaft Flandern unter einer weiteren französischer Besatzung weiterentwickelt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="burgund">2. 1419: Der erste Herzog von Burgund</h3>



<p class="wp-block-paragraph">1384 geriet Flandern durch Heirat an die Herzöge von Burgund, die mit Philipp dem Kühnen durch den jüngsten Sohn des Königs von Frankreich begründet wurden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser erwarb zwar benachbarte Gebiete wie die Grafschaft Artois im Süden Flanderns, sah er sich aber in erster Linie als Mitglied des französischen Königshauses mit Ambitionen in Paris.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders sein Enkel, der 1419 Herzog wurde: Philipp der Gute (1396-1467) betrachtete seine burgundischen und flandrischen Ländereien (siehe Bild unten) als eigenen Komplex. Daher begann er sie zu erweitern, zum Beispiel durch den Kauf des Erbrechts der Grafschaft Namur, die 1429 Teil von Burgund wurde.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="894" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Karte-Burgund-Philipp-der-Gute.png?resize=600%2C894&#038;ssl=1" alt="Karte des Herzogtums Burgund unter der Herrschaft des Herzogs Philipp des Guten" class="wp-image-6879" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Karte-Burgund-Philipp-der-Gute.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Karte-Burgund-Philipp-der-Gute.png?resize=201%2C300&amp;ssl=1 201w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia-Autor: <a href="https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Karte_Haus_Burgund_3.png" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Marco Zanoli/CC BY-SA 4.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">1433 erzwang Philipp die gewaltsame Annexion von Holland, Zeeland und Hennegau. Drei Jahre zuvor hatte er bereits durch Erbfall die Herzogtümer Brabant und Limburg erworben. 1451 kaufte er noch Luxemburg von deren verschuldeten Herrscherin.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In allen Gebieten seines Herrschaftskomplexes gab es eigene Ständeversammlungen, die Steuern zustimmen mussten. Diese tagten 1464 für die nördlichen Gebiete erstmals gemeinsam in Brügge, woraus sich die Bezeichnung Generalstaaten entwickelte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein erster Nukleus von Belgien (und den Niederlanden).</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätten sich Flandern und die anderen Gebiete entwickelt, wenn sich Philipp der Gute wie seine Vorgänger nach Frankreich orientiert hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="bruegge-gent">3. 1485: Der gescheiterte Aufstand gegen die Habsburger</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unter den Grafen von Flandern und den Herzögen von Burgund florierten die Städte weiter. Einzelne wie Brügge, Gent (siehe Bild unten) und Ypern gelang es sogar, Teile ihres Umlands unter ihren Einfluss zu bringen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="450" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Gent.jpg?resize=600%2C450&#038;ssl=1" alt="Foto der Genter Kathedrale mit den Statuen der Maler van Eyck im Vordergrund" class="wp-image-6877" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Gent.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Gent.jpg?resize=300%2C225&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit konnten sie die eigene Lebensmittelversorgung steuern, erreichten aber nie den Status von unabhängigen Stadtrepubliken wie zum Beispiel Mailand in Italien. Dazu war die Macht der Grafen und Herzöge zu groß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1477 kam es jedoch zu einer Schwächung der bisherigen Herrschaft. Denn der Burgunderherzog Karl der Kühne, Sohn Philipps des Guten, starb bei der erfolglosen Belagerung von Nancy ohne einen männlichen Nachfolger zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seine Tochter Maria von Burgund musste zuerst den Generalstaaten im <em>„Großen Privileg“</em> das Recht einräumen, aus eigener Initiative zusammenzukommen und Kriege der Herzogstochter zu genehmigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maria von Burgund bot daraufhin dem österreichischen Erzherzog Maximilian eine Heirat an, was der Habsburger annahm. Sie wollte damit eine Zwangsheirat mit dem französischen Königshaus verhindern, da der französische König sich das gesamte burgundische Erbe einverleiben wollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar kam es bereits im August 1477 zur Heirat und Maximilian nahm im <em>Burgundischen Erbfolgekrieg </em>den Kampf mit den französischen König auf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da er aber keine eigenen finanziellen Mittel hatte, mussten vor allem die Generalstaaten den Krieg finanzieren, was seine Popularität vor Ort schwächte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Maria von Burgund 1482 nach einem Reitunfall starb kam es zur Eskalation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Gent startete einen Aufstand und nahm die Kinder von Maximilian und Maria in Gewahrsam. Die Genter Rebellen erklärten sich zu den Vormündern der Kinder, denen nach ihrer Ansicht die Herrschaft zustand, und verkündeten, mit Frankreich Frieden schließen zu wollen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1488 eskalierte die Situation weiter. Gent wollte sich zu einer Stadtrepublik unter dem Schutz Frankreichs erklären. Als Maximilian von Brügge aus gegen Gent vorgehen wollte, entwaffneten Aufständische seine Landsknechte und nahmen auch ihn gefangen.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Er lehnte jedoch alle Forderungen ab, seine Herrschaftsansprüche fallen zu lassen. Obwohl ihn Teile der Aufständischen mit dem Tod drohten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst im Mai 1488 ließen ihn die Aufständischen gegen Zusagen frei.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Maximilian hielt sich an keine davon und schlug den Aufstand im Laufe von vier Jahren nieder. Er sicherte damit die Herrschaft der Habsburger über die Generalstaaten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn sich Gent und Brügge unter französischen Schutz für unabhängig erklärt hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="achzigjaehriger-krieg">4. 1567: Der kuriose Beginn des Achtzigjährigen Krieges</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Habsburger Karl V. lösten sich die Generalsstaaten 1548 im Vertrag von Augsburg weitgehend aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Damit einherging eine gewisse Zentralisierungspolitik, die aber auf Widerstand in den einzelnen Städten und Provinzen stieß.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Konflikte verschärften sich, je mehr protestantische Glaubensströmungen vor Ort Anhänger fanden. Denn Karl V. verfolgte diese als Häretiker hart, was weiteren Widerstand provozierte. Denn in den Generalstaaten galt die Gewissensfreiheit in Glaubensfragen als hohes Gut.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zu einer weiteren Verschärfung kam es unter Philipp II., der Karl V. als König in Spanien und Herrscher über die Generalstaaten nachfolgte. Denn er versuchte das Land weiter von Spanien aus zu zentralisieren. Dies stieß auf den Widerstand des lokalen Adels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1564 zwangen die Hochadeligen der Generalstaaten Philipp zu ersten Zugeständnissen und zwei Jahre später forderten 300 Vertreter des niederen Adels von der Statthalterin Philipps, Margarete von Parma, erfolgreich ein Aussetzen der bisherigen Ketzergesetze.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch diese vergleichsweise tolerante Religionspolitik nahmen fanatische Calvinisten zum Anlass in den Generalstaaten zum <em>„beeldenstorm“</em>, einem Bildersturm in den Kirchen, anzusetzen. Diese Verwüstungen diskreditierten die Forderungen und die Machtstellung des lokalen Adels.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Reaktion kam es zu einem kurzzeitigen Schulterschluss zwischen Adel und Statthalterin. Es folgten wenigen Hinrichtungen und kleinere Aufstände der Calvinisten wurden niedergeschlagen. Im Frühjahr 1567 war die öffentliche Ordnung wiederhergestellt und die jegliche protestantische Predigt verboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nun zeigte sich aber ein Nachteil, der ursprünglich einen Vorteil für die lokalen Adeligen bedeutet hatte. Die Kommunikationswege zum König in Spanien waren lang. Briefe brauchten mehrere Wochen, um ihn zu erreichen und eine Reaktion hervorzurufen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies galt auch für den Brief, der die erfolgreiche Wiederherstellung der Ordnung nach Madrid melden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In der Zwischenzeit hatte Philipp den Herzog von Alba mit 10.000 spanischen Elitesoldaten entsandt. Alba plädierte für ein hartes Durchgreifen. Im sogenannten <em>„Blutrat“</em> verurteilte ein Sondergericht in den nächsten Jahren über 1.000 Menschen zum Tode. Besonders die Enthauptung der Grafen Egmont und Hoorn in Brüssel galt als Symbol der spanischen Schreckensherrschaft. Denn beide Adeligen waren Teil der bisherigen Regierung und gehörten zu den mächtigsten Männern der Generalstaaten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach schaukelte sich der Konflikt immer weiter hoch, bis er den protestantischen Aufstand, den <em>Achtzigjährigen Krieg</em> und die Abspaltung der Niederlande an dessen Ende auslöste.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Brief über die Wiederherstellung der Ordnung rechtzeitig angekommen wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="genter-pazifikation">5. 1577: Die gescheiterte Genter Pazifikation</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der von Wilhelm von Oranien begonnene Aufstand schien bis 1572 wenig erfolgreich zu verlaufen. Mit einer Mischung aus kalkulierter Grausamkeit und überlegener Militärmacht konnte Alba die Aufständischen bis auf Holland zurückdrängen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort stockte sein Angriff aber am hartnäckigen Widerstand der mit dem Rücken zur Wand stehenden Aufständischen. Belagerungen scheiterten am harten Winter und an bewusst herbeigeführten Überflutungen. Alba wurde abberufen und sein Nachfolger konnte aufgrund des Staatsbankrotts von Spanien keine weiteren Angriffe organisieren, bis er plötzlich starb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Machtvakuum verhandelten die Generalstaaten der 17 Provinzen über einen Friedensvertrag, der das ganze Land unter Wilhelm von Oranien vereinte: Einzigartig waren Kapitel zur Glaubensfreiheit, die ein Unterdrücken von katholischen oder calvinistischen Minderheiten verboten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Kräfte hinter diesem Ausgleich scheiterten jedoch an den Glaubensextremisten sowohl auf calvinistischer als auch auf katholischer Seite. 1579 wandten sich die Katholiken in der <em>Union von Arras</em> wieder den Spaniern zu, während sich die Calvinisten in der <em>Union von Utrecht</em> zusammenschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Verhandlungen zwischen diesen beiden Seiten ebenfalls scheiterten, ging der <em>Achtzigjährige Krieg</em> weiter.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich eine erfolgreichere Pazifikation auf die 17 Provinzen ausgewirkt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="antwerpen">6. 1585: Die verheerende Sperre der Schelde</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Um 1500 war Antwerpen mit über 100.000 Einwohnern eine der größten Städte Europas. Durch das Versanden des Hafens von Brügge hatte sich der Überseehandel der Generalstaaten dorthin verlagert und machte die Stadt reich. Zeitweise war der Hafen der größte Europas.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zeichen dieses Reichtums waren zahlreiche repräsentative Gebäude in der Altstadt (siehe Bild) und die zweitälteste Börse der Welt, in der die Händler Güter anboten und verkauften.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="299" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Antwerpen.jpg?resize=600%2C299&#038;ssl=1" alt="Foto des Rathauses von Antwerpen mit Fahnen von vielen Ländern" class="wp-image-6880" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Antwerpen.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Antwerpen.jpg?resize=300%2C150&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Zeit endete mit den religiösen Spannungen und den daraus resultierenden Kriegen zwischen den katholischen Spaniern und den protestantischen Aufständischen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gelang es den Spaniern 1585 die Stadt zurückzuerobern. Allerdings sperrten die sich bildenden Niederlande als Reaktion die Mündung der Schelde in die Nordsee und damit die Lebensader der Handelsstadt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bedeutete die Flucht von zahlreichen wohlhabenden Protestanten in die nördlichen Niederlande einen harten Einschnitt in die Stadtgeschichte, verhinderte die Sperrung der Schelde eine Erholung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn diese Sperre hatte Jahrhunderte bestand. Sie wurde im Westfälischen Frieden 1648 erstmalig bestätigt und konnte trotz zahlreicher Verhandlungen nach den vielen Kriegen im 18. Jahrhundert nicht komplett aufgehoben werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst im 19. Jahrhundert mit der Bildung des Vereinigten Königreichs der Niederlande entfiel die Grenze zwischen dem heutigen Belgien und der Niederlande. Bis zur Unabhängigkeit Belgiens 1830 blühte der Handel wieder auf. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Danach kam es zu Rückschlägen, da die Niederlande hohe Zölle für die Durchfahrt der Scheldemündung einforderten. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 1863 entfielen diese Gebühren nachdem Belgien und verschiedene deutsche Staaten mit Handelsbeziehungen zu Antwerpen eine enorme Einmalzahlung an die Niederlande geleistet hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Seitdem floriert der Hafen und ist erneut die Basis für den Wohlstand von Antwerpen.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Antwerpen entwickelt, wenn die Schelde nicht so lange blockiert worden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="habsburger">7. 1598: Die einmaligen belgischen Habsburger</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der andauernde Krieg belastete vor allem Brabant um Brüssel und Flandern bis Antwerpen schwer. Denn neben den Kriegszerstörungen und den verlorenen wirtschaftlichen Verbindungen zu den späteren Niederlanden kam es zu erheblichen Abwanderungen der protestantischen Bevölkerung. So verloren Antwerpen und Gent die Hälfte ihrer Bevölkerung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Region schöpfte wieder etwas Hoffnung, als der spanische König Philipp II. die Herrschaft über die südlichen Generalstaaten an seine Tochter Isabella und ihren Mann Albrecht von Österreich übertrug. Sie sollten unabhängig von Spanien agieren und nur für den Fall, dass sie keine Nachfolger hatten, sollte das Land wieder unter spanische Herrschaft kommen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Beide bemühten sich, ihr neues Herrschaftsgebiet wiederaufzubauen. So schlossen sie 1609 in Antwerpen einen zwölfjährigen Waffenstillstand mit den Niederlanden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Wirtschaft begann sich so etwas zu erholen und Brüssel entwickelte sich wieder zu einem künstlerischen Zentrum. Auch war vor allem Isabella durch ihre tolerante und volksnahe Art bei der Bevölkerung sehr beliebt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter ihrer Herrschaft kam es zur Gegenreformation und einem Aufblühen von katholisch geprägter Kunst wie in den Bildern von Peter Paul Rubens in Antwerpen. Damit prägte der Katholizismus auf die nächsten Jahrhunderte das spätere Belgien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch da kein Kind des Paares das Erwachsenenalter erreichte, war klar, dass ihre Herrschaft nur eine Episode bleiben würde. Daher griff Spanien bereits vor dem Tod von Albrecht 1621 und von Isabella 1633 wieder verstärkt ein. So verschärften spanische Militärs und Beamte zum Beispiel die Spannungen mit den Niederlanden wieder, so dass 1621 erneut Krieg ausbrach.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich ein dritter Familienzweig der Habsburger für Belgien, die Niederlande und Europa ausgewirkt?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="brabanter-revolution">8. 1789: Die erfolglose „Brabanter Revolution“</h3>



<p class="wp-block-paragraph">So blieb das spätere Belgien unter der Herrschaft der spanischen Habsburger und nach deren Aussterben gingen die Provinzen im <em>Frieden von Utrecht </em>1713 an deren österreichische Verwandte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese regierten die Region im 18. Jahrhundert zuerst aus der Ferne und förderten nur den Ausbau der Wirtschaft etwas. Sofern die Steuerabgaben entrichtet wurden, mischte sich Wien wenig in die Angelegenheiten vor Ort ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies änderte sich 1780 mit dem Herrschaftsantritt des Kaisers Joseph II. Zwar besuchte der Habsburger 1781 als erster Herrscher seit Isabella das Land, zog Erkundigungen ein und empfing in wenigen Wochen über 5.000 Menschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch sein Ideal war ein zentralistischer Musterstaat, der überall nach den gleichen Kriterien zum Wohl des Volkes handelte. So erließ er ein Toleranzedikt zugunsten der Protestanten und Juden, hob Klöster auf, unterstellte die Priester dem Staat und führte die zivile Eheschließung ein. Zudem hob er die Ständeversammlungen der Provinzen auf, teilte die Provinzen neu ein und reformierte die bisherigen Gerichte grundlegend.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Vor allem die Glaubensreformen griffen tief in das Alltagsleben der Bevölkerung ein und provozierten entschiedenen Widerstand gegen die zentralistischen Maßnahmen aus Wien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1788 kam es zum gewaltsamen Aufstand. Die sogenannten <em>„Patrioten“</em> wehrten sich gegen die Reformen und bis Ende des Jahres hatten sie bis auf Luxemburg und das von den Habsburgern unabhängige Fürstbistum Lüttich fast das gesamte Gebiet des späteren Belgiens unter Kontrolle.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In Lüttich kam es jedoch unabhängig von den österreichischen Niederlanden 1789 ebenfalls zu einer Revolution, die aber demokratisch orientiert war und den Fürstbischof zuerst vertrieb.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Januar 1790 gründeten die Aufständischen in Brabant die <em>„Vereinigten Belgischen Staaten“.</em> Aber die maßgebliche konservative Strömung orientierten sich an der Regierungsform der mittelalterlichen Versammlungen der einzelnen Stände und an der Vormachtstellung der katholischen Kirche aus der Zeit vor den Reformen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Aufstände im späteren Belgien hielten sich aber nicht mehr lange. Nachdem Preußen keine Unterstützung für die <em>„Brabanter Revolution“</em> zusagte, konnten österreichische Truppen sowohl die Österreichische Niederlande als auch das Fürstbistum Lüttich wieder unter Kontrolle bringen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies währte allerdings nur kurz, denn 1792 eroberten französische Revolutionstruppen erstmals das Land.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre passiert, wenn die "Vereinigten Belgischen Staaten" weiterexistiert hätten?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="belgische-revolution">9. 1830: Die opernhafte belgische Revolution</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Region bis 1815 unter französischer Herrschaft gestanden hatte, fiel das Land nach der Niederlage von Napoleon bei Waterloo südlich von Brüssel an das <em>Vereinigte Königreich der Niederlande.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser auf dem <em>Wiener Kongress </em>neu geschaffene Staat sollte unter dem niederländischen König stark genug sein, um französischen Ansprüchen Stand halten zu können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieses Königreich hieß zwar auf niederländisch <em>Koninkrijk der Nederlanden </em>und bezeichnete die Untertanen des Königs in dieser Sprache als <em>Nederlanders</em>. Auf Französisch hieß es jedoch <em>Royaume des Belgique </em>und die Untertanen waren <em>Belges.</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Jedoch kam es im Laufe der Jahre zu einer verstärkten Vereinigungspolitik, die auf eine Übernahme des Südens durch die Niederlande hinausliefen. Vor allem die starke Förderung der niederländischen Sprache, die staatliche Kontrolle der katholische Kirche und eine anti-liberale Gesetzgebung führten zu Widerstand von unterschiedlichen Gruppen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Konflikt verschärfte sich ab 1828, als sich liberale und konservative Gruppen zu einer <em>„Heiligen Allianz“</em> gegen den niederländischen König und seine Politik zusammenschlossen. Aufgrund der bisherigen ideologischen Gräben zwischen den Oppositionellen erhielt das Bündnis den Spitznamen <em>„Monster-Verbund“</em>.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar kam der König der Opposition in der Sprachen- und Glaubenspolitik entgegen, pochte aber weiter auf einem absoluten Herrschaftsanspruch.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher beruhigte sich die Lage nicht.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1830 verschlechterte sich schließlich die wirtschaftliche Lage für die Unterschichten in den Städten und in der <em>„Julirevolution“</em> stürzten die Franzosen ihr bisheriges Königshaus.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So kam es am 25. August 1830 nach der Aufführung der Oper <em>„Der stumme von Portici“</em>, die einen Volksaufstand thematisierte, zum Aufruhr in Brüssel.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dieser führte nicht nur zu gewalttätigen Ausschreitungen. In Folge der Unruhen bildeten sich in Belgien auch Bürgermilizen, die sofort die Macht von den niederländischen Behörden übernahmen und die schwarz-gelb-roten Fahnen von Brabant hissten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem der niederländische König und sein Militär zuerst passiv geblieben waren, scheiterte im September eine Rückeroberung von Brüssel. Im Gefolge dessen übernahmen Revolutionäre in allen belgischen Städten die Macht, während sich die niederländischen Strukturen dort schlicht auflösten oder zu den Revolutionären übergingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar gelang es dem Land schnell eine Verfassung zu verabschieden. Doch seine Lage war nach wie vor prekär. Einzelne Großmächte wollten die Niederländer beim Niederschlagen des Aufstandes unterstützen, wurden dann aber von Unruhen in den eigenen Ländern abgehalten. Auch verfolgte Frankreich Pläne für eine Annexion von Wallonien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So garantierte 1830 die <em>Londoner Konferenz</em> der europäischen Großmächte die Unabhängigkeit und Neutralität von Belgien. Mit Leopold I. (siehe Bild) gab es ab Juli 1831 den ersten <em>„König der Belgier“</em>.</p>



<figure class="wp-block-image size-large"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Angelina-Dimitrova-K%C3%B6nig-Leopold.jpg?resize=600%2C400" alt="Reiterstatue des Königs Leopold I. von Belgien." class="wp-image-453" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Angelina-Dimitrova-K%C3%B6nig-Leopold.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/Angelina-Dimitrova-K%C3%B6nig-Leopold.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Angelina Dimitrova/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war die Unabhängigkeit aber noch nicht endgültig gesichert. Die Niederländer starteten einen neuen Feldzug, um das Land zurückzuerobern. Die erst entstehenden belgischen Streitkräfte konnten dem zuerst nichts entgegensetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst als Frankreich auf Seiten Belgiens eingriff, endete der <em>„Zehn-Tage-Feldzug“</em> mit einem Rückzug der Niederländer.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Aber erst 1839 erkannte der niederländische König die Unabhängigkeit von Belgien an.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Aufstand gescheitert wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="spellingoorlog">10. 1844: Der flämische Rechtschreibkrieg</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Das neue belgische Königreich war stark von der französischen Sprache geprägt, obwohl die Verfassung keine Staatsprache festlegte. Selbst in Flandern sprach die Elite Französisch, vor allem vor Gericht und in der Verwaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die verschiedenen flämischen Dialekte galten dagegen als primitiv und Sprache der Unterschichten. Zudem waren sie so verschieden, dass sich einzelne Dialektsprechende nicht immer untereinander verstehen konnten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Zeit im Vereinigten Königreich der Niederlande hatte aber unter einigen flämischsprachigen Literaten den Wunsch geschaffen, ihre Sprache aufzuwerten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dabei standen sich jedoch zwei Gruppierungen gegenüber. Die <em>„Flaminganten“</em> wollten die flämischen Dialekte nach dem Vorbild des Niederländischen vereinheitlichen und durch die Aufwertung zur zweiten Standartsprache machen. Die <em>„Sprach-Partikularisten“</em> wollten dagegen die Vielfalt der Dialekte erhalten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher kam es zwischen 1839 und 1844 zum <em>„Spellingoorlog“,</em> dem Rechtschreibkrieg unter den Literaten. Am Ende konnten sich die Befürworter einer Vereinheitlichung durchsetzen. Damit wurde Flämisch aus einer Regionalsprache mit unterschiedlichsten Dialekten zur zweiten Einheitssprache im noch französisch geprägten Königreich Belgien.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich die Zweisprachigkeit von Belgien entwickelt, wenn Flämisch eine Ansammlung von Regionaldialekten geblieben wäre? </pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="zweisprachig">11. 1898: Das zweisprachig-einsprachige Königreich</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach dem <em>„Spellingoorlog“ </em>erhoben die <em>„Flaminganten“ </em>erste Forderungen an den französisch geprägten Zentralstaat. So forderten sie die Einführung des Flämischen in der Verwaltung, in Gerichtsprozessen und in weiterführenden Schulen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese Forderung wiesen die französischsprachigen Eliten aber in den 1840er Jahren schroff ab. Erst nach einigen Justizskandalen und einem Erstarken der flämischen Bewegung kam es in den 1870er und 1880er Jahren zu einer Umsetzung der ersten Forderungen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1898 verabschiedete das Parlament sogar ein Gleichheitsgesetz, das Flämisch zur gleichberechtigen Amtssprache neben Französisch machen sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dagegen wandte sich jedoch die <em>Wallonische Bewegung</em>, die sich als Reaktion auf die <em>„Flaminganten“ </em>gegründet hatte. Für sie war es unzumutbar, Flämisch im ganzen Land als dem Französischen gleichgestellt zu akzeptieren. Sie forderten stattdessen erfolgreich weiter den Vorrang des Französischen und lehnten das Erlernen der flämischen Sprache ab.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führte zur Radikalisierung der Flämischen Bewegung, die sich von einer Zweisprachigkeit im gesamten Land als Ziel verabschiedete. Stattdessen propagierte sie analog zur Wallonischen Bewegung eine exklusive Stellung des Flämischen in den nördlichen und westlichen Landesteilen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dadurch kam es langfristig zu einem Ende der Zweisprachigkeit in allen Regionen des Landes und zur Aufteilung in zwei jeweils einsprachige Gebiete.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich der belgische <em>"Sprachenstreit</em>" entwickelt, wenn Flämisch bereits 1898 Amtssprache geworden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="belgien">12. 1914: Das wehrhafte Belgien</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Als 1914 die <em>„Julikrise“</em> immer mehr <a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/erster-weltkrieg/">zum Ersten Weltkrieg</a> eskalierte, griffen die militärischen Planungen der europäischen Großmächte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So plante das Deutsche Reich im <em>„Schlieffen-Plan“ </em>zu Beginn über Belgien in Frankreich einzumarschieren und nach einem Sieg die Truppen gegen Russland einzusetzen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als Vorwand dienten angebliche Erkenntnisse über französische Einmarschpläne. In einem Ultimatum forderte das Deutsche Reich Durchmarschrechte und kündigte für den Fall einer Ablehnung einen Angriff ein. Das Ultimatum war auf 12 Stunden begrenzt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als von den Deutschen erwartet, entschied sich die belgische Regierung nach kurzer Diskussion zum Widerstand. Der König rief seine Armee und die Nation leidenschaftlich zum Kampf auf und riss damit die Bevölkerung mit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch setzte die deutsche Armeeführung darauf, dass die belgische Armee kaum Widerstand leisten würde und könnte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine Fehlkalkulation.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bereits bei der Einnahme der für den <em>„Schlieffen-Plan“ </em><a href="https://ankerpunkte-blog.de/erster-weltkrieg/leutnant-luettich/">entscheidenden Festung Lüttich</a> kam es zu längeren und heftigeren Kämpfen als erwartet. Erst der Einsatz von größeren Artilleriegeschützen brachte den Durchbruch. Auch auf dem weiteren Durchmarsch kam es immer wieder zu massiven Gefechten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die deutsche Armee mit diesem Widerstand nicht gerechnet hatte und die Bevölkerung des Partisanenkriegs verdächtigte, kam es zu zahlreichen Kriegsverbrechen wie Massakern an der Zivilbevölkerung in den wallonischen Orten Dinant und Tamines. Oder zur Zerstörung der Universitätsstadt Löwen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Am Ende gelang es der deutschen Armee nicht, ganz Belgien zu besetzen. Durch das Öffnen der Schleusen konnte die belgische Armee gemeinsam mit Briten und Franzosen die letzten Stellungen bei Nieuwpoort und Diksmuide halten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Bevölkerung den Widerstand im besetzten Land weiter mittrug, kollaborierte dort nur eine sehr kleine Minderheit der Flämischen Bewegung mit den Deutschen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So blieb Belgien im Ersten Weltkrieg bis zum Ende aktiver Kriegsteilnehmer im Widerstand gegen die deutschen Angreifer.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte es sich auf den Ersten Weltkrieg ausgewirkt, wenn Belgien sich nicht verteidigt hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="pierlot-spaak">13. 1940: Die knappe Flucht der Exilregierung</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Auch <a href="https://ankerpunkte-blog.de/zweiter-weltkrieg/zweite-weltkrieg/">im Zweiten Weltkrieg</a> überfiel das Deutsche Reich Belgien.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Anders als im vorangegangen Konflikt hielt die belgische Armee aber dem Angriff nur 18 Tage stand. Am 28. Mai 1940 erklärte König Leopold III. als Oberbefehlshaber eigenmächtig und überraschend die Kapitulation der Streitkräfte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit kam es auch zum Bruch mit der belgischen Regierung unter Premierminister Hubert Pierlot von der Katholischen Partei und Außenminister Paul Henri Spaak von den Sozialisten, letzterer einer der Väter der späteren europäischen Einigung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Denn der König weigerte sich ebenfalls, der Regierung ins Exil zu folgen und an der Seite der Alliierten, zum Beispiel mit der belgischen Kolonie Kongo, weiterzukämpfen. Stattdessen begab er sich freiwillig in die Kriegsgefangenschaft des Deutschen Reiches.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für den eher autokratisch eingestellten Monarchen hatte eine Sicherung des belgischen Staates und der Monarchie Priorität. Durch den aus seiner Sicht unvermeidlichen deutschen Sieg war eine demokratische Ausgestaltung Belgiens für ihn nicht mehr zwangsläufig.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Premierminister Pierlot erklärte daraufhin in einer Radioansprache aus Frankreich, dass durch die Kriegsgefangenschaft des Königs dessen Befugnisse auf das Kabinett übergegangen waren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch die führenden Köpfe dieses Kabinetts gerieten schnell selbst in Gefahr. Sie hielten sich so lange wie möglich in Frankreich auf. Nach dessen Kapitulation scheiterte aber ein erster Versuch von Pierlot und Spaak, ohne ein Visum über Spanien nach London zu gelangen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst nach drei Tagen im Niemandsland zwischen den Grenzen konnten sie nach Spanien einreisen. Dort stellte das Franco-Regime aber Pierlot und Spaak in Barcelona unter Hausarrest, in dem sie mehrere Wochen verblieben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Als sich Gerüchte verbreiteten, dass sich der <em>Reichsführer-SS</em> Heinrich Himmler in Spanien aufhalten würde, fürchteten beide eine Auslieferung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Daher flüchteten sie mithilfe eines doppelten Bodens in einem Kleinlaster, den der belgische Botschafter organisiert hatte. Nach 15 Stunden Fahrt und einer erfolglosen Kontrolle durch spanische Grenzer erreichten sie schließlich Portugal.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von dort aus gelangten sie nach Großbritannien und führten weiter die Exilregierung im Widerstand gegen das Dritte Reich.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn die Flucht von Pierlot und Spaak gescheitert wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="genter-altar">14. 1945: Die verhinderte Zerstörung des Genter Altars</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Genter Altar (siehe Bild unten) gilt als ein Meisterstück der flämischen Kunst und steht für die Blütezeit der durch Tuchhandel reichen Stadt Gent. Er war eine Auftragsarbeit der Maler Hubert und Jan van Eyck für ein reiches Bürgerehepaar, die damit eine gestiftete Kapelle in der Genter Kathedrale vervollständigen wollten.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="453" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Genter-Altar.jpg?resize=600%2C453&#038;ssl=1" alt="Foto des Genter Altars" class="wp-image-6878" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Genter-Altar.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Genter-Altar.jpg?resize=300%2C227&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die Geschichte des Altarbildes blieb sehr bewegt, da es zum Beispiel zwischen 1794 und 1918 über Belgien, Frankreich und Deutschland verteilt war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges scheiterte der Versuch, das Kunstwerk vor den Deutschen in Sicherheit zu bringen. Diese brachten es in ihren Besitz und lagerten es 1944 in einer Salzmine im österreichischen Altaussee ein.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dort wäre es fast zur Zerstörung des Genter Altars gekommen. Der dortige Gauleiter wollte die Mine sprengen lassen, um alle dort gelagerten Kunstwerke nicht in die Hände der Kriegsgegner fallen zu lassen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch es gelang lokalen Verantwortlichen, die Sprengung zu verhindern und die anrückenden Alliierten zu informieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Diese sicherten nach der Kapitulation des Dritten Reiches die Kunstwerke und gaben den Genter Altar nach Belgien zurück, wo er noch heute in der Kathedrale ausgestellt wird.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Der Raub und die Rettung des Genter Altars waren 2014 sogar – relativ frei – Thema des Kinofilms<em> „Monuments Men“</em>.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn der Genter Altar zerstört worden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="koenigsfrage">15. 1950: Die umstrittene Königsfrage</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Nach Kriegsende kam es in Belgien zu heftigen Auseinandersetzungen um die Rolle der Menschen während der deutschen, nationalsozialistischen Besatzungszeit.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar hatte jeweils nur eine Minderheit kollaboriert oder war im Widerstand gewesen. Doch der Streit, wie vor allem mit den Kollaborateuren zu verfahren war, belastete die Nachkriegsgesellschaft.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zudem kam es schnell zu einer Verkürzung auf den Konflikt zwischen Flandern und Wallonien, da die Flamen unter dem Verdacht standen, mehr mit den Deutschen zusammengearbeitet zu haben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Auseinandersetzung drehte sich vor allem um die Rolle von König Leopold III. während seiner Kriegsgefangenschaft. Galt diese zuerst in der belgischen Bevölkerung als ein Akt der Solidarität, hatten seine Handlungen danach seine Glaubwürdigkeit untergraben.</p>



<p class="wp-block-paragraph">So hatte er 1941 eine neue Frau geheiratet, womit das Bild des mit der Bevölkerung leidenden Kriegsgefangenen Schaden nahm. Zudem war seine 1935 verstorbene erste Frau sehr beliebt gewesen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zwar hatten ihn die Nationalsozialisten 1944 in das Deutsche Reich verschleppt. Dennoch warnte Leopold III. nach Kriegsende vor einer Besetzung Belgiens durch die Alliierten, forderte eine Entschuldigung der Exilregierung um Pierlot wegen des Bruchs mit ihm 1940 und verurteilte weder die Kriegsverbrechen der Nationalsozilisten, noch würdigte er den belgischen Widerstand.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die belgische Regierung ernannte zuerst seinen jüngeren Bruder zum Übergangsregenten und vertagte die Frage nach einer Rückkehr Leopolds.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Während Leopold für Kommunisten und Sozialisten, die federführend im Widerstand gewesen waren, ein Symbol der Kollaboration war, befürworteten die Konservativen ein nicht bindendes Referendum über eine Rückkehr des Monarchen. Dabei wussten sie viele Belgier hinter sich, die kollaboriert oder in der Besatzungszeit eine abwartende Haltung eingenommen hatten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1950 kam es schließlich zum Referendum mit der Frage: <em>„Sind Sie der Meinung zugetan, dass König Leopold III. die Ausübung seiner verfassungsmäßigen Befugnisse wieder aufnehmen sollte?“</em></p>



<p class="wp-block-paragraph">Einerseits stimmte dabei eine Mehrheit von 58 % für die Wiederaufnahme. Andererseits hatten in Brüssel nur 48 % und in Wallonien 42 % dafür gestimmt, während es in Flandern 72 % waren. Dies beförderte die regionale Spaltung, obwohl der König eigentlich ein Bindeglied des ganzen Landes sein sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Nachdem die Konservativen mit absoluter Mehrheit die danach folgende Parlamentswahl gewonnen hatten, kehrte Leopold III. als König zurück.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dies führte zur sofortigen Eskalation auf Seiten der Kommunisten und Sozialisten. Es kam zu Streiks, Demonstrationen und Krawallen, die in Lüttich sogar zu Toten führten. Die Drohungen der Linken im Parlament beförderten bei den Konservativen die Furcht vor revolutionären Verhältnissen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die konservative Regierung legte Leopold III. daher eine Abdankung nahe, die er aber erst vollzog, als die Regierung geschlossen mit Rückzug drohte. Nachfolger wurde sein 20jähriger Sohn Baudouin, der bis zu seinem Tod 1993 König und Integrationsfigur blieb.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn Leopold III. nicht zurückgetreten wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="bruessel">16. 1952: Brüssel als verzögerte &#8222;Hauptstadt Europas&#8220;</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges gründete sich 1951 die <em>Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl</em> mit den Mitgliedern Frankreich, Italien, Niederlande, Belgien, Luxemburg und Westdeutschland.</p>



<p class="wp-block-paragraph">1952 sollte die Organisation die Arbeit aufnehmen. Die Auswahl des Standortes für die Institutionen verzögerte sich aber. Eine Mehrzahl der Mitglieder war zwar für Brüssel, da die Stadt zentral gelegen, von den Verkehrswegen her gut angebunden, mehrsprachig und nicht Hauptstadt eines großen Landes war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Doch Belgien war zuerst dagegen. Denn die belgische Regierung wollte die europäischen Institutionen nach Lüttich vergeben. Einmal, weil es das Zentrum der belgischen Kohle- und Stahlindustrie war. Und zum anderen, um die Gemüter nach den Unruhen um die Königsfrage zu besänftigen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="400" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/ASkwarczynski-Br%C3%BCssel.jpg?resize=600%2C400&#038;ssl=1" alt="Flaggen der Europäischen Union in einer Flagge und Flaggen der Länder der Europäischen Union." class="wp-image-451" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/ASkwarczynski-Br%C3%BCssel.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2020/04/ASkwarczynski-Br%C3%BCssel.jpg?resize=300%2C200&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Czerep rubaszny/Shutterstock)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Die anderen Länder waren jedoch dagegen und wählten zuerst Luxemburg sowie Straßburg als Standorte der Institutionen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 1957 mit Gründung der <em>Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft</em> (EWG) kam nochmals Bewegung in die Frage. Die neuen Institutionen wurden zuerst im halbjährigen Wechsel von jeweils einem Mitgliedsland geleitet. Und da Belgien im Alphabet zuerst kam, mietete der erste Präsident des europäischen Ministerrats, der belgische Außenminister, ein Gebäude in Brüssel an.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Damit war noch keine Einigung über den zukünftigen Sitz verbunden. Aber da es diese auch in den folgenden Jahren nicht gab, blieben die EWG-Institutionen in Brüssel und begannen weitere Gebäude anzumieten oder zu bauen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Erst 2000 wurde Brüssel etwas offiziell Sitz der Institutionen der <em>Europäischen Union</em>, als die Regierungschefs beschlossen, ihre halbjährigen Konferenzen nur noch dort abzuhalten.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wo wären die Europäischen Institutionen gelandet, wenn Brüssel sich nicht beworben hätte?</pre>



<h3 class="wp-block-heading atomium" id="atomium">17. 1958: Die knappe Fertigstellung des Atomiums</h3>



<p class="wp-block-paragraph">1953 bekam die belgische Hauptstadt Brüssel den Zuschlag für die erste Weltausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Unter dem Motto <em>„Die Arbeit der Welt – für eine menschliche Welt“ </em>sollte die Expo als Schaufenster für Brüssel, Belgien und die Welt dienen und einen fast grenzenlosen Fortschrittsoptimismus propagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Herzstück der Weltausstellung stellte das Atomium (siehe Bild unten) dar, das in einer einzigartigen Architektur eine milliardenfache Vergrößerung der Elementarzelle von Eisen darstellte. Es sollte somit sowohl die Atomenergie als auch die Wissenschaft symbolisieren, die der Menschheit den Fortschritt bringen würden.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="585" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Atomium.jpg?resize=600%2C585&#038;ssl=1" alt="Foto des Atomiums in Brüssel" class="wp-image-6882" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Atomium.jpg?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2024/09/Atomium.jpg?resize=300%2C293&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Eigenes Bild)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Durch die herausfordernde Struktur war der Bau des Atomiums komplettes Neuland und für die Beteiligten Unternehmen eine enorme Herausforderung. Vor allem, da die Konstruktion sowohl schnell als auch einfach ausgeführt werden sollte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Trotz dieser Risiken gelang es den Verantwortlichen, das Atomium im März 1958 fertig zu stellen – einen Monat vor Eröffnung der Weltausstellung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Es entwickelte sich zu einem beliebten Besuchsziel der Expo. Und blieb auch danach erhalten, obwohl zuerst ein Abriss geplant war.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Langfristig wurde es sogar zu einem der wenigen unumstrittenen Symbole für Belgien, da seine abstrakte Form weder Flamen noch Wallonen zugeordnet werden konnte.</p>



<pre class="wp-block-verse">Was wäre gewesen, wenn das Atomium nicht rechtzeitig zur Weltausstellung fertig geworden wäre?</pre>



<h3 class="wp-block-heading" id="sprachgrenze">18. 1963: Die starre Sprachgrenze</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Ansonsten entwickelten sich beide Sprachgruppen häufig gegeneinander. Eine Entwicklung der bisherigen Sprachgrenzen ist dabei ausgeschlossen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Von 1921 bis 1962 hatte es jeweils im Abstand von zehn Jahren eine Zählung gegeben, in der die Bürger angeben mussten, welche Sprache sie am meisten benutzten. Kam der Anteil einer Sprache auf 20 Prozent, später 30 Prozent, mussten bestimmte Dienste auch in dieser Sprache angeboten werden.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Die Flamen sahen sich dabei benachteiligt. So entwickelte sich Brüssel zu einer französischsprachigen Stadt, obwohl sie historisch in Flandern lag. Auch in den Umlandgemeinden der Hauptstadt steigerte sich durch den Zuzug aus Brüssel der Anteil der Französischsprachigen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Da die Flamen diese Ausbreitung des Französischen fürchteten, die auf eine Übernahme der Hauptstadt samt Umland hinausliefen, forderten sie die Einrichtung einer festen Sprachgrenze (siehe Bild unten).</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img data-recalc-dims="1" loading="lazy" decoding="async" width="600" height="522" src="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2019/09/Sprachgrenzen-Belgien.png?resize=600%2C522&#038;ssl=1" alt="Karte der flämischen, französischen und deutschen Sprachgrenzen in Belgien." class="wp-image-201" srcset="https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2019/09/Sprachgrenzen-Belgien.png?w=600&amp;ssl=1 600w, https://i0.wp.com/ankerpunkte-blog.de/wp-content/uploads/2019/09/Sprachgrenzen-Belgien.png?resize=300%2C261&amp;ssl=1 300w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /><figcaption class="wp-element-caption">(Wikimedia Autor: <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Belgium,_administrative_divisions_(communities)_-_de_-_colored.svg" target="_blank" rel="noreferrer noopener">TUBS/CC BY-SA 3.0</a>)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Als diese 1962/1963 politisch beschlossen wurde, fror sie die Verhältnisse quasi in diesen Jahren ein und sorgte für einen gestiegenen Anpassungsdruck innerhalb dieser Grenzen sowie zu einer Verstärkung der Zweiteilung von Belgien.</p>



<pre class="wp-block-verse">Wie hätte sich Belgien entwickelt, wenn die Sprachgrenzen auch noch 1963 alle zehn Jahre flexibel festgelegt worden wären?</pre>



<h2 class="wp-block-heading" id="quellenliteratur">Quellen und Literatur</h2>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bob Beelen: <a href="https://www.stadtfuehrung.be/post/antwerpen-und-deutschland-eine-lange-geschichte">Antwerpen und Deutschland</a>: Eine lange Geschichte, auf: .stadtfuehrung.be (22.04.2021).</li>



<li>Christoph Driessen: Geschichte Belgiens. Die gespaltene Nation. Regensburg 2018. <a href="https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=14158&amp;awinaffid=1574010&amp;clickref=Belgien&amp;ued=https%3A%2F%2Fwww.thalia.de%2Fshop%2Fhome%2Fartikeldetails%2FA1050522643" target="_blank" rel="sponsored noopener"><img decoding="async" border="0" src="https://www.awin1.com/cshow.php?s=3524487&amp;v=14158&amp;q=377601&amp;r=1574010" alt="Thalia Button"></a></li>



<li>Jan von Flocken: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article154792947/Der-erste-grosse-Sieg-des-Buergers-ueber-den-Ritter.html">Der erste große Sieg des Bürgers über den Ritter.</a> Courtrai 1302, auf: welt.de (27.04.2016).</li>



<li>Dieter Hoffmann: <a href="https://www.spiegel.de/geschichte/beginn-des-ersten-weltkrieges-a-947910.html">&#8222;Ich habe befohlen, die Dörfer abzubrennen&#8220;.</a> Beginn des Ersten Weltkrieges, auf: spiegel.de (11.11.2008).</li>



<li>Homepage des Atomiums mit den Artikeln <a href="https://atomium.be/expo58?lang=de">EXPO 58</a>, <a href="https://atomium.be/the_shape_of_the_atomium">DIE FORM DES ATOMIUMS</a> und <a href="https://atomium.be/construction_of_the_atomium?lang=de">DER BAU &amp; DIE WERKSTOFFE</a>.</li>



<li>Sven-Felix Kellerhoff: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article133730478/Wassermassen-retten-das-letzte-bisschen-Belgien.html">Wassermassen retten das letzte bisschen Belgien.</a> Erster Weltkrieg, auf: welt.de (28.10.2014).</li>



<li>Peter Schmidt: Der Genter Altar. Brüssel 2014.</li>



<li>Florian Stark: <a href="https://www.welt.de/geschichte/article211656647/Krieg-im-Mittelalter-Wie-erstmals-ein-Buergerheer-ueber-die-Ritter-triumphierte.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bürgermilizen vernichteten Frankreichs arrogante Ritter.</a> „Sporenschlacht“ 1302, auf: welt.de (15.07.2020).</li>



<li>Dieter Wulf: <a href="https://www.deutschlandfunk.de/die-seele-von-antwerpen-100.html">Die Seele von Antwerpen</a>, auf: deutschlandfunk.de (06.01.2023).</li>
</ul>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Was sind Alternative History und der Ankerpunkte Blog?</title>
		<link>https://ankerpunkte-blog.de/hintergruende/was-ist-alternative-history/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Bastian Vergnon]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Aug 2024 16:07:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Historische Hintergründe]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alternative History beschreibt ausgehend von einer „Was wäre wenn“-Frage einen alternativen Verlauf der Geschichte. Ausgangspunkt ist ein Ereignis oder eine Entscheidung in der Vergangenheit. Anschließend gehen Wissenschaft und Literatur einer veränderten Vergangenheit und deren Folgen nach. In diesem Blog heißen diese Ereignisse und Entscheidungen Ankerpunkte. Weiterlesen</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://ankerpunkte-blog.de/hintergruende/was-ist-alternative-history/">Was sind Alternative History und der Ankerpunkte Blog?</a> erschien zuerst auf <a href="https://ankerpunkte-blog.de">Ankerpunkte Blog</a>.</p>
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<p class="wp-block-paragraph">Alternative History beschreibt ausgehend von einer „Was wäre wenn“-Frage einen alternativen Verlauf der Geschichte.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ausgangspunkt ist ein Ereignis oder eine Entscheidung in der Vergangenheit. Anschließend gehen Wissenschaft und Literatur einer veränderten Vergangenheit und deren Folgen nach.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In diesem Blog heißen diese Ereignisse und Entscheidungen Ankerpunkte.</p>



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